Bramberg am Wildkogel

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Bramberg am Wildkogel
Wappen Österreichkarte
Wappen von Bramberg am Wildkogel
Bramberg am Wildkogel (Österreich)
Bramberg am Wildkogel
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: Zell am See
Kfz-Kennzeichen: ZE
Fläche: 117,27 km²
Koordinaten: 47° 16′ N, 12° 21′ OKoordinaten: 47° 16′ 22″ N, 12° 20′ 53″ O
Höhe: 819 m ü. A.
Einwohner: 3.938 (1. Jän. 2019)
Bevölkerungsdichte: 34 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 5731, 5732, 5733, 5741
Vorwahl: 06566
Gemeindekennziffer: 5 06 01
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfstraße 100A
5733 Bramberg am Wildkogel
Website: www.bramberg.salzburg.at
Politik
Bürgermeister: Hannes Enzinger (ÖVP)
Gemeinderat: (2019)
(21 Mitglieder)
10
6
5
10 
Insgesamt 21 Sitze
Lage von Bramberg am Wildkogel im Bezirk Zell am See
Bramberg am WildkogelBruck an der GroßglocknerstraßeDienten am HochkönigFusch an der GroßglocknerstraßeHollersbach im PinzgauKaprunKrimmlLendLeogangLoferMaishofenMaria Alm am Steinernen MeerMittersillNeukirchen am GroßvenedigerNiedernsillPiesendorfRaurisSaalbach-HinterglemmSaalfelden am Steinernen MeerSankt Martin bei LoferStuhlfeldenTaxenbachUnkenUttendorfViehhofenWald im PinzgauWeißbach bei LoferZell am SeeSalzburg (Bundesland)Lage der Gemeinde Bramberg am Wildkogel im Bezirk Zell am See (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Bramberg und das Salzachtal (1965)
Bramberg und das Salzachtal (1965)
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Bramberg ist eine österreichische Gemeinde im Bezirk Zell am See (Pinzgau), Salzburger Land mit 3938 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019). Sie liegt in der Region Oberpinzgau, etwa 10,5 Kilometer von deren Hauptort Mittersill sowie 38 Kilometer von der Bezirkshauptstadt Zell am See entfernt, und gehört zu den Nationalparkgemeinden Hohe Tauern.

Herkunft des Namens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Lahnsteiner hat sich der Ortsname von „Prentenperige“ (1160) über „Brennenberch“ (1244) und „Praemberch“ (1314) zu Bramberg entwickelt und sei der Tatsache geschuldet, dass die Sonnenseite, der Sonnberg, besonders unter Sonnenbrand zu leiden hat.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ortszentrum von Bramberg liegt auf einer Seehöhe von 819 Metern am Südfuß des 2224 m hohen Wildkogels, am linken – nördlichen, sonnseitigen – Ufer der Salzach. Die wichtigsten Zuflüsse der Salzach sind vom Norden her, aus den Kitzbüheler Alpen kommend, der Mühlbach, von Süden her, in den Hohen Tauern entspringend, der Schönbach, der Habach, der Steinbach und der Wennsbach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 14 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[2]):

  • Bicheln (308)
  • Bramberg am Wildkogel (2142) samt Bramberg und Weichseldorf
  • Dorf (189) samt Dorf-Paßthurn und Kronau
  • Habach (51) samt Einöden, Habachtal und Steinach
  • Hohenbramberg (11)
  • Leiten (92) samt Erlach
  • Mühlbach (431)
  • Mühlberg (50)
  • Schönbach (82) samt Haus
  • Schweinegg (32)
  • Sonnberg (100)
  • Steinach (128)
  • Wenns (186)
  • Weyer (136) samt Weyerhof

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Bramberg, Habach, Mühlbach und Mühlberg.

Die Gemeinde Bramberg verfügt über ein Standesamt und führt die Staatsbürgerschaftsevidenz für das gesamte Gemeindegebiet.

Bramberg war bis 2002 Teil des Gerichtsbezirks Mittersill und gehört seit 2003 zum Gerichtsbezirk Zell am See. Gemeinsam mit acht anderen Oberpinzgauer Gemeinden bildet Bramberg den Regionalverband Oberpinzgau.[3]

Die Gemeinde ist, gemeinsam mit den anderen Oberpinzgauer Gemeinden zwischen Krimml und Hollersbach, Teil des Reinhalteverbandes Oberpinzgau West, welcher die Infrastruktur betreffend Kanalisation und ordnungsgemäßer Entsorgung der Abwässer aus der Region verantwortet.[4]

Die fünf Wahlsprengel der Gemeinde Bramberg am Wildkogel zählen bei Wahlen zum Österreichischen Nationalrat (Österreich) zum Regionalwahlkreis Lungau/Pinzgau/Pongau (5c), sowie zum Landeswahlkreis Salzburg. Bei den Salzburger Landtagswahlen zum Landtagswahlkreis Zell am See (6).

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchberg in Tirol   Jochberg (Bez. KitzbühelTir.)

Mittersill
Neukirchen am Großvenediger Nachbargemeinden Hollersbach im Pinzgau
Matrei in Osttirol (Bez. LienzTir.)
kurze Grenze im Bergland, der Ort Mittersill liegt genau östlich hinter Hollersbach

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das zur Gemeinde gehörende Leitengut wurde 925 urkundlich erwähnt. Bramberg ist der älteste Pfarrort im oberen Salzachtal und wurde 1160 als Prentenperige erstmals genannt.

Im Altertum war das Gebiet um Bramberg Kupfererzbau-Zentrum. Der Erzabbau wurde 1829 wieder aufgenommen und 1863 endgültig aufgegeben. Versuche, den Bergbau im 20. Jahrhundert wieder aufzunehmen, scheiterten.

