Beaussac

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Beaussac
Beaussac (Frankreich)
Beaussac
Gemeinde Mareuil en Périgord
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Koordinaten 45° 30′ N, 0° 30′ OKoordinaten: 45° 30′ N, 0° 30′ O
Postleitzahl 24340
ehemaliger INSEE-Code 24033
Eingemeindung 1. Januar 2017

Der Ortskern von Beaussac aus Südwesten

Die ehemalige französische Gemeinde Beaussac, okzitanisch Baussat, mit zuletzt 179 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) lag im Nordwesten des Départements Dordogne in der Region Aquitanien. Sie gehörte zum Kanton Brantôme (bis 2015 zum Kantons Mareuil). Ihr Gemeindegebiet bildete ferner einen integralen Bestandteil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin. Baussat ist ein Ortsteil der Gemeinde Mareuil en Périgord.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beaussac liegt im Périgord, acht Kilometer nordwestlich von Mareuil und 13 Kilometer westsüdwestlich von Nontron entfernt (Luftlinie). Die Gemeinde Beaussac wurde von folgenden Nachbargemeinden umgeben:

Beaussac war Grenzgemeinde zum Département Charente.

Neben dem Ortskern bestand die Gemeinde aus folgenden Weilern, Gehöften, Mühlen, Schlössern und einer Ziegelei: Aucors, Bretanges, Château d’Aucors, Château de Bretanges, Château de Poutignac, Coulouniex, Donzac, Grosse Pierre, La Côte, La Papetterie (verfallen), La Petite Garde (verfallen), Lagarde, Le Moulin à Vent, Le Moulin de Puyloubard, Le Repaire, Maconty, Marat, Plambeau, Poutignac, Pronchère, Pouffon, Puyloubard und Tuilière de Lagarde.

Hauptfluter der früheren Gemeinde ist die nach Westen fließende Nizonne, welche die Südwestgrenze zu Puyrenier bildet. Sie empfängt am Pont du Râteau als rechten Nebenfluss den Ruisseau de Beaussac – Südostgrenze zu Rudeau-Ladosse. Bei Le Moulin de Puyloubard verlässt die Nizonne das Gemeindegebiet; sie nimmt an diesem Tripelpunkt als weiteren rechten Nebenfluss den Ruisseau de Bretanges auf – Westgrenze zu Les Graulges. Dieser Bach fließt in Südwestrichtung; zirka einen Kilometer vor seiner Mündung in die Nizonne kommt ihm aus Nordwesten ein kleiner, rechter Seitenarm entgegen (Grenzbach zu Les Graulges).

Der topographisch tiefste Punkt im vormaligen Gemeindegebiet von Beaussac mit 105 Metern über dem Meer befindet sich an der Nizonne in der Südwestecke. Der höchste Punkt mit 224 Metern liegt im Nordwesten. Der maximale Höhenunterschied beträgt 119 Meter. Die frühere Gemeinde Beaussac enthält ausgedehnte Waldungen, die rund 75 % des Gemeindegebietes bedecken (Bois de Beaussac und Ostteil des Forêt Domaniale de la Mothe-Clédou).

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das frühere Gemeindegebiet Beaussacs liegt ausschließlich auf flachliegenden Sedimenten des nördlichen Aquitanischen Beckens. Strukturell gehören diese zum Nordflügel der Combiers-Saint-Crépin-de-Richemont-Synklinale. Älteste aufgeschlossene Formation sind die kryptokristallinen Kalke des Oberbathons. Sie stehen im äußersten Norden an der Grenze zu Charras, Combiers und Hautefaye an. Darüber folgt Oxfordium – eine Wechselfolge aus feinkörnigen, weißen, kreidigen Kalken und beigen Oolithkalken. Über das Oxfordium ging die Transgression des Cenomaniums hinweg. Das Cenomanium besteht aus grünen, austernführenden Mergeln, aus Feinsanden und aus sandigen Alveolinenkalken. Es ist bei Pouffon, Lagarde und Donzac zu sehen. Nächsthöheres Schichtglied sind die plattigen, teils flaserigen Kreidekalke des Ligériens (Unterturon). Es säumt die beiden Seitenäste des Ruisseau de Bretanges und die rechte Talseite des Ruisseau de Beaussac beim Ortskern von Beaussac. Es folgt das Angoumien mit der im Gelände nicht zu verwechselnden Schichtrippe der ‘’Angoulême-Formation’’ (Rudistenkalke) an seiner Basis. Das Angoumien ist auf der rechten Talseite der Nizonne anstehend. Das Untere Angoumien tritt um den Ortskern ausnahmsweise in seiner kalkarenitischen Fazies auf. Letztes aufgeschlossenes Schichtglied der Oberkreideformationen sind dann die harten Fossilkalke des Coniaciums, aufgeschlossen bei Aucors, Pronchère und Puyloubard.

