Stage Entertainment Germany

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Stage Entertainment GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1998
Sitz Hamburg
Leitung Ursula Neuß (Vorsitzende)
Just Spee
Ulf Dewald
Wolfgang Orthmayr
Mitarbeiter 81 (2011/12 in der Stage Entertainment GmbH)[1] 1700 (2014 in Tochtergesellschaften)[2]
Umsatz 302 Mio. EUR (Stand 2014/2015)
Website www.stage-entertainment.de
Phantom der Oper im Palladium Theater Stuttgart, 2002–2004
Stage-Entertainment-Theater im Hamburger Hafen

Die Stage Entertainment GmbH (Firma bis August 2005: Stage Holding GmbH) mit Sitz in Hamburg ist Produzent mehrerer Shows und Musicals, betreibt verschiedene Theater und unterhält Kooperationen mit anderen Unternehmen der Unterhaltungsbranche. Sie gehört zur niederländischen Stage Entertainment mit Sitz in Amsterdam.

Geschäftsführer der deutschen Niederlassung sind Ursula Neuß (Vorsitzende), Just Spee, Ulf Dewald und Wolfgang Orthmayr.

Die Firma betreibt zehn Theater in Deutschland.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veranstaltungen der Stage Entertainment Germany GmbH:

In Europa steht das Unternehmen im Wettbewerb mit der Really Useful Group (Rechteinhaber aller Musicals von Andrew Lloyd Webber, Besitzer mehrerer Theater in Großbritannien und eines eigenen Ticketing-Unternehmens), der Cameron-Mackintosh-Gruppe (unter anderem Rechteinhaber von Miss Saigon, Les Miserables und Besitzer von Theatern in Großbritannien) sowie dem Unternehmen Live Nation, dem weltweit größten Anbieter von Rock-Pop-, Sport- und Familienunterhaltung mit Sitz in den USA.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Muttergesellschaft in Amsterdam war als „Live Entertainment Division“ ein Geschäftsbereich von Endemol und wurde im Jahr 1998 von Joop van den Ende als eigenes Unternehmen ausgelagert. Die internationale Gruppe hält die Rechte für mehrere eigene und lizenzierte Produktionen, beschäftigt 4500 Mitarbeiter und besitzt Spielstätten u. a. in den Niederlanden, in Deutschland, Spanien, Russland, Frankreich, Italien und am Broadway in New York.

Die Stage Entertainment hat im Jahr 2002 die meisten der Spielstätten der insolventen Stella AG übernommen und avancierte so zum Quasi-Monopolisten in Deutschland. Hierzu zählen:

Das Operettenhaus in Hamburg wurde bereits vor der endgültigen Stella-Insolvenz als Premierentheater Operettenhaus zu je 50 % von Stage Entertainment (damals noch Stage Holding) und Stella, danach zu 100 % von Stage Entertainment betrieben.

Die erste Musical-Produktion, die das Unternehmen nach dem Erwerb des Hafentheaters in Hamburg in Deutschland vermarktet hat, war das Musical Buddy Holly. Allerdings war das Colosseum Theater in Essen im Jahr 2001 das erste eigene Theater der Stage Entertainment in Deutschland, das nach der Insolvenz (Joseph und Jesus Christ Superstar) mit dem Musical Elisabeth einen Neuanfang feierte.

Am 1. Januar 2008 verließ Geschäftsführer Maik Klokow die Stage Entertainment und wechselte in die Geschäftsführung der Düsseldorfer Krauth-Gruppe.[4]

Am 31. Juli 2010 lief die letzte Vorstellung des Musicals Buddy – Die Buddy Holly Story im Colosseum Theater in Essen. Danach waren keine weiteren En-suite-Musicalproduktionen mehr in der ehemaligen Werkshalle in Essen zu sehen. Als Grund wurde genannt, dass nach dem Musical Elisabeth (März 2001 bis Juni 2003) keine Produktion ihre Investitionen eingespielt hätten. Dazu zählen Aida – Das Musical (Oktober 2003 bis Juli 2005), Das Phantom der Oper (September 2005 bis März 2007), Mamma Mia! (Mai 2007 bis Juli 2008), Ich will Spaß! (Oktober 2008 bis Juli 2009) und das bereits genannte Buddy Holly-Musical (Oktober 2009 bis Juli 2010).

Im Juni 2015 kündigte Joop van den Ende an, bis zum Jahresende 2015 60 Prozent der Anteile an der Muttergesellschaft Stage Entertainment an das Luxemburger Private-Equity-Unternehmen CVC Capital Partners zu verkaufen.[5]

Der neue Mehrheitseigner verkündete kurz darauf die Schließung des defizitären „Theater am Potsdamer Platz“.[6]

Eigenproduktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2006 wird im Creative Development Department von Stage Entertainment verstärkt an der Entwicklung eigener Musical-Produktionen gearbeitet. Zu den Bühnenadaptionen in Deutschland zählen (Spielzeit in Jahreszahlen angegeben):

Geschäftsführer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2000–2005: Maik Klokow
  • 2005–2007: Jan-Pelgrom de Haas
  • 2007–2008: Maik Klokow
  • 2008–2013: Johannes Mock-O'Hara
  • seit 2013: Ursula Neuß

Kooperationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 1. Juni 2005 hat das Unternehmen den Ticket-Systembetreiber „Ticket Online Software GmbH“ (bis 2007: Berlin, jetzt: Hamburg) übernommen[7]. Ticket Online betreibt ein Buchungssystem für Eintrittskarten, das von mehreren tausend Vorverkaufsstellen bundesweit genutzt wird. Zum 31. Januar 2008 hat die Stage Entertainment Ticketing International den britischen Ticketanbieter SEE Ticket übernommen, der zuvor im Eigentum der Really Useful Group (Andrew Lloyd Webber) war[8]. Damit waren alle Stage-Ticketingaktivitäten unter einem Dach vereint.

SEE Ticket / Ticket Online wiederum wurde 2010 durch die CTS Eventim AG übernommen, die gleichzeitig einen zwölfjährigen Exklusivvertrag über Ticketing mit Stage Entertainment vereinbarte. Damit werden Stage Entertainment Tickets bis 2022 exklusiv durch die CTS Eventim AG und ihre Tochterunternehmen vertrieben.

Im Jahr 2005 hat die Stage Entertainment zusammen mit dem niederländischen Dance-Event-Veranstalter ID&T die ID&T Germany gegründet. Erste Produktion mit rund 15.000 Besuchern war im Juli 2005 die Sensation White in der Veltins-Arena Gelsenkirchen, die eine Adaption der gleichnamigen, sehr erfolgreichen ID&T-Veranstaltung in Amsterdam darstellt.

Mit der Top Ticket Line GmbH, gegründet im Dezember 2001 in Hamburg, betreibt die Stage Entertainment ein eigenes Call-Center für den Ticket-Verkauf. Das Call-Center wurde aus Kostengründen im Jahr 2004 von Hamburg nach Parchim (nahe Schwerin) ausgelagert.

Auch Holiday on Ice gehört zu Stage Entertainment. Die Shows Elements und Mystery gastierten zwischen November 2007 und März 2008 in 21 deutschen Städten.

Mit der Gründung der Joop van den Ende Academy hat Stage Entertainment eine Ausbildungsstätte für jährlich 10 Nachwuchsdarsteller geschaffen, welche seit 2011 durch ein Vollstipendium unterstützt werden. Zum Ende des Schuljahres 2017 stellt die Joop van den Ende Academy den Betrieb ein.[9]

Im April 2014 trat Stage Entertainment über die vier Tochtergesellschaften Theater am Potsdamer Platz Produktionsgesellschaft mbH, Theater des Westens Produktionsgesellschaft mbH, Theater in Hafen Produktionsgesellschaft mbH und Musical Betriebsgesellschaft Operettenhaus GmbH als Fördermitglied dem Branchenverband Deutschen Musical Akademie e. V. bei.[10]

Stage Entertainment beschäftigt bei allen Musical Theatern Servicekräfte auf Minijob-Basis über den Dienstleister OnStage & Sports Service GmbH.[11] Die Mitarbeiter werden am Einlass, den Garderoben und an den Bars eingesetzt.

Mitarbeiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen hat über 1650 Mitarbeiter; die meisten in den ausgelagerten Betriebsgesellschaften der einzelnen Häuser.

Durch Umstrukturierungen der Geschäftsbereiche fielen Arbeitsplätze weg. Zuletzt wurde das Theater am Potsdamer Platz in Berlin aufgrund eines defizitären Spielbetriebs im Jahr 2016 geschlossen.[12] Zudem wird die Musicalschule "Joop van den Ende Academy" in der Hamburger HafenCity 2017 geschlossen. Die verbleibenden Studenten werden bis dahin ihre Musicalausbildung im Rahmen eines komprimierten Ausbildungsplans absolvieren können.

Die Mitarbeiter werden durch Betriebsräte in den jeweiligen Theatern und Dachgesellschaften vertreten. Zudem existiert bei Stage Entertainment Germany ein Konzernbetriebsrat.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stage Entertainment Germany – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stage Entertainment GmbH: Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. August 2011 bis zum 31. Juli 2012
  2. Unternehmen. In: stage-entertainment.de. 22. Mai 2015.
  3. http://www.sueddeutsche.de/news/kultur/theater-aus-fuer-musical-theater-am-potsdamer-platz-in-berlin-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-160120-99-81703
  4. Maik Klokow verlässt Stage. Die Welt online, 9. Januar 2008
  5. Stage Entertainment – „König der Löwen“ geht an Finanzinvestor, Reuters/Handelsblatt vom 19. