Raiffeisen Bank International

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  Raiffeisen Bank International AG
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RBI-Zentrale in Wien, Foto Sabine Klimpt
Staat OsterreichÖsterreich Österreich
Sitz Wien 3
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN AT0000606306
Bankleitzahl 31000[1]
BIC RZBAATWWXXX[1]
Gründung 2010
Website www.rbinternational.com
Geschäftsdaten 2016[2]
Bilanzsumme 111,8 Mrd. EUR
Mitarbeiter 50.000
Geschäftsstellen 2.500
Leitung

Unternehmensleitung

Johann Strobl

Die Raiffeisen Bank International AG (RBI) ist die zweitgrößte österreichische Bank. Ihre Aktien notieren an der Wiener Börse. Knapp 59 % der Geschäftsanteile werden von den Raiffeisenlandesbanken gehalten, der Rest befindet sich im Streubesitz. Im Ranking der Top 1000 World Banks der Financial Times-Publikation "The Banker" vom Juli 2016 liegt die RBI nach Kapitalstärke auf Platz 149 und nach Bilanzsumme auf Platz 135.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die RBI entstand ursprünglich durch die Fusion der Kundengeschäftsfelder der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB) mit der Raiffeisen International Bank Holding AG. Die Fusion wurde am 11. Oktober 2010 mit der Firmenbucheintragung wirksam. Die RZB blieb unverändert das Spitzeninstitut der Raiffeisen Bankengruppe Österreich und die Konzernzentrale der RZB-Gruppe.

Mit einer Kapitalerhöhung an der Wiener Börse stockte die RBI im Jänner 2014 ihr Eigenkapital um 2,78 Milliarden Euro auf. Der Anteil der RZB an der RBI sank dabei von 78,5 auf 60,7 Prozent. Im Gegenzug stieg der Streubesitz von 21,5 auf 39,3 Prozent. Die Stärkung der Kapitalbasis sollte die Bank auf die strengen Kapitalvorschriften nach Basel III vorbereiten.[3] Die 2009 aufgenommenen 1,75 Milliarden Euro an staatlichem Partizipationskapital wurden am 6. Juni 2014 zurückgezahlt.[4]

2016 beschloss die RBI ein Transformationsprogramm zur Erhöhung ihres Kapitalpuffers, das zu einer Verbesserung der harten Kernkapitalquote (CET1 Ratio, fully loaded) auf 12 Prozent bis Ende 2017 führen sollte. Die geplanten Schritte sahen unter anderem den Verkauf der Banken in Polen und Slowenien sowie den Rückzug aus den USA und Asien vor. Neben der Kapitalstärkung sollte die Komplexität der Bank reduziert und ihr Risikoprofil verbessert werden.[5] Die Tochterbank in Slowenien wurde Mitte 2016 verkauft. Der Verkauf der Raiffeisen Polbank kam letztendlich im Dezember 2016 nicht zustande. Mit einer CET1 Ratio (fully loaded) von 13,6 Prozent erreichte die RBI dennoch bereits zum Jahresende 2016 – und somit ein Jahr vor Ablauf der selbst gesetzten Frist – ihr Kapitalziel.[6]

Im Jahr 2016 wurde weiters beschlossen, RZB und RBI zu verschmelzen. Die formelle Zustimmung erfolgte in der außerordentlichen Hauptversammlung am 24. Jänner 2017 (RZB: 23. Jänner 2017).[7] Mit dem Firmenbucheintrag am 18. März 2017 wurde die Verschmelzung rechtlich abgeschlossen. Die RBI übernahm dabei als Gesamtrechtsnachfolgerin zur Gänze die Rechte, Pflichten und Aufgaben der übertragenden Gesellschaft RZB.

Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die RBI ist in Österreich als Kommerz- und Investmentbank, in Zentral- und Osteuropa (CEE) als Universalbank tätig. Die Tochterbanken in CEE bieten ihren Kunden Dienstleistungen im Corporate-, Investment- und Retail-Banking an. Die überwiegende Mehrzahl der Kunden sind Privatkunden sowie Klein- und Mittelbetriebe.

Die RBI betrachtet Österreich und CEE als ihren Heimmarkt. 14 Märkte der Region werden durch Tochterbanken abgedeckt, darüber hinaus umfasst die Gruppe zahlreiche andere Finanzdienstleistungsunternehmen beispielsweise in den Bereichen Leasing, Vermögensverwaltung und Mergers and Acquisitions. Insgesamt betreuen rund 50.000 Mitarbeiter in 2.500 Geschäftsstellen 16,6 Millionen Kunden, der überwiegende Teil davon in Zentral- und Osteuropa (Stand: Mai 2017).

Filiale der Raiffeisen Bank Aval in Iwano-Frankiwsk, Ukraine
Anzahl der Geschäftsstellen der RBI in Mittel- und Osteuropa (per Ende 2016)[8]
Land Bank Geschäftsstellen
Albanien Raiffeisen Bank 81
Bosnien und Herzegowina Raiffeisen Bank Bosna i Hercegovina 98
Bulgarien Raiffeisenbank (Bulgaria) 138
Kosovo Raiffeisen Bank Kosovo 52
Kroatien Raiffeisenbank Austria 78
Polen Raiffeisen Polbank 299
Rumänien Raiffeisen Bank 480
Russland Raiffeisenbank 181
Serbien Raiffeisen banka 87
Slowakei Tatra banka 196
Tschechien Raiffeisenbank 142
Ukraine Raiffeisen Bank Aval 498
Ungarn Raiffeisen Bank 72
Weißrussland Priorbank 91

In Westeuropa und den USA betreibt die RBI eine Filiale in London und Repräsentanzen in Frankfurt, Paris, Stockholm und New York (wo auch ein Wertpapier-Broker operativ ist). In Asien ist die RBI mit Filialen in Beijing (mit einer Repräsentanz in Zhuhai) und Singapur sowie Repräsentanzen in Ho Chi Minh City, Hong Kong, Mumbai und Seoul vertreten.

Aktionärsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundkapital 893,59 Mio. Euro
Aktien 328,94 Mio. Stück[9]
Aktionäre Anteil
8 Raiffeisenlandesbanken 58,8 %
Streubesitz 41,2 %

Stand: März 2017

Beteiligungen der RBI (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Raiffeisen Centrobank AG
  • Kathrein Privatbank Aktiengesellschaft
  • Raiffeisen Kapitalanlage Ges.m.b.H.
  • Raiffeisen-Leasing Gesellschaft m.b.H.
  • Raiffeisen Factor Bank AG
  • Raiffeisen Bausparkasse Gesellschaft m.b.H.
  • Raiffeisen Wohnbaubank AG
  • Raiffeisen Informatik GmbH
  • Raiffeisen e-force GmbH
  • UNIQA Insurance Group AG
  • Valida Holding AG
  • Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Raiffeisen International Bank Holding – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Abfrage für BLZ 31000. In: SEPA-Zahlungsverkehrs-Verzeichnis der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). (Neuladen des Browsers erforderlich.)
  2. RBI-Geschäftsbericht 2016 [1] (PDF; 4,5 MB)
  3. RZB-Anteil sinkt nach RBI-Kapitalerhöhung auf 60,7 Prozent. In: DiePresse.com. 10. Februar 2014; abgerufen am 14. Februar 2014.
  4. HV beschließt Dividende von € 1,02 je Aktie – FMA bewilligt Rückzahlung des PS Kapitals. 4. Juni 2014; abgerufen am 26. Juni 2014.
  5. http://www.rbinternational.com/eBusiness/01_template1/826124957350877869-826099894069199559-1051425299273150361-NA-1-NA.html
  6. Raiffeisen Bank International AG: 15.03.2017 - 2016: Raiffeisen Bank International erwirtschaftet Konzernergebnis von € 463 Millionen - Raiffeisen Bank International AG. In: Raiffeisen Bank International AG. (rbinternational.com [abgerufen am 5. Juli 2017]).
  7. Fusion von RZB und RBI "im Grundsatz" beschlossen im Standard vom 5. Oktober 2016 abgerufen am 6. Oktober 2016
  8. Geschäftsbericht 2016 (PDF, S. 16)
  9. RBI-Aktie. Website RBI, abgerufen am 22. Mai 2017.