Sulzbach (Taunus)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sulzbach (Taunus)
Sulzbach (Taunus)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sulzbach (Taunus) hervorgehoben
Koordinaten: 50° 8′ N, 8° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Main-Taunus-Kreis
Höhe: 135 m ü. NHN
Fläche: 7,85 km²
Einwohner: 8627 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 1099 Einwohner je km²
Postleitzahl: 65843
Vorwahlen: 06196,
069 (Main-Taunus-Zentrum)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: MTK
Gemeindeschlüssel: 06 4 36 012
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 11
65843 Sulzbach (Taunus)
Webpräsenz: www.sulzbach-taunus.de
Bürgermeisterin: Renate Wolf (SPD)
Lage der Gemeinde Sulzbach (Taunus) im Main-Taunus-Kreis
Eppstein Kelkheim (Taunus) Bad Soden am Taunus Liederbach am Taunus Schwalbach am Taunus Eschborn Sulzbach (Taunus) Hofheim am Taunus Kriftel Hattersheim am Main Flörsheim am Main Hochheim am Main Wiesbaden Landkreis Offenbach Frankfurt am Main Hochtaunuskreis Rheingau-Taunus-Kreis Wiesbaden Kreis Groß-GerauKarte
Über dieses Bild

Sulzbach (Taunus) ist eine Gemeinde im Main-Taunus-Kreis in Hessen (Deutschland). Bekannt ist Sulzbach durch das 1964 eröffnete erste Einkaufszentrum Deutschlands, das Main-Taunus-Zentrum.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sulzbach liegt zwischen Mainebene und dem Südrand des Taunus. Im Süden grenzt es unmittelbar an Frankfurt am Main. Die Entfernung zum Stadtzentrum Frankfurts beträgt 15 km, zum Flughafen Frankfurt 18 km und zur Landeshauptstadt Wiesbaden 35 km.

Das Gemeindegebiet wird von Süd nach Nord von der Königsteiner Straße der L 3266 gestreift, einer ehemaligen Chaussee, heute eine wichtige Verbindungsstraße im Vordertaunus. Die Straße wurde 2010 vierspurig ausgebaut.

Nachbargemeinden und -kreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sulzbach grenzt im Nordosten an die Stadt Schwalbach am Taunus, im Süden an die kreisfreie Stadt Frankfurt am Main, im Westen an die Gemeinde Liederbach am Taunus, sowie im Nordwesten an die Stadt Bad Soden am Taunus.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fachwerkhaus am Sulzbacher Dalles

Sulzbach wurde erstmals am 16. Februar 1035 in der Stiftungsurkunde des pfälzischen Klosters Limburg genannt und wurde diesem damals von Kaiser Konrad II. geschenkt. Es heißt darin, das Kloster erhalte den Ort zum Eigentum, mit allen Rechten und Nutznießungen wie sie seither die rheinfränkischen Herzöge dort inne gehabt hätten.[2]

Nach einer Zeit wechselnder Herrschaften und der zeitweiligen Verpfändung an die Freie Reichsstadt Frankfurt kam der Ort als Reichsdorf nach einer Teilung der hohen Gerichtsbarkeit im Jahre 1561 zwischen Frankfurt und der Kurpfalz im Jahre 1613 zur Kurpfalz.

Im Dreißigjährigen Krieg brannte der Ort 1622 im Zuge der Schlacht bei Höchst ab, die Kirche brannte vollkommen aus. Nach dem Bergsträßer Rezess 1650 kam die Vogtei über Sulzbach im Rahmen eines Gebietstauschs an Kurmainz. Die Kirche, mit ältesten Bauteilen aus dem Jahre 1031, wurde 1652 bis 1659 als Notkirche wiederhergestellt und 1724 ersetzte der bis heute erhaltene Bau das alte Kirchenschiff. Die Vordächer der beiden Eingänge stammen noch von 1660. Im Jahr 1803 zählte Sulzbach zu den letzten fünf verbliebenen freien Reichsdörfern im Alten Reich. 1804 kam das Dorf mit den rechtsrheinischen Kurmainzer Gebieten zum Herzogtum Nassau und mit diesem 1866 zu Preußen.

Nach der Auflösung Preußens durch die Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Sulzbach Teil des neuen Bundeslandes Hessen. Die hessische Gebietsreform in den 1970er Jahren überstand die Gemeinde dank Bürgermeister Karl Reinke als eine der ganz wenigen unverändert. Die eigentlich geplante Eingemeindung nach Bad Soden am Taunus konnte durch massive Proteste der Bevölkerung und eine Klage vor dem Staatsgerichtshof des Landes Hessen abgewendet werden.