Berühmt war auch der Smaragdbergbau im Habachtal, neben Norwegen und Italien der einzige Smaragd-Fundort in Europa.

Als Pfarrer seiner Heimatgemeinde Dorfgastein hat Andreas Rieser das Hitlerregime und seine Akteure früh kritisiert, wurde deshalb in KZs inhaftiert und gefoltert, doch überlebte letztlich und wirkte später als Dorfpfarrer in Bramberg. Seine Geschichte wurde dokumentiert und zu seinem Gedenken und als Mahnung 2013 der Kirchplatz auf Rieser-Platz umbenannt.[5]

Da im Ort bereits Preise um 600 €/m² Baugrund bezahlt werden, hat die Gemeindevertretung beschlossen, von Widmungswerbern das Abgeben von 40 % der Fläche an die Gemeinde zu verlangen, um für Einheimische kostengünstig bauen zu können.[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AUT Bramberg am Wildkogel COA.svg

Das Wappen der Gemeinde zeigt laut Wappenbeschreibung:

„In Blau zwei aufragende silberne Zinnen, die linke höher und am Schildrand anstoßend. Aus der rechten Seite der höheren Zinne wachsend ein goldenes Pferd.“

Die silbernen Zinnen sind dem Wappen der Herren von Wenns entnommen, die im Mittelalter im Gemeindegebiet ansässig waren. Das Ross deutet auf Bramberg als ein Zentrum der berühmten Pinzgauer Pferdezucht hin.[7] Es ist eine Darstellung des alten Schlachtrosses Fjuri des Ritters Bart vom Küniglberg. Das Ross war 1376 nach einer mit dem Ritter durchzechten Nacht in das Wildkogelgebiet geritten und durch ein Wunder nach mehreren Tagen vergoldet zurückgekommen und so zu einer der ergiebigsten Goldminen der Hohen Tauern geworden. Ritter Bart hingegen wurde nie wieder gesehen.[8]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BW

Die Gemeindevertretung hat insgesamt 21 Mitglieder.

Bürgermeister
  • 1936–1945 Matthias Blaikner[9]
  • 1945-1945 Jakob Scheuerer
  • 1945–1954 Ferdinand Nindl (ÖVP)
  • 1954–1972 Matthias Blaikner (ÖVP)[10]
  • 1972–2003 Karl Nindl (ÖVP)[11]
  • 2003–2004 Günter Steiner (ÖVP)[12]
  • 2004–2014 Walter Freiberger (SPÖ)[13]
  • seit 2014 Hannes Enzinger (ÖVP)[14]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbild, 1965
Gasthof Kaserer, 1965
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Bramberg am Wildkogel

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Wendezuggarnitur der Pinzgauer Lokalbahn am Bahnhof Bramberg, 2010.

Für den Autoverkehr ist die Ost-West-Verbindung durch die Bundesstraße 165 erschlossen. Im öffentlichen Nahverkehr verkehren im Rahmen des Salzburger Verkehrsverbundes in Ost-West-Richtung sowohl die schmalspurige Pinzgauer Lokalbahn, über die in Zell am See Anschluss an das österreichische Hauptbahnnetz besteht, als auch Postbusse in Richtung Krimml und nach Zell am See.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Gemeinde Bramberg betreibt einen Gemeindekindergarten und verfügt über eine Volks- und eine Hauptschule.
  • Tourismusschule (TS) Bramberg der Tourismusschulen Salzburg

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fußballverein TSU Bramberg
  • Wildkogelskigebiet am Wildkogel
  • Seilbahn auf den Wildkogel, Smaragdbahn genannt, seit Dezember 2010
  • beleuchtete Rodelbahn, 14 km lang[16]
  • beleuchtete Langlauf- und Skatingloipen
  • Schwimmbad mit großem Kinderspielplatz
  • Flugschule für Paragliding und Drachenflug

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Nindl (1943 – 2010), österreichischer Politiker der ÖVP
  • Andreas Rieser (* 7. Juli 1908 in Dorfgastein; † 3. März 1966 in Bramberg am Wildkogel), katholischer Seelsorger und Verfolgter im Nationalsozialismus, sieben Jahre Konzentrationslager überlebt, ab 1948 Pfarrer in Bramberg, Ehrenbürger, 2013 wurde der Kirchplatz nach ihm benannt

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bramberg am Wildkogel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Josef Lahnsteiner: Oberpinzgau. Von Krimml bis Kaprun. Eine Sammlung geschichtlicher, kunsthistorischer und heimatkundlicher Notizen für die Freunde der Heimat. 1956, S. 284
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  3. Website des Regionalverbands Oberpinzgau, Abgerufen am 25. November 2013.
  4. Website des RHV Oberpinzgau West (Memento des Originals vom 5. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rhv-op-west.at, Abgerufen am 11. Dezember 2013.
  5. http://salzburg.orf.at/news/stories/2603771/ NS-Opfer: Bramberger Platz umbenannt, ORF.at vom 15. September 2013, abgerufen am 22. Februar 2014
  6. Grundbesitzer: Teile von Bauland für Gemeinde
  7. Friederike Zaisberger, Nikolaus Pfeifer: Salzburger Gemeindewappen. Verlag Alfred Winter, Salzburg 1985, S. 29
  8. Wappenbeschreibung
  9. Matthias Blaikner. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  10. Matthias Blaikner. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  11. Karl Nindl. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  12. Günter Steiner. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  13. Walter Freiberger. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  14. Hannes Enzinger. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  15. Dehio Salzburg 1986
  16. Rodeln auf der längsten beleuchteten Rodelbahn der Welt