Photovoltaik-Freiflächenanlage

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Eine Photovoltaik-Freiflächenanlage

Unter einer Photovoltaik-Freiflächenanlage (auch Solarpark) versteht man eine Photovoltaikanlage, die nicht auf einem Gebäude oder an einer Fassade, sondern ebenerdig auf einer freien Fläche aufgestellt ist. Eine Freiflächenanlage ist ein fest montiertes System, bei dem mittels einer Unterkonstruktion die Photovoltaikmodule in einem optimalen Winkel zur Sonne (Azimut) ausgerichtet werden.

Neben diesen fest montierten Freiflächenanlagen gibt es auch nachgeführte Anlagen, sogenannte Tracker-Systeme, die dem Stand der Sonne folgen. Ebenfalls existiert eine Reihe von Schwimmenden Photovoltaikanlagen, die sich bisher jedoch in einem frühen Stadium der Entwicklung und Markteinführung befinden.[1]

Die Flächeneffizienz von Solarparks ist vergleichsweise hoch: So liefern Solarparks pro Flächeneinheit etwa 25- bis 65-mal so viel Strom wie Energiepflanzen.[2]

Situation in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine nachgeführte Anlage. Die Photovoltaikmodule werden durch Rotieren und Kippen immer optimal zur Sonne ausgerichtet.

Marktanteil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemessen am Gesamtmarkt für Photovoltaikanlagen in Deutschland machen ebenerdig errichtete Anlagen einen vergleichsweise kleinen Teil aus: Gegen 2010 hieß es, ihr Anteil in Deutschland liege seit Jahren konstant zwischen 10 und 15 Prozent. 2008 wurden vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg 286 Freiflächenanlagen mit 486 Megawatt auf 1.800 ha Fläche gezählt. Später stieg der Anteil der Freiflächenanlagen, insbesondere in Monaten mit hohem Zubau kurz vor Absenkungen der Einspeisevergütungen. So entfiel in den Monaten Juni und September 2012 vermutlich die Mehrzahl der neu installierten PV-Leistung in Deutschland auf Freiflächenanlagen. Bundesweit wurden in diesen Monaten jeweils um die 330 MW neue PV-Anlagen mit über 10 MW Leistung gemeldet, kleinere Freiflächenanlagen kommen noch dazu.[3] Ende 2012 ging der Anteil der Freiflächenanlagen wieder deutlich zurück.

Seit 2017 werden jährlich 600 MW für Anlagen über 750 KW über Ausschreibungen vergeben. Für die Jahre 2019 bis 2021 werden darüber hinaus weitere 4 GW über Sonderausschreibungen vergeben.[4]

Vergütung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strom von Freiflächenanlagen wird über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert. Die Vergütung fiel für diese Anlagenart geringer aus als bei Photovoltaikanlagen, die auf oder an Gebäuden montiert sind. 2009 betrug die Vergütung noch 31,94 Cent je eingespeister Kilowattstunde (kWh) Strom, 2010 ist sie für neue Anlagen auf 28,43 Cent gesunken.[5] Ab Januar 2013 betrug sie 11,78 Cent, fallend mit Abschlägen von 2,5 % monatlich. Die Novelle des EEG 2014 schrieb vor, dass die Förderhöhe für Freiflächen-Photovoltaikanlagen zukünftig in Ausschreibungen durch die Bundesnetzagentur ermittelt werden soll, anstelle der bisherigen gesetzlich bestimmten Einspeisevergütungen.[6] Die Umsetzung erfolgte in der Verordnung zur Ausschreibung der finanziellen Förderung für Freiflächenanlagen vom 6. Februar 2015 (Freiflächenausschreibungsverordnung). Mit dem EEG 2017 werden diese Ausschreibungen im Gesetz geregelt. Kleinere PV-Anlagen bis 750 kWp erhalten eine gesetzlich bestimmte Vergütung ohne Ausschreibung.

Der erste Gebotstermin war der 15. April 2015 mit einer ausgeschriebenen Menge von 150 Megawatt.[7] Das Ausschreibungsvolumen war mehrfach überzeichnet.[8] Der Bundesverband Erneuerbare Energie befürchtet, dass Bürgergenossenschaften und -anlagen vom Markt verdrängt werden, da sie aufgrund geringerer Kapitalstärke weniger Vorleistungen auf sich nehmen und weniger Risiken tragen können.[9][10][11]

Ausschreibungen stehen in der Kritik, da internationale Erfahrungen und ökonomische Modelle nahelegen, dass die angestrebten Ziele Kosteneffizienz, Ausbauziele und Akteursvielfalt dadurch konterkariert werden.[12] Das Pilotmodell für PV-Freiflächenanlagen sollte zur Erprobung der Praxiswirkung von Ausschreibungen im Bereich Erneuerbare Energien dienen.

Zudem kommen mit Stand 2019 zunehmend Solarparks auf, die komplett ohne staatliche Förderung gebaut werden. Diese Projekte nehmen keine zusätzliche Marktprämie aus der EEG-Umlage in Anspruch. 2018 errichtete das Unternehmen Viessmann neben seinem Sitz in Allendorf (Eder) einen Solarpark mit einer Leistung von 2 MW, der über den Eigenverbrauch des Stroms refinanziert wird.[13] 2019 kündigte EnBW Energie Baden-Württemberg eine Reihe großer Solarparks an, die sich komplett über den Stromverkauf am Markt amortisieren sollen. Unter anderem soll in Werneuchen auf einer Fläche von 164 Hektar der mit 175 Megawatt bis 2020 größte Solarpark Deutschlands entstehen. Die finale Investitionsentscheidung soll 2019 getroffen werden, die Inbetriebnahme 2020 erfolgen.[14] In Marlow plant Energiekontor auf einer Fläche von 120 ha die Errichtung eines Solarparks mit 80 MW Leistung.[15] Der dort erzeugte Strom wird über einen langfristigen Liefervertrag von EnBW Energie Baden-Württemberg abgenommen.[16] Auf dem Ostseeflughafen Stralsund-Barth errichtet BayWa r.e. renewable energy eine förderfreie PV-Anlage mit 8,8 MW, die Infrastruktur im bestehenden Solarpark nutzt.[17]

Ähnliche Projekte existieren für die Braunkohlereviere im Rheinland und in Ostdeutschland.[18]

Durch Skalen- und Synergieeffekte können große Solarparks die Stromgestehungskosten so weit senken, dass eine EEG-Vergütung nicht mehr erforderlich ist. Dazu hat der Preisverfall bei Solarmodulen beigetragen.[19]

Standorte für Freiflächenanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Freiflächen-Photovoltaikanlagen sind oft Sekundärnutzungen wie z. B. eine extensive Weidewirtschaft möglich, beispielsweise mit Schafen, wie hier zu sehen.

Das EEG in Deutschland sieht eine Anwendung der Vergütungssätze nur für bestimmte Freiflächen vor (§ 37, § 48 EEG 2017):

  • Versiegelte Flächen. Eine Versiegelung liegt bei einer Oberflächenabdichtung des Bodens vor. Daher wird auch Strom aus Anlagen an Straßen, Stellplätzen, Deponieflächen, Aufschüttungen, Lager- und Abstellplätzen und Ähnlichem vergütet.
  • Konversionsflächen aus wirtschaftlicher, verkehrlicher, wohnungsbaulicher oder militärischer Nutzung. Zu Konversionsflächen können beispielsweise Abraumhalden, ehemalige Tagebaugebiete, Truppenübungsplätze und Munitionsdepots zählen.
  • Flächen längs von Autobahnen oder Schienenwegen in einer Entfernung bis zu 110 Meter.
  • Ackerland und Grünland, nur wenn sie in einem benachteiligten Gebiet gemäß Richtlinie 86/465/EWG liegen und von den Bundesländern zur PV-Nutzung freigegeben wurden.

Die Unterkonstruktion von Solarkraftwerken versiegelt meist nur einen Bruchteil der Naturfläche, oft bei weniger als 0,05 % der eigentlichen Bodenfläche. Zu einer Aufwertung der ökologischen Qualität trägt dann u. a. der Platz zwischen den einzelnen Reihen bei, der benötigt wird, um einer Abschattung einzelner Modulreihen bei niedrigem Sonnenstand entgegenzuwirken.

Vor Baubeginn durchlaufen Freiflächenanlagen meist einen Genehmigungsprozess in der Gemeinde. Um eine Fläche nutzen zu können, muss diese im Flächennutzungsplan in ein „Sondergebiet Solar“ geändert werden. Notwendig ist außerdem ein Bebauungsplan, der auf der entsprechenden Fläche Baurecht schafft.[20] Die Bauleitplanung obliegt der Gemeinde. Sie prüft Raumbedeutsamkeit und Umweltverträglichkeit des Vorhabens und soll dabei alle Bürger und Träger öffentlicher Belange (TÖB) einbeziehen. Wichtige Entscheidungsgrundlage ist neben Anlagengröße, Flächenverbrauch und Technik der Grünordnungsplan des Bauherrn. Er beschreibt, wie die geplante Freiflächenanlage in die Landschaft integriert und diese dabei ökologisch aufgewertet werden soll. Nach Anhörung aller beteiligten Parteien verabschiedet die Gemeinde den Bebauungsplan. Anschließend erfolgt die Baugenehmigung.[21]

Freiflächen und Umweltschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftbild einer Freiflächenanlage in Deutschland

Gemeinsam mit der Naturschutzorganisation NABU hat die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS) 2005 einen Kriterienkatalog für die naturverträgliche Errichtung von Freiflächenanlagen veröffentlicht. Demnach sollen Flächen mit Vorbelastung und geringer ökologischer Bedeutung bevorzugt und exponierte Standorte auf gut sichtbaren Anhöhen gemieden werden. Die Aufständerung soll so gestaltet werden, dass eine extensive Nutzung und Pflege des Bewuchses, z. B. durch Schafbeweidung, weiterhin möglich bleibt. Auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Gülle soll verzichtet werden. Naturschutzverbände sollen frühzeitig in Planungen einbezogen werden; ggf. ist – z. B. in IBAs – eine Verträglichkeitsprüfung vorzunehmen. Ein Monitoring dokumentiert die Entwicklung des Naturhaushaltes in jährlichen Begehungen nach der Errichtung. Die hier formulierten ökologischen Kriterien gehen über das gesetzlich geforderte Mindestmaß hinaus. Diese Selbstverpflichtung soll von Projektierern und Betreibern bei der Standortwahl und dem Betrieb von ebenerdig errichteten solaren Großanlagen berücksichtigt werden.[22]

Anlagenkonzept einer bifacialen Photovoltaikanlage

Untersuchungen aus dem Jahr 2013 zeigen, dass Solaranlagen einen hohen Beitrag für die regionale Artenvielfalt haben und durch die Installation eines Solarparks eine deutliche ökologische Aufwertung der Flächen im Vergleich zu Acker- oder Intensiv-Grünlandnutzung möglich ist. Dabei ist neben dem Alter der Anlagen die Nähe zu Lieferbiotopen, die möglichst unter 500 m betragen sollte, der entscheidende Faktor für eine Zuwanderung und die Biodiversität der Anlage. So erwies sich die älteste Anlage mit der größten Biotopvielfalt im Umland in der Untersuchung als beste Anlage hinsichtlich der biologischen Vielfalt. Bereits nach kurzer Zeit führte die Extensivierung der landwirtschaftlichen Bearbeitung zu einer Zuwanderung von Schmetterlingen und einer steigenden Pflanzenvielfalt. Zudem ist die jeweilige Nutzung des Solarparks sehr wichtig für die ökologische Vielfalt: Eine zu starke Beweidung wirkt sich negativ aus. Insbesondere von einigen mobilen Tierarten wie Schmetterlingen wurden die Flächen bereits nach kurzer Zeit neu besiedelt. Bei vier der fünf untersuchten Solarparks stieg die Artenvielfalt von Tieren, verglichen mit der zuvor betriebenen intensiven Ackernutzung, deutlich an.[23]

Öffentliche Debatte um Freiflächenanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zu Atom- und Kohlekraftwerken stehen Freiflächenanlagen seltener in der Diskussion. Dennoch bemängeln Kritiker unter anderem den unnötigen Verlust von Flächen, die anderweitig genutzt werden könnten, und führen ästhetische Aspekte an. Befürworter argumentieren hingegen mit dem im Vergleich zur landwirtschaftlich genutzten Gesamtfläche verschwindend geringen Anteil der Anlagen und der Schaffung von Naturlebensraum und Erhaltung der Biodiversität.[24]

Agrophotovoltaik, Agrovoltaik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernte unter einer Agrophotovoltaikanlage.

Die Vorteile, Freiflächenanlagen mit landwirtschaftlicher Produktion zu kombinieren, stehen unter den Stichworten Agrophotovoltaik (APV, AgroPV oder Agro-PV abgekürzt) bzw. Agrovoltaik neuerdings auch im Mittelpunkt der Forschung:[25] In Italien wird dies als „Agrovoltaico“ bzw. „Food and Energy“ bereits praktiziert, in Deutschland gibt es in Bodenseenähe seit 2016 einen Versuchsbetrieb bei der Hofgemeinschaft Heggelbach. Die Photovoltaikpanels, mindestens 5 m hoch über dem Boden montiert, erlauben die Bodenbearbeitung und Ernte unter dem Einsatz von üblichen landwirtschaftlichen Maschinen.[26] Die Idee stammt von Adolf Goetzberger.[27] Das Projekt wurde vom Freiburger Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) initiiert und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, Energiegewinnung und Landwirtschaft gefördert.

Zahlreiche Pflanzen wie Kartoffeln, Hopfen oder Salat gedeihen unter der Photovoltaikanlagen sogar besser als an der prallen Sonne, andere Sorten wie etwa Gerste, Raps oder Kohl lassen sich von der mäßigen Beschattung kaum beeinflussen.[25] Andere Pflanzen brachten in Deutschland bis zu 20 % Ernteeinbuße auf der treffenden Agrarfläche unter dem PV-Modulen, während diese in heißen Regionen wie Indien keine Einbußen zu verzeichnen sind.[28]

Ein anderer Ansatz hierfür ist die senkrechte Aufstellung von bifazialen Modulen. Solche Module können das Licht von beiden Seiten in elektrische Energie umwandeln, so dass von beiden Seiten zusammen auch bei senkrechter Aufstellung gute bis sehr gute Energieerträge erreicht werden können. Bei solchen Anlagen wird die Bodenfläche nicht überbaut, sondern kann zwischen den senkrecht stehenden Modulreihen zu ca. 90 % weiter genutzt werden.[29] Eine Pilotanlage nach diesem Prinzip wurde 2015 im Saarland errichtet.

Bei der Errichtung und dem Betrieb von Agrophotovoltaikanlage gibt es aktuell (2018) einige Barrieren. Das sind unter anderem: keine Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), Umwidmung landwirtschaftliche Fläche zum Gewerbegebiet, Entfall der EU-Agrarbeihilfe.[30] Die größte Agrophotovoltaikanlage steht in China (Stand: 2019), wo es, neben Frankreich und Japan, eine staatliche Förderung gibt.[31]

Schwimmende Photovoltaik-Freiflächenanlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Seen schwimmenden Photovoltaik-Anlagen erhöhen ihren Wirkungsgrad, indem sie durch das Wasser des Sees gekühlt werden. Sie schwimmen auf hohlen HDPE-Blöcken.[32]

Die weltgrößte Anlage mit 40 MWp befindet sich in Huainan in der chinesischen Provinz Anhui. Die Anlage erstreckt sich auf 93 Hektar mit 132.400 Solarmodulen.[33]

Vor London liegt Europas größte schwimmende Anlage mit 6,3 MWp auf 61.000 m² Fläche mit 23.000 Solarmodulen.[34]

Die größten Solaranlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inbetriebnahme Leistung Standort
  1988 0.000,34 MWp Photovoltaikanlage Kobern-Gondorf
  1991 0.000,36 MWp Solaranlage Neurather See
  2002 0.000,5 MWp Solaranlage der Energielandschaft Morbach
08. Sep. 2004 0.005,0 MWp Solarkraftwerk Espenhain Zur Inbetriebnahme eine der größten Anlagen Europas
  2005 0.006,3 MWp Solarpark Bavaria Zur Inbetriebnahme größter Solarpark der Welt
  2005 0.005,0 MWp Photovoltaikanlage Bürstadt Zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme größte Photovoltaik-Dachflächenanlage der Welt
  2006 0.011,4 MWp Solarfeld Erlasee Bis 2008 größter Solarpark der Welt
  2008 (Jahresende) 0.015 MWp Flugplatz Köthen
 Aug. 2009 0.052 MWp Photovoltaikkraftwerk „Waldpolenz Zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme größte deutsche Photovoltaik-Anlage und die zweitgrößte Anlage weltweit
20. Aug. 2009 0.053 MWp Solarpark Lieberose Zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme eine der größten Anlagen in Deutschland
 Dez. 2009 0.054 MWp Solarfeld Gänsdorf in Straßkirchen Zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme eine der größten Anlagen in Deutschland
  2011 0.080,7 MWp Solarpark Finsterwalde Zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme größter Photovoltaikpark Deutschlands.
 Dez. 2011 0.084,5 MWp Solarpark Finow Tower Zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme größte Freiflächenanlage Europas[35]
24. Sep. 2011 0.166 MWp Solarkomplex Senftenberg Zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme größter zusammenhängende Solarkomplex der Welt
01. Dez. 2011 0.091 MWp Solarpark Brandenburg-Briest
30. Sep. 2012 0.128 MWp Solarpark Templin-Groß Dölln
 Mär. 2013 0.145 MWp Solarpark Neuhardenberg Zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme größter Photovoltaikpark Deutschlands
 Mai 2017 0.040 MWp Solarpark Huainan Größte schwimmende Photovoltaikanlage der Welt[36]
 Jan. 2017 0.850 MWp Solarpark Longyangxia Größter Photovoltaikpark der Welt[37]

Internationale Anlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Solarparks werden weltweit in einer Vielzahl von Staaten realisiert. Der mit Stand Januar 2017 leistungsstärkste Solarpark liegt in der Nähe der Longyangxia-Talsperre in China und hat eine Leistung von 850 MWp.[37] Auf Rang zwei weltweit liegt der Solarpark Tamil Nadu in Indien. Dieser verfügt über eine Leistung von 648 MWp.[38] Über 500 MWp haben die in den USA gelegenen Solarparks Solar Star und Topaz.

Der größte Solarpark Europas ist mit Stand Dezember 2015 der Solarpark Cestas in Frankreich, der über eine Leistung von 300 MWp verfügt.[39]

In Dubai wurde mit dem Bau des Raschid Al Maktum-Solarparks begonnen, dessen ersten Ausbaustufe mit 13 MW im Herbst 2013 begonnen wurde.[40] Eine weitere Ausbaustufe mit 200 MW wurde im Frühjahr 2015 begonnen. Diese im Mai 2018 in Betrieb genommene Teilfläche[41] galt bis Mitte 2016 als der Solarpark mit den weltweit niedrigsten Stromgestehungskosten. Betreiber Acwa Power erhält eine feste Einspeisevergütung in Höhe von 5,84 US-Cent (5,13 Euro-Cent) pro kWh über eine Laufzeit von 25 Jahren.[42] In der dritten Ausbaustufe, die Mitte 2016 ausgeschrieben wurde, wurde diese Einspeisevergütung noch mal stark reduziert. Für die 800-MWp-Anlage erhält der Betreiber eine Einspeisevergütung von umgerechnet 2,6 ct/kWh über 25 Jahre. Insgesamt soll der Solarpark auf eine Leistung von 5.000 MWp ausgebaut werden.[43]

Wenige Tage später wurde dieser Rekord bei einer Ausschreibung in Chile bereits wieder unterboten. Dort ergaben sich für einen 120-MWp-Solarpark Stromgestehungskosten von 29,1 $/MWh, was nach Angaben von Bloomberg L.P. die niedrigsten Stromgestehungskosten sind, die jemals bei einem Kraftwerksprojekt weltweit erzielt wurden.[44]

Weltweit existieren mehrere Solarpark-Projekte mit Leistungen von 1 GW und mehr. Das bis dato größte Projekt wurde im März 2018 von Softbank und Saudi-Arabien vorgestellt. Demnach soll in Saudi-Arabien bis 2030 ein Solarpark entstehen, der nach und nach auf eine Leistung von 200 GW ausgebaut wird. Die Investitionssumme für das Projekt wird mit ca. 200 Mrd. Dollar angegeben; gegenüber dem gegenwärtigen, aus Öl und Gas bestehenden Strommix Saudi-Arabiens, soll der Solarstrom etwa 40 Mrd. Dollar an Stromkosten einsparen.[45]

Der größte Solarpark Skandinaviens war mit Stand Dezember 2015 der Solarpark Lerchenborg mit einer Leistung von 61 MWp.[46]

Im ägyptischen Benben entsteht zurzeit (2018) das größte Solarkraftwerk der Welt mit 1650 MWp. Die Inbetriebnahme ist für 2019 geplant.[47]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Photovoltaik – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Solarpark – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kim Trapani, Miguel Redón Santafé, A review of floating photovoltaic installations: 2007–2013. In: Progress in Photovoltaics, 23, 2015, 524–532, doi:10.1002/pip.2466.
  2. Matthias Günther: Energieeffizienz durch Erneuerbare Energien. Möglichkeiten, Potenziale, Systeme. Wiesbaden 2015, S. 169.
  3. Monatliche Veröffentlichung der PV-Meldezahlen durch die Bundesnetzagentur: http://www.bundesnetzagentur.de/cln_1421/DE/Sachgebiete/ElektrizitaetundGas/Unternehmen_Institutionen/ErneuerbareEnergien/Photovoltaik/DatenMeldgn_EEG-VergSaetze/DatenMeldgn_EEG_VergSaetze.html?nn=414658#doc405794bodyText1
  4. § 28 EEG
  5. EEG 2009 inkl. Änderungen sowie PV-Novelle 2012: Einspeisevergütung. In: Solarenergie-Förderverein Deutschland. 31. März 2012, abgerufen am 6. Juni 2019.
  6. BMWi: Erneuerbare Energien: Ausschreibungen. (Memento vom 14. Mai 2015 im Internet Archive)
  7. Bundesnetzagentur Pressemitteilung vom 24. Februar 2015
  8. Bundesnetzagentur Pressemitteilung vom 21. April 2015
  9. BEE: Ergebnisse der ersten Ausschreibungsrunde für PV-Freiflächenanlagen beantworten nicht die drängenden Fragen. Pressemitteilung vom 21. April 2015
  10. Deutschlandfunk: Kaum Chancen für Energiegenossenschaften. Reportage, 14. April 2015
  11. Regierungspläne für Solarausbau bremsen die Energiewende. BEE, 21. Januar 2015
  12. IZES: Bewertung von Ausschreibungsverfahren als Finanzierungsmodell für Anlagen erneuerbarer Energienutzung
  13. Freiflächenanlagen außerhalb von Ausschreibungen. Viessmann baut Solarpark für den Eigenverbrauch. In: Erneuerbare Energien. Das Magazin, 27. März 2018. Abgerufen am 9. Februar 2019.
  14. EnBW will größten deutschen Solarpark bauen – und plant ohne staatliche Fördergelder. In: Handelsblatt, 5. Februar 2019. Abgerufen am 8. Februar 2019.
  15. Edwin Sternkiker: Energiekontor AG will Solarpark bauen. In: Ostsee-Zeitung. 30. Oktober 2018, abgerufen am 6. Juni 2019.
  16. EnBW und Energiekontor schließen ersten langfristigen Stromabnahmevertrag für einen förderfreien Solarpark ab. In: energiekontor.de. 14. Februar 2019, abgerufen am 6. Juni 2019.
  17. Baywa re realisiert ersten Solarpark ohne Förderung in Deutschland. In: PV-Magazine. Abgerufen am 9. Mai 2019.
  18. Aus Kohle wird Photovoltaik und Windkraft – ganz ohne Förderung. In: PV-Magazine, 25. Januar 2019. Abgerufen am 24. März 2019.
  19. Travis Hoium: Warum Solaraktien es gerade richtig schwer haben. In: fool.de. 17. Mai 2019, abgerufen am 6. Juni 2019.
  20. Begründung zu dem Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (PDF)
  21. Joule 02/2009 Printausgabe
  22. Umweltkriterien NABU: http://www.nabu.de/themen/energie/erneuerbareenergien/solarenergie/04300.html
  23. B. Raab: Erneuerbare Energien und Naturschutz – Solarparks können einen Beitrag zur Stabilisierung der biologischen Vielfalt leisten. In: ANLiegen Natur, 37(1), 2015, S. 67–76, Laufen. anl.bayern.de (PDF; 1,0 MB)
  24. Bayerns Umweltminister Söder besucht Photovoltaik-Zentrum: „Die Sonne ist das Öl des 21. Jahrhunderts!“ (Memento vom 28. Oktober 2012 im Internet Archive) Solarserver
  25. a b agrophotovoltaik.de
  26. Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, ise.fraunhofer.de: Agrophotovoltaik – nachhaltige Landnutzung für Energie und Nahrung (25. März 2015)
  27. Birgit Augustin: Agrophotovoltaik-Anlagen – Oben Sonne, unten Getreide. Deutschlandfunk – Hintergrund vom 3. Oktober 2016
  28. https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2019/05/06/doppelte_ernte_testergebnisse_der_deutschlandweit_groessten_dlf_20190506_1648_4db258e0.mp3
  29. pv magazine award für senkrechte Montage bifazialer Solarmodule – pv magazine Deutschland. Abgerufen am 1. Februar 2018 (deutsch).
  30. Dierk Jensen: Stromernte biodynamisch. In: Die Tageszeitung: taz. 20. Oktober 2018, ISSN 0931-9085, S. 30 (taz.de [abgerufen am 22. Oktober 2018]).
  31. Andrea Hoferichter: Agrophotovoltaik – Doppelte Ernte durch Solormodule auf dem Feld, Deutschlandfunk, abgerufen am 10. Mai 2019
  32. Schwimmende Solaranlagen, FUTUREMAG, ARTE vom 27. September 2014
  33. Schwimmende Zellen: Die weltweit größte Solar-Anlage, Zoomin.TV Deutschland vom 14. November 2017
  34. London: Europa größte schwimmende Photovoltaikanlage, euronews (deutsch) – science vom 28. März 2016
  35. 84,5 MW Solarpark in Brandenburg: 84,5 MW Solarpark in Brandenburg: solarhybrid arbeitet am größten Photovoltaik-Kraftwerk Europas; Freiflächenanlage FinowTower wird auf 84,5 MW erweitert (Memento vom 15. März 2012 im Internet Archive)
  36. Weltgrößtes schwimmendes Solarkraftwerk in China hat Betrieb aufgenommen, ingenieur.de 31. Mai 2017 - abgerufen am 12. Februar 2018.
  37. a b China builds world's biggest solar farm in journey to become green superpower. In: The Guardian, 19. Januar 2017, abgerufen am 12. Februar 2018.
  38. World’s largest solar power plant unveiled in Tamil Nadu. In: The Indian Express, 30. November 2016. Abgerufen am 6. Dezember 2016.
  39. Größte Solaranlage Europas geht ans Netz. In: Kleine Zeitung, 1. Dezember 2015. Abgerufen am 1. Dezember 2015.
  40. khaleejtimes.com
  41. Dubai utility inaugurates solar park. In: Arab News, 7. Mai 2018. Abgerufen am 8. Mai 2018.
  42. Planned Dubai solar power park to double output to 200 megawatts. In: The National, 15. Januar 2015. Abgerufen am 24. Februar 2015.
  43. Solarpark bei Dubai liefert billigsten Strom der Welt. In: Wirtschaftswoche, 15. August 2016. Abgerufen am 15. August 2016.
  44. Chile Energy Auction Gives Bachelet a Success to Boast About. In: Bloomberg L.P., 18. August 2016. Abgerufen am 20. August 2016.
  45. Saudi Arabia and SoftBank Plan World's Largest Solar Project. In: Bloomberg, 28. März 2018. Abgerufen am 28. März 2018.
  46. Wirsol eröffnet größten Solarpark Skandinaviens. In: Sonne Wind & Wärme, 21. Dezember 2015. Abgerufen am 17. August 2016.
  47. Ägypten plant größtes Solarkraftwerk der Welt. In: Spiegel Online, 14. Februar 2018. Abgerufen am 14. Februar 2018.