Selgersdorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Selgersdorf
Stadt Jülich
Koordinaten: 50° 53′ 15″ N, 6° 24′ 30″ O
Höhe: 93 m
Einwohner: 838 (31. Dez. 2015)[1]
Eingemeindung: 1916
Postleitzahl: 52428
Vorwahl: 02461

Selgersdorf ist ein Stadtteil von Jülich im Kreis Düren, Nordrhein-Westfalen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Osten verläuft der Iktebach, im Westen hinter der Bundesstraße 56, mit deren Bau im Jahre 1971 begonnen wurde, die Rur. Nördlich liegen Altenburg und Jülich-Süd mit dem Systeminstandsetzungswerk der Bundeswehr und dem Forschungszentrum Jülich (Waldstraße-Leo-Brandt-Straße) sowie Lorsbeck. Westlich jenseits der Rur liegt Schophoven, Ortsteil der Gemeinde Inden. Selgersdorf ist umgeben von den Braunkohle-Tagebauen Hambach im Osten sowie Inden II im Westen. Diese Tagebaue werden betrieben von der RWE Power AG. Unmittelbar am Waldrand liegt der kleinste Ortsteil der Stadt Jülich, Daubenrath, sowie der Kirchholzer Hof weiter südlich. Im Süden befindet sich Krauthausen (Niederzier), bis zur kommunalen Neugliederung 1973 ebenfalls ein Ortsteil der Stadt Jülich, jetzt Gemeinde Niederzier.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie viele ländliche Siedlungen der Region dürfte auch Selgersdorf seine Ursprünge als Ortschaft in fränkischer Zeit haben. Aber einiges spricht auch für die Römer, seit es im Bereich des Tagebaus Hambach den Fund eines Bruchstücke einer steinernen Inschrift aus Altenburg gibt. Vielleicht war der Fischreichtum der damals weit verzweigten Rur der Grund des Verbleibens. In Zusammenhang mit Fischereirechten wird[2] Selgersdorf als SALECHENBRUOCH erstmals urkundlich am Freitag, dem 25. Juli 973 erwähnt. 973 wird auch schon Altenburg „in burgina“ erwähnt. 1225 wird erstmals eine Kirche in SALECHINDORP erwähnt; das zeugt von schnellen Wachstum der Ortschaft. Vn 1283 bis 1312 wird die Ortschaft unter den Namen SALGENDORP und SALKINDORF in kirchlichen Urkunden erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt muss das Dorf mit Altenburg, Daubenrath, Krauthausen, Hambach (teilweise), Kirchholzer Hof, den Höfen in Dohr, Lorsbeck und Viehöfen und mit Besitzungen, die an die Stadt Jülich heranreichten, für den Klerikus hoch interessant gewesen sein, sodass der Stift St. Gereon Köln sich die Pfarre „einverleibte“. 1324 wird der Ort als SAYLGENDORPE in einer kirchlichen Urkunde erwähnt, als ein neuer Priester eingeführt wurde. SALCHENDORP stand auf einer 1475 gegossen Glocke. Selgersdorf wurde 1916 ein Stadtteil von Jülich.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche in Selgersdorf

Die katholische Pfarrkirche ist St. Stephanus geweiht und wurde 1913/14 nach Plänen des Düsseldorfer Architekten Wilhelm Sültenfuß erbaut.

Von einer Kirche in Selgersdorf (Salechindorp) wird zuerst in einer Urkunde von 1223 berichtet, in der Papst Honorius III. dem Kölner St. Gereon-Stift seine Besitzungen bestätigt, hierzu gehörte auch die Kirche in Selgersdorf. Im 16. Jahrhundert hatte die Kirche eine St. Anna-Vikarie. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche fast vollständig zerstört. Nach dem Krieg wurde sie unter Mithilfe der Dorfbewohner wieder aufgebaut, wobei der Kirchturm beim Neubau in Richtung Osten platziert wurde. Die Orgel der Kirche ist von der Orgelbaufirma Klais gebaut und hat die folgende Disposition:

I Manual C–
Principal 8′
Offenflöte 8′
Dulciana 8′
Octave 4′
Hohlflöte 4′
Mixtur II–III
II Manual C–
Rohrflöte 8′
Salicional 8′
Principal 4′
Querflöte 4′
Schwegel 2′
Scharff III–IV
Horn 8′
Pedal C–
Subbass 16′
Zartbass 16′
Principalbass 8′
  • Koppeln: Super II, II/I, Sub II/I, Super II/I, I/P, II/P.

Weitere Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort gibt es die Kindertagesstätte „Die wilde 13“, Träger ist die Stadt Jülich. Am Ortsrand liegt die Stephanus-Schule, eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, deren Träger der Kreis Düren ist.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rurtalbahn-Haltepunkt in Selgersdorf

Westlich führt die B 56 am Ort vorbei. Den ÖPNV stellt die RVE durch die Buslinie 223 und ein Sammeltaxi sicher. Selgersdorf hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Jülich–Düren. Der neue Haltepunkt wurde nach der Übernahme 1993 durch die Dürener Kreisbahn (DKB) etwas weiter südlich vom alten Bahnsteig gebaut.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Selgersdorf ist geprägt von seinem regen Vereinsleben. Zurzeit sind folgende Vereine aktiv: Karnevalsgesellschaft „Strohmänner“ 1966 e.V., Karnevalsgesellschaft Ulk Selgersdorf, Sportverein Selgersdorf 1910, Maiclub Selgersdorf von 1949 e.V., St. Katharina-Schützenbruderschaft Selgersdorf, Dart-Club Selgersdorf. Außerdem beteiligt sich die Freiwillige Feuerwehr Selgersdorf am Vereinsleben.
  • Einzelhandel ist nicht mehr vorhanden, lediglich eine Gaststätte mit Kiosk wurde 2008 wieder eröffnet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl-Otto Dummer (1932–2009), Seemann und einer von sechs Überlebenden beim Untergang des Segelschiffs Pamir im Jahre 1957, lebte in Selgersdorf

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Selgersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.juelich.de/zahlen
  2. Teilweise aus: Festschrift 550 Jahre St. Katharina-Schützenbruderschaft Selgersdorf 1983