Nikki Haley

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Nikki Haley (2014)

Nimrata „Nikki“ Haley, geborene Nimrata „Nikki“ Randhawa, (* 20. Januar 1972 in Bamberg, South Carolina) ist eine US-amerikanische Politikerin der Republikanischen Partei. Bei der Gouverneurswahl 2010 wurde sie als erste Frau zur Gouverneurin von South Carolina gewählt;[1] dieses Amt trat sie am 12. Januar 2011 an. Damit ist sie der erste Gouverneur mit nicht-weißer Abstammung in South Carolina. Auch löste sie Bobby Jindal aus Louisiana als jüngsten Gouverneur aller 50 US-Bundesstaaten ab.

Am 23. November 2016 hat der designierte US-Präsident Donald Trump bekanntgegeben, dass er Haley dem Senat als US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen vorschlagen wird.[2][3]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haley wurde als Kind indischer Einwanderer geboren. Ihre Eltern Ajit Singh Randhawa und Raj Kaur Randhawa gehören der Glaubensgemeinschaft der Sikhs an. Sie stammten aus dem indischen Distrikt Amritsar und emigrierten 1969 zunächst nach Kanada, wo der Vater in Vancouver eine Professur für Biologie an der University of British Columbia erhielt. Später wanderten sie in die USA aus und waren die ersten indischen Einwanderer in ihrem neuen Heimatort Bamberg (South Carolina). Der Vater nahm dort eine Professorenstelle am Voorhees College in Denmark (South Carolina) an. Ihre Mutter gründete 1976 das Bekleidungsgeschäft Exotica International Gift Shop.

Sie half ihrer Mutter in deren Geschäft; mit 13 Jahren begann sie ab 1985 sich um die Buchhaltung zu kümmern. Nach dem College an den Orangeburg Preparatory Schools studierte sie Buchhaltung an der Clemson University und arbeitete danach in einem Unternehmen in North Carolina, bevor sie in das Geschäft ihrer Mutter zurückkehrte und dort den Finanzvorstand übernahm. Sie baute mit ihrer Mutter das Geschäft zu einem Unternehmen mit Millionenumsätzen aus.

In September 1996 heiratete sie Michael Haley, einen Offizier der Army National Guard, nach dem Ritus der Sikhs und der Methodisten.[4] Haley ist heute Mitglied der Mt. Horeb United Methodist Church.[5][6] Sie hat zwei Kinder.[7][8]

Politische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haley wurde 2004 in das Repräsentantenhaus von South Carolina gewählt. Hierbei setzte sie sich gegen den ebenfalls der Republikanischen Partei angehörenden Larry Koon durch. 2006 wurde sie wiedergewählt.

Im Vorfeld der Gouverneurswahl 2010 setzte sie sich in den parteiinternen Vorwahlen 2009 gegen drei prominente Republikaner durch. Sie ist eine der Kandidatinnen, die von Sarah Palin unterstützt wurden, zu den Mama Grizzlys gerechnet werden und der Tea-Party-Bewegung nahestehen.[9]

Im Wahlkampf hatte sie mit der Behauptung zu kämpfen, dass sie keine richtige Christin sei, da sie im Glauben der Sikhs erzogen worden sei. 2010 wurde sie vom Republikaner John M. "Jake" Knotts, Jr., damals Abgeordneter im Repräsentantenhaus von South Carolina, als Raghead beschimpft. Dieser Ausdruck ist eine rassistisch denotierte, abwertende Bezeichnung für Personen aus der islamischen Welt, aus dem Mittleren Osten und für Sikhs.[10][11] Diese Äußerung wurde sowohl von Haleys Wahlkampfmanager als auch von Mitgliedern der Republikanischen Partei scharf kritisiert.

Im Zuge der Vorwahlen der US-Präsidentschaftswahl 2016 sprach sich Haley für Marco Rubio aus.[12] Nachdem Rubio sich allerdings aus dem Rennen um die Nominierung zurückzog, sprach sie sich für Ted Cruz aus.[13]

Am 4. November 2014 wurde Haley in eine zweite Amtszeit als Gouverneurin gewählt. Ihre Amtszeit läuft bis zum 9. Januar 2019. Sie war im Gespräch für verschiedene Ämter im Kabinett Trump, das der gewählte US-Präsident Donald Trump im November 2016 zusammenstellt, darunter als mögliche Außenministerin.[14]

Politische Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haley ist eine Gegnerin des Schwangerschaftsabbruchs und lehnt die gleichgeschlechtliche Ehe ab. Außerdem ist sie gegen die von der Regierung Obama eingeführte Gesundheitsreform. Haley unterstützt den 2. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten, welcher das Recht auf das Tragen und Besitz von Waffen erlaubt.[15]

Nach dem Anschlag in Charleston, bei dem der 21-jährige Dylann Roof am 17. Juni 2015 neun schwarze Mitglieder der Emanuel African Methodist Episcopal Church in Charleston, South Carolina erschoss, sprach sich Haley gegen die Verwendung der Flagge der Konföderierten Staaten von Amerika auf staatlichem Gelände aus.[16]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nikki Haley – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nikki Haley bests Vincent Sheheen for South Carolina governor. In: Los Angeles Times vom 2. November 2010 (englisch, abgerufen am 2. November 2010).
  2. Donald Trump: President-Elect Donald J. Trump Intends to Nominate South Carolina Governor Nikki Haley as U.S. Ambassador to the United Nations. Facebook, 23. November 2016, abgerufen am 23. November 2016.
  3. Trumps Kabinett: Eine Frau für die UN, faz.net, 23. November 2016
  4. In South Carolina Governor's Race, Nikki Haley Focuses on Similarities. In: The New York Times, 13. Juni 2010. 
  5. Q & A: Nikki Haley on Faith, the 'War on Women,' and Why She Would Say No to VP.
  6. Meet Nikki Haley. Nikkihaley.com. Abgerufen am 23. November 2016.
  7. Home. Governor.sc.gov. Archiviert vom Original am 21. Juli 2011. Abgerufen am 25. Juli 2011.
  8. Republicans tap Haley for gov, make history. In: The State. 22. Juni 2010. Archiviert vom Original am 26. Juni 2010. Abgerufen am 25. Juli 2011.
  9. Dietmar Ostermann: Pitbull mit Lippenstift. In: Frankfurter Rundschau. 26. Oktober 2010, abgerufen am 27. Oktober 2010 (deutsch).
  10. John O'Connor: Knotts' slur stirs the Haley storm. In: The State, 3. Juni 2010 (englisch).
  11. Page Ivey: SC state senator refers to candidate as 'raghead' (englisch) In: The Guardian. 4. Juni 2010. Abgerufen am 5. Juni 2010.
  12. South Carolina Gov. Nikki Haley endorses Marco Rubio. In: The Washington Examiner, 17. Februar 2016.  (englisch).
  13. Svitek, Patrick. Cruz Wins Support of Former Rubio Backers in Texas, Texas Tribune, March 16, 2016 (englisch).
  14. South Carolina Gov. Nikki Haley Under Consideration for Secretary of State, Other Positions in Donald Trump Cabinet. In: KTLA.com, 16. November 2016 (englisch).
  15. Nikki Haley. In: On the Issues (englisch).
  16. Gouverneurin will Konföderiertenflagge verbannen. In: Spiegel Online, 22. Juni 2015.