Landkreis Ebenrode

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Ebenrode Lage des Landkreises Ebenrode in Deutschland 1944/45
Basisdaten (Stand ca. 1945)
Bestandszeitraum: 18181945
Land: Preußen
(Deutschland bis 1945)
Provinz: Ostpreußen
Regierungsbezirk: Gumbinnen
Verwaltungssitz: Ebenrode (Stallupönen)
Fläche: 703,93 km²
Einwohner: 41.265 (17. Mai 1939)
Bevölkerungsdichte: 58,6 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: IC
1953 vorgesehen: SPÖ (für Stallupönen)
Kreisgliederung: 169 Gemeinden
1 Gutsbezirk
in 23 Amtsbezirken
Lage des Kreises
Lage des Landkreises

Der Landkreis Ebenrode (bis 1938 Kreis Stallupönen, 1938 umbenannt in Kreis Ebenrode) in Ostpreußen bestand von 1818 bis 1945. Die Gemeinde Trakehnen war bekannt für ihre Pferdezucht.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königreich Preußen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit den preußischen Verwaltungsreformen nach dem Wiener Kongress entstand zum 1. September 1818 der Kreis Stallupönen im Regierungsbezirk Gumbinnen in der Provinz Ostpreußen.

Dieser umfasste die Kirchspiele:

  • Bilderweitschen,
  • Enzuhnen,
  • Göritten,
  • Kattenau,
  • Kassuben,
  • Pillupönen,
  • Stallupönen,
  • Szirgupönen1).

Das Landratsamt war in Stallupönen.

1)= Am 1. Januar 1824 wurde das Kirchspiel Szirgupönen aus dem landräthlichen Stallupöne Kreise in den Gumbinner Kreis eingegliedert.[1]

Seit dem 3. Dezember 1829 gehörte der Kreis – nach dem Zusammenschluss der bisherigen Provinzen Preußen und Westpreußen – zur neuen Provinz Preußen mit dem Sitz in Königsberg i. Pr.

Norddeutscher Bund/Deutsches Reich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich. Nach der Teilung der Provinz Preußen in die neuen Provinzen Ostpreußen und Westpreußen wurde der Kreis Stallupönen am 1. April 1878 Bestandteil Ostpreußens.

Zum 30. September 1929 fand im Kreis Stallupönen entsprechend der Entwicklung im übrigen Freistaat Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle bisher selbstständigen Gutsbezirke bis auf zwei aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden.

Am 7. September 1938 änderte sich die Kreisbezeichnung in Ebenrode. Zum 1. Januar 1939 führte der Kreis Ebenrode entsprechend der jetzt reichseinheitlichen Regelung die Bezeichnung Landkreis.

Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt und kam nach Kriegsende unter sowjetische Verwaltung. Seit der Auflösung der Sowjetunion steht das Kreisgebiet unter russischer Verwaltung.

Landräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1818–0000: Otto von Kortzfleisch
1841–1860: Carl Ludwig Adolf Gamradt (1810–1860)
1860–0000: Oberamtmann Hecht
1860–1868: Karl Riemer († 1868)
1868–1872: Ludolph Karl Adolf von Estorff (1838–1912)
1872–1874: Friedrich Otto Hermann Wolffgramm (1836–1895)
1874–1879: Karl Schulz
1879–1889: Franz Burchard (1845–1894) [2]
1889–1901: Otto Hoffmann
1901–1907: Wilhelm von Redern (1867–1940)
1901–1915: Wilhelm Gaede (1875–1944)
1915–1919: Theodor Kramer († 1921)
1919–1921: Fritz Schoultz von Ascheraden (1882–1960)
1921–1925: Kruse
1925–1934: Leopold von Knobloch (1887–1968)
1935–1945: Otto Bochum

Kommunalverfassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis Stallupönen gliederte sich zunächst in die Stadtgemeinden Eydtkuhnen und Stallupönen, in Landgemeinden und – bis zu deren nahezu vollständigem Wegfall – in selbstständige Gutsbezirke.

Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 sowie der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt.

Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltungsgliederung 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis Ebenrode setzte sich Anfang 1945 aus 169 Gemeinden, darunter die Städte Ebenrode (Stallupönen) und Eydtkau (Eydtkuhnen) sowie zwei Gutsbezirken zusammen:

Amtsbezirke[3] & Gemeinden[4] Bevölkerung (1939)[5] Bemerkung
Stadt Ebenrode (bis 1938 Stallupönen)    
1. Ebenrode, Stadt 6.608 16. Juli 1938 umbenannt, früher Stallupönen
Stadt Eydtkau (bis 1938 Eydtkuhnen)    
1. Eydtkau, Stadt 4.922 16. Juli 1938 umbenannt, früher Eydtkuhnen
Amtsbezirk Absteinen    
1. Absteinen 147  
2. Grenzkrug 55 16. Juli 1938 umbenannt, früher Lengwehnen
3. Kinderhausen 208 16. Juli 1938 umbenannt, früher Kinderweitschen
4. Narwickau 145 16. Juli 1938 umbenannt, früher Kryschullen
5. Nickelsfelde 102 16. Juli 1938 umbenannt, früher Nickelnischken
6. Romeiken 149  
7. Schapten 73  
8. Schleuwen 54  
9. Seebach (Ostpr.) 114 16. Juli 1938 umbenannt, früher Escherkehmen
10. Sinnhöfen 101 16. Juli 1938 umbenannt, früher Jodringkehmen
11. Stärken 34  
Amtsbezirk Bilderweiten (bis 1938 Bilderweitschen)    
1. Antonshain 68 16. Juli 1938 umbenannt, früher Antanischken
2. Bilderweiten 342 16. Juli 1938 umbenannt, früher Bilderweitschen
3. Groß Degesen 277  
4. Jocken 77 16. Juli 1938 umbenannt, früher Jocknen
5. Lauken 206  
6. Lehmfelde 92 16. Juli 1938 umbenannt, früher Plimballen
7. Mecken 72  
8. Schmilgen 36  
9. Schuggern 49  
10. Wagonen 29  
11. Weitenruh 65 16. Juli 1938 umbenannt, früher Nausseden
Amtsbezirk Birkenmühle (bis 1938 Mehlkehmen)    
1. Birkenmühle 1.076 16. Juli 1938 umbenannt, früher Mehlkehmen
Amtsbezirk Bredauen    
1. Bredauen 482  
2. Ellerbach (Ostpr.) 106 16. Juli 1938 umbenannt, früher Groß Grigalischken
3. Hochmühlen 190 16. Juli 1938 umbenannt, früher Scheskehmen
4. Lichtentann 77 16. Juli 1938 umbenannt, früher Girnischken
5. Preußenwall 190 16. Juli 1938 umbenannt, früher Gudellen
Amtsbezirk Burgkampen (bis 1938 Jentkutkampen)    
1. Bersbrüden 181  
2. Burgkampen 591 16. Juli 1938 umbenannt, früher Jentkutkampen
3. Eimental 83 16. Juli 1938 umbenannt, früher Eymenischken
4. Grieben 113  
5. Heimfelde 187 16. Juli 1938 umbenannt, früher Schillgallen
6. Mildenheim 69  
7. Raineck 133 16. Juli 1938 umbenannt, früher Uschdeggen
8. Randau (Ostpr.) 91 16. Juli 1938 umbenannt, früher Schockwethen
9. Seekampen 178  
10. Ströhlen 60 16. Juli 1938 umbenannt, früher Ströhlkehmen
11. Teichacker 139 16. Juli 1938 umbenannt, früher Walleykehmen
12. Wittkampen 114  
Amtsbezirk Buschfelde (Ostpr.) (bis 1938 Podschohnen)    
1. Buschfelde (Ostpr.) 296 16. Juli 1938 umbenannt, früher Podschohnen
2. Datzken 48 16. Juli 1938 umbenannt, früher Datzkehmen
3. Ellerau (Ostpr.) 117 16. Juli 1938 umbenannt, früher Mitzkaweitschen
4. Erlenhagen 249 16. Juli 1938 umbenannt, früher Laukupönen
5. Tannenmühl 224 16. Juli 1938 umbenannt, früher Egglenischken
6. Tauern 88 16. Juli 1938 umbenannt, früher Tauerkallen
Amtsbezirk Drusken    
1. Baringen 432 16. Juli 1938 umbenannt, früher Bareischkehmen
2. Brücken (Ostpr.) 92 16. Juli 1938 umbenannt, früher Patilschen
3. Drusken 198  
4. Kögsten 53  
5. Krähenwalde 70 16. Juli 1938 umbenannt, früher Kischen
6. Lehmau 114 16. Juli 1938 umbenannt, früher Schillehlen
7. Lucken 168  
8. Packern 45  
9. Parkhof 58 16. Juli 1938 umbenannt, früher Doblendschen
10. Pohlau 98 16. Juli 1938 umbenannt, früher Schöckstupönen
11. Rauschendorf (Ostpr.) 87  
12. Ribben 101  
13. Wilpen 112 16. Juli 1938 umbenannt, früher Wilpischen
Amtsbezirk Eichkamp (bis 1938 Schakummen)    
1. Disselberg 112 16. Juli 1938 umbenannt, früher Disselwethen
2. Eichkamp 231 16. Juli 1938 umbenannt, früher Schackummen
3. Germingen 79 16. Juli 1938 umbenannt, früher Germingkehmen
4. Rehbusch 127 16. Juli 1938 umbenannt, früher Girnuhnen
5. Schanzenort 545 16. Juli 1938 umbenannt, früher Schwentischken
Amtsbezirk Föhrenhorst (bis 1938 Jucknischken)    
1. Brandrode 38 16. Juli 1938 umbenannt, früher Schirmeyen
2. Eichhagen (Ostpr.) 339 16. Juli 1938 umbenannt, früher Schwirgallen
3. Föhrenhorst 322 16. Juli 1938 umbenannt, früher Jucknischken
4. Hainau 462 16. Juli 1938 umbenannt, früher Schilleningken
5. Schellendorf 240 16. Juli 1938 umbenannt, früher Schillen
6. Stehlau 170 16. Juli 1938 umbenannt, früher Stehlischken
Amtsbezirk Göritten    
1. Alexbrück 367 16. Juli 1938 umbenannt, früher Alexkehmen
2. Göritten 467  
3. Grünweide (Kr.Ebenrode) 300 16. Juli 1938 umbenannt, früher Dopönen
4. Haldenau (Ostpr.) 235 16. Juli 1938 umbenannt, früher Kallweitschen
5. Talfriede 73 16. Juli 1938 umbenannt, früher Rudschen
Amtsbezirk Hohenschanz (bis 1938 Gallkehmen)    
1. Finkenschlucht 71 16. Juli 1938 umbenannt, früher Bäuerlich Budweitschen
2. Fuchshagen 184 16. Juli 1938 umbenannt, früher Matzkutschen
3. Grundhausen 26 16. Juli 1938 umbenannt, früher Adlig Budweitschen
4. Haselgrund (Ostpr.) 68 16. Juli 1938 umbenannt, früher Schabojeden
5. Hellbrunn 153 16. Juli 1938 umbenannt, früher Mattlauken
6. Hochtann 81 16. Juli 1938 umbenannt, früher Susseitschen
7. Hohenschanz 118 16. Juli 1938 umbenannt, früher Gallkehmen
8. Matten 86 16. Juli 1938 umbenannt, früher Matternischken
9. Platen 82  
10. Sannen 117 16. Juli 1938 umbenannt, früher Sannseitschen
11. Schuckeln 48  
12. Semmetimmen 56  
13. Wickenfeld 156 16. Juli 1938 umbenannt, früher Wicknaweitschen
Amtsbezirk Nassawen (bis 1938 Jägersthal)    
1. Damerau 229  
2. Dürrfelde 107 16. Juli 1938 umbenannt, früher Krajutkehmen
3. Kalkhöfen 158 16. Juli 1938 umbenannt, früher Aschlauken
4. Nassawen 402  
5. Schenkenhagen 196 16. Juli 1938 umbenannt, früher Schinkuhnen
Amtsbezirk Kassuben    
1. Almen 83 16. Juli 1938 umbenannt, früher Antsodehnen
2. Hügeldorf 77 16. Juli 1938 umbenannt, früher Karklienen
3. Kassuben 243  
4. Kickwieden 145  
5. Kinderfelde 55 16. Juli 1938 umbenannt, früher Kinderlauken
6. Leegen 81  
7. Lengen 96 16. Juli 1938 umbenannt, früher Groß Lengmeschken
8. Windberge (Ostpr.) 133 16. Juli 1938 umbenannt, früher Baubeln
9. Wohren 64  
Amtsbezirk Kattenau    
1. Altenfließ (Ostpr.) 68 16. Juli 1938 umbenannt, früher Noruschuppen
2. Dräwen 114 16. Juli 1938 umbenannt, früher Dräweningken
3. Kattenau 696  
4. Quellbruch 98 16. Juli 1938 umbenannt, früher Kiaulacken
5. Schwanen 29 16. Juli 1938 umbenannt, früher Schwentakehmen
6. Tutschen 471  
7. Willdorf 60 16. Juli 1938 umbenannt, früher Willkinnen
Amtsbezirk Mühlengarten (bis 1938 Milluhnen)    
1. Berningen 120 16. Juli 1938 umbenannt, früher Berninglauken
2. Hollenau (Ostpr.) 184 16. Juli 1938 umbenannt, früher Jodschen
3. Lengfriede 191 16. Juli 1938 umbenannt, früher Skrudschen
4. Mühlengarten 460 16. Juli 1938 umbenannt, früher Milluhnen
5. Scharfeneck 271  
6. Schleusen 173 16. Juli 1938 umbenannt, früher Pakalnischken
7. Stolzenau (Ostpr.) 161 16. Juli 1938 umbenannt, früher Schillupönen
8. Ulmenau (Ostpr.) 42 16. Juli 1938 umbenannt, früher Puplauken
9. Weidenkreuz 191 16. Juli 1938 umbenannt, früher Benullen
Amtsbezirk Neu Trakehnen (bis 1931 Alt Kattenau)    
1. Kummeln 176  
2. Neu Trakehnen 801  
3. Seehausen 141  
4. Sonnenmoor 182 16. Juli 1938 umbenannt, früher Kiddeln
Amtsbezirk Rodebach (bis 1938 Enzuhnen)    
1. Bißnen 68  
2. Freieneck 45 16. Juli 1938 umbenannt, früher Kubillehlen
3. Lerchenborn (Ostpr.) 263 16. Juli 1938 umbenannt, früher Schluidschen
4. Rodebach 261 16. Juli 1938 umbenannt, früher Enzuhnen
5. Trakehnen 501  
6. Wilken 53  
7. Wirbeln 107  
Amtsbezirk Rominter Heide, Anteil Kr.Ebenrode (bis 1938 Anteil Kr. Stallupönen)    
1. Rominter Heide, Anteil Kr.Ebenrode, Forst, gemeindefreier Gutsbezirk 0  
Amtsbezirk Schloßbach (bis 1938 Pillupönen)    
1. Norwieden 100  
2. Pfeifenberg 37 16. Juli 1938 umbenannt, früher Daugelischken
3. Schloßbach 791 16. Juli 1938 umbenannt, früher Pillupönen
4. Steinhalde 175 16. Juli 1938 umbenannt, früher Taschieten
5. Sudeiken 32  
6. Wenzbach 326 16. Juli 1938 umbenannt, früher Wenzlowischken
Amtsbezirk Sodargen    
1. Bartztal 129 16. Juli 1938 umbenannt, früher Bartzkehmen
2. Gutweide (Ostpr.) 91 16. Juli 1938 umbenannt, früher Gutweitschen
3. Krebsfließ 96 16. Juli 1938 umbenannt, früher Ambraskehmen
4. Neuenbach 49 16. Juli 1938 umbenannt, früher Schwiegupönen
5. Raschen (Ostpr.) 47 16. Juli 1938 umbenannt, früher Radschen
6. Rauschmünde 65 16. Juli 1938 umbenannt, früher Kosakweitschen
7. Sandau (Ostpr.) 101 16. Juli 1938 umbenannt, früher Oschnaggern
8. Sodargen 368  
9. Wabbeln 176  
Amtsbezirk Soginten    
1. Andersgrund 95 16. Juli 1938 umbenannt, früher Anderskehmen
2. Hohenfried 166  
3. Jürgenrode 65 16. Juli 1938 umbenannt, früher Jurgeitschen
4. Kischken 118  
5. Klimmen 114 16. Juli 1938 umbenannt, früher Bugdschen
6. Martinsort 48 16. Juli 1938 umbenannt, früher Rittigkeitschen
7. Mehlkinten 43  
8. Soginten 93  
9. Urfelde 141 16. Juli 1938 umbenannt, früher Urbschen
Amtsbezirk Stadtfelde (bis 1938 Groß Wannagupchen)    
1. Altbruch 66 16. Juli 1938 umbenannt, früher Peschicken
2. Amalienhof 275  
3. Bruchhöfen 338  
4. Ebenflur 70  
5. Grünhof 125  
6. Hopfenbruch 112  
7. Malissen 153  
8. Rauhdorf 71 16. Juli 1938 umbenannt, früher Raudohnen
9. Rohren (Ostpr.) 187 16. Juli 1938 umbenannt, früher Groß Wannagupchen
10. Schützenort 147 16. Juli 1938 umbenannt, früher Petrikatschen
11. Stadtfelde 602 16. Juli 1938 umbenannt, früher Lawischkehmen
12. Stobern 51  
Amtsbezirk Trakehnen    
1. Groß Trakehnen 1.518  

Ortsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. Juni 1938 fanden im Kreis Stallupönen – mit amtlicher Bestätigung vom 16. Juli 1938 – aufgrund einer Anordnung des Gauleiters und Oberpräsidenten Ostpreußens Erich Koch auch im Kreis Stallupönen umfangreiche Umbenennungen von Ortsnamen statt, die auch an der Kreisstadt und damit am Namen des gesamten Landkreises nicht vorübergingen, der nun den Namen Kreis Ebenrode erhielt.[6] Viele Ortsnamen wurden, da in den Augen der Machthaber „nicht deutsch genug“, durch lautliche Angleichungen, Übersetzungen oder freie Erfindungen „modernisiert“: von 175 Gemeinden (Stand: 17. Mai 1939) erhielten 115 eine neue Bezeichnung.[7]

Neben den oben genannten Gemeinden hinaus wurden auch kleinere Orte umbenannt:

  • Abracken: Kornfelde
  • Alt Budupönen: Altpreußenfelde
  • Alt Kattenau: Neu Trakehnen
  • Ambraskehmen: Krebsfließ
  • Bajohrgallen: Goltzfelde
  • Bartzkehmen: Bartztal
  • Danzkehmen: Oettingen
  • Gudweitschen: Gutweide (Ostpr.)
  • Gurdschen: Schwichowshof
  • Jucknischken: Föhrenhorst
  • Kalpakin: Königseichen
  • Klein Tarpupönen: Sommerkrug
  • Kosakweitschen: Rauschmünde
  • Neu Budupönen: Neupreußenfelde
  • Osznaggern/Oschnaggern: Sandau (Ostpr.)
  • Peterlauken:Petersort
  • Radszen/Radschen: Raschen (Ostpr.)
  • Schilleningken: Hainau
  • Schwiegupöhnen: Neuenbach
  • Szillen/Schillen: Schellendorf
  • Taukenischken: Belowsruh
  • Wertimlauken: Kleinföhrenforst
  • Wilpischen: Wilpen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gustav Neumann: Geographie des Preußischen Staats. 2. Auflage, Band 2, Berlin 1874, S. 29–30, Ziffer 6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtsblatt der königlichen Regierung v. Gumbinnen, Jahrgang 1823, Nr. 50, S. 724.
  2. Acta Borussica Band 8/II (1890–1900), S. 506 (PDF-Datei; 2,19 MB)
  3. Gemeindelexikon für den Freistaat Preußen, Band 1: Provinz Ostpreußen, Berlin 1931
  4. Amtliches Gemeindeverzeichnis des Deutschen Reiches 1939, 2. Auflage 1941
  5. Amtliches Gemeindeverzeichnis des Deutschen Reiches 1939, 2. Auflage 1941
  6. Andreas Kossert (2003). „'Grenzlandpolitik' und Ostforschung an der Peripherie des Reiches. Das ostpreußische Masuren 1919–1945“. Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 51. Jahrgang, Heft 2, April 2003, Seite 141 (PDF)
  7. Michael Rademacher: Deutsch-österreichisches Ortsbuch