Olympische Winterspiele 1936/Eiskunstlauf

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Bei den IV. Olympischen Spielen 1936 in Garmisch-Partenkirchen wurden drei Wettbewerbe im Eiskunstlauf ausgetragen. Austragungsort war das Freiluft Olympia-Eisstadion. Erstmals erfolgte die Wertung durch die Jury öffentlich.

Olympische Ringe
Olympische Winterspiele 1936
(Medaillenspiegel Eisschnelllauf)
Platz Mannschaft G S B Total
1 OsterreichÖsterreich Österreich 1 1 1 3
2 Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich 1 1 - 2
3 NorwegenNorwegen Norwegen 1 - - 1
4 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich - 1 - 1
5 SchwedenSchweden Schweden - - 1 1
Ungarn 1918Ungarn Ungarn - - 1 1

Medaillengewinner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konkurrenz Gold Silber Bronze
Herren OsterreichÖsterreich Karl Schäfer Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Ernst Baier OsterreichÖsterreich Felix Kaspar
Damen NorwegenNorwegen Sonja Henie Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Cecilia Colledge SchwedenSchweden Vivi-Anne Hultén
Paare Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Maxi Herber / Ernst Baier OsterreichÖsterreich Ilse Pausin / Erik Pausin Ungarn 1918Ungarn Emília Rotter / László Szollás

Herren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler PF Kür Pz Punkte
1 AUT Karl Schäfer 1 1 7 422,7
2 GER Ernst Baier 3 4 24 400,8
3 AUT Felix Kaspar 5 2 24 400,1
4 CAN Montgomery Wilson 4 5 30 394,5
5 GBR Graham Sharp 2 6 34 394,1
6 GBR Jack Dunn 8 3 42 387,7
7 FIN Marcus Nikkanen 6 9 54 380,7
8 HUN Elemér Terták 9 8 56 379,0
9 HUN Dénes Pataky 7 11 60 374,8
10 GBR Freddie Tomlins 11 10 77 364,2
11 AUT Leopold Linhart 16 7 80 364,2
12 USA Robin Lee 13 13 80 363,0
13 USA Erle Reiter 12 17 95 352,9
14 AUT Hellmut May 14 15 96 354,8
15 JPN Toshikazu Katayama 17 16 108 347,4
16 GBR Geoffrey Yates 10 20 110 348,7
17 CH Lucian Büeler 15 21 119 343,6
18 GER Günther Lorenz 19 12 119 343,5
19 ROM Roman Turuşanco 21 14 128 337,8
20 JPN Kazuyoshi Oimatsu 20 19 139 325,4
21 JPN Zenjiro Watanabe 23 18 147 325,4
22 USA George Hill 18 23 148 325,1
23 JPN Tsugio Hasegawa 24 22 162 314,6
24 TCH Jaroslav Sadílek 22 24 161 305,0
25 LAT Verners Auls 25 25 175 222,6

Weltmeister 1935: Karl Schäfer (AUT); Olympiasieger 1932: Karl Schäfer (AUT).

Wettkampf: 9. - 14. Februar 1936

Am Start waren 25 Eiskunstläufer aus 12 Nationen, so viele wie nie zuvor.

Der Wettbewerb bestand aus der Pflicht und einer fünfminütigen Kür. Die Leistungen wurden von sieben Wertungsrichtern beurteilt.

Titelverteidiger Karl Schäfer war zum Abschluss seiner Karriere der große Favorit. Seit 1929 hatte er alle Europameisterschaften und seit 1930 alle Weltmeisterschaften gewonnen. Schäfer wurde der Favoritenrolle gerecht und hatte keine Mühe, sein zweites olympisches Gold zu erlaufen.

Entgegen der Programmierung, konnte die Pflicht bereits am 10. Februar beendet werden, wobei der Wetterumschwung mit Kälte und Schneegestöber die Leistungen nicht allzustark zu beeinflussen vermochte, da das Stadion einen guten Windschutz bot. Wenngleich nach der ersten Figur (Wende vorwärts einwärts) Montgomery Wilson einen leichten Vorsprung auf Karl Schäfer herausgearbeitet hatte, zeigte sich bald, dass der Weltmeister überlegen war – im Punkttotal erhielt er durchschnittlich 5,6 (Höchstnote 6,0), Wilsons Durchschnitt war 5,4, jener von Sharp 5,3 und der von Baier 5,2. Dies ergab vor der Kür den Zwischenstand Schäfer 250,9 vor Wilson (237,9), Sharp (237,7), Baier (237,0), Kaspar (234,1); der Schweizer Lucian Büeler hatte 211,3 Punkte und nahm Rang 14 ein, auf Rang 15 war Hellmut May mit 211,0 Punkten.[1]

Schäfer gewann die Konkurrenz letztlich mit größerer Sicherheit als an den kurz zuvor stattgefundenen Europameisterschaften in Berlin. Während sich im Paarlaufen und auch bei der Damenkonkurrenz die Besten in der Leistung kaum unterschieden hatten, holte sich der Wiener den Titel in einer Manier, an der es nichts zu diskutieren gab. Er war in der Eleganz und Ausführung immer noch unerreicht. Kleinere, unbedeutende Fehler dürften eher auf das Konto des spröden Eises, das anderen Läufern zum Verhängnis wurde und einige Stürze verursacht hatte, zu buchen sein.

Dahinter ging es deutlich knapper zu. Der Lokalmatador Ernst Baier, der seine größten Erfolge im Paarlauf feierte, gewann die Silbermedaille, 0,7 Punkte vor dem zweiten Österreicher Felix Kaspar, der im Jahr darauf die Nachfolge Schäfers antreten sollte. Der Deutsche war sowohl in der Pflicht als auch Kür vielleicht etwas unverdient hoch bewertet worden. Jedenfalls war Baier an bisherigen Welt- und Europameisterschaften seine Kür bedeutend besser gelaufen. Kaspar präsentierte sich als der kühnste Springer mit Axel, Rittberger (darunter einer mit doppelter Drehung) und Mondsprüngen; er sprang mit derartiger Wucht, dass es vom Auf- und Absprung tiefe Spuren im Eis gab, die ausgebessert werden mussten.
Der Kanadier Montgomery Wilson, der vier Jahre zuvor die Bronzemedaille gewonnen hatte, wurde Vierter. Dahinter platzierten sich die Briten Graham Sharp und Jack Dunn. Letzterer hinterließ einen starken Eindruck, womit er sich noch im Klassement hatte nach vorne arbeiten können.
Elemér Terták trat unter einem Pseudonym, u. zw. Tardonvlvy, an.
Günther Lorenz, im Vorjahr noch als Junior gestartet, konnte als zweiter Deutscher gut gefallen; er verriet die Schule seines Landsmannes Baier.
Die Japaner sind den Läufern der „Alten Welt“ noch nicht gefährlich geworden – weder in der Pflicht noch Kür. Sie liefen zum Teil ausgezeichnet nach Musik, ihre Stärke waren die gut zentriert gesetzten Pirouetten. Da sie erst nach den Spielen vor vier Jahren ernsthaft mit dem Kunstlauf begonnen hatten, haben sie es bereits zu einem überraschenden Durchschnitt gebracht. Als Lehrmeister gelten die Kunstläufer des Westens, die sie in Filmen ansehen und studieren konnten, wodurch man bei ihnen naturgemäß kaum neue Figuren oder Kombinationen sah.
Lucian Büeler war der nächste Starter nach Schäfer gewesen. Der Schweizer lief im flüssigen Tempo und erhielt einen ziemlich hohen Durchschnitt von je 4,5 Punkten.
Verners Auls, dem deutlich die Klasse fehlte und der im Durchschnitt nur auf drei Punkte kam, bekam ziemlich deutlich die „rote Laterne“ angehängt.[2]

Damen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportlerin PF Kür Pz Punkte
1 NOR Sonja Henie 1 1 7,5 424,5
2 GBR Cecilia Colledge 2 2 13,5 418,1
3 SWE Vivi-Anne Hultén 4 4 28 394,7
4 BEL Liselotte Landbeck 3 6 32 393,3
5 USA Maribel Vinson 6 7 39 388,7
6 AUT Hedy Stenuf 8 3 40 387,6
7 AUT Emmy Putzinger 9 4 49 381,8
8 GER Viktoria Lindpaintner 7 10 51 381,4
9 AUT Grete Lainer 10 11 65 373,4
10 JPN Etsuko Inada 13 9 77 368,1
11 GBR Mollie Phillips 12 12 78 366,2
12 USA Audrey Peppe 18 8 85 363,3
13 CH Angela Anderes 15 16 101 355,4
14 AUT Bianca Schenk 16 14 102 356,4
15 HUN Éva von Botond 11 17 106 356,1
16 GBR Belita Jepson-Turner 14 18 107 352,6
17 TCH Věra Hrubá 20 13 111 353,3
18 BEL Yvonne De Ligne 19 15 118 348,2
19 CH Hertha Frey-Dexler 17 19 129 345,4
20 TCH Fritzi Metznerová 21 21 141 339,2
21 USA Louise Weigel 22 20 140 336,4
22 USA Estelle Weigel 23 22 151 324,5
23 LAT Alise Dzeguze 24 23 161 280,9
Z GBR Gweneth Butler 5
Z CAN Constance Wilson-Samuel
Z NOR Nanna Egedius

Z = Zurückgezogen

Weltmeisterin 1935: Sonja Henie (NOR); Olympiasiegerin 1932: Sonja Henie (NOR).

Seit Wochen waren selbst für die höchsten Preise keine Billets mehr für diese Veranstaltung verfügbar gewesen.
Sonja Henie, die seit neun Jahren keinen Wettbewerb mehr verloren hatte, gewann ihren dritten Olympiatitel in Folge, eine bis heute (Februar 2018) unerreichte Leistung im Eiskunstlauf der Damen. Im Herrenbereich war dieses Kunststück nur dem Schweden Gillis Grafström bei den Olympischen Spielen 1920, 1924 und 1928 gelungen.

Die 15-jährige Britin Cecilia Colledge gewann die Silbermedaille in eindrucksvoller Manier. Sie hatte kurz zuvor bei der Europameisterschaft als erste Frau einen doppelten Sprung, einen Doppel-Salchow gezeigt und hatte auch die Waagepirouette (Camel Spin) und die Himmelspirouette (Layback Spin) erfunden.

Nach den Pflichtfiguren lagen Henie und Colledge nur drei Punkte auseinander. Sandra Stevenson berichtet in ihrem Artikel in „The Independent“ am 21. April 2008 folgendermaßen davon: "...die Knappheit erzürnte Henie, die, als das Resultat für diesen Abschnitt an der Wand des Teilnehmerbereichs angeschlagen wurde, das Papierstück nahm und in kleine Stücke zerriss. Die Auslosung für die Kür kam dann unter Verdacht, da Henie als letzte Starterin die beste Position hatte, während Colledge schon als Zweite von 26 Starterinnen antreten musste. Dieser frühe Start wurde als Nachteil gesehen, da das Publikum noch nicht im Rhythmus eines Beifallssturmes war und die Punktrichter bekanntermaßen großzügiger mit der Vergabe von höheren Bewertungen wurden, je länger der Wettbewerb andauerte. Jahre später wurde eine gerechtere, gestaffelte Auslosung eingeführt, um dieser Tatsache entgegenzuwirken."
Als erste Läuferin bei der Kür kam die Schweizerin Hertha Frey-Dexler aufs Eis, die einen hübschen, fließenden Vortrag ablieferte, der jedoch technisch verbesserungswürdig schien.
Colledge in einem Silber-Lamé-Kleid zeigte all das, was es an Schwierigkeiten gab, sie wirkte aber etwas nervös, so musste sie nach einem Salchow mit einer Hand den Boden leicht berühren. Doch insgesamt war es eine wundervoll ausgeglichene Leistung, vielleicht hätte besonders die Platzverteilung noch besser sein können.
Jepson-Turner stürzte gleich zu Beginn bei einem Dreiersprung. Die österreichische Meisterin Putzinger brachte eine flüssige und harmonische Leistung; wenngleich die großen Schwierigkeiten fehlten, schien die Leistung etwas unterbewertet. Das Programm der Schweizerin Anderes war schön, doch hätte es besser durchgearbeitet sein können. Die Kür der deutschen Meisterin Lindpaintner war gut aufgebaut, die Pirouetten konnten außerordentlich gefallen, nur die Sprünge hätten etwas weicher aufgesetzt sein müssen. Die Pflicht-Fünfte Butler konnte wegen Erkrankung nicht teilnehmen.
Der zweite Höhepunkt nach Colledge war die hinreißende Leistung der Wienerin Stenuf, bei der alle Sprünge saßen, die Pirouetten mit großem Schwung gedreht waren und ein großartiges musikalischen Empfinden festzustellen war. Großen Beifall löste auch Etsuko Inada aus, wenngleich ihre Leistung noch nicht reif war, was man von einer Elfjährigen (!) auch nicht verlangen konnte. Höchste Kunst verriet dann die Kür von Vivi-Anne Hultén. Die Eleganz ihrer Bewegungen war nicht leicht zu übertreffen, ihr Laufstil war von leicht tänzerischem Einschlag begleitet. Nur die Schwierigkeiten des Programms stellten nicht das Höchsterreichbare dar. Sie errang mit Bronze die bis heute (Februar 2018) letzte olympische Medaille im Eiskunstlauf für Schweden. Maribel Vinson lief technisch gut, jedoch etwas überhastet; wenngleich es bei ihren Pirouetten zu Wiederholungen kam, war die Gesamtleistung eindrucksvoll.
Die ein violettes Seidenkleid tragende Henie gewann die Kür dann deutlich. Sie zeigte, dass sie noch immer unerreichbar ist. Was sie bot, war wirkliche Eislaufkunst. Zwar begann sie etwas nervös und verkrampft, fand sich aber schnell und fesselte die Zuschauer bis zum Schluss. Ihre herrlichen Mond-Kombination, die weich aufgesetzten Sprünge, die mit unerhörtem Schwung ausgeführten Pirouetten, die fabelhafte Körperhaltung, all das war einmalig und konnte nur von ihr gegeben werden.[3]

Paare[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Platzierung Bewertung
1 GER Maxi Herber
Ernst Baier
11 11,5
2 AUT Ilse Pausin
Erik Pausin
19,5 11,4
3 HUN Emília Rotter
László Szollás
32,5 10,8
4 HUN Piroska Szekrényessy
Attila Szekrényessy
38,5 10,6
5 USA Maribel Vinson
George Hill
46,5 10,4
6 CAN Louise Bertram
Stewart Reburn
68,5 9,8
7 GBR Violet Cliff
Leslie Cliff
56,5 10,1
8 GER Eva Prawitz
Otto Weiß
74,5 9,5
9 ITA Anna Cattaneo
Ercole Cattaneo
93 9,1
10 GBR Rosemarie Stewart
Ernest Yates
102,5 9,0
11 USA Grace Madden
James Madden
95 9,1
12 CAN Audrey Garland
Fraser Sweatman
105 8,7
13 ROM Irina Timcic
Alfred Eisenbeisser-Ferraru
102 9,0
14 AUT Eleanore Bäumel
Fritz Wächtler
113 8,8
15 NOR Randi Bakke
Christen Christensen
132,5 8,2
16 BEL Louise Contamine
Robert Verdun
138,5 8,2
17 LAT Hildegarde Švarce
Eduards Gešels
149 7,5
18 EST Helene Michelson
Eduard Hiiop
161 6,8

Weltmeister 1935: Emília Rotter und László Szollás (HUN); Olympiasieger 1932: Andrée Brunet und Pierre Brunet (FRA). 13. Februar 1936

Der Wettbewerb bestand aus einer fünfminütigen Kür. Die Leistungen wurden von acht Wertungsrichtern, davon eine Dame, beurteilt. Diese war eine Finnin und wertete viel strenger als ihre Kollegen – wenn diese zur 5 oder gar 6 griffen, nahm sie 4,5; einmal wurde sie ausgepfiffen, als sie die Kanadier Bertram/Reburn nur mit 3,5 einschätzte (die Herren hatten 4,9 bis 5,3 gezogen).
Unter den 18 angetretenen Paaren befanden sich fünf Geschwisterpaare. Es fehlte das Schweizer Paar, die Geschwister Pierette und Paul Dubois, die in diesem Jahr erstmals Schweizer Meister geworden waren, aber als dieses Ergebnis feststand, war die Anmeldefrist für die Olympischen Spiele bereits verstrichen.
Maxi Herber und Ernst Baier wurden vor heimischen Publikum Olympiasieger. Baier hatte bereits im Einzellauf die Silbermedaille gewonnen, womit er nur einer von zwei Sportlern ist - und der einzige Mann, der bei ein und denselben Olympischen Spielen zwei Medaillen im Eiskunstlauf gewinnen konnte, sowohl im Einzellauf wie auch im Paarlauf.
Die Silbermedaille ging an die jungen Österreicher Ilse und Erik Pausin und Bronze (wie vier Jahre zuvor) an die Ungarn Emília Rotter und László Szollás.
Bis auf Erik Pausin, der das eventuelle Risiko einer Missdeutung durch die Jury eingegangen und in einem marineblauen Sakko angetreten war (allerdings war dies auch passender, denn seine Schwester trug ein himmelblaues Kostüm), traten die übrigen 17 Herren in Schwarz an. Fast die Hälfte hatte sich Walzer von Johann Strauss (Sohn) ausgesucht. Und wenn auch bei viermal die „Frühlingsstimmen“ zu hören waren, so wirklich frühlingsstimmenhaft klang es nur beim Wiener Paar Pausin.
Ausnahmen bildeten das deutsche Meisterpaar Baier/Herber mit einer eigenen, seltsamen Tonuntermalung, die sich wie eine kurze sinfonische Schöpfung anhörte und exakt auf den Vortrag abgestimmt war. Und die Kanadier Bertram/Reburn hatten einen schwermütigen, rotblütigen Tango gewählt.

Vier der 16 Paare stachen hervor: die Europameister Herber-Baier, das Wiener Geschwisterpaar Pausin und die beiden ungarischen Paare Rotter/Szollás und Szekrényessy. Diese vier zeigten Paarlaufen in einer Vollendung, wie man es wohl kaum je bei einer Welt- oder olympischen Meisterschaft gesehen hatte. Der letztes Jahr von Herber-Baier initiierte Stil, der auf Akrobatik in den Lüften verzichtet, dafür das Programm durch schwierige zusammen gelaufene Schrittkombinationen sowie getrennt gelaufene schwierige Figuren bereichert, hat stimulierend gewirkt. (Herber-Baier zeigten diesmal sogar die leicht als Akrobatik zu bewertende Todesspirale nicht.)
Es waren auf österreichischen Antrag neue Bestimmungen in die Wettkampfordnung aufgenommen worden, nach denen längeres Verlassen des Eises durch den Eigenpartner ohne eigene Kraft nicht gestattet war, und sämtliche Paare hielten sich an diese Neuerungen.
Rotter-Szollás liefen weiterhin die „alte Schule“, bewiesen aber, dass sie immer noch ganz hohe Klasse sind. Ihr fehlerfreier Vortrag von absoluter Harmonie hätte sich eine höhere Bewertung verdient.
Das US-Paar Vinson-Hill verkörperte wie Herber-Baier zwei hervorragende Einzelläufer, die auch in der Einzelkonkurrenz starteten. Sie liefen zwar das schwierigste Programm mit einzeln gesprungenen Axels, Rittberger, Salchow und Pirouetten, doch vermochten sie in der Reinheit der Ausführung und im Zusammenspiel lange nicht an die vier Spitzenpaare heranzureichen; sie wurden in der Ausführung mit einem Durchschnitt von 4,8 zu hoch eingestuft.[4][5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das Pflichtlaufen der Eiskunstläufer. In: Sport Zürich. Nr. 20 vom 12. Februar 1936, Seite 3, ab Spalte 3, unten.
  2. «Karl Schäfer erneut olympischer Meister» in «Sport Zürich» Nr. 23 vom 15. Februar 1936, Seiten 3 und 4
  3. «Sonjas dritte Goldmedaille» in «Sport Zürich», Nr. 24 vom 17. Februar 1936, Seite 4
  4. «Das olympische Paarlaufen» in «Sport Zürich», Nr. 22 vom 14. Februar 1936, Seiten 2 und 3
  5. «Im Zeichen der fünf Ringe» mit Untertitel «Olympisches Paarlaufen» in «Sport Zürich», Nr. 24 vom 17. Februar 1936, Seite 8.