Kirchberg (Jülich)

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Kirchberg
Stadt Jülich
Wappen von Kirchberg
Koordinaten: 50° 53′ 55″ N, 6° 21′ 14″ O
Höhe: 83–106 m ü. NHN
Fläche: 4,81 km²
Einwohner: 1617 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 336 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 52428
Vorwahl: 02461

Kirchberg ist ein im Süden der Kernstadt liegender Stadtteil von Jülich im nordrhein-westfälischen Kreis Düren in Deutschland.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchberg liegt zwischen Jülich und dem Braunkohle-Tagebau Inden. Die südlich gelegenen Dörfer Pattern und Altdorf mussten diesem weichen und wurden umgesiedelt. Inzwischen wurde auch die Straße nach Altdorf und Inden abgebaggert.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Osten Kirchbergs fließt die Rur, im Südosten und Südwesten die Inde, welche im Rahmen der Renaturierung des Tagebaus Inden – nunmehr den Tagebau umfließend – an Aldenhoven, Bourheim und südwestlich an Kirchberg vorbei verlegt wurde. Sie trifft jetzt an der Schophovener Straße, südlich von Kirchberg, wieder auf ihr altes Bett.

Im Dorf liegt der Mühlenteich, im Norden befinden sich nach Jülich hin einige Baggerseen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingemeindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde Kirchberg in die Stadt Jülich eingegliedert.[2]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrkirche St. Martinus

Die katholische Pfarrkirche ist St. Martinus geweiht. Sie wurde 922 zum ersten Mal urkundlich in Kiriberge erwähnt.

Weitere Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Buslinie 294 der Busverkehr Rheinland GmbH (BVR) durchfährt auf der Linie Jülich – Weisweiler den Ort.[3]

Während früher die Verbindung Jülich-Kirchberg-Altdorf-Inden-Frenz zum Autobahnanschluss Weisweiler (Bundesautobahn 4) führte, ist diese Straße heute aufgrund des Braunkohletagebaus Inden nicht mehr nutzbar.

1882 wurde die Bahnstrecke Aachen-Nord–Jülich zwischen Kirchberg und Jülich eröffnet, 1912 wurde die Strecke der Jülicher Kreisbahn in Betrieb genommen. Kirchberg hatte bis 1980 umfangreiche Gleisanlagen mit zwei Bahnhöfen und Empfangsgebäuden, weil Kirchberg ursprünglich zwei Strecken miteinander verband: Die Bahnstrecke Aachen-Nord-Jülich und die Jülicher Kreisbahn (JKB). Vom Bahnhof Kirchberg-Nord bestand ein Anschluss zum benachbarten Bahnhof Kirchberg der Staatsbahnlinie Aachen Nord – Kirchberg – Jülich; am 14. September 1912 folgte dann das Reststück Jülich Nord – Kirchberg Nord, das parallel zur Staatsbahn verlief. 1980 wurde der Personenverkehr eingestellt. Der planmäßige Güterverkehr ist inzwischen auch aufgegeben worden.

Das große Empfangsgebäude auf Seite der Aachen-Jülicher Bahngesellschaft wurde Anfang 2000 aufgrund seines starken Verfalls abgerissen. Heute gehört das Areal zu einer Firma und ist eingezäunt, die Gleisstrecke der Deutschen Bahn wurde in eine Fahrradtrasse umgewandelt. Auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofs Kirchberg stand bis 2009 noch ein stark verfallener Waggon unbekannter Herkunft.

Wartehalle der ehemaligen Jülicher Kreisbahn im Jahr 2018

Das Unterstellhäuschen ‚Königshütte‘ der JKB ist noch erhalten, allerdings in einem maroden Zustand. Der Verein Dorfgemeinschaft Zukunft Kirchberg e.V. hat sich zur Aufgabe gemacht, das Gebäude wieder herzurichten. Es soll Startpunkt eines historischen Rundweges durch Kirchberg werden. Hierzu hat der Verein das Gebäude von der Kreisbahn für einen symbolischen Preis gemietet.[4] Der Bereich um die Wartehalle wurde bereits freigeschnitten, und vor dem Gebäude wurde ein Fahrradabstellplatz eingerichtet. Spenden aus dem Adventsmarkt 2016 des Vereins sind bereits in die Renovierung der Wartehalle geflossen.[5]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1854 wurde das Wellpappenwerk Carl Eichhorn KG gegründet. Es ist der größte Arbeitgeber am Ort. Die Firma Metzeler Plastics GmbH (jetzt: Vitasheet Group) eröffnete 1960 einen Betrieb am Ortsrand. Direkt daneben befindet sich die Spedition Fleck & Schleipen. Die Wellpappenfabrik Gissler & Pass aus Jülich hat in der ehemaligen Getränkefabrik Richter (früher Papierfabrik Kirchberg Krieger, Meuser & Co. KG) einen ihrer Standorte, Schwerpunkte Displaybau und Co-Packing, eingerichtet. Die Fa. Siep Kieswerk GmbH & Co. KG hat im Mai 2006 wieder ihre Produktion aufgenommen. Daneben gibt es noch ein Einzelhandelsgeschäft sowie einen Friseursalon im Ort.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Koslar (1924−1993), Keramiker und Dichter, geboren in Kirchberg

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigsten Vereine sind der „Maiclub Kirchberg 1824 e. V.“, der SchützenvereinSakramentsbruderschaft Kirchberg 1626 e. V.“, der Fußballverein FC Germania 09 Kirchberg sowie der Karnevalsverein KG Blau-Weiß Kirchberg e. V. Weitere Vereine sind der Tennisverein, der Gesangverein, die Arbeiterwohlfahrt, der Kirchenchor, der Tanzverein und die IG (InteressenGemeinschaft) Karneval Kirchberg, der Schockclub Kirchberg, den Verein „Pflege des Heimatlichen Brauchtums“ die Frauengemeinschaft St. Martinus Kirchberg e. V. Die Freiwillige Feuerwehr beteiligt sich ebenfalls am Vereinsleben.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kirchberg besteht eine Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Jülich. Diese verfügt über zwei Feuerwehrfahrzeuge, ein TLF 16/25 und ein HLF 10 mit einer erweiterten Ausrüstung zur technischen Hilfeleistung bei Verkehrs- und Industrieunfällen. Mit den beiden Fahrzeugen deckt die Löschgruppe im Zugverband mit den Löschgruppen Bourheim und Selgersdorf, die Einsatzgebiete Bourheim mit der L 238n (Verbindung A44-Weisweiler), Kirchberg mit der L 241 und seinen fünf Industriebetrieben, Altenburg, Selgersdorf und Daubenrath mit der Bahnlinie der Rurtalbahn (LinnichDüren), sowie Teilstücke der B 56 (AldenhovenSelhausen) ab.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • U. Cormann: Die Kirche St. Martinus in Kirchberg. In: Jahrbuch des Kreises Düren. 1984.
  • S. Jenter, B. Päffgen, Die Wandmalereien der villa rustica auf dem Steinacker bei Jülich-Kirchberg. (= Archäologie im Rheinland). Rheinland-Verlag, Köln 1998.
  • W. Johnen: Die Geschichte der Familie Johnen, eine rheinische Bauernfamilie vom Schrickenhof in Kirchberg. (= Alte Familien des Jülicher Landes. Heft IX). Jülich 1972.
  • B. Päffgen: Ein seltener Aureus Kaiser Trajans aus der villa rustica am Steinacker bei Kirchberg. (= Archäologie im Rheinland). Rheinland-Verlag, Köln 1998.
  • H. W. Lammertz, K. Quadflieg: 1075 Jahre Kirchberg – Gestern und Heute. Sattler Druck & Design, Jülich 1997.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kirchberg (Jülich) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohner nach Ortsteil Stadt Jülich 2017. Abgerufen am 24. April 2018.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 308.
  3. Linienfahrpläne: Linie 294. AVV, abgerufen am 28. März 2016.
  4. Umwelt, öffentlicher Raum und Verkehr. Abgerufen am 24. April 2018.
  5. Adventsmarkt unterstützt Bahnhäuschen. Abgerufen am 24. April 2018.