Obersulm

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Obersulm
Obersulm
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Obersulm hervorgehoben
Koordinaten: 49° 8′ N, 9° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Heilbronn
Höhe: 203 m ü. NHN
Fläche: 31,07 km²
Einwohner: 13.478 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 434 Einwohner je km²
Postleitzahl: 74182
Vorwahlen: 07130, 07134 und 07946Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: HN
Gemeindeschlüssel: 08 1 25 110
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bernhardstraße 1
74182 Obersulm
Webpräsenz: www.obersulm.de
Bürgermeister: Tilman Schmidt (parteilos[2])
Lage der Gemeinde Obersulm im Landkreis Heilbronn
Abstatt Abstatt Bad Friedrichshall Bad Rappenau Bad Wimpfen Beilstein Beilstein Beilstein Brackenheim Cleebronn Eberstadt Ellhofen Ellhofen Eppingen Erlenbach Flein Gemmingen Güglingen Gundelsheim Hardthausen am Kocher Heilbronn Ilsfeld Ittlingen Jagsthausen Jagsthausen Kirchardt Langenbrettach Lauffen am Neckar Lauffen am Neckar Lehrensteinsfeld Leingarten Löwenstein Löwenstein Löwenstein Massenbachhausen Möckmühl Neckarsulm Neckarwestheim Neudenau Neuenstadt am Kocher Nordheim Obersulm Oedheim Offenau Pfaffenhofen Roigheim Schwaigern Siegelsbach Talheim Untereisesheim Untergruppenbach Weinsberg Widdern Wüstenrot ZaberfeldKarte
Über dieses Bild
Eschenau
Weiler vor dem Breitenauer See

Obersulm ist eine Gemeinde im Landkreis Heilbronn, Baden-Württemberg, die 1972 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Affaltrach, Eichelberg, Eschenau, Weiler bei Weinsberg und Willsbach entstand und in die 1975 noch Sülzbach eingemeindet wurde. Der Name Obersulm leitet sich von dem durch die Gemeinde fließenden Fluss Sulm her.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obersulm hat Anteil an den Naturräumen Schwäbisch-Fränkische Waldberge und Hohenloher-Haller Ebene.[3] Die Gemeinde liegt im Sulmtal im Südosten des Landkreises Heilbronn, am Fuße der Löwensteiner Berge im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald auf 200 bis 502 Metern Höhe. Der Breitenauer See liegt teilweise auf Gemeindegebiet. Im Gemeindegebiet münden der Schlierbach, der Michelbach, das Seebächle, der Sülzbach (alle von rechts) und der Hambach (von links) in die Sulm.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbarstädte und -gemeinden Obersulms sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Süden) die Stadt Löwenstein, die Gemeinden Lehrensteinsfeld und Ellhofen, die Stadt Weinsberg und die Gemeinde Bretzfeld (Hohenlohekreis). Bis auf Bretzfeld gehören alle zum Landkreis Heilbronn. Mit der Stadt Löwenstein ist Obersulm eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft eingegangen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obersulm besteht aus den folgenden Ortschaften, die zuvor eigenständige Gemeinden waren:

Zu Eichelberg gehört noch der Hof Friedrichshof. Zu Eschenau der im Nordosten der Gemarkung, zwischen Eschenau und Bretzfeld-Scheppach, liegende Weiler Wieslensdorf und die Höfe Kriegshölzle und Waldhof, zu Willsbach der Weiler Neuhaus und der Hof Zeilhof. Abgegangene, heute nicht mehr bestehende Orte sind auf Markung Weiler Neidlingen, auf Markung Willsbach Hanbach.[4][5]

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die sechs Ortsteile Obersulms können alle auf eine jahrhundertelange Geschichte zurückblicken. Willsbach muss nach Bodenfunden bereits im 7. Jahrhundert bestanden haben, Eschenau wurde als Villa Esginaha 780 erstmals erwähnt. Die anderen Orte wurden im 11. und 13. Jahrhundert erstmals erwähnt, zuletzt Eichelberg im Jahr 1275. Wieslensdorf wird 1387 erstmals erwähnt.[5] Die Orte waren im Besitz örtlicher Adelsfamilien oder des Klosters Schöntal.

Affaltrach gehörte im 13. Jahrhundert den Grafen von Löwenstein und den Herren von Weinsberg. Der löwensteinische Teil war von 1278 bis 1805 im Besitz des katholischen Johanniterordens (heute auch als Malteserorden bekannt), der seine Kommende um 1600 von Schwäbisch Hall nach Affaltrach verlegte. Die erste Stadt- und Gerichtsordnung für Affaltrach mit Regeln für Aufgaben und Gehalt des Schultheißen, der Richter und Gerichtsschreiber sowie die Pflichten der Handwerker und Heiligenpfleger stammt von 1586. Um 1600 wurden rund 600 Einwohner gezählt. Im 17. Jahrhundert brachten der Dreißigjährige Krieg und die Pest großes Elend über den Ort, so dass die Einwohnerzahl bis zum Jahr 1648 auf 128 Personen sank.

Eschenau war ein Lehen der Grafen von Löwenstein, als Lehensleute hatten die Herren von Eschenau hier eine Burg, die 1504 zerstört wurde. Ab dem späten 15. Jahrhundert gehörte der Ort den Herren von Gemmingen, die hier 1573 ein Schloss errichteten. 1650 kam der Ort an die Herren von Moser, 1705 an die von Ziegesar und um 1740 an die von Killinger.

Weiler wurde 1037 erstmals erwähnt und war der Stammsitz der Freiherren von Weiler, eines alten württembergischen Adelsgeschlechts.

Sülzbach und Willsbach waren seit 1504 württembergisch; die übrigen Orte folgten 1805. In der Folge gehörten alle dem Oberamt Weinsberg an bis zu dessen Auflösung 1926, danach dem Oberamt bzw. (ab 1938) Landkreis Heilbronn.

1939 wurden in Affaltrach 807 Einwohner gezählt, in Eichelberg 308, in Eschenau 905, in Sülzbach 515, in Weiler 321 und in Willsbach 1272.[7]

Zum 1. Mai 1972 entstand die neue Gemeinde Obersulm durch den Zusammenschluss der Gemeinden Affaltrach, Eichelberg, Eschenau, Weiler bei Weinsberg und Willsbach. Am 1. Januar 1975 wurde noch Sülzbach eingemeindet.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obersulm ist überwiegend evangelisch. In Affaltrach, Eschenau, Sülzbach, Weiler mit Eichelberg und Willsbach gibt es eigene evangelische Kirchengemeinden. In Affaltrach, der ehemaligen Johanniter-Kommende, gibt es eine katholische Kirchengemeinde, die auch für die anderen Ortsteile und weitere Gemeinden außer von Obersulm zuständig ist. Die Neuapostolische Kirche ist ebenfalls in Obersulm vertreten.

Nach älteren Nachweisen einzelner Juden sind jüdische Gemeinden in Affaltrach und Eschenau seit dem 17. Jahrhundert belegt. Sowohl die Jüdische Gemeinde Affaltrach als auch die Jüdische Gemeinde Eschenau hatten um 1850 ihre größte Mitgliederstärke mit zusammen rund 300 Personen. Danach ging die Gemeindegröße durch Ab- und Auswanderung rasch zurück. Die Eschenauer Juden besuchten ursprünglich die Synagoge in Affaltrach und hatten auch auf dem Affaltracher Judenfriedhof ihr Begräbnis. Aufgrund von Streitigkeiten zwischen den Gemeinden wurde 1797 in Eschenau eine eigene Synagoge erbaut. Die 1823 verfügte Zuteilung der Eschenauer Gemeinde als Filialgemeinde von Affaltrach wurde später wieder aufgehoben. 1851 wurde die Synagoge Affaltrach in ihrer heutigen Gestalt erbaut. Von den wenigen, nach 1933 noch in Affaltrach oder Eschenau lebenden Juden kamen nach 1940 sechs Personen im Zuge der Euthanasie oder der Deportation deutscher Juden zu Tode. 1941/42 wurden nochmals über 100 ältere Juden aus anderen Orten in das Eschenauer Schloss einquartiert (Zwangsaltersheim). Von ihnen starben elf, die auf dem jüdischen Friedhof Affaltrach beigesetzt wurden. Die anderen wurden 1942 nach Theresienstadt deportiert und kamen dort oder in den Vernichtungslagern des Ostens ums Leben.[8]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus in Obersulm-Affaltrach

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Horst Finkbeiner, 1972–1988
  • Harry Murso, 1988–2011
  • Tilman Schmidt, 2011–

