Martin (Slowakei)

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Martin
Wappen Karte
Wappen von Martin
Martin (Slowakei)
Martin
Martin
Basisdaten
Staat: Slowakei
Kraj: Žilinský kraj
Okres: Martin
Region: Turiec
Fläche: 67,736 km²
Einwohner: 56.053 (31. Dez. 2014)
Bevölkerungsdichte: 828 Einwohner je km²
Höhe: 395 m n.m.
Postleitzahl: 036 01
Telefonvorwahl: 0 43
Geographische Lage: 49° 4′ N, 18° 55′ O49.06361111111118.921388888889395Koordinaten: 49° 3′ 49″ N, 18° 55′ 17″ O
Kfz-Kennzeichen: MT
Kód obce: 512036
Struktur
Gemeindeart: Stadt
Gliederung Stadtgebiet: 7 Stadtteile
Verwaltung (Stand: November 2014)
Bürgermeister: Andrej Hrnčiar
Adresse: Mestský úrad Martin
námestie S. H. Vajanského 1
03601 Martin
Webpräsenz: www.martin.sk
Statistikinformation auf statistics.sk

Martin (bis 1950 slowakisch „Turčiansky Svätý Martin“; deutsch Turz-Sankt Martin, ungarisch Turócszentmárton, lateinisch Sanctus Martinus / Martinopolis) ist eine slowakische Stadt in der Mittelslowakei. Sie hat 56.053 Einwohner (Stand 31. Dezember 2014) und ist Zentrum der Region Turz (slowakisch Turiec) sowie ein historisch bedeutendes Kulturzentrum der Slowaken. Verwaltungstechnisch ist Martin Sitz des Okres Martin innerhalb des Žilinský kraj.

Blick auf den Hauptplatz im Ort

Geographie[Bearbeiten]

Blick auf die Stadt nach Osten im Winter mit der Großen Fatra im Hintergrund

Die Stadt befindet sich im nördlichen Teil des Turzbeckens (slowakisch Turčianska kotlina) am Fluss Turiec, kurz vor dessen Mündung in die Waag. Westlich und nördlich der Stadt erhebt sich die Kleine Fatra, genauer dessen Teil Lúčanská Fatra, weiter östlich ist die Große Fatra zu sehen. Das Gemeindegebiet ist 67,736 km² groß und umfasst ein Teil der hügellandartigen Landschaft am Turzbecken und Ostteil der Lúčanská Fatra unterhalb der Berge Veľká Lúka (1476 m n.m.) und Krížava (1457 m n.m.). Das Stadtzentrum liegt auf einer Höhe von 395 m n.m. und ist 30 Kilometer von Žilina, 60 Kilometer von Banská Bystrica sowie jeweils etwa 230 Kilometer von Bratislava und Košice entfernt (Straßenentfernungen).

Verwaltungstechnisch gliedert sich die Stadt in sieben Stadtteile:

Nachbargemeinden von Martin sind Vrútky und Turčianske Kľačany im Norden, Sučany im Nordosten, Diaková und Dražkovce im Osten, Žabokreky und Košťany nad Turcom im Süden, Bystrička im Südwesten, Kunerad und Stránske im Westen sowie Turie und Višňové im Nordwesten.

Bedeutung[Bearbeiten]

Martin ist ein regionales Zentrum und sehr bedeutend für die nationale Kultur der Slowaken - unter anderem ist die Stadt der Sitz der Nationalen Kulturstiftung Matica Slovenská. Die heutige slowakische Standardsprache beruht auf dem in dieser Gegend gesprochenen Dialekt. Die Stadt ist Ausgangspunkt für Wanderungen in der Kleinen und Großen Fatra.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt wurde 1264 zum ersten Mal als Zenthmarton erwähnt. Sie war aber schon in der Hallstattzeit ein Siedlungsplatz, wie neuere Ausgrabungen zeigen. 1340 bekam der Ort das Stadtrecht. 1430 wurde Martin im Zuge der Hussitenaufstände niedergebrannt. Der rasch wachsenden Bevölkerung war es zu verdanken, dass es im 17. und 18. Jahrhundert zahlreiche Zünfte im Ort gab.

1918 war Martin der Ort, an dem die sogenannte Martiner Deklaration verabschiedet wurde.

