Lisa Hahner

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Lisa Hahner Leichtathletik

Lisa Hahner (2013)
Lisa Hahner, 2016

Nation DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtstag 20. November 1989 (27 Jahre)
Geburtsort HünfeldDeutschland
Größe 166 cm
Karriere
Bestleistung 1:14:05 h (Halbmarathon)
2:28:39 h (Marathon)
Verein PSV Grün-Weiß Kassel (2007–2010)
RUN2SKY (seit 2011)
Medaillenspiegel
Deutsche Meisterschaften 3 × Gold 0 × Silber 3 × Bronze
Deutsche Meisterschaften
0Gold0 Stockach 2010 Cross Mittelstrecke Mannschaft
0Gold0 Ohrdruf 2010 10 km Straße Mannschaft
0Bronze0 Kassel 2011 5000 m
0Bronze0 Wattenscheid 2012 5000 m
0Bronze0 Nagold 2012 10 km Straße
0Gold0 Frankfurt 2015 Marathon
letzte Änderung: 28. September 2016

Lisa Hahner (* 20. November 1989 in Hünfeld) ist eine deutsche Leichtathletin und Langstreckenläuferin. Ihr bisher größter Erfolg ist der Gewinn der Deutschen Marathonmeisterschaft 2015. In der Öffentlichkeit tritt sie oft mit ihrer Zwillingsschwester Anna Hahner unter der Eigenbezeichnung Hahner Twins auf.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lisa Hahner wuchs im Nüsttaler Ortsteil Rimmels auf[1] und begann erst mit 18 Jahren, Leichtathletik zu betreiben.

Anna und Lisa Hahner (2016)

Nach einem Vortrag von Joey Kelly in Fulda wurde sie zusammen mit ihrer Schwester Anna in diesem Sport aktiv.[2] Die Zwillinge studieren an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz auf Lehramt. Sie gewannen Seite an Seite 2007 ihren ersten Halbmarathon beim Bad Hersfelder Lollslauf in 1:29 h, starteten dann bei Meisterschaften und für das Nationalteam.

Gleich im ersten Jahr 2008 wurde sie Deutsche Vizemeisterin mit der Juniorinnen-Mannschaft 10 km Straße. 2009 wurde sie zuerst hinter ihrer Schwester Anna Süddeutsche Vizemeisterin. 2009 wechselte Hahner den Trainer und auf Jürgen Stephan folgte der Triathlet Sascha Winterfeld. 2010 war sie erfolgreich mit vier Deutschen Meistertiteln bei den Frauen und Juniorinnen in der Mannschaftswertung. Im Frühjahr wurde sie Deutsche Meisterin im Crosslauf mit den Frauen des PSV Grün-Weiß Kassel.[3] Am 11. September 2010 gewannen Simret Restle sowie Anna und Lisa Hahner den deutschen Meistertitel in der Mannschaftswertung im 10-km-Straßenlauf.[4]

2011 trat Hahner bei der ersten Europameisterschaft an und holte dort direkt die Silbermedaille in der Altersklasse U23 im Cross mit der Mannschaft. Ebenfalls konnte sie die Bronzemedaille bei der Deutschen Meisterschaft über 5000 m bei den Frauen gewinnen. 2011 wurde der international bekannte Wolfgang Heinig (Mann und Trainer der ehem. Olympiateilnehmerin Katrin Dörre-Heinig) Trainer von Hahner.

Im Jahr 2012 errang Lisa Hahner erneut die Bronzemedaille bei den Deutschen Meisterschaften über 5000 m.[5] In diesem Rennen erreichte sie mit 15:49,83 min eine neue persönliche Bestzeit.[6] Im Oktober erreichte Lisa Hahner bei ihrem ersten Marathonlauf in Frankfurt am Main den 8. Platz. Im Mai 2013 wurde der in Kenia lebende italienische Coach Renato Canova Trainer von Hahner.

Bei den Deutschen Marathonmeisterschaften 2015 am 25. Oktober im Rahmen des Frankfurt-Marathon verfehlte sie als neue Deutsche Meisterin und Sechstplatzierte der Gesamtwertung mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 2:28:39 h die Olympianorm des Deutschen Leichtathletik-Verbands um neun Sekunden.

Olympische Sommerspiele 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016 qualifizierte sich Lisa Hahner im Januar für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro, nachdem die deutsche Olympianorm um zwei Minuten auf 2:30:30 h herunter gesetzt worden war.[7] Beim Marathonlauf in Rio belegten die Hand in Hand über die Ziellinie laufenden Zwillinge die Plätze 81 (Anna, 2:45:32) und 82 (Lisa, 2:45:33). Da sie mit mehr als 21 Minuten Rückstand auf die Siegerin und mit mehr als 15 Minuten von ihren Bestleistungen entfernt waren, erhielten sie vielseitige Kritik für dieses medienwirksame Verhalten.[8][9]
Der Sportdirektor des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV) Thomas Kuschligen meinte, das Tempo für diese Platzierung habe den kämpferischen Sportsgeist des Großereignisses vermissen lassen.[10] Beim Frankfurt-Marathon 2016 war ihr Erscheinen und das ihrer Schwester wegen des Verhaltens bei den Olympischen Spielen unerwünscht.[11]

Sportliche Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönliche Bestleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lisa Hahner bei ihrer persönlichen Bestleistung im Frankfurt-Marathon 2015

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anna & Lisa Hahner: Time to Run: Das Trainingstagebuch für alle, die das Laufen lieben. Spomedis Verlag, Hamburg 2016 ISBN 978-3-95590-096-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lisa Hahner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Anna und Lisa Hahner starten beim 14. Bad Hersfelder Lollslauf. In: Bad Hersfelder Lollslauf. 26. September 2013, abgerufen am 16. Oktober 2015.
  2. “Ich mache das, weil ich es mir zutraue” (25. April 2012)
  3. Deutsche Crosslauf-Meisterschaften 2010, Mannschaftswertung Frauen (PDF; 11 kB)
  4. Deutscher Leichtathletik-Verband: DLV-Jahrbuch 2010. Darmstadt 2011. ISBN 978-3-87390-289-3 S. 257
  5. 112. Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid – 5000 m Frauen Finale (Memento vom 2. Februar 2013 im Webarchiv archive.is)
  6. Badanda... Bronzemedaille!, hahnertwins.com (Memento vom 25. Januar 2013 im Webarchiv archive.is)
  7. Rio wir kommen! Anna & Lisa Hahner für Olympia qualifiziert (28. Januar 2016)
  8. Mike Kleid: Kolumne: So läuft es. Liebe Hahner-Zwillinge, Marathon ist kein PR-Getue! In: Der Tagesspiegel. 18. August 2016, abgerufen am 31. August 2016.
  9. Lars Wallrost: Anna und Lisa Hahner: Das falsche Lächeln der deutschen Lauf-Zwillinge. In: Die Welt. 15. August 2016, abgerufen am 31. August 2016.
  10. Pamela Ruprecht: Olympische Einstellung der Hahner-Twins in der Kritik, Marathon in Rio de Janeiro, auf: leichtathletik.de, vom 15. August 2016, abgerufen 15. August 2016
  11. Florian Ullmann: Hahner-Twins beim Frankfurt-Marathon unerwünscht, auf: web.de, vom 2. November 2016, abgerufen 9. November 2016
  12. Leichtathletik, Marathon, Frauen. Olympische Sommerspiele Rio de Janeiro 2016. In: Sportschau. 14. August 2016, abgerufen am 31. August 2016.