Schleswig-Holsteinischer Fußballverband

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Schleswig-Holsteinischer Fußballverband
Gegründet 30. August 1947
Präsident Hans-Ludwig Meyer
Adresse Winterbeker Weg 49
24114 Kiel
Meister Herren Eutin 08
Pokalsieger Herren Holstein Kiel
Meister Frauen SV Henstedt-Ulzburg II.
Pokalsieger Frauen Holstein Kiel
Übergeordneter Verband Norddeutscher Fußballverband
Untergeordnete Verbände 12 Kreisfußballverbände
Region Karte-DFB-Regionalverbände-SH.png
Vereine (ca.) 585
Mitglieder (ca.) 184.551
Mannschaften (ca.) 5.046
*Stand: 2017[1]
Homepage www.shfv-kiel.de

Der Schleswig-Holsteinische Fußballverband (SHFV) wurde am 30. August 1947 gegründet und ist heute einer der 21 Landesverbände des DFB. Sein tatsächliches Gebiet ist kleiner als das des gleichnamigen Bundeslandes.[2] Der SHFV ist die Dachorganisation von derzeit 585 Fußballvereinen in Schleswig-Holstein mit 184.551 Mitgliedern und 5.046 Mannschaften.[1] Die beiden letztgenannten Zahlen zeigen seit einigen Jahren wieder steigende Tendenz. Dennoch gibt es im Männerbereich besonders in den nördlichen Kreisen zahlreiche Spielgemeinschaften, die kleinere Vereine miteinander gebildet haben. Der Verband selbst ist ein eingetragener Verein und Mitglied im NFV. Er betreibt auch den Uwe Seeler-Sportpark in Malente-Gremsmühlen (ehemals „Verbandssportschule Malente“).

Sitz des SHFV ist Kiel. An der Spitze des Verbandes steht derzeit Hans-Ludwig Meyer als Präsident. Seine Vorgänger Peter Ehlers († 2017) und Erdmann Fischer wurden Ehrenpräsidenten des Verbandes. Im Zuge einer Strukturreform hat sich zum 1. Juli 2017 die Führungsstruktur geändert. Statt der bisherigen zwei Vizepräsidenten umfasst die Führungsspitze des Verbandes jetzt insgesamt sechs Vizepräsidenten bzw. Vizepräsidentinnen. Neben den bereits amtierenden Uwe Döring (künftig Qualifizierung und Soziales) und Stephan Grunwald (Finanzen) sind dies: Tim Wind (Zukunftsentwicklung), Sabine Mammitzsch (Spielbetrieb), Kati Krohn (Jugend und jungtes Ehrenamt) und Sönke Anders (Kreisbelange). Gemeinsam mit der hauptamtlichen Geschäftsführung bildet dieser Kreis das geschäftsführende Präsidium, welches das bisherige Präsidium ersetzt.

Das Verbandsgebiet war bis 2012 in 14 Kreise unterteilt, die weitgehend den politischen Kreisen des Landes Schleswig-Holstein entsprachen: Die vier kreisfreien Städte Kiel, Lübeck, Neumünster und Flensburg bildeten - teilweise mit fußballerisch eingemeindeten Umlandvereinen - ebenso je einen Kreisfußballverband wie die Flächenkreise Nordfriesland, Schleswig, Rendsburg-Eckernförde, Plön, Dithmarschen, Steinburg, Segeberg, Ostholstein, Stormarn und Herzogtum Lauenburg. Hingegen gehören die Vereine aus dem Kreis Pinneberg traditionell zum Hamburger Fußball-Verband, der auch zahlreiche Mitgliedsvereine in den südlichen Teilen von Stormarn (z. B. Voran Ohe), Lauenburg (z. B. TuS Dassendorf) und Segeberg (z. B. Eintracht Norderstedt) hat.

Die bis zum 30. Juni 2008 bestehende Ebene der vier Bezirke (Ost, Nord, West, Süd) war im Zuge einer damaligen Strukturreform ersatzlos gestrichen worden.