Im Jahr 2011 erhielt die Stadt eine Auszeichnung der Vereinten Nationen für Prävention und Korruptionsbekämpfung im öffentlichen Sektor. Diesen Preis erhielt Martin mit dem Projekt Transparente Stadt, dass gemeinsam mit Transparency International Slovensko vor ein paar Jahren gestartet wurde.[1]

Name[Bearbeiten]

Die ersten Quellenbelege stammen von 1264 als Zenthmarton – ungarisch für Hl. Martin – und 1284 villa Sancti Martini – lateinisch Siedlung des Hl. Martin. Dieser ursprüngliche Name wurde vom Namen der Stadtkirche, also dem Patrozinium, übernommen. Das Attribut Turz, das vom Namen der gleichnamigen Gespanschaft abgeleitet ist, kam gemäß Quellen spätestens 1353 hinzu. Ab 1919 hieß die Stadt offiziell Turčiansky Svätý Martin, und 1951 wurde sie in Martin umbenannt, da das Wort svätý („heilig“) in den Namen von Gemeinden für die damals herrschenden Kommunisten unerwünscht war.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Mit Abstand wichtigster Industriebetrieb war zu Zeiten des Kalten Krieges der Schwermaschinen- und Waffenproduzent "ZŤS Martin" mit mehr als 10.000 Beschäftigten, eine der größten Panzerfabriken im Ostblock. Heute gibt es in Martin Betriebe der Automobil-, Papier-, Möbel- und Lebensmittelindustrie.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • rekonstruiertes Stadtzentrum mit renoviertem Gebäude der „Tatra Banka“ (erbaut um 1900).
  • Slowakischer Nationalfriedhof mit ca. 200 bekannten slowakischen Persönlichkeiten
  • 3 Gebäude der Slowakischen Matica („Matica slovenská“, wissenschafts- und kulturstiftende Institution der Slowaken, siehe auch Geschichte der Slowakei): das erste von 1864–65 ist neoklassizistisch, das zweite stammt von 1924–1925, das neue samt der Slowakischen Nationalbibliothek und einer Handschriftensammlung stammt von 1977
  • neoklassizistisches Theater von 1888
  • Kirchen:
    • katholische Martinskirche aus dem 13. Jahrhundert (im 15. Jahrhundert erweitert) mit wertvollen Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert
    • klassizistische evangelische Kirche, die als Toleranzkirche erbaut wurde
    • Synagoge aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts am jüdischen Friedhof
Múzeum slovenskej dediny
  • Museen, Galerien und Ähnliches:
    • Múzeum slovenskej dediny (Museum des slowakischen Dorfes), ein Freilichtmuseum mit volkstümlichen Objekten aus der gesamten Slowakei, z. B. mit einer evangelischen Holzkirche
    • Turčianske múzeum Andreja Kmeťa (Turzer Andrej Kmeť-Museum), 1932 als erstes Gebäude des Slowakischen Nationalmuseums errichtet; Kmeť war ein wichtiger Archäologe und Ethnograph
    • Martin Benka Múzeum, für den slowakischen Maler Benka
    • Turčianska galéria (Turzer Galerie), Galerie der bildenden Künste im ehemaligen Verwaltungssitz mit Ausstellungen der modernen slowakischen Kunst
    • Völkerkundemuseum des Slowakischen Nationalmuseums, 1933 erbaut
    • Slovenské národné literárne múzeum Matice slovenskej (Slowakisches nationales Literaturmuseum der Slowakischen Matica)
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Martin

Sport[Bearbeiten]

Logo der Sportstättenverwaltung

Der Eishockeyklub MHC Martin spielt seit der Gründung der slowakischen Extraliga fast ausschließlich in dieser.

Verkehr[Bearbeiten]

Ortsumgehung Martin bei Záturčie

Durch die Stadt verlaufen die Straße 1. Ordnung 65 durch die Stadtmitte sowie die als Ortsumgehung konzipierte und teilweise vierspurig ausgebaute Straße 1. Ordnung 65D westlich des Stadtzentrums. Beide enden nördlich der Stadt an der Straße 1. Ordnung 18 (E 50) von Žilina nach Prešov. Eine Anbindung an die Autobahn D1 soll im Juni 2015 dem Verkehr freigegeben werden, eine Verbindung mit dem zusammenhängenden europäischen Autobahnnetz wird jedoch nicht früher als 2019 fertiggestellt. In der Zukunft soll zudem die Schnellstraße R3 östlich der Stadt passieren.

Martin hat Eisenbahnanschluss durch die Bahnstrecke Salgótarján–Vrútky, die im nahen Vrútky in die wichtige Bahnstrecke Žilina–Košice übergeht. Der Bahnhof befindet sich an der Straße Novákova und wird von mehreren täglichen Nahverkehrszug- (von/nach Vrútky, Horná Štubňa und Prievidza), einigen Schnellzug-, zwei Expresszugpaare (von/nach Zvolen, Žilina und Prag) der staatlichen Bahngesellschaft ZSSK und ein EuroCity-Zugpaar (von/nach Prag) des privaten Betreibers RegioJet angefahren (Stand Fahrplan 2014/2015). Des Weiteren besitzt der Stadtteil Priekopa eine Haltestelle.

Die Gesellschaft SAD Žilina a. s. betreibt in der Stadt 26 ÖPNV-Buslinien (Stand 2015).[2]

Unweit des Stadtteil Tomčany liegt ein kleiner Sportflugplatz (ICAO-Code: LZMA).

Partnerstädte[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stadt Martin von UNO ausgezeichnet auf Radio Slovakia International vom 13. Mai 2011
  2. Základné informácie, mhdmartin.sk, abgerufen am 28. April 2015

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Martin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien