Nikki Haley

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Nikki Haley (2016)

Nimrata „Nikki“ Haley, geborene Nimrata Randhawa, (* 20. Januar 1972 in Bamberg, South Carolina) ist eine US-amerikanische Politikerin der Republikanischen Partei. Bei der Gouverneurswahl 2010 wurde sie als erste Frau zur Gouverneurin von South Carolina gewählt;[1] dieses Amt bekleidete sie von Januar 2011 bis Januar 2017 und war bundesweit die zweite Gouverneurin indischer Abstammung in der Geschichte der USA. Seit Januar 2017 ist sie nach der Ernennung durch Präsident Donald Trump Botschafterin bei den Vereinten Nationen.[2]

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haley wurde als Kind indischer Einwanderer geboren. Ihre Eltern Ajit Singh Randhawa und Raj Kaur Randhawa gehören der Glaubensgemeinschaft der Sikhs an. Sie stammten aus dem indischen Distrikt Amritsar und emigrierten 1969 zunächst nach Kanada, wo der Vater in Vancouver eine Professur für Biologie an der University of British Columbia erhielt. Später wanderten sie in die USA aus und waren die ersten indischen Einwanderer in ihrem neuen Heimatort Bamberg. Der Vater nahm dort eine Professorenstelle am Voorhees College in Denmark, South Carolina an. Ihre Mutter gründete 1976 das Bekleidungsgeschäft Exotica International Gift Shop.

Sie half ihrer Mutter in deren Geschäft; mit 13 Jahren begann sie, sich um die Buchhaltung zu kümmern. Nach dem College an den Orangeburg Preparatory Schools studierte sie Buchhaltung an der Clemson University und arbeitete danach in einem Unternehmen in North Carolina, bevor sie in das Geschäft ihrer Mutter zurückkehrte und dort den Finanzvorstand übernahm. Sie baute mit ihrer Mutter das Geschäft zu einem Unternehmen mit Millionenumsätzen aus.

In September 1996 heiratete sie Michael Haley, einen Offizier der Army National Guard, nach dem Ritus der Sikhs und der Methodisten.[3] Haley ist heute Mitglied der Mt. Horeb United Methodist Church.[4][5] Sie hat zwei Kinder.[6][7]

Politische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

25. Januar 2017: Haley wird durch US-Vizepräsident Pence zur UNO-Botschafterin vereidigt

Haley wurde 2004 in das Repräsentantenhaus von South Carolina gewählt. Hierbei setzte sie sich gegen den ebenfalls der Republikanischen Partei angehörenden Larry Koon durch. 2006 wurde sie wiedergewählt.

Im Vorfeld der Gouverneurswahl 2010 setzte sie sich in den parteiinternen Vorwahlen 2009 gegen drei prominente Republikaner durch. Sie ist eine der Kandidatinnen, die von Sarah Palin unterstützt wurden, zu den Mama Grizzlys gerechnet werden und der Tea-Party-Bewegung nahestehen.[8]

Im Wahlkampf hatte sie mit der Behauptung zu kämpfen, dass sie keine richtige Christin sei, da sie im Glauben der Sikhs erzogen worden sei. 2010 wurde sie vom Republikaner John M. „Jake“ Knotts, Jr., damals Abgeordneter im Repräsentantenhaus von South Carolina, als Raghead beschimpft. Dieser Ausdruck ist eine rassistisch denotierte, abwertende Bezeichnung für Menschen, die traditionelle Kopfbedeckungen wie Turban oder Kufiya tragen.[9][10] Diese Äußerung wurde von Haleys Wahlkampfmanager und auch von Mitgliedern der Republikanischen Partei scharf kritisiert.

Im Zuge der Vorwahlen der US-Präsidentschaftswahl 2016 sprach sich Haley für Marco Rubio aus.[11] Nachdem Rubio sich aus dem Rennen um die Nominierung zurückzog, sprach sie sich für Ted Cruz aus.[12]

Am 4. November 2014 wurde Haley in eine zweite Amtszeit als Gouverneurin gewählt. Sie war im Gespräch für verschiedene Ämter im Kabinett Trump, das der gewählte US-Präsident Donald Trump im November 2016 zusammenstellte, darunter als mögliche Außenministerin.[13] Trump ernannte sie zur Botschafterin der Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen; ihre Vorgängerin war Samantha Power.[14] Der Senat bestätigte die Ernennung am 24. Januar 2017.[15] Danach reichte sie ihren Rücktritt als Gouverneurin ein. Die Nachfolge trat Vizegouverneur Henry McMaster an.

Politische Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haley bei einer Rede auf der Conservative Political Action Conference in National Harbor
am 15. März 2013

Haley hat sich in der Vergangenheit gegen Schwangerschaftsabbrüche, die gleichgeschlechtliche Ehe und das von der Regierung Obama eingeführte Krankenversicherungssystem Obamacare ausgesprochen. Sie tritt für eine weitgreifende Auslegung des 2. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten ein,[16] welcher der US-Regierung verbietet, das Recht auf Besitz und Tragen von Waffen einzuschränken.

Nach dem Anschlag in Charleston am 17. Juni 2015, bei dem der 21-jährige Dylann Roof neun schwarze Mitglieder der Emanuel African Methodist Episcopal Church in Charleston, South Carolina erschoss, sprach sich Haley gegen die Verwendung der Flagge der Konföderierten Staaten von Amerika auf staatlichem Gelände aus.[17]

Anfang Februar 2017 trat Haley erstmals im UN-Sicherheitsrat auf. Sie kritisierte die russische Vorgehensweise in der Ukraine u. a. als „aggressiv“;[18] die US-Sanktionen gegen Russland würden bestehen bleiben, „bis Russland die Kontrolle über die Halbinsel an die Ukraine zurückgegeben hat“.[19]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nikki Haley – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nikki Haley bests Vincent Sheheen for South Carolina governor. In: Los Angeles Times vom 2. November 2010 (englisch, abgerufen am 2. November 2010).
  2. spiegel.de, 17. Februar 2017, Marc Pitzke: Schockstarre am East River (17. Februar 2017)
  3. In South Carolina Governor's Race, Nikki Haley Focuses on Similarities. In: The New York Times, 13. Juni 2010. 
  4. Q & A: Nikki Haley on Faith, the 'War on Women,' and Why She Would Say No to VP.
  5. Meet Nikki Haley. Nikkihaley.com. Abgerufen am 23. November 2016.
  6. Home. Governor.sc.gov. Archiviert vom Original am 21. Juli 2011. Abgerufen am 25. Juli 2011.
  7. Republicans tap Haley for gov, make history. In: The State. 22. Juni 2010. Archiviert vom Original am 26. Juni 2010. Abgerufen am 25. Juli 2011.
  8. Dietmar Ostermann: Pitbull mit Lippenstift. In: Frankfurter Rundschau. 26. Oktober 2010, abgerufen am 27. Oktober 2010 (deutsch).
  9. John O'Connor: Knotts' slur stirs the Haley storm. In: The State, 3. Juni 2010 (englisch).
  10. Page Ivey: SC state senator refers to candidate as 'raghead' (englisch) In: The Guardian. 4. Juni 2010. Abgerufen am 5. Juni 2010.
  11. South Carolina Gov. Nikki Haley endorses Marco Rubio. In: The Washington Examiner, 17. Februar 2016.  (englisch).
  12. Svitek, Patrick. Cruz Wins Support of Former Rubio Backers in Texas, Texas Tribune, March 16, 2016 (englisch).
  13. South Carolina Gov. Nikki Haley Under Consideration for Secretary of State, Other Positions in Donald Trump Cabinet. In: KTLA.com, 16. November 2016 (englisch).
  14. Ein Hoffnungsschimmer, Spiegel Online vom 23. November 2016.
  15. Senate committee approves Nikki Haley nomination, Washington Blade vom 24. Januar 2017.
  16. Nikki Haley. In: On the Issues (englisch).
  17. Gouverneurin will Konföderiertenflagge verbannen. In: Spiegel Online, 22. Juni 2015.
  18. spiegel.de 3. Februar 2017: USA verurteilen aggressives Vorgehen Russlands
  19. spiegel.de 14. Februar 2017