Im Sommer 2012 fusionierten die Kreisverbände von Flensburg und Schleswig miteinander, so dass der SHFV nur noch in 13 Kreise gegliedert war. Dementsprechend reduzierte sich die Zahl der Kreisligen auf 12 (Dithmarschen und Steinburg unterhielten bereits die gemeinsame Keisliga West). Ab der Saison 2014/15 waren es nur noch 11, da nunmehr auch Stormarn und Lauenburg eine gemeinsame Kreisliga bildeten[3].

Am 1. Juli 2017 schlossen sich Dithmarschen und Steinburg zum KFV Westküste zusammen, was die Zahl der Kreisverbände auf 12 vermindert hat.[4] Demgegenüber gibt es nur noch acht Kreisligen, bei deren Zuschnitt die Grenzen der Kreisverbände nicht mehr ausschlaggebend sind (siehe unten: Ligasystem).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Verband Kieler Ballspiel-Vereine entstand 1903. Er schloss sich zwei Jahre später mit fünf anderen zum Norddeutschen Fußball-Verband zusammen und wurde zum Bezirk Holstein innerhalb desselben. Ab 1907 gab es daneben einen Bezirk Schleswig - hervorgegangen aus dem vorher eigenständigen Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verband von 1906 - und ab 1910 einen Bezirk Lübeck, der später mit Mecklenburg-Schwerin zusammengelegt wurde. Da die Vereine aus Altona, Wandsbek und umliegenden Orten von Beginn an bei Hamburg spielten und die aus Nordschleswig dem NFV fernblieben, war Schleswig-Holstein – im Gegensatz zur politisch-historischen Präambel – im Fußball keineswegs „ungedeelt“.

Erst 1921/22 spielten erstmals Vereine aus beiden Landesteilen gemeinsam im Nordkreis der sechsgleisigen regionalen Liga. Im Rahmen der NFV-Strukturreform 1922 entstand der Kreis (später Bezirk) Schleswig-Holstein; die höchste Liga hieß zunächst Nordkreisliga, ab 1923 (zweigleisig) Bezirksliga Schleswig-Holstein und von 1929 bis 1933 Oberliga Schleswig-Holstein. Der Bezirk blieb auch nach 1933 zunächst unverändert, was sein Gebiet betraf. Er gehörte aber nun zum Gau Nordmark (der NFV war aufgelöst) und wurde 1936, wie die anderen beiden Bezirke, ganz aufgelöst. Angehört hatten ihm zuletzt auch die Vereine aus Lübeck und Umgebung, die spieltechnisch aber noch bis 1937 mit Mecklenburg verbandelt waren.

Im selben Jahr erging das Groß-Hamburg-Gesetz, das sich indirekt auch auf den Fußball auswirkte: Nunmehr mussten die Vereine aus dem südlichen Stormarn und Lauenburg sowie aus dem Rest-Kreis Pinneberg, die in Hamburgs Ligen spielten, dort ausscheiden und wurden - wie auch Lübeck - in die schleswig-holsteinische Ligastruktur eingegliedert. Bereits im November 1937 durften aber sieben Vereine nach Hamburg zurückkehren und am Saisonende wurde die gesamte Maßnahme zurückgenommen. Holsatia Elmshorn hatte auf Grund jener Anordnung 1937/38 in der Bezirksklasse von Schleswig-Holstein gespielt.

Nach der Auflösung des Sportbereiches Nordmark gab es von 1942 bis Kriegsende den Sportgau Schleswig-Holstein (der dem früheren Bezirk inklusive Lübeck entsprach) mit der Gauklasse Schleswig-Holstein. Die Britische Militärregierung lizenzierte dann den Landessportverband Schleswig-Holstein e. V., aus dessen Sparte Fußball der SHFV hervorging.

Ligasystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die oberste Liga im SHFV - die 5. von ganz oben - hieß bis zum Sommer 2017 Schleswig-Holstein-Liga und vorher Verbandsliga Schleswig-Holstein. Darunter gab es vier Verbandsligen (Nord-West, Nord-Ost, Süd-West, Süd-Ost). Die 3. (von ganz oben: 7.) Liga war die Kreisliga. Nach dem Zusammenschluss zum neuen KFV Schleswig-Flensburg hatten zuletzt elf Fußballkreise jeweils eigene Kreisligen, die Kreise Dithmarschen und Steinburg bildeten gemeinsam eine Kreisliga (bis 2011 taten das auch Lübeck und Lauenburg, ab 2014/15 ebenso Lauenburg und Stormarn), so dass es zuletzt insgesamt elf Kreisligen gab.

Die verschlankte Struktur bestand erst seit dem 1. Juli 2008. Mit der Auflösung der Bezirke ging im genannten Jahr eine Spielklassenreform einher. Aus den bisherigen vier Bezirksoberligen wurden vier Verbandsligen. Gleichzeitig wechselten die Vereine der Kreise Neumünster, Segeberg und Dithmarschen - soweit sie auf diesem Level spielten - in ein anderes Gebiet. Neumünster (bislang Bezirk Ost) und Segeberg (bislang Bezirk Süd) bildeten nun mit Steinburg (bislang Bezirk West) die Staffel Süd-West. Dithmarschen (bislang Bezirk West) bildete mit dem bisherigen Bezirk Nord die Staffel Nord-West. Die Bezirksligen (bis 2008 die 7. Liga) wurden aufgelöst, so dass die Kreisligen aufgewertet wurden.

Zum 1. Juli 2017 erfolgte eine erneute Spielklassenreform. [5] Die Schleswig-Holstein-Liga wurde in Anpassung an die bundesweite Ligenstruktur in Oberliga Schleswig-Holstein umbenannt und, wie alle weiteren Klassen im Verbandsgebiet, auf 16 Mannschaften reduziert. Medienberichten zufolge soll der komplette neue Name jedoch nach einer Brauerei „Flens Oberliga“ lauten[6]. Unterhalb dieser gibt es jetzt die Landesliga Schleswig und die Landesliga Holstein; der Verband hatte zwei verschiedene, noch vorläufige Varianten zur Zuordnung der 32 qualifizierten Teams vorgelegt, von denen sich die „traditionellere“ durchsetzte. Bereits von 1968 bis 1999 hatten Landesligen den Unterbau der höchsten Landesklasse gebildet. Die vier Verbandsligen Nord-West, Nord-Ost, Süd-West, Süd-Ost bleiben bestehen und bilden nun die siebthöchste Spielklasse. Dahinter folgen 8 statt bisher 11 Kreisligen. Für alle diese Spielklassen gilt das Prinzip des „flexiblen Spielbetriebs“, in dem Kreisgrenzen für Staffeleinteilungen aufgelöst werden und auch die „gleitende Skala“ weitgehend außer Kraft gesetzt ist. Als neunthöchste Spielklasse folgen 12 Kreisklassen A mit je 14 Mannschaften, weitere Kreisklassen B, C, D werden lokal nach Bedarf eingerichtet.

Der erstmals 1954 ausgetragene schleswig-holsteinische Landespokal trägt den Namen SHFV-Pokal (SHFV-Lotto-Pokal). Seit 1999 trägt der Verband mit dem SHFV-Hallenmaster-Wettbewerb eine offizielle Hallenfußballmeisterschaft aus.

Verbandstrainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bisherigen Verbandssportlehrer des SHFV, zugleich auch Leiter der im Herbst 1952 erbauten Sportschule Malente (Uwe Seeler-Sportpark), waren:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b DFB-Mitgliederstatistik 2017, siehe https://www.dfb.de/verbandsstruktur/mitglieder/aktuelle-statistik/, aufgerufen am 31. Januar 2018
  2. Allerdings lautet § 1 Abs. 3 der 2017 neu gefassten Satzung: „Das Verbandsgebiet umfasst den Raum Schleswig-Holstein“ (siehe Homepage des SHFV, aufgesucht am 29. Juli 2017)
  3. Details siehe zum Beispiel in NordSport Schleswig-Holstein/Hamburg, Nr. 22 vom 26. Mai 2014, Seite 54
  4. Homepage des KFV Dithmarschen, aufgesucht am 22. Juni 2017
  5. http://www.fupa.net/berichte/neue-ligenstruktur-und-verjuengung-464722.html
  6. So zum Beispiel fupa.net, aufgesucht am 28. Juni 2017 (Hans-Ludwig Meyer wird zitiert)