Saint-Sulpice-de-Mareuil

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Saint-Sulpice-de-Mareuil
Saint-Sulpice-de-Mareuil (Frankreich)
Saint-Sulpice-de-Mareuil
Gemeinde Mareuil en Périgord
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Koordinaten 45° 28′ N, 0° 30′ OKoordinaten: 45° 28′ N, 0° 30′ O
Postleitzahl 24340
ehemaliger INSEE-Code 24503
Eingemeindung 1. Januar 2017

Die romanische Kirche Saint-Sulpice

Die ehemalige französische Gemeinde Saint-Sulpice-de-Mareuil, okzitanisch Sent Soplesí de Maruelh, liegt im Nordwesten des Départements Dordogne in der Region Aquitanien. Sie hatte zuletzt 118 Einwohner (Stand 1. Januar 2013) und war bis zu dessen Auflösung im März 2015 eine der 14 Gemeinden des Kantons Mareuil, danach gehörte sie zum Kanton Brantôme. Ihr Gemeindegebiet bildete ferner einen integralen Bestandteil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin. Saint-Sulpice-de-Mareuil ist ein Ortsteil der Gemeinde Mareuil en Périgord.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Sulpice, okzitanisch Sent Soplesí(s), leitet sich ab vom Heiligen Sulpicius (Sanctus Sulpicius).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Sulpice-de-Mareuil liegt vier Kilometer ostnordöstlich von Mareuil und 14 Kilometer westsüdwestlich von Nontron entfernt (Luftlinie).

Die Gemeinde wurde von folgenden Nachbargemeinden umgeben:

Die Gemeinde Saint-Sulpice-de-Mareuil bestand neben dem Ortskern aus folgenden Weilern, Gehöften, Schlössern, einer Mühle und einer Schmiede:

Château de Bonrecueuil, Château La Faye, Château Lavergne (bzw. la Vergne), Corneuil, Daunières, Faucharias, La Ferme (de Lavergne), La Forge de Rudeau, La Gonterie, La Roderie, La Roussie, Lâge, Lameau, Le Genet, Le Moulin de Connezac, Le Pout (Poût), Piacaud und Pommier.

Die Nordgrenze der Gemeinde zu Rudeau-Ladosse wurde von der nach Westen fließenden Nizonne gebildet. Linke Seitenarme der Nizonne sind ein kleines Tal, das südlich von Rudeau in die Nizonne mündet. Es entspringt an der Südostgrenze bei Le Genet und fällt saisonbedingt trocken. Weiterhin entspringt ein kleinerer Seitenarm südlich vom Ortskern und mündet kurz vor der Mühle Le Moulin de Connezac in die Nizonne. Ein kleines Trockental bildet schließlich die Nordwestgrenze zu Puyrenier. Zwei weitere kleine Trockentäler gibt es in der Nähe des Weilers La Roderie. All diese Täler sind nach Norden zur Nizonne hin ausgerichtet.

Der topographisch tiefste Punkt im Gemeindegebiet von Saint-Sulpice-de-Mareuil lag mit 115 Metern über dem Meer an der Nizonne bei Champellat (Gemeinde Puyrenier) an der Nordwestecke, der höchste Punkt mit 225 Metern befand sich südlich von Lâge an der Südgrenze zu Vieux-Mareuil. Die absolute Höhendifferenz betrug 110 Meter. Die Gemeinde nahm somit die Nordseite eines leicht nach Norden zur Nizonne hin abfallenden Höhenrückens ein.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die frühere Gemeinde Saint-Sulpice-de-Mareuil wird in seiner Gesamtheit von flachliegenden Sedimenten des nördlichen Aquitanischen Beckens unterlagert. Die Sedimente fallen maximal mit bis zu 8 ° nach Südsüdwest ein und gehören strukturell noch zum Nordflügel der Combiers-Saint-Crépin-de-Richemont-Synklinale. Älteste aufgeschlossene Formation ist das Turonium, genauer die Angoulême-Formation des Angoumiens. Sie besteht aus resistenten Rudistenkalken, die im Gelände oft eine morphologische Schichtrippe bilden. Auf das Angoumien folgen die recht harten Fossilkalke des Coniaciums. Das Coniacium führt meist sandige Kalke und Feinsande an seiner Basis und schließt mit Austernkalken. Der Ortskern von Saint-Sulpice-de-Mareuil ist auf Coniacium erbaut. Über das Coniacium legt sich Santonium, beginnend mit dem Untersanton (graue, plattige, glaukonithaltige Kreidekalke). Die Oberkreidesedimente enden mit dem Mittel- und Obersanton − mergelige Kalke mit Austernschill sowie siltige, glaukonithaltige Kalke und zum Schluss Sande. Die südlichen Höhenlagen werden von Kolluvium verhüllt, das aus den Sanden des Obersantons hervorgegangen ist (Formation ACC). Die Umlagerung dieser Alterite erfolgte während des Pleistozäns. Das linke, Rudeau gegenüber liegende Seitental wird von Würm-zeitlichen Hangschutt verfüllt. Die Sedimente in den Talauen der Nizonne stammen aus dem Holozän.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss Château de la Vergne

Ältestes erhaltenes Bauwerk in Saint-Sulpice-de-Mareuil ist die romanische Ortskirche aus dem 12. Jahrhundert. Das Schloss Château de la Vergne wurde im 15. Jahrhundert erbaut. Das Château de la Faye geht auf das 16. Jahrhundert zurück.

Die Gemeinde Saint-Sulpice-de-Mareuil schloss sich am 1. Januar 2017 mit Champeaux-et-la-Chapelle-Pommier, Les Graulges, Léguillac-de-Cercles, Mareuil, Monsec, Puyrenier, Beaussac und Vieux-Mareuil zur neuen Gemeinde Mareuil en Périgord zusammen.

Bevölkerungsentwicklung der ehemaligen Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Saint-Sulpice-de-Mareuil
Jahr Einwohner Einwohner im Kanton
in Prozent
Einwohnerdichte


1962 205 4,5 18,1/km²
1968 170 4,0 11,4/km²
1975 137 3,4 12,1/km²
1982 128 3,3 11,3/km²
1990 131 3,5 11,5/km²
1999 114 3,3 10,0/km²
2004 112 9,9/km²
2006 114 3,2 10,0/km²
2008 121 3,4 10,7/km²

Quelle: INSEE[1] Die Bevölkerungszahlen in Saint-Sulpice-de-Mareuil waren bis 2004 stark rückläufig, erholen sich aber seitdem wieder etwas. Der Verlust an Bevölkerung war deutlicher als im restlichen Kanton Mareuil.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Château de la Faye
  • Romanische Kirche Saint-Sulpice, seit 1948 Monument historique;das Eingangsportal befindet sich auf der Südseite
  • Château de la Vergne aus dem 15. und 17. Jahrhundert; mit Taubenturm
  • Château de la Faye aus dem 16. und 18. Jahrhundert; mit Kreuz aus dem 17. Jahrhundert, welches als Monument historique ausgewiesen ist
  • Château de Beaurecueil

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ortskern von Saint-Sulpice-de-Mareuil führt die D 708 von Nontron nach Mareuil. Die D 93 verläuft vom Ortskern aus in südlicher Richtung nach Vieux-Mareuil. Vom Ortskern geht ferner eine Kommunalstraße aus, welche beim Schloss Château de la Vergne die Nizonne überquert und dann über Ladosse weiter nach Beaussac zieht. Eine andere Kommunalstraße erreicht La Chapelle-Pommier im Osten.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Saint-Sulpice-de-Mareuil auf der Website des Insee

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saint-Sulpice-de-Mareuil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien