Liederbach am Taunus

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Liederbach am Taunus
Liederbach am Taunus
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Liederbach am Taunus hervorgehoben

Koordinaten: 50° 7′ N, 8° 29′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Main-Taunus-Kreis
Höhe: 140 m ü. NHN
Fläche: 6,2 km2
Einwohner: 8791 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 1418 Einwohner je km2
Postleitzahl: 65835
Vorwahlen: 06196, 069Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text Vorlage:Infobox Verwaltungseinheit in Deutschland/Wartung/Vorwahl falsch
Kfz-Kennzeichen: MTK
Gemeindeschlüssel: 06 4 36 010
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Villebon-Platz 9–11
65835 Liederbach am Taunus
Website: liederbach.eu
Bürgermeisterin: Eva Söllner (CDU)
Lage der Gemeinde Liederbach am Taunus im Main-Taunus-Kreis
EppsteinKelkheim (Taunus)Bad Soden am TaunusLiederbach am TaunusSchwalbach am TaunusEschbornSulzbach (Taunus)Hofheim am TaunusKriftelHattersheim am MainFlörsheim am MainHochheim am MainWiesbadenLandkreis OffenbachFrankfurt am MainHochtaunuskreisRheingau-Taunus-KreisWiesbadenLandkreis Groß-GerauKarte
Über dieses Bild

Liederbach am Taunus ist eine Gemeinde mit 8791 Einwohnern (31. Dezember 2020) im Main-Taunus-Kreis in Hessen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Rathaus in Alt-Niederhofheim (erbaut 1691)

Liederbach grenzt im Norden an die Stadt Bad Soden am Taunus, im Osten an die Gemeinde Sulzbach (Taunus), im Süden an die kreisfreie Stadt Frankfurt am Main sowie im Westen an die Stadt Kelkheim (Taunus).

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liederbach besteht aus den beiden Ortsteilen Niederhofheim und Oberliederbach. Niederhofheim liegt im Westen der Gemeinde. Oberliederbach nimmt den östlichen Teil ein.

Grüne Mitte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Landschaftsbild der Gemeinde ist von der so genannten „Grünen Mitte“ geprägt, welche größtenteils aus bewirtschafteten Ackerflächen und dem großzügigen Bachlauf des Liederbachs besteht. Die Grüne Mitte entspricht etwa einem Sechstel der Gesamtfläche Liederbachs, und die Gemeinde ist um deren Bestand sehr bemüht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Liederbach unterquert die Hauptstraße in Höhe der Gemarkung „Braubach“

Vermutlich um 550 wurden die Dörfer Niederhofheim, Oberliederbach und Unterliederbach gegründet. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 791 als Leoderbach, das sich im Besitz des Klosters Lorsch befand. 1100 geht Leoderbach als Lehen in den Besitz der Herren von Eppstein über. Diese verkauften das Dorf 1492 an die Landgrafschaft Hessen. Im 17. Jahrhundert hält die Reformation Einzug in Liederbach.

Die Gemeinden Oberliederbach, Unterliederbach und Niederhofheim kamen 1803 zu Nassau-Usingen und schließlich sechs Jahre später zum geeinigten Herzogtum Nassau. Nach dem Deutsch-Deutschen Krieg wurden die drei Orte 1866 der preußischen Provinz Hessen-Nassau zugeordnet. 1903 wurde mit der Station Niederhofheim-Oberliederbach an der Eisenbahnlinie Höchst-Königstein ein eigener Bahnhof errichtet.

1917 wurde Unterliederbach in die Stadt Höchst am Main eingemeindet, welche 1928 ein Stadtteil von Frankfurt am Main wurde. Oberliederbach und Niederhofheim wurden am 1. April 1928 in den neu geschaffenen Main-Taunus-Kreis integriert.

Im Rahmen der hessischen Kommunalreform schlossen sich beide Gemeinden am 31. Dezember 1971 zur neuen Gemeinde Liederbach zusammen.[2] Die nördlich gelegene Heidesiedlung wurde hauptsächlich von den Farbwerken Höchst errichtet, um ihren Mitarbeitern eine ortsnahe Unterkunft zu bieten.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,[3] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[4][5][6]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2021
     
Insgesamt 31 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften 2021 2016 2011 2006 2001
% Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 40,5 13 41,9 13 43,7 13 51,5 16 46,8 14
FWG Freie Wählergemeinschaft 21,2 7 16,3 5 13,2 4 8,7 3
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 17,4 5 11,8 4 14,8 5 9,0 3 8,5 3
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 13,8 4 20,3 6 22,2 7 23,6 7 26,7 8
FDP Freie Demokratische Partei 7,1 2 9,7 3 6,0 2 15,9 5 9,4 3
Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 61,8 54,6 51,2 48,3 57,5

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1979 bis 2008 war Gerhard Lehner der Bürgermeister von Liederbach und war damit der dienstälteste und am längsten amtierende Bürgermeister des Landkreises. Im August 2008 wurde Eva Söllner (CDU) zur neuen Bürgermeisterin gewählt, sie übernahm das Amt im Januar 2009 als erste Frau in dieser Position. Frau Söllner wurde 2014 und 2021 wiedergewählt.[7]

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Alten Schule finden kulturelle Events statt
Liederbacher Heidesiedlung (vom Schmiehbachtal aus gesehen)

Liederbach besitzt bereits seit vielen Jahren mehrere Partnergemeinden in Deutschland und im europäischen Ausland. Dies sind im Einzelnen:[8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung: In Gold und Blau gespalten mit je einem größeren Ort am Spalt in den verwechselten Farben; darin je eine zugewendete Wachtel, wiederum in verwechselten Farben.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Liederbach am Taunus

Kulturelle Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein Die Liederbacher Kerbeborsch richtet jährlich zwischen September und Oktober die Kerb aus. Die Kerbeborsch haben dabei die Aufgabe ihren Hannes, eine lebensgroße angekleidete Strohpuppe, die auf dem Kirchweihbaum angehängt wird, zu bewachen. Traditionell versuchen andere Dörfer dieses Symbol zu entwenden. Verbunden mit der Kerb sind auch immer Tanz und ein Rummelplatz.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekenntnisse am 31. Dezember 2015[9]
römisch-katholisch protestantisch sonstige oder ohne
2216 = 23,9 % 2451 = 26,4 % 4600 = 49,6 %

Liederbach ist traditionell protestantisch geprägt, auch wenn sich bedingt durch den starken Zuzug von Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg Protestanten und Katholiken heute die Waage halten. Die evangelische Pfarrei in Oberliederbach ist für die gesamte Gemeinde Liederbach zuständig.

Die katholische Kirche St. Marien in Liederbach wurde am 16. August 1987 eingeweiht, nachdem bereits 1974 eine Notkirche aus Holz errichtet wurde. Die Gemeinde in Liederbach ist Filiale der Pfarrei St. Franziskus in Kelkheim-Münster.[10]

Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof der Königsteiner Bahn

Das in unmittelbarer Nähe gelegene Schmiehbachtal ist ein beliebtes Erholungs- und Wandergebiet der Liederbacher Bevölkerung. Man bemüht sich von Seiten der Gemeindeverwaltung naturnahe Streuobstwiesen neben landwirtschaftlichen Nutzflächen zu erhalten.

Jugendtreff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 2005 gegründete Jugendtreff von Liederbach bietet dreimal wöchentlich einen Treffpunkt für Jugendliche. Des Weiteren gibt es einen bestimmten Tag für Mädchen. Regelmäßig finden besondere Ausflüge und Aktionen wie Tanz- und Breakdance-Kurse sowie Film- und Spieleabende statt.[11]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Liederbach gibt es zahlreiche Vereine wie die SGO (Sportgemeinschaft Oberliederbach), in der hauptsächlich Fußball, Judo und Damengymnastik praktiziert wird. Ebenso gibt es die TSG Niederhofheim, in der die Sportarten Leichtathletik, Tischtennis, Handball, Schützen und Turnen vertreten sind. Neben diesen Sportarten wird auch Volleyball beim VCL (Volleyballclub Liederbach) betrieben. Des Weiteren finden sich die Freiwillige Feuerwehr Liederbach und das Deutsche Rote Kreuz Liederbach.[12]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Nitz, Simone Balsam, Sonja Bonin: Kulturdenkmäler in Hessen. Main-Taunus-Kreis. Herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen, 2003, ISBN 3-8062-1650-9.
  • Gesine Karsch, Margret Menzel: Liederbach. Die kleinste Gemeinde im Main-Taunus-Kreis. Selbstverlag, 1978, DNB 790675064.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerung in Hessen am 31.12.2020 nach Gemeinden (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 370.
  3. Ergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2021.
  4. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  5. Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2011.
  6. Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2006.
  7. Amtsinhaberin Söllner gewinnt. 14. März 2021, abgerufen am 16. August 2021.
  8. Partnergemeinden liederbach.eu, abgerufen am 26. Januar 2015
  9. Mehr Liederbacher aber weniger Kirchenmitglieder im Höchster Kreisblatt vom 16. Januar 2016.
  10. Über St. Marien - Pfarrei St. Franziskus
  11. Jugendtreff liederbach.de, abgerufen am 26. Januar 2015
  12. Vereine liederbach.eu, abgerufen am 27. Januar 2015