Seit 1964 befindet sich im Gebiet von Sulzbach mit dem Main-Taunus-Zentrum das erste nach dem Vorbild amerikanischer, in sich abgeschlossener Einkaufszentren gebaute Objekt, was zu soliden Steuereinnahmen Sulzbachs geführt hat.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahlen am 27. März 2011 lieferten folgende Ergebnisse:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
Kommunalwahl 2011
 %
40
30
20
10
0
36,2 %
35,8 %
11,7 %
7,3 %
4,5 %
4,5 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+9,0 %p
-8,0 %p
+3,8 %p
-2,6 %p
-1,4 %p
-0,7 %p
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 36,2 11 27,2 8 28,8 9
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 35,8 11 43,8 14 48,5 15
GAL Grün-Alternative Liste 11,7 4 7,9 2 10,3 3
Pro Sulzbach Pro Sulzbach am Taunus 7,3 2 9,9 3
FDP Freie Demokratische Partei 4,5 1 5,9 2 5,7 2
FWG Freie Wählergemeinschaft (Sulzbach) 4,5 2 5,2 2 6,8 2
Gesamt 31 31 31
Wahlbeteiligung in % 53,6 47,9 54,6
Rathaus

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ab 1. Mai 2016 amtierende Bürgermeister Elmar Bociek (CDU) wurde am 22. November 2015 in einer Stichwahl mit 55,3 Prozent der Stimmen für sechs Jahre gewählt. Er setzte sich gegen die kandidierende Amtsinhaberin Renate Wolf (SPD) durch. Die Wahlbeteiligung betrug 52,6 Prozent.[3]

Frühere Bürgermeister waren

  • Renate Wolf (SPD) Mai 2010 bis April 2016
  • Horst Schmittdiel (CDU) 2004 bis 2010
  • Herbert Uhrig (CDU) 1986 bis 2004.
  • Berthold R. Gall (CDU) 1978 bis 1986
  • Karl Reinke (SPD) 1963 bis 1978
  • Heinrich Kleber (SPD) 1945 bis 1963

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung: In Rot ein goldenes Sporenrädlein mit Bügel.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge wurde am 1. November 1954 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

„In einer roten von 2 goldenen Streifen eingefassten Mittelbahn das Wappen der Gemeinde in Gestalt eines goldenen Sporns mit Stern.“[4]

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sulzbach unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu

Grund und Boden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick ins Arboretum

Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Sulzbach liegt mit seiner Gemarkung zum Großteil auf Lößgrund. Zu einem anderen Teil liegt es auf einer Mischung aus Sand- und Mergelboden mit zum Teil lehmiger, zum Teil schwerer und feuchter Oberfläche. Diese Bodenart eignet sich gut zur landwirtschaftlichen Nutzung, weswegen man in Sulzbach auf zehn landwirtschaftliche Betriebe stößt. Der Getreideanbau ist in Sulzbach schon seit der Ersterwähnung der Siedlung verbreitet. Später wurden der Kartoffel- und der Maisanbau eingeführt, welche bis heute fortgeführt werden. In jüngster Zeit werden vermehrt Raps und Zuckerrüben angebaut. Die Direktvermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse stellt für viele Sulzbacher Betriebe ein wichtiges Standbein dar. Der Bezug frischer Lebensmittel, direkt vom Bauern, wird von der Bevölkerung sehr geschätzt.

Arboretum Main-Taunus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im rund 76 Hektar großen Arboretum Main-Taunus, von denen 51 Hektar auf der Sulzbacher Gemarkung liegen, wachsen um 600 verschiedene Baum- und Straucharten. Während Waldparks üblicherweise aus einer Ansammlung einzelner Bäume bestehen – mit Namenschild und Herkunftsbezeichnung – hat das Land Hessen mit dem Arboretum einen ganz anderen Waldpark geschaffen. Hier werden verschiedene Waldgebiete der gemäßigten Zonen der Erde jeweils durch eine Gruppe von Bäumen und Sträuchern repräsentiert, so, wie sie als Pflanzengemeinschaft in der Natur vorkommen. Außerdem werden mehr als ein Drittel der Fläche für Ackerbau, Weidewirtschaft und die Imkerei genutzt, so dass ein lebendiges Miteinander von Natur- und Kulturlandschaft entstanden ist.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche am Platz an der Linde

Evangelische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Evangelische Kirche ist das Wahrzeichen der Gemeinde Sulzbach und besteht aus einem Glockenturm aus dem Jahre 1031, einer Apsis aus dem 15. Jahrhundert mit Teilen einer originalen Freskenausgestaltung und einem Kirchenschiff von 1724. Die reichhaltige barocke Ausgestaltung des Kirchenraums über zwei Emporen ist für eine evangelische Kirche einmalig in der Rhein-Main-Region. Das Kirchenschiff wird auch durch die aus der St. Katharinen Kirche in Frankfurt am Main stammende Orgel von 1626 dominiert. Diese wurde 1778 von der Sulzbacher Kirchengemeinde erstanden und dann aus- und umgebaut.

Käsefraa

Käsfraa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1985 wurde das von der lokalen Künstlerin Hannelore Tegeder geschaffene Denkmal der Käsfraa (Käsefrau) aufgestellt. Im Mittelalter war in Sulzbach die Produktion des Handkäs weit verbreitet. Die Sulzbacher Bäuerinnen verkauften diesen auf dem Mark in Frankfurt. Im Volksmund wurde Sulzbach darum scherzhaft Käsbach genannt. Im Rahmen der 950-Jahr-Feier wurde die Bronzestatue aufgestellt.

Seit 2010 wird analog den Weinköniginnen in Weinorten in Sulzbach jährlich eine Sulzbacher Käsfraa bestimmt. Die erste offiziell gekürte Käsfraa ist Marianne Runge.

Weihnachtspyramide auf dem Dalles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Wende im Jahr 1990 besteht eine Städtepartnerschaft mit der Gemeinde Schönheide im Erzgebirge. Im Advent 2000 wurde auf dem Dalles, einem zentralen Platz des Ortes, eine erzgebirgische Weihnachtspyramide aufgestellt, um die Verbundenheit zwischen den Orten zu demonstrieren.

Bürgerbrunnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Platz an der Linde, vor der Kirche befindet sich der von Hannelore Tegeder geschaffene Bürgerbrunnen. 1989 errichtet, besteht er aus einem Bronzering, der mit Motiven des Dorf- und Vereinslebens geschmückt ist.

Heinrich-Kleber-Park[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Heinrich-Kleber-Park ist eine Grünanlage, die sich entlang der Eisenbahnstrecke durch den größten Teil des Ortes zieht. Sie wird vom Sulzbach durchflossen. In der Mitte des Parks wurde ein Teich angelegt. Daneben dient ein Pavillon öffentlichen Veranstaltungen. Im Park befindet sich eine Spielfläche mit angrenzendem Grillplatz die bereits 1954 ausgezeichnet wurde.

Die katholische Maria Rosenkranzkönigin Kirche

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Sulzbach gibt es eine evangelische und eine katholische Kirchengemeinde.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Schulen befinden sich vor Ort:

Cretzschmarschule
  • Cretzschmarschule (Grundschule)
  • Mendelssohn-Bartholdy-Schule (Eichwaldschule), Gesamtschule

Daneben bestehen fünf Kindergärten:

  • Kinderhort Eisvogel
  • Kindertagesstätte Pfiffikus
  • Kindertagesstätte Waldnest
  • Evangelische Kindertagesstätte
  • Katholische Kindertagesstätte und Kinderkrippe
  • Kindertagesstätte Zuckerrübe

Für die Jugendarbeit besteht das Jugendhaus. Die Eichwaldhallen Sulzbach sind die Sporthallen der Gemeinde.

Feuerwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sulzbacher Feuerwehrhaus

Die Freiwillige Feuerwehr Sulzbach (Taunus) besteht seit 1930 und ist aktuell im Besitz von sieben Fahrzeugen.

Seit 1997 ist in Sulzbach die Höhenrettungsgruppe (HöRG) der Feuerwehr des Main-Taunus-Kreises stationiert. Ihre Aufgaben bestehen im Retten und Bergen von Verletzten aus Höhen und Tiefen, welche für eine „normale“ Feuerwehr nicht erreichbar sind. Um sich zu den Höhenrettern zählen zu können, bedarf es einer zusätzlichen Ausbildung.

Sulzbacher Feste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezeichnung Zeitpunkt
Wäldchestag Dienstag nach Pfingsten in der Feuerwehr
Sulzbacher Straßenfest letztes Wochenende im Juni auf dem Dalles
Folklore Festival am ersten Sonntag im September auf dem Dalles
Sulzbacher Kerb vom dritten Samstag im Oktober bis zum Sonntag der folgenden Woche auf dem Dalles
Gala Karnevalssitzung Immer samstags, vier Wochen vor dem Faschingswochenende in der Eichwaldhalle
Weihnachtsmarkt Samstag vor dem ersten Advent auf dem Dalles

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die in Sulzbach gelebt oder gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sulzbach (Taunus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Manchot: Kloster Limburg, Mannheimer Altertumsverein, 1892, S. 7
  3. Hessisches Statistisches Landesamt: Direktwahlen in Sulzbach
  4. Staatsanzeiger für das Land Hessen 1954 Amtsblatt Nr. 47 Seite 1111