Shopify

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Shopify

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN CA82509L1076
Gründung 2006[1]
Sitz Ottawa, Kanada
Leitung Tobias Lütke (CEO)
Mitarbeiterzahl über 5.000[2]
Umsatz 1,58 Mrd. USD (2019)[2]
Branche Versandhandel, Onlinehandel
Website shopify.ca, shopify.de
Stand: 3. Juni 2020

Shopify ist eine proprietäre E-Commerce-Software, die von dem gleichnamigen kanadischen Unternehmen vertrieben wird. Mit ihr können kleine und mittelständische Händler selbst Online-Shops erstellen und die Logistik auslagern.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 2004 unter dem Namen Snowdevil von dem aus Deutschland ausgewanderten Tobias Lütke gemeinsam mit Freunden gegründet. Etwas später erfolgte die Umbenennung in Jaded Pixel. Spätestens ab 2006 hieß das Unternehmen Shopify, in jenem Jahr ging auch die Plattform Shopify online.[4]

Im Jahr 2010 rief Lütke einen Wettbewerb aus, um Shopify bekannter zu machen. Derjenige angehende Unternehmer auf seiner Plattform, der den höchsten Umsatz in zwei aufeinanderfolgenden Monaten erzielen würde, sollte ein MacBook Pro erhalten. Lütkes Freund, der Autor Tim Ferriss, überzeugt ihn, das Preisgeld auf 100.000 Dollar zu erhöhen, damit die Aktion einschlägt. Der Wettbewerb brachte 1400 neue Händler auf die Plattform und gab Shopify einen starken Wachstumsschub.[5]

Ab 2010 wurde Shopify mit Wagniskapital ausgestattet. So waren bis zum Börsengang mehr als 120 Millionen Dollar in Shopify investiert. Ein wesentlicher Investor war dabei Bessemer Venture Partners.[5]

Im Mai 2015 erfolgte der Börsengang des Unternehmens. Die Shopify-Aktie verzeichnete bis November 2017 einen Kursanstieg von 588 Prozent. Der Marktwert des Unternehmens stieg in dem Monat auf 11,6 Milliarden US-Dollar. 2017 war die Aktie im kanadischen S&P/TSX Composite Index diejenige mit der zweitbesten Performance.[6] 2016 gab es weltweit 400.000 Online-Shops, die mit der Shopify-Software erstellt wurden. Die Einnahmen des Unternehmens stiegen von 2015 auf 2016 um etwa 100 % auf 390 Millionen US-Dollar.[4]

Shopify Plus ist der Name der Shopify-Version für Großunternehmen. Sie wird unter anderem durch Google, General Electric und Tesla genutzt.[4]

Von 2015, dem Jahr des Börsengangs, bis Mitte 2020 ist die Zahl der Händler von 243.000 auf mehr als eine Million gesprungen; der Umsatz sprang von 7,7 auf 1,6 Milliarden Dollar (im Jahr 2019).[5] Zu den bekanntesten Online-Händlern, die Shopify nutzen, gehört Kylie Jenner.[5]

Im September 2019 kaufte Lütke, um die Warenlager von Shopify zu automatisieren, die Robotikfirma 6 River Systems für 450 Millionen Dollar, wodurch Shopify im Jahr 2019 ein Verlustgeschäft in Höhe von 125 Millionen Dollar aufwies.[5]

Im April 2020 startete Shopify den eigenen Marktplatz namens Shop.[5] Im Juni 2020 ging Shopify und Walmart eine Kooperation ein, sodass Shopify-Händler auch auf Walmart Marketplace Handel treiben dürfen.[5][7] Im August 2020 wurde Shopify aufgrund der steigenden Nachfrage infolge der COVID-19-Pandemie an der New Yorker Börse mit einem Wert von 110 Milliarden US-Dollar gehandelt. Mit Stand August 2020 war Nordamerika, wo Shopify 75 Prozent des Umsatzes generierte, der Hauptmarkt.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. About, Webpräsenz von Shopify.ca, abgerufen am 9. Juni 2018
  2. a b Annual Report 2020, Annual Report 2020, abgerufen am 3. Juni 2020
  3. McLeod, James. "Shopify holds a healthy chunk of pot sales' upside, says COO." The Financial Post. October 30, 2018, p. 2.
  4. a b c Stephen M. Baldwin: The Invisible Selling Machine, in: Fortune vom 15. März 2017, abgerufen am 9. Juni 2018
  5. a b c d e f g h Christina Kyriasoglou, DER SPIEGEL: Shopify: Was hinter dem Hype um das 100-Milliarden-Start-up steckt - DER SPIEGEL - Wirtschaft. Abgerufen am 13. August 2020.
  6. Andreas Albert: Dieser deutsche Coder ist Kanadas neuester Milliardär, in: manager magazin vom 28. Nov. 2017, abgerufen am 9. Juni 2018
  7. Walmart partners with Shopify to expand its online marketplace. In: TechCrunch. Abgerufen am 13. August 2020 (amerikanisches Englisch).