Olympische Winterspiele 1948/Eiskunstlauf

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Bei den V. Olympischen Winterspielen 1948 in St. Moritz wurden drei Wettbewerbe im Eiskunstlauf ausgetragen. Austragungsorte waren das Olympia-Eisstadion Badrutts Park sowie der Kulm-Eisrink für die Pflichtläufe der Männer und Frauen. Die Kunsteisbahnen besaßen die standardisierte Größe von 60 × 30 m. Die Bewerbe mussten allesamt bei Tag stattfinden, da eine geeignete Lichtanlage für Abendveranstaltungen fehlte.

Olympische Ringe
Olympische Winterspiele 1948
(Medaillenspiegel Eiskunstlauf)
Platz Mannschaft G S B Total
1 Kanada 1921Kanada Kanada 1 1 2
2 BelgienBelgien Belgien 1 1
Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 1 1
4 OsterreichÖsterreich Österreich 1 1 2
5 SchweizSchweiz Schweiz 1 1
Ungarn 1946Ungarn Ungarn 1 1
7 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 1 1

Medaillengewinner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konkurrenz Gold Silber Bronze
Herren Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Richard Button SchweizSchweiz Hans Gerschwiler OsterreichÖsterreich Edi Rada
Damen Kanada 1921Kanada Barbara Ann Scott OsterreichÖsterreich Eva Pawlik Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jeannette Altwegg
Paare BelgienBelgien Micheline Lannoy / Pierre Baugniet Ungarn 1946Ungarn Andrea Kékesy / Ede Király Kanada 1921Kanada Suzanne Morrow / Wallace Diestelmeyer

Herren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler PF Kür Pz Punkte
1 USA Richard Button 1 1 10 191,177
2 SUI Hans Gerschwiler 2 3 23 181,122
3 AUT Edi Rada 3 4 33 178,133
4 USA John Lettengarver 4 2 36 176,400
5 HUN Ede Király 5 5 42 174,400
6 USA James Grogan 9 6 62 168.711
7 GBR Graham Sharp 6 8 67 167,044
8 AUT Hellmut May 7 7 68 165,666
9 AUT Helmut Seibt 8 12 79 162,655
10 TCH Vladislav Čáp 10 11 96 160,233
11 BEL Fernand Leemans 11 14 104 157,822
12 CAN Wallace Diestelmeyer 13 9 110 156,322
13 TCH Zdenek Fikar 12 13 114 154,155
14 SUI Karl Enderlin 14 10 110 154,244
15 ITA Carlo Fassi 16 15 135 145,966
16 DEN Per Cock-Clausen 15 16 135 145.533

Pflicht: 2. Februar, 9:30 Uhr
Kür: 5. Februar, 14:45 Uhr

An diesem Wettbewerb nahmen 16 Eiskunstläufer aus 10 Ländern teil. Gezeigt werden musste eine Pflicht mit fünf Figuren sowie eine fünf Minuten dauernde Kür. Die verlangten Pflichtfiguren waren: Wende, Gegenwende, Doppeldreier-Paragraph, Schlingen-Paragraph, Gegendreier-Paragraph. (Siehe auch: Eiskunstlaufelemente)

Als Favoriten galten der amtierende Weltmeister Hans Gerschwiler aus der Schweiz und der amtierende Europameister Richard Button aus den USA. Button führte überraschenderweise schon im Pflichtlaufen in fast allen Figuren. In der Kür zeigte sich auch seine überlegene Sprungtechnik. Er sprang als erster Läufer einen doppelten Axel und zeigte auch Elemente, die man sonst nur aus Bodenübungen kannte. So war etwa ein Grätschsprung mit 1,5 m Höhe Teil seiner Vorführung. Überlegen wurde er Olympiasieger vor Gerschwiler und dem Österreicher Edi Rada.
Zum Kürbewerb waren zehntausend Zuseher ins Eisstadion gekommen und Tausende standen mit Feldstechern und Operngläsen auf den umliegenden Hängen. Das Eis war wiederum weich.[1]
Der Eiskunstlauf der Herren hatte neue Höhepunkte erreicht. Es wurde mit aller Deutlichkeit bewiesen, dass die Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen war. Es war eine ständige Steigerung der Schwierigkeiten unverkennbar. Was gestern noch als Maximum gegolten hatte, war heute bereits überholt und konnte morgen bereits erneut übertroffen sein. Die gebotenen Spitzenleistungen fielen fast schon in das Gebiet der Akrobatik und waren den halsbrecherischen Evolutionen der Kunstturner gleichzusetzen, wie denn auch die Darbietungen sehr viel mit den Grundprinzipien der turnerischen Freiübungen gemeinsam hatten. Es waren zwei grundverschiedene Richtungen zu konstatieren, deren Repräsentanten, die Europäer und die Überseer, vor allem die Amerikaner, in zwei Lager teilte. Althergebracht im Stil und Aufbau war die Kür der Europäer, völlig neue Wege einschlagend diejenige der Amerikaner, die ein Maximum der Leistungsfähigkeit aus den Körpern holte, unter Benützung möglichst großer Effektwirkung blendeten und – mit einer Ausnahme (Button) - zwischendurch viel Leerlauf produzierten. Der wahre Meister war Button, denn, wenn schweren Sprüngen statt des Auslaufs sofort Pirouetten angehängt wurden und diese selbst wieder in Sprüngen gipfelten, dann war es er! Die Wertungen hatten manchmal komisch gewirkt, doch Button hätte auch ohne seinen unverdient hohen Vorsprung in den Pflichtfiguren diese Konkurrenz eindeutig gewonnen. Weniger klar war die überhohe Bewertung der anderen Überseer. Gerschwiler, Rada und Király standen den übrigen Überseern nicht nach, wurden aber schlechter gewertet als Lettengarver, Grogan und Diestelmeyer. Die Solidität weiter zu behalten, ihren Inhalt wirksamer zum Vortrag zu bringen (ohne Bluff) und am Ausbau der Schwierigkeiten zu arbeiten, musste der Wegweiser sein, dann würde Europa im Kunstlaufsport die Führung nach Jahren zurückerobern, die aktuell und auch für die Zukunft an Amerika übergegangen wäre. Es sei schon einmal mit Jackson Haines so gewesen, der mit seinen Kunstlaufdemonstrationen 1868 in Wien wie eine Offenbarung gewirkt hatte und von seinen gelehrigen Schülern in kurzer Zeit übertroffen worden ist. Im Detail wurde gezeigt, dass nun, 1948, doppelt gedrehte Sprünge schon zum Standard gehörten und Sprünge mit Pirouettenkombinationen das Neueste darstellten. Button war der Repräsentant dieses neuen Stils. Sehr musikalisch, effektvoll und gespannt war er sein Kürprogramm gelaufen, das nicht allein von Schwierigkeiten strotzte, sondern auch in der Ausführung herrlich war – wie z.B. der Spagat in der Luft. Lettengarver hatte wohl phantastische Sprünge gezeigt, aber viele Erholungspausen in seinem Programm. Grogan war ein noch junges Talent und daher physisch noch zu schwach, um eine abgerundete Meisterkür zu produzieren. Abgesehen von 2 Stürzen, die auf Löcher im Eis zurückzuführen waren, lief Gerschwiler sehr sauber, exakt und abgerundet, doch müsste zur soliden Grundlage noch mehr Feuerwerk hinzukommen. Als reinster Amateur der Teilnehmer wurde der Schweizer Medizinstudent Enderlin genannt. Eine kleines Malheur gab es beim Vortrag von Vladislav Čáp, als plötzlich die Schallplatte ihren Dienst versagte und er gezwungen war, sein Programm ohne musikalische Untermalung vorzutragen.[2]

Damen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Name Nation PF Punkte K Gesamt Bewertung
1 Barbara Ann Scott Kanada 1921Kanada Kanada 1 858.1 1 163.077 11
2 Eva Pawlik OsterreichÖsterreich Österreich 3 832.1 2 157.588 24
3 Jeannette Altwegg Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 2 842.1 6 156.166 28
4 Jiřina Nekolová TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakei 4 807.2 4 154.088 34
5 Alena Vrzáňová TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakei 7 797.2 3 153.044 44
6 Yvonne Sherman Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 8 783.9 5 149.833 62
7 Bridget Shirly Adams Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 5 806.8 16 148.644 69
8 Gretchen Merrill Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 6 798.0 11 148.466 73
9 Martha Musilek Bachem OsterreichÖsterreich Österreich 14 744.5 7 144.456 103
10 Marion Tiefy Davies Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 11 763.5 12 144.766 104
11 Eileen Seigh Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 10 755.8 10 144.111 110
12 Marilyn Ruth Take Kanada 1921Kanada Kanada 12 754.1 13 143.722 110.5
13 Dagmar Lerchová TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakei 15 745.5 8 144.433 112
14 Suzanne Morrow Kanada 1921Kanada Kanada 9 761.9 15 143.655 117
15 Maja Hug SchweizSchweiz Schweiz 13 755.9 19 141.522 137
16 Jacqueline du Bief Frankreich 1946Vierte Französische Republik Frankreich 16 746.0 21 139.022 147.5
17 Marika Saáry Ungarn 1946Ungarn Ungarn 17 739.3 14 140.944 142
18 Hildegard Appeltauer OsterreichÖsterreich Österreich 18 743.7 20 139.300 155
19 Maidie Jill Linzee Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 19 742.8 18 140.200 145
20 Ingeborg Solar OsterreichÖsterreich Österreich 23 677.8 9 135.444 186
21 Éva Lindner Ungarn 1946Ungarn Ungarn 22 679.7 17 134.188 192
22 Marit Henie NorwegenNorwegen Norwegen 21 699.4 23 133.111 194
23 Lotti Höner SchweizSchweiz Schweiz 20 699.1 22 134.211 186
24 Grazia Barcellona ItalienItalien Italien 25 607.9 24 122.211 218
25 Doris Blanc SchweizSchweiz Schweiz 24 635.6 25 122.622 221

Pflicht: 3. Februar, 9:00 Uhr und 5. Februar
Kür: 6. Februar, 7:30 Uhr

Es nahmen 25 Eiskunstläuferinnen aus 10 Ländern an diesem Wettbewerb teil. In der Pflicht mussten diese fünf Figuren zeigen, gefolgt von einer vierminütigen Kür. Es wurden dieselben Pflichtelemente verlangt wie bei den Herren.
Die plötzlich wärmeren Temperaturen brachten nicht nur bei den 10.000 m-Eisschnelllauf-Bewerben und im Eishockey (Verschiebung des Matches Schweiz gegen Großbritannien), sondern auch in der Damenpflicht Probleme, die schon nach der ersten Pflichtübung im weichen Eis stecken blieben.[3] So konnte die Pflicht – nach einer Unterbrechung 1 ½ Tagen, die durch die ungünstige Witterung bedingt war – erst am Vormittag des 5. Februar fortgesetzt werden. Es waren noch 3 Figuren nachzuholen. Jeannette Altwegg, Tochter eines Schweizer Vaters, erwies sich als beste Pflichtläuferin, wenngleich sich das nicht in den Noten niederschlug. Von den Schweizerinnen konnte sich nur Maja Hug steigern. Vor der Kür führte Scott mit 858,1 Punkten; Rang 2: Altwegg 842,1; 3. Pawlik 832,1; 4. Nekolavá 807,2; 5. Adams 806,1; 6. Merrill 798,0; 7. Vrzáňová 797,2; 8. Sherman 783,9; 9. Davies 763,5; 10. Morrow 761,9; 11. Hug 755,9; 21. Hoener 699,1; 24. Blanc 635,6
Bei der Kür gab es einen erneuten Zuschauerrekord. Es waren zwar keine großen Überraschungen mehr zu erwarten, die Favoritinnen hatten sich schon nach der Pflicht in die vorderen Ränge geschoben. Es gelang einzig Pawlik und Vrzáňová, durch eine prächtige Kür noch auf Rang 2 bzw. 5 vorzustoßen, demgegenüber enttäuschte Merrill.
Die Kanadierin Barbara Ann Scott, die als klare Favoritin gegolten hatte, lief, gesamthaft betrachtet, die beste Kür, im Inhalt und in der Ausführung. Es gab Läuferinnen, die höher sprangen, andere, die noch bessere Pirouetten drehten und wieder andere, die im Aufbau ihrer Kombinationen mehr zu zeigen hatten. Aber alles zusammengerechnet, die gezeigten Schwierigkeiten, die Ausführung, die Musikalität, der Charme und die Grazie, waren bei Scott am höchsten. Die große Konkurrenz zeigte ebenfalls herrliche Programme. Allgemein war die Leistungssteigerung unverkennbar. Dies zeigte sich nicht allein in der großen Zahl von Doppelsprüngen, neuartigen Pirouetten und schweren Verbindungsschritten, sondern auch in der Sicherheit, wie diese Schwierigkeiten rhythmisch gemeistert wurden. Einige Stürze waren nur zum geringen Teil auf Unsicherheiten, sondern eher auf die Eisverhältnisse zurückzuführen, die nicht gerade ideal waren, ohne jedoch einen ausschlaggebenden Einfluss auf die Konkurrenz zu haben.
Die Läuferinnen waren in geschmackvollen Kleidungen zu sehen, wobei die Farben Gold und Purpurrot vorherrschten. Es gab unterschiedliche Darbietungen, wobei die sportliche Auffassung bei weitem überragte. Vereinzelt kamen Vorträge zum Vorschein, die in Richtung Ballett und Varieté, Eistanzen oder Schaunummern gingen. In der Notengebung wurden eher bescheidene Läuferinnen wie z.B. Lerchová, Hug und Solar gedrückt. Die Leistungen der drei Schweizerinnen waren nicht ganz zufriedenstellend, denn sie hatten bei den nationalen Meisterschaften bewiesen, dass ihr Standard auf höherer Stufe stand.[4]

Paare[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Name Nation Punkte Bewertung
1 Micheline Lannoy / Pierre Baugniet BelgienBelgien Belgien 11.227 17.5
2 Andrea Kékesy / Ede Király Ungarn 1946Ungarn Ungarn 11.109 26
3 Suzanne Morrow / Wallace Diestelmeyer Kanada 1921Kanada Kanada 11.000 31
4 Yvonne Sherman / Robert Swenning Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 10.581 53
5 Winifred Silverthorne / Dennis Silverthorne Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 10.572 53
6 Karol Kennedy / Peter Kennedy Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 10.536 59.5
7 Marianna Nagy / László Nagy Ungarn 1946Ungarn Ungarn 9.909 89
8 Jennifer Nicks / John Nicks Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 9.700 98
9 Herta Ratzenhofer / Emil Ratzenhofer OsterreichÖsterreich Österreich 9.436 111.5
10 Margot Walle / Allan Fjeldheim NorwegenNorwegen Norwegen 9.281 118.5
11 Susanne Giebisch / Helmut Seibt OsterreichÖsterreich Österreich 9.290 117.5
12 Luny Unold / Hans Kuster SchweizSchweiz Schweiz 9.281 120
13 Grazia Barcellona / Carlo Fassi ItalienItalien Italien 9.263 121.5
14 Denise Favart / Jacques Favart Frankreich 1946Vierte Französische Republik Frankreich 8.700 139
Z Blazena Knittlová / Karel Vosátka TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakei

Z = Zurückgezogen

Kür: 7. Februar, 13:00 Uhr

Der Wettbewerb im Paarlaufen, an dem 15 Paare aus 11 Ländern teilnahmen, bestand aus einer fünfminütigen Kür. Die Leistungen wurden von elf Wertungsrichtern beurteilt.

Die Belgier Micheline Lannoy und Pierre Baugniet gewannen die erste und bisher einzige olympische Goldmedaille im Eiskunstlauf für ihr Land, indem sie die Ungarn Andrea Kékesy und Ede Király sowie die Kanadier Suzanne Morrow und Wallace Diestelmeyer auf die Plätze verwiesen.

Während des Bewerbs herrschte Schneetreiben, welches die auftretenden Paare behinderte.[5]
Aber auch unter Berücksichtigung dieser ungünstigen Wetterbedingungen war zu konstatieren, dass das Paarlaufen der jene Zweig des Kunstlaufkonkurrenzen war, der am wenigsten Fortschritte gemacht hatte. Es fehlten momentan Spitzenkönner von Format der ehemaligen Weltklasse – wie sie Herber/Baier oder die Geschwister Pausin repräsentiert hatte. Weder in der Komposition, noch in der Ausführung, in den Schwierigkeiten und vor allem in der Harmonie waren die in der Konkurrenz gezeigten Leistungen an jenes Niveau herangekommen. Kein einziges Paar lief wie aus einem Guss, drehte die verschiedenen Pirouetten in völlig gleicher Geschwindigkeit oder war in der Ausführung der Sprünge gleichwertig. Und wenn es sich manchmal auch nur um kleine Details handelte (z.B. die ungleiche Höhe des Spielfußes), so kamen dennoch bei allen Paaren kleine Haltungsdifferenzen zum Vorschein, die dem erstrebenswerten und dem bereits früher erstrebten Ideal eines völligen Gleichklangs in den Bewegungen nicht entsprachen.
Trotz diesen Einschränkungen kamen aber die Schönheiten, die dem Paarlaufen innewohnten, deutlich zum Vorschein. Dies galt besonders für die Kür des belgischen Siegerpaares, das nicht nur flüssig und elegant, sondern auch sein mit großen Schwierigkeiten gespicktes Programm exakt zum Vortrag brachte. Kleine Unebenheiten und eine kleine vorübergehende Unsicherheit der Dame störten wohl die Harmonie, konnten aber den Gesamteindruck nicht verwischen, dass in Inhalt wie Ausführung diese Vorführung die beste war. Am nächsten kamen Kékesy-Király. Das kanadische Paar Morrow-Diestelmeyer demonstrierte einen ausgesprochen modernen Paarlaufstil, so dass nicht zu verstehen war, dass sich in ihrer Kür einige Hebefiguren eingeschlichen hatten, die ebenso verpönt wie veraltet waren. Wie schon bei den Einzelkonkurrenzen, war auch hier manchmal das Bestreben unverkennbar, auf Kosten der Dauerleistung während den ganzen fünf Minuten sich auf einige Glanzproduktionen zu konzentrieren und zwischendurch Erholungspausen einzuschalten, was Leerlauf bedeutete und in der Wirkung den Gesamteindruck stark beeinträchtigte. Einige begannen im vollen Tempo mit Anhäufung von Schwierigkeiten am Anfang, fielen gegen den Schluss hin stark ab, andere wiederum gingen umgekehrt an die Lösung ihrer Aufgabe heran, und die besten hielten ein hohes Niveau vom Anfang bis Ende durch. Darin zeigten sich die Unterschiede im Können oft noch mehr als in den aufgezeigten Noten, die manchmal nach merkwürdigen Gesichtspunkten gegeben wurden, aber den Ausgang der Konkurrenz nicht wesentlich haben beeinflussen können.
Das Schweizer Meisterpaar Unold-Kuster war vor allem in der Exaktheit und Harmonie seiner Ausführungen sehr gut, nur fehlten in der Kür die erforderlichen Schwierigkeiten, die zum nunmehrigen Zeitpunkt zur Erringung der vordersten Ränge unerlässlich waren.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. «Der Tag der Kunstläufer». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 6. Februar 1948, S. 4.
  2. «Offenbarungen im Herren-Eiskunstlaufen»; «Sport Zürich», Nr. 18 vom 6.2.1948, Seite 6
  3. «Auch in St. Moritz Warmwetter». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 4. Februar 1948, S. 4.
  4. «Eiskunstlauf-Grazien verursachten neuen Zuschauerrekord»; «Sport Zürich», Nr. 20 vom 9.2.1948, Seiten 4 und 5
  5. «Der neue Paarlaufstil». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 8. Februar 1948, S. 5.
  6. «Eine „Goldene“ für Belgien»; «Sport Zürich», Nr. 20 vom 9.2.1948, Seite 5