Die Jura- und Oberkreidesedimente werden im Bereich des Bois de Beaussac und des Forêt Domaniale de la Mothe-Clédou von alttertiärem Kolluvium verhüllt, welches während des Pleistozäns umgelagert wurde (Formationen AC und ACF). Kleine Reste von alluvialen Schottern des Pliozäns sind im Norden und Nordwesten des Ortskerns erhalten. Die Sedimentfüllung in der Talaue der Nizonne stammt aus dem Holozän.

Südwestlich des Ortskerns entlang des Ruisseau de Beaussac queren drei ostsüdoststreichende Störungen, die zu einem Verkippen des Schichtverbandes geführt haben (so wurde im mittleren der drei Blöcke beispielsweise die gewöhnlich mit 3° nach Südwest einfallende Sedimentserie auf bis zu 30° verstellt, gleichzeitig wurde die Streichrichtung nach Südost verdreht). Die Störungszone von Beaussac steht sehr wahrscheinlich mit der etwas weiter gen Südwest auftauchenden Mareuil-Antiklinale in genetischer Verbindung.

Tonlagen im Oberen Cenomanium wurden einst als Rohstoff für Ziegeleien bei La Tuilière de Lagarde und Maconty abgebaut.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das älteste erhaltene Bauwerk in Beaussac ist die romanische Ortskirche Saint-Étienne aus dem 12. Jahrhundert. Im 15. Jahrhundert wurden die beiden Schlösser Château d'Aucors und Château de Poutignac errichtet. Das Schloss Château de Bretanges stammt aus dem 17. Jahrhundert.

Der Ort wird auf der Cassini-Karte von 1756 bis 1789 noch als Beaussat bezeichnet. 1793 wird sie als Baussac erwähnt, um dann 1801 erneut als Beaussat geführt zu werden.

Die Gemeinde Beaussac schloss sich am 1. Januar 2017 mit Champeaux-et-la-Chapelle-Pommier, Les Graulges, Léguillac-de-Cercles, Mareuil, Monsec, Puyrenier, Saint-Sulpice-de-Mareuil und Vieux-Mareuil zur neuen Gemeinde Mareuil en Périgord zusammen.

Bevölkerungsentwicklung der ehemaligen Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Beaussac
Jahr Einwohner Einwohner im Kanton
in Prozent
Einwohnerdichte


1962 281 6,1 15,6/km²
1968 254 6,0 14,1/km²
1975 224 5,5 12,4/km²
1982 203 5,3 11,2/km²
1990 212 5,7 11,7/km²
1999 187 5,5 10,3/km²
2004 197 10,9/km²
2006 191 5,4 10,6/km²
2008 187 5,3 10,3/km²

Quelle: INSEE[1]

Die Bevölkerungszahlen in Beaussac sind unter leichten Fluktuationen generell rückläufig, der Rückgang ist etwas deutlicher als im restlichen Kanton Mareuil.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Beaussac ist seit 2008 der zur Divers gauche zählende Landwirt Éric Charron.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die romanische Ortskirche Saint-Étienne aus dem Zwölften und Dreizehnten Jahrhundert. Die Kirche ist seit 1948 Monument historique. In ihr befindet sich die Ehrenbank der ortsansässigen Adelsfamilie, seit 1963 ebenfalls Monument historique.
  • Das Schloss Château d'Aucors aus dem Fünfzehnten und Siebzehnten Jahrhundert.
  • Das Schloss Château de Poutignac aus dem Fünfzehnten, Sechzehnten und Achtzehnten Jahrhundert.
  • Das Schloss Château de Bretanges aus dem Siebzehnten Jahrhundert.
  • Die russisch-orthodoxe Heilandskirche im Weiler Puyloubard.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortskern von Beaussac liegt an der D 93 von Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert nach Mareuil. Im Ortskern trifft auch die D 82 aus dem weiter im Osten gelegenen Rudeau ein; sie bindet bei Rudeau an die D 708 von Nontron nach Mareuil an. Vor der Überquerung der Nizonne beim Pont du Râteau zweigt von der D 93 nach rechts die D 87 ab sie folgt der rechten Talseite der Nizonne bis Les Graulges und weiter nach Combiers und La Rochebeaucourt. Über die D 104 kann vom Ortskern aus Charras im Nordwesten erreicht werden. An der Mündung des Ruisseau de Bretanges in die Nizonne zweigt ferner eine Kommunalstraße von der D 87 in Richtung Nordost nach Hautefaye ab.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Beaussac auf der Website des Insee

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]