Hüttschlag

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Hüttschlag
Wappen von Hüttschlag
Hüttschlag (Österreich)
Hüttschlag
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: St. Johann im Pongau
Kfz-Kennzeichen: JO
Fläche: 97,24 km²
Koordinaten: 47° 11′ N, 13° 14′ OKoordinaten: 47° 11′ 0″ N, 13° 14′ 0″ O
Höhe: 1030 m ü. A.
Einwohner: 897 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 9,2 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5612
Vorwahl: 06417
Gemeindekennziffer: 5 04 13
Website: www.gemeindehuettschlag.at
Politik
Bürgermeister: Hans Toferer (ÖVP)
Gemeinderat: (2014)
(13 Mitglieder)
8
5
Von 13 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Hüttschlag im Bezirk St. Johann im Pongau
Bad Gastein Altenmarkt im Pongau Bad Hofgastein Bischofshofen Dorfgastein Eben im Pongau Filzmoos Flachau (Salzburg) Forstau Goldegg im Pongau Großarl Hüttau Hüttschlag Kleinarl Mühlbach am Hochkönig Pfarrwerfen Radstadt St. Johann im Pongau St. Martin am Tennengebirge Sankt Veit im Pongau Schwarzach im Pongau Untertauern Wagrain (Pongau) Werfen Werfenweng SalzburgLage der Gemeinde Hüttschlag im Bezirk St. Johann im Pongau (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Ortsansicht zum Talende
Ortsansicht zum Talende
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Hüttschlag ist eine Gemeinde mit 897 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016) im Salzburger Land im Bezirk St. Johann im Pongau in Österreich. Hüttschlag hat Anteile am Nationalpark Hohe Tauern und ist ein Bergsteigerdorf.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt ca. 8 km südlich von Großarl im Großarltal im Pongau im Salzburger Land, rund 70 km südlich von der Stadt Salzburg. Höchste Erhebung in Hüttschlag ist der Keeskogel (2884 m). Dies ist auch der einzige Gletscher im Großarltal.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Hüttschlag umfasst drei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]), die zugleich Katastralgemeinden sind:

  • Hüttschlag (580)
  • Karteis (194)
  • See (115)

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Hofgastein Großarl Kleinarl
Bad Gastein Nachbargemeinden Kleinarl
Bad Gastein Malta Muhr

Erreichbarkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entlang der Tauernautobahn A10 bis zur Ausfahrt Bischofshofen. Entlang der B311 bis nach St. Johann im Pongau. Anschließend entlang der Großarler Landesstraße L109 nach Großarl und weiter bis Hüttschlag. Zwischen St. Johann (Bahnstation) und Hüttschlag verkehren Linienbusse.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 930 n. Chr. wurde das Gebiet des Großarltales erstmals in einer Urkunde erwähnt. Um das Jahr 1000 wurde das Erzbistum Salzburg Grundherr und seit dem späten 14. Jahrhundert auch Salzburger Landesherr. 1672 wurde das Tal ein selbständiger Landgerichtsbezirk. Von 1805 bis 1810 und seit 1816 gehört der Ort zu Österreich.

400 bis 800[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Überlieferung drangen um diese Zeit Slawen aus Kärnten und dem Lungau kommend in unser Tal ein. Mehrere Ortsnamen wie Klettn, Karteis, Schrambach, Tofern oder Moritzen sind slawischen Ursprungs. Die später eindringenden Bajuwaren verdrängten die Slawen, es soll dabei öfters zu kriegerischen Handlungen, besonders im Tappenkar- und Bundschuhgebiet gekommen sein. Danach behielten die Bajuwaren die Oberhand.

12. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung des damals noch zu Bayern gehörenden Erzbistums Salzburg wuchs ständig und die Bauern waren nicht mehr in der Lage, die Menschen zu ernähren. Erzbischof Konrad regte daher an, weiteres Land zu roden und dadurch nutzbar zu machen.

Flächen im subalpinen Raum wurden schon von alten Zeiten her teilweise als Almböden benützt, der tiefer gelegene Bereich war vielfach noch stark bewaldet. Bald aber schlugen sich erste Siedler Pfade und Wege ins Tal. Sie suchten vorerst die besten und vor allem sonnigsten Plätze, um dort die sogenannten Asten zu errichten und ihre Haustieren vor Bär und Luchs zu schützen. Eine solche Aste war auch Asthütten. Auf der linken Talseite der Klamm soll um 1330 angeblich der erste Steig ins Großarltal entstanden sein.

20. und 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1991 hat Hüttschlag Anteile am Nationalpark Hohe Tauern. Das Wanderangebot lockt Touristen nach Hüttschlag. Der Tourismus entwickelt sich neben Klein- und Mittelbetrieben zum wirtschaftlichen Standbein von Hüttschlag. Seit 2008 ist Hüttschlag ein Bergsteigerdorf, was seine Kompetenz in Sachen Bergsteigen und Wandern unter Beweis stellt.

Bergbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im 14. und 15. Jahrhundert soll in Hüttschlag Kupfer- und Schwefelbergbau betrieben worden sein. In den ältesten Stollen sind noch Spuren von Holzkeilen, Schrammeisen und Spitzhacken zu sehen. Die Verschmelzung des Erzes war anfänglich in der Hütteggalm. In der Wolfau befanden sich größere Aufbereitungs- und Schmelzanlagen. Eine Naturkatastrophe im Jahre 1517 verschüttete und vernichtete diese Anlagen vollständig (Hubalmbach). Der Bergbau versprach jedoch ergiebiger zu werden und so beschloss man größere Anlagen im heutigen Ortsbereich von Hüttschlag zu errichten. Um 1520 entstanden dann die große Kupferschmelzhütte mit fünf Öfen, acht Schwefelöfen und die gesamten Aufbereitungsanlagen. Ferner entstanden um diese viele Gebäude, die zum Teil heute noch in ihrer Ursprünglichkeit erhalten sind. Der Bergbau brachte für Hüttschlag eine wirtschaftliche Blütezeit. Des Öfteren wurde in damals bäuerlichen Kreisen davon gesprochen, dass die Bergknappen „heikle Mäuler“ hätten.

1863 endete unter dem letzten Bergwerksverweser Franz Guggenbichler der Bergbau in Hüttschlag. Viele Bergknappen wanderten mit ihren Familien ab und suchten sich woanders eine Anstellung. Nach Beendigung des Bergbaus verarmte das Tal zusehends. Die Einwohnerzahl sank von ca. 2000 auf 470. Der Haupterwerb musste auf Land- und Forstwirtschaft umgestellt werden. Der Ort hat dem Bergbau den Namen zu verdanken, er leitet sich von Hütte oder Schmelzhütte und Schlag, Rodung ab.

Mit dem Bergbau kam auch der protestantische Glaube nach Hüttschlag. Bereits im 17. Jahrhundert wurde er durch auswärtige Bergknappen ins Großarltal gebracht und verbreitete sich sehr rasch. Insgesamt mussten infolge der Protestantenvertreibungen 1100 Menschen das Tal verlassen. Die meisten wanderten nach Ostpreußen und nach Norddeutschland aus. Der damalige Karteisenwirt soll der Anführer der Protestanten im Tal gewesen sein.

Schulwesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Des Lesens und Schreibens mächtige Bergwerksfunktionäre setzten sich dafür ein, in diesem Bergwerksort eine Schule zu errichten. 1755 konnte dann erstmals der Unterricht im Mesnerhaus aufgenommen werden. Erster Lehrer war der damalige Mesner Max Paumann. Wegen zunehmender Schülerzahl im anfänglichen Sonntagsunterricht musste die Mesnerstube dann mehrmals umgebaut und erweitert werden, bis schließlich 1831 und 1905 je ein Klassenraum dazugebaut wurde. Die höchste Schülerzahl dieser alten Schule, in der 205 Jahre unterrichtet wurde, betrug 165. In den Jahren 1958 bis 1960 wurde schließlich eine neue Volksschule errichtet. In der Zeit von 1940 bis 1972 bestand zusätzlich die Maurachschule.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Hans Toferer (ÖVP), Vize-Bürgermeister Rupert Gschwandl (SPÖ). Der Gemeinderat von Hüttschlag besteht aus 13 Personen. 8 Mandate besetzt die ÖVP, 5 Mandate die SPÖ.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen at huettschlag.png
In Silber ein unten mit rotem Kreuz besetzter roter Ring, durchsteckt von einem blauen Hammer und einem ebensolchen Schlägel an gekreuzten schwarzen Stielen werden am Wappen von Hüttschlag abgebildet.

Das Bild «» im Wappen steht für Kupfer (bergmännisch-alchemisches Zeichen).

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Jahre haben sich in Hüttschlag einige Klein- und Mittelbetriebe angesiedelt. Sie wurden zu bedeutenden Arbeitgebern für die Einwohner.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein weiteres Standbein ist der Tourismus. Drei Hotels und weitere Vermieter in jeder Unterkunftskategorie haben rund 550 Gästebetten. Gemeinsam mit Großarl gehört Hüttschlag zur Urlaubsregion Großarltal.

Sommertourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wandern und Bergsteigen steht im Sommer im touristischen Mittelpunkt von Hüttschlag. Das Großarltal hat aufgrund seiner höchsten Dichte an bewirtschafteten Almen im Land Salzburg den Beinamen "Das Tal der Almen" erhalten. Das Großarltal bietet rund 400 km markierte Wanderwege in jeder Schwierigkeitsstufe und ca. 40 bewirtschafteten Almen. Weitere Aktivitäten in Hüttschlag sind Mountainbiken, Klettern oder Fischen. Ebenso gibt es einen Spielplatz, einen Sportplatz sowie einen Beachvolleyball-Platz.

Wintertourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein kostenloser Skibus bringt die Gäste zur Skischaukel Großarltal-Dorfgastein, die mitten von Ski amadé liegt. Dort gibt es rund 80 Pistenkilometer und zahlreiche moderne Aufstiegshilfen. Ebenso werden in Hüttschlag folgende Aktivitäten im Winter angeboten: Langlaufen, Winterwandern, Rodeln, Eisstockschießen, Schneeschuhwandern, Skitouren gehen oder Pferdeschlittenfahrten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Hüttschlag
Die Felswand in Hüttschlag

Volkskultur und Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hüttschlager legen großen Wert auf Volkskultur und Brauchtum. Es bestehen viele Vereine, die die althergebrachten Bräuche erhalten, so u.a. die Trachtenmusikkapelle Hüttschlag, die Bauernschützen Hüttschlag, die Klöcker und Herreiter, die Freiwillige Feuerwehr Hüttschlag, die Bergrettung Hüttschlag, der Kameradschaftsbund Hüttschlag.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Salzburger Bergadvent
  • Blasius Schlenkerfahrt
  • Pfingstfest
  • Bauernherbst-Eröffnung und Kirchtag

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franziska Huttegger (* 1906 in Hüttschlag; † 1. Juni 1937 ebenda), Heimat-Schriftstellerin [3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hüttschlag – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Hüttschlag – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Webseite Talmuseum Hüttschlag
  3. http://www.salzburg.com/wiki/index.php/Franziska_Huttegger