Bei der Bürgermeisterwahl am 8. Mai 2011 setzte sich der 42-jährige Bürgermeister von Langenbrettach, Tilman Schmidt, gegen drei weitere Kandidaten durch. Der Amtsinhaber war nicht mehr angetreten.[9][10]

Gemeinderat und Ortschaftsräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Stimm- und Sitzverteilung:[11]

Partei Stimmen +/− Sitze +/−
FW 31,3 % (-0,3) 7 (±0)
CDU 24,3 % (+1,6) 5 (±0)
SPD 24,2 % (-1,5) 5 (-1)
Bündnis 90/Die Grünen 20,1 % (+1,0) 5 (+1)

Die Wahlbeteiligung lag bei 50,7 % und war damit 3,9 % niedriger als bei der Kommunalwahl 2009. Dem Gemeinderat gehören 15 Männer und sieben Frauen an.

Weiteres Mitglied des Gemeinderates und dessen Vorsitzender ist der Bürgermeister.

In jeder der sechs Ortschaften Affaltrach, Eichelberg, Eschenau, Sülzbach, Weiler und Willsbach gibt es zudem einen Ortschaftsrat, der jeweils sechs Mitglieder hat.[12] Auf ihren Vorschlag hin wählt der Gemeinderat für jede Ortschaft einen ehrenamtlichen Ortsvorsteher. Diese Gremien sind zu wichtigen die Ortschaft betreffenden Angelegenheiten zu hören.

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Obersulms

Die Blasonierung des Obersulmer Wappens lautet: In Rot über einer erniedrigten silbernen Wellenleiste eine goldene Traube, von deren Stiel oben beiderseits je ein goldenes Rebblatt ausgeht. Die Flagge der Gemeinde ist Gelb-Rot.

Die neu entstandene Gemeinde Obersulm nahm nach einer Bürgerbefragung ihr heutiges Wappen an, das vom Hauptstaatsarchiv Stuttgart vorgeschlagene Motive vereinigt. Die Traube symbolisiert den Weinbau, der in allen Ortsteilen betrieben wird, die Wellenleiste steht für die Sulm, die auch im Namen der Gemeinde erscheint. Die Farben Silber und Rot sind die Wappenfarben sowohl der Herren von Weinsberg als auch der Grafen von Löwenstein, die früher bedeutende Teile des heutigen Gemeindegebietes in Besitz hatten. Wappen und Flagge wurden der Gemeinde vom Landratsamt des Landkreises Heilbronn am 26. Juli 1976 verliehen.[13]

Partnerorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Partnerorten Beaumont-le-Roger in Frankreich und Rohrendorf bei Krems in Österreich gesellte sich am 23. September 2006 als dritter Partnerort die in Nordost-Ungarn gelegene Weinbau-Gemeinde Hercegkút (ehemaliger deutscher Name: Trautsondorf).[14]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eschenau, Affaltrach, Weiler, Willsbach und Sülzbach liegen an der Württemberger Weinstraße.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museum zur Geschichte der Juden in Kreis und Stadt Heilbronn in der ehemaligen Synagoge in Affaltrach

In Weiler gibt es ein Schulmuseum (das größte seiner Art in Baden-Württemberg) mit angeschlossenem Spielzeugmuseum, in Affaltrach das Museum zur Geschichte der Juden in Kreis und Stadt Heilbronn in der 1851 erbauten Synagoge Affaltrach.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Affaltrach
Affaltrach
  • Schloss Affaltrach ist das Kommenturgebäude der ehemaligen Johanniter-Kommende von 1694. In der Schlossanlage befindet sich die 1928 gegründete Schlosskellerei Affaltrach.
  • Die evangelische Johanneskirche geht auf einen spätgotischen Bau zurück, der seine heutige Gestalt durch eine neobarocke Umgestaltung 1903 erhielt. Von 1706 bis zum Bau der katholischen Kirche diente das Kirchengebäude als Simultankirche. Um die Kirche lag der ursprüngliche Friedhof des Ortes, der ab 1819 vom heutigen Affaltracher Friedhof ersetzt wurde. Bei der Kirche befindet sich das historische evangelische Pfarrhaus in Fachwerkbauweise. Das ebenfalls bei der Kirche befindliche alte katholische Pfarrhaus, ein 1832 erneuertes Fachwerkhaus, geht auf eine alte Johanniterherberge zurück und gelangte 1983 in den Besitz der evangelischen Gemeinde, die es in ihr Gemeindezentrum integrierte.
  • Die katholische Pfarrkirche St. Johann Baptist wurde 1898/99 nach Plänen von Richard Raisch erbaut. Die ursprünglich reicher geschmückte Kirche erhielt ihr schlichtes Inneres im Zuge einer Renovierung im Jahr 1957. Die Kreuzwegstationen, der Taufstein und die Orgelempore mit Orgel datieren noch aus der Zeit der Errichtung des Bauwerks. Vier Heiligenfiguren aus Lindenholz und eine Madonnenfigur aus dem späten 15. Jahrhundert stammen aus der älteren Johanneskirche.
  • Die Synagoge Affaltrach wurde 1851 errichtet und dient heute als Museum zur Geschichte der Juden in Kreis und Stadt Heilbronn. Der Jüdische Friedhof in Affaltrach wurde bereits im 17. Jahrhundert angelegt.
  • Zu den weiteren markanten Gebäuden des Ortes zählt das auch als Dorfburg bezeichnete, 1913 eröffnete katholische Schulhaus.
Altes Rathaus in Eichelberg
Eichelberg
  • Die Alte Kelter wurde 1738 am Hundsberg errichtet, später mehrfach erweitert und 1924 an ihren heutigen Standort versetzt. Sie hat eine Länge von 59 Metern und wird heute als Dorfgemeinschaftsraum genutzt.
  • Im Vorderdorf befinden sich ein Backhaus, das Alte Rathaus sowie das ehemalige Gasthaus zum Adler.
  • Oberhalb von Eichelberg befindet sich der Friedrichshof, ein barockes Hofgut, das 1799 durch Freiherr Friedrich von Weiler erbaut wurde und heute als Langzeittherapieeinrichtung genutzt wird.
Schloss Eschenau (links), davor das Rathaus
Eschenau
  • Schloss Eschenau, erbaut im 16. Jahrhundert. Um 1740 im Besitz von Johann Melchior von Killinger, der das Schloss 1745 nach Entwürfen von Leopoldo Retti unter Leitung von Georg Philipp Wenger umbauen ließ. Im Park des Schlosses befinden sich noch ein Gartenhaus und eine Orangerie.
  • Das Rathaus ist ehemaliges Gemmingensches Amtshaus, das 1649 als Witwensitz erwähnt wurde und seit Renovierung 1890 das alte Rathaus ersetzt.
  • Wendelinskirche, im Kern mittelalterlich, Kirchenschiff erbaut 1565 bis 1585, in barockem Stil erneuert 1756, jedoch wieder schlichter ausgestaltet bei Renovierung 1959. Mit Fresken und Figuren aus dem 15. Jahrhundert.
  • Außerdem sind zwei Keltern um 1600 und das barocke Gasthaus zum Ochsen (1788) in der Ortsmitte erwähnenswert.
  • Das Alte Rathaus von 1546 an der Schlossmauer sowie die Alte Synagoge von 1797 wurden zu Wohngebäuden umgebaut. Ein historischer Klosterhof des Klosters Lichtenstern wurde inzwischen abgerissen.
  • In die Friedhofsmauer sind historische Epitaphen der Ortsherrschaft (Freiherren von Ziegesar) eingelassen, außerdem befinden sich dort Grabmale der von Üxküll-Gyllenband.
  • Südöstlich von Eschenau, mitten im Wald direkt an der Gemarkungsgrenze zu Bretzfeld, befindet sich der 1851 von Albert von Hügel angelegte Waldhof.
Kilianskirche Sülzbach
Sülzbach
  • Evangelische Kilianskirche, 1243 erstmals erwähnt, ursprünglich gotische Chorturmanlage, 1619 im Stil der Renaissance umgebaut und im 17. Jahrhundert mehrfach reich im Inneren ausgeschmückt. Im von einer Wehrmauer umgebenen Kirchhof befindet sich eine Kopie des Beheim-Sühnekreuzes, neben der Kirche befindet sich ein barockes Pfarrhaus.
  • In der Ortsmitte ist das Alte Schul- und Rathaus, außerdem das moderne Bürgerbüro, bei dem sich mehrere Auszeichnungen des Landeswettbewerbs Unser Dorf soll schöner werden (Goldene Preismünze 2001) befinden.
  • In Sülzbach befinden sich außerdem mehrere sehenswerte Fachwerkgebäude, darunter vier prächtige Anwesen mit Zierfachwerk in der Eberstädter Straße, die bis 1556 zurückdatieren und zu denen auch der ehemalige Schöntaler Klosterhof mit Alter Kelter von 1790 zählt.
Schloss Weiler
Weiler
  • Schloss Weiler geht vermutlich auf eine mittelalterliche Wasserburg zurück und wurde ab 1588 neu erbaut.
  • Das ehemalige Rentamt mit Zierfachwerk und Renaissanceportal von 1558 befindet sich im an das Schloss angrenzenden ehemaligen Herrenhof, wo sich auch noch historische Nebengebäude befinden.
  • Die Evangelische Kirche von 1399 wurde ab 1758 mehrfach erweitert und umgebaut.
  • Im Ortskern befinden sich mehrere spätmittelalterliche und renaissancezeitliche Fachwerkhäuser.
  • Auf dem Friedhof befindet sich die Familiengruft der Freiherren von Weiler, die um 1850 in einer alten Wallfahrtskirche eingerichtet wurde.
Altes Rathaus in Willsbach
Willsbach
  • Die evangelische Georgskirche stammt von 1486. Sie weist barocke Ausstattung von 1683 auf und einen 1732 erbauten charakteristischen Zwiebelturm. Die katholische Vaterunser-Kirche wurde in den 1960er Jahren erbaut.
  • Das Alte Rathaus ist ein klassizistischer Bau von 1845, in dem sich ursprünglich auch eine Kelter befand.
  • Altes Schulhaus
  • Historische Gedenktafeln erinnern an die Hungersnot von 1771 und den Bau der Zehntscheune sowie die „große Theuerung“ von 1817.

Naturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen Friedrichshof und Waldhof steht am Wegrand die bekannte Zigeunerfohrle, eine als Naturdenkmal ausgewiesene, auffallend geformte Waldkiefer. In den Wäldern oberhalb des Friedrichshofs, südöstlich von Eichelberg und dicht an der Gemeindegrenze zu Bretzfeld, befindet sich der ebenfalls als Naturdenkmal ausgewiesene Hohle Stein, eine vom Wasser ausgewaschene natürliche Felsbrücke.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein wichtiger Gewerbezweig ist in Obersulm der Weinbau. Die Mitglieder zweier Weingärtnergenossenschaften, darunter die Winzer vom Weinsberger Tal, und einige Selbstvermarkter bewirtschaften insgesamt 387 ha Rebfläche. Ebenfalls in Obersulm angesiedelt ist die Schlosskellerei Affaltrach, die neben Wein auch Sekt herstellt. Die Lagen gehören zur Großlage Salzberg im Bereich Württembergisch Unterland des Weinbaugebietes Württemberg.

Stadtbahn-Triebwagen am neuen Haltepunkt Wieslensdorf der Bahnstrecke Crailsheim–Heilbronn

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obersulm liegt an der B 39 von Heilbronn nach Mainhardt und mit den Bahnhöfen Willsbach und Eschenau sowie den Haltepunkten Sülzbach, Sülzbach Schule, Affaltrach und Wieslensdorf an der Bahnstrecke Crailsheim–Heilbronn. Seit dem Dezember 2005 fährt dort im halbstündigen Takt die Linie S4 der Stadtbahn Heilbronn nach Heilbronn und Öhringen.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das in den 1950er Jahren im Ortsteil Affaltrach von Emil Müssig gegründete emü-Möbelwerk zählte zu den bedeutendsten Betrieben der Gemeinde und hatte insbesondere mit Zweisäulentischen unternehmerischen Erfolg. Die Tochterfirma Interfort produzierte auflagenstarke Selbstbauregale, die über Kaufhäuser vertrieben wurden.[15]

Das im Ortsteil Willsbach ansässige, 1969 gegründete Unternehmen CD Cartondruck AG produziert in Obersulm mit 380 Mitarbeitern(Stand: 2007)[16] aufwändige Verpackungen für die Kosmetik- und Süßwarenindustrie. Es existiert eine Niederlassung in Polen (Danzig) und ein Vertriebsbüro in Frankreich (Paris). Im Mai 2011 wurde die CD Cartondruck AG in die amerikanische Multi Packaging Solutions, Inc. (MPS) integriert. Die seitherige Niederlassung in den USA (Fairview) wurde von MPS übernommen. 2011 machte Cartondruck einen Umsatz von über 73,5 Millionen Euro.[17]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über das Geschehen in Obersulm berichtet die Tageszeitung Heilbronner Stimme in ihrer Ausgabe für das Weinsberger Tal (WT).

Seit Oktober 2000 erscheint zudem in Obersulm das wöchentliche Anzeigen- und Nachrichtenblatt sulmtal.de – das extrablatt, das auch in einigen Nachbargemeinden kostenlos verteilt wird.[18]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obersulm verfügt über zwei Grundschulen in Affaltrach und Eschenau, eine kombinierte Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule in Sülzbach (Michael-Beheim-Schule), die Förderschule Käthe-Kollwitz-Schule in Weiler sowie die Realschule Obersulm in Willsbach. Zum Schuljahr 2004/2005 nahm zudem das private, von einer Stiftung getragene Evangelische Gymnasium Obersulm die Arbeit auf.[19] Am 28. Oktober 2005 wurde das Gymnasium umbenannt in Evangelisches Paul-Distelbarth-Gymnasium Obersulm, nach Paul Distelbarth, dem ehemaligen Verleger und Mitbegründer der Tageszeitung Heilbronner Stimme. Die Volkshochschule Unterland unterhält in Obersulm eine Außenstelle. [20]

Die Gemeindebücherei Obersulm verfügt über einen Bestand von 27.000 Medieneinheiten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Harry Murso (* 2. März 1945), Bürgermeister von 1988 bis 2011 (verliehen 2011)[21][22]

Söhne und Töchter der Gemeinde Obersulm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere mit Obersulm in Verbindung stehende Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Obersulm. Sechs Dörfer – eine Gemeinde. Gemeinde Obersulm, Obersulm 1997.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Tilman Schmidt bewirbt sich in Obersulm. stimme.de, 3. März 2011
  3. Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009
  4. Quelle für den Abschnitt Gemeindegliederung: Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. Seite 131–134
  5. a b Quelle für Wieslensdorf und Neidlingen: Obersulm. Sechs Dörfer – eine Gemeinde. Seite 81–85 und 99.
  6. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Obersulm.
  7. Mitteilungen des Württ. Stat. Landesamtes Nr. 4/5 vom 10. Dezember 1940: Ergebnisse der Volks- und Berufszählung am 17. Mai 1939
  8. Zum ehemaligen Synagogengebäude von Eschenau bei www.alemannia-judaica.de
  9. Schmidt wird Bürgermeister in Obersulm. stimme.de, 8. Mai 2011
  10. Joachim Kinzinger und Sabine Friedrich: 75 Minuten gespannte Aufmerksamkeit. In: Heilbronner Stimme. 4. Mai 2001 (bei stimme.de [abgerufen am 8. Mai 2011]).
  11. Quelle: Vorläufiges Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2014, obersulm.de, abgerufen am 13. Dezember 2014
  12. Wahlergebnisse siehe in: Kommunalwahl Baden-Württemberg am 25. Mai 2014, obersulm.de, abgerufen am 13. Dezember 2014
  13. Heinz Bardua: Die Kreis- und Gemeindewappen im Regierungsbezirk Stuttgart. Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0801-8 (Kreis- und Gemeindewappen in Baden-Württemberg, 1). Seite 111
  14. Anne Väisänen: Urkunde besiegelt die Freundschaft. In: Heilbronner Stimme vom 26. September 2006, S. 31
  15. Dr. Julius Keil: Die westdeutsche Industrie und ihre führenden Männer, Bd. VI: Land Baden-Württemberg, Frankfurt am Main 1966, S. 71–73.
  16. Manfred Stockburger: Cartondruck unter Druck. In: Heilbronner Stimme. 12. Dezember 2007 (bei stimme.de [abgerufen am 29. März 2009]).
  17. http://m.print.de/News/Markt-Management/Cartondruck-verzeichnet-Umsatzwachstum-von-13-Prozent-6004
  18. sulmtal.de – das extrablatt Nr. 35/2006, Seite 9
  19. agentur flumoto, Unternehmenskommunikation: Schulen & Schulsozialarbeit | Gemeinde Obersulm. In: www.obersulm.de. Abgerufen am 14. Mai 2016.
  20. VHS Unterland Außenstellen.
  21. Barbara Barth: Bürgermeister mit Leib und Seele. In: Heilbronner Stimme. 1. August 2011 (bei stimme.de [abgerufen am 2. August 2011]).
  22. Das Preußische an Harry Murso. In: Heilbronner Stimme. 2. März 2010 (bei stimme.de [abgerufen am 2. August 2011]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Obersulm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien