Vieux-Mareuil

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Vieux-Mareuil
Wappen von Vieux-Mareuil
Vieux-Mareuil (Frankreich)
Vieux-Mareuil
Gemeinde Mareuil en Périgord
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Koordinaten 45° 26′ N, 0° 30′ OKoordinaten: 45° 26′ N, 0° 30′ O
Postleitzahl 24340
ehemaliger INSEE-Code 24579
Eingemeindung 1. Januar 2017

Die Kirche von Vieux-Mareuil

Die französische Gemeinde Vieux-Mareuil, okzitanisch Vielh Maruelh, liegt im Nordwesten des Départements Dordogne in der Region Aquitanien. Sie hatte zuletzt 347 Einwohner (Stand 1. Januar 2013) und war bis zu dessen Auflösung im März 2015 eine der 14 Gemeinden des Kantons Mareuil, danach gehörte sie zum Kanton Brantôme. Ihr Gemeindegebiet bildete ferner einen integralen Bestandteil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin. Vieux-Mareuil ist ein Ortsteil der Gemeinde Mareuil en Périgord.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vieux-Mareuil, okzitanisch Vielh Maruelh, leitet sich ab von der gallischen Wortwurzel mare (groß) und der Endung -ialo (Rodung, Lichtung). Der Zusatz vieux (alt) weist darauf hin, dass die Gemeinde älter ist als die Neugründung Mareuil. Eine andere Hypothese beruft sich auf den römischen Funktionär Lucius Marullus, der hier eine Villa gehabt haben soll.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Château de Chavaroche

Vieux-Mareuil liegt 13 Kilometer nordwestlich von Brantôme und vier Kilometer südöstlich von Mareuil (Luftlinie).

Die Gemeinde Vieux-Mareuil wurde von folgenden Nachbargemeinden umgeben:

Vieux-Mareuil war flächenmäßig die größte Gemeinde im Kanton Mareui, rangiert aber in Einwohnerzahlen nur an dritter Stelle.

Neben dem Ortskern bestand die Gemeinde aus folgenden Weilern, Gehöften, Schlössern und einer Mühle:

Brégnac, Chanet, Chanet de la Lande, Chavaroche bzw. Chaveroche, Chez Nardonnet, Chez Noaillac, Fronsac, Fougères, Grange Neuve, L'Étang Bleu, La Beynichie, La Chassagne, La Férédie, La Jardonnie, La Pointerie, La Roussie, La Salle, Le Maupas, Les Chambarrières, Les Combettes, Les Coufourches, Leycoussey, Maraf(f)y, Montozon, Moulin du Roc und Rouchatoux.

Das vormalige Gemeindegebiet von Vieux-Mareuil wird von der Belle entwässert, die von Monsec aus in westlicher bzw. nordwestlicher Richtung zur Nizonne hin abfließt. Ein rechter Nebenfluss der Belle ist der von Nordosten kommende Ruisseau de l'Étang Rompu, der in seinem Oberlauf noch als Ruisseau de Fongenade bezeichnet wird. Der Bach ist zu mehreren Weihern aufgestaut und mündet kurz vor dem Ortskern in die Belle; von Marafy eilt ihm ein kleiner linker Seitenarm entgegen. In der Nähe von La Roussie entspringt ferner ein kleiner rechter Seitenarm, der an der Westgrenze in die Belle mündet.

Linksseitig besitzt die Belle nur nach Norden gerichtete Trockentäler als Nebenarme (die drei Täler von Badaillac – Ostgrenze zu Monsec –,Brégnac und Les Coufourches). Die Combe de l’Autel, anfangs ebenfalls noch ein Trockental, bildet einen Teil der Westgrenze zu Mareuil. Es entwässert gen Nordwest nach Mareuil.

Der topographisch tiefstgelegene Punkt mit 109 Metern über dem Meer lag im Nordwesten an der Belle, die hier das vormalige Gemeindegebiet verlässt. Der höchste Punkt erreichte 226 Meter an der Nordostecke zu La Chapelle-Pommier. Die maximale Höhendifferenz betrug somit 117 Meter.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Untergrund von Vieux-Mareuil besteht vollständig aus mehr oder weniger flachliegenden (Einfallswinkel von 4° nach Süd) Sedimenten des nordöstlichen Aquitanischen Beckens. Älteste aufgeschlossene Formation ist das Cenomanium, anstehend entlang der Belle an der Westgrenze zu Mareuil. Es besteht aus austern-haltigen, grünen Mergeln, Feinsanden und sandigen Alveolinenkalken. Darüber folgen die knolligen Kreidekalke des Ligériens, die auch den Ortskern unterlagern. Das Ligérien säumt beide Flussseiten entlang der Belle und erstreckt sich bis zur Ostgrenze mit Monsec. Die beiden Hänge des Belletals werden von resistenten Rudistenkalken des Angoumiens (Turonium) aufgebaut, bestehend aus der steilwand-bildenden Angoulême-Formation und dem Oberturon. Anschließend folgen die harten Fossilkalke des Coniaciums, die einen Großteil des südlichen Gemeindegebiets einnehmen; auch auf dem nördlichen Höhenzug sind sie zugegen, werden aber gegen Norden von der Mareuil-Störung abgeschnitten. Auf das Coniacium legt sich Untersanton – graue, glaukonit-führende Kalke, zu sehen an der Südgrenze und unmittelbar nördlich der Mareuil-Störung. Die Oberkreide endet im Norden mit Austernschill enthaltenden Kalkmergeln des Mittel- und Obersantons. Weite Geländeabschnitte im Norden werden schließlich von pleistozänen Hüllsedimenten (Kolluvium) verdeckt, welche aus sandigen Lagen des Santons hervorgegangen sind (Formation ACC auf der geologischen Karte).

Die Trockentäler sind auf Karsterscheinungen im Turon zurückzuführen.

Vieux-Mareuil liegt direkt auf dem Ostausläufer der Mareuil-Antiklinale, die gen Ostsüdost abtaucht. Die Nordflanke der Antiklinale wird von der ostnordost-streichenden Mareuil-Störung durchschlagen, die den südlichen Schichtverband um rund 50 Meter angehoben hat.

Die Angoulême-Formation war einst ein geschätzter Baustein und wurde in mehreren Steinbrüchen bei Moulin du Roc abgebaut. Residuell oberhalb des Turons aufliegender Sidérolithique (Eozän) wurde auf seinen Eisengehalt hin abgeschürft (nordöstlich von Chavaroche).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Château de Chanet

Die Anwesenheit des Menschen in der Gemeinde Vieux-Mareuil geht bis ins Magdalénien zurück, belegt durch Funde in der Fronsac-Höhle. Während der Römerzeit befand sich im Ortskern eine Villa, bestätigt durch Mosaikfunde. Auch Überreste aus der gallorömischen und der merowingischen Epoche sind vorhanden. Die Existenz der Pfarrei von Vieux-Mareuil ist für das Jahr 800 gesichert. Von der ursprünglich recht großen Pfarrei (mit Sitz eines Erzpriesters) wurden später die neuen Pfarreien Saint-Pardoux, Saint-Priest und Saint-Sulpice abgetrennt. Die Ortskirche Saint-Pierre-ès-Liens wurde im 12. Jahrhundert errichtet. Zur gleichen Zeit gründete der weltliche Herrscher, der Baron von Mareuil, sein Schloss unweit von Saint-Priest im 5 Kilometer entfernten Mareuil. Der Zusatz Vetus (alt) taucht zum ersten Mal im 13. Jahrhundert auf, um den Ort von der benachbarten Seigneurie in Mareuil unterscheiden zu können. Im Verlauf des 15. Jahrhunderts wurde mit dem Bau zweier der Schlösser, dem Château de Chanet und dem Château de Chaveroche, begonnen. Der Herrensitz Manoir de Fronsac entstand im 17. Jahrhundert, ihm folgte im 18. Jahrhundert ein weiteres Schloss, das Château de Maraffy. Die einstige kirchliche Sonderstellung der Pfarrei von Vieux-Mareuil ging mit der Französischen Revolution und anschließend mit dem Konkordat von 1801 endgültig verloren. Der Nachbarort Mareuil wurde damals als Sitz des Kantons auserkoren.

Die Gemeinde Vieux-Mareuil schloss sich am 1. Januar 2017 mit Champeaux-et-la-Chapelle-Pommier, Les Graulges, Léguillac-de-Cercles, Mareuil, Monsec, Puyrenier, Saint-Sulpice-de-Mareuil und Beaussac zur neuen Gemeinde Mareuil en Périgord zusammen.

Bevölkerungsentwicklung der ehemaligen Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Vieux-Mareuil
Jahr Einwohner Einwohner im Kanton
in Prozent
Einwohnerdichte


1962 425 9,3 15,7/km²
1968 393 9,4 14,6/km²
1975 398 9,9 14,7/km²
1982 384 10,0 14,2/km²
1990 350 9,4 13,0/km²
1999 342 10,0 12,7/km²
2006 331 9,4 12,3/km²
2007 329 12,2/km²
2008 327 9,2 12,1/km²

Quelle: INSEE[1]

Die Bevölkerungsentwicklung in Vieux-Mareuil war generell rückläufig, ganz im Einklang mit der Entwicklung im Kanton Mareuil.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Château de Maraffy
Der Herrensitz Manoir de Fronsac
  • Die Fronsac-Höhle aus dem Magdalénien. Seit 1997 Monument historique. Für Besucher geschlossen.
  • Der Abri Roc de Rappe mit Klause
  • Die romanische Ortskirche Saint-Pierre-ès-Liens aus dem 12. Jahrhundert, Monument historique
  • Das Château de Chanet, Monument historique. 15. Jahrhundert
  • Das Château de Chaveroche, 15. Jahrhundert
  • Der Herrensitz Manoir de Fronsac, 17. Jahrhundert
  • Das Château de Maraffy, 18. Jahrhundert

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ortskern von Vieux-Mareuil verläuft die Hauptverkehrsader D 939 von Angoulême nach Périgueux. Ferner quert die von Norden, aus Saint-Sulpice-de-Mareuil kommende D 93; sie führt in Südrichtung weiter nach Léguillac-de-Cercles. Die D 708 von Nontron nach Mareuil kann neben der D 93 auch über eine Kommunalstraße erreicht werden, welche am Château de Chaveroche und am Manoir de Fronsac vorbeizieht. Die im Süden verlaufende D 100 E von Gout-Rossignol nach Léguillac-de-Cercles kann über eine am Weiler Brégnac vorbeiführende Kommunalstraße angesteuert werden.

Fernwanderweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der von Léguillac-de-Cercles kommende Fernwanderweg GR 36 zieht durch das südwestliche vormalige Gemeindegebiet von Vieux-Mareuil. Er setzt sich dann über Mareuil nach La Rochebeaucourt-et-Argentine fort.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vieux-Mareuil auf der Website des Insee

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Vieux-Mareuil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien