Lichtenbusch

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Lichtenbusch
Stadt Aachen
Koordinaten: 50° 42′ 48″ N, 6° 7′ 30″ O
Höhe: ca. 290 m
Eingemeindung: 1. November 1922
Eingemeindet nach: Aachen
Postleitzahl: 52076
Vorwahl: 02408

Lichtenbusch liegt im Süden von Aachen an der Grenze zwischen Deutschland und Belgien und teilt sich in einen belgischen und einen deutschen Teil auf:

Hier existiert der Grenzübergang sowie eine Autobahnausfahrt von der Bundesautobahn 44 auf der deutschen Seite und auf der belgischen Fortsetzung, der A3. Seit 2010 führt die Bundesstraße 258 an Lichtenbusch vorbei.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lichtenbuscher Kirche

Der Ort entwickelte sich erst im 20. Jahrhundert in seiner heutigen Form entlang des heutigen Verlaufs der Raerener Straße, welche ursprünglich vor dem Bau der Autobahn an Grüne Eiche begann und eine Verlängerung dieser gleichnamigen Straße darstellt. Seit dem späten Mittelalter existierten hier nur landwirtschaftliche Gehöfte, darunter das Ritterlehen Gut Hebscheid. Später kamen dann noch der Schellartshof und der Kohlshof, welcher heute ein Reittherapiezentrum beherbergt, hinzu.

Bis zu den 1980er Jahren gab es sogenannte Kaffeefahrten nach Lichtenbusch, wohin große Menschenmengen mit Bussen (zum größten Teil aus dem Ruhrgebiet) gebracht wurden, um in den belgischen Grenzgeschäften billig Zigaretten oder Kaffee einkaufen zu können.

In den Jahren 1999 und 2000 entstand auf der deutschen Seite eine neue Siedlung für junge Familien. Sie umfasst 45 Reihenhäuser, 14 Doppelhaushälften und ein Gemeinschaftshaus. Die Siedlung wurde von der „Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie“ initiiert. Die Siedlung am neu entstandenen Lichtenbuscher Weg war die 100. Siedlung der Stiftung. Die errichtende gemeinnützige dfh-Siedlungsbau GmbH, eine Tochtergesellschaft der Stiftung, geriet während der Errichtung der Siedlung in Insolvenz. Die Grundstücke wurden von der Stadt Aachen zu einem günstigen Preis bereitgestellt und die Häuser wurden in einer organisierten und fachmännisch unterstützten Gruppeneigenleistung errichtet. Das Gemeinschaftshaus ist Gemeinschaftseigentum der Siedler und wird von einem Verein betrieben.

Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem in der Schule unterrichteten und in der Gemeinde gebräuchlichen Standarddeutsch spricht die Bevölkerung teilweise noch den traditionellen Dialekt der Region, der limburgische und ripuarische Einflüsse aufweist.

Gemeindeschule und Streit um Genehmigungen 2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während es im Aachener Ortsteil Lichtenbusch keine Schule gibt, steht auf belgischer Seite direkt an der Staatsgrenze die Gemeindeschule Lichtenbusch, die auch von Kindern auf deutscher Seite besucht wird. Hierfür benötigen die Familien eine Sondergenehmigung des Aachener Schulamts, deren Erteilung durch einen Erlass des Schulministeriums von 2005 restriktiv geregelt ist. Im Februar 2013 sorgte es für Unruhe, dass fünf betroffenen Schulanfängern diese Genehmigung zunächst versagt wurde, da ein kurzer Schulweg und eine vertraute Umgebung kein hinreichender Grund seien, von der Schulpflicht in Nordrhein-Westfalen, die den Besuch einer Schule in Deutschland umfasse, eine Ausnahme zu machen.[1] Die Kinder müssten in die 2 Kilometer entfernte Schule in Oberforstbach gehen. Ende Februar erklärte Städteregionsrat Helmut Etschenberg, dass die Genehmigungen nun doch erteilt würden, jedoch sei dies keine pauschale Lösung.[2]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Lichtenbusch ist das Dorfleben von den Vereinen geprägt. Dazu zählen

  • Karnevalsgesellschaft Grün-Weiß Lichtenbusch 1966
  • Kgl. St. Hubertus Schützenbruderschaft Lichtenbusch 1886
  • Fußballverein S.C. Grün-Weiß Lichtenbusch 1949
  • Kgl. Trommler u. Pfeifer Korps Grün-Weiß 1928 Lichtenbusch (belgischer Verein)
  • Verwaltungsgemeinschaft Lichtenbuscher Weg

Naturschutzgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gut Hebscheid

Der 7 ha große Naturschutzgebiet Freyenter Wald am Rande von Lichtenbusch gehört zu den bislang 12 ausgewiesenen Naturschutzgebieten der Stadt Aachen. Folgende Pflanzen findet man hier: Orchideen, Lerchensporn, verschiedene Seggen und Binsen, Sumpfschachtelhalm, Sommerwurz, Ginster, Kuckuckslichtnelke und Gelbe Schwertlilie.

Angrenzende Ortschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lichtenbusch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martina Feldhaus: Die Grundschule gegenüber ist tabu. Aachener Zeitung, 13. Februar 2013.
  2. Martina Feldhaus: Lösung im Fall Lichtenbusch: Kinder dürfen belgische Schule besuchen. Aachener Nachrichten, 28. Februar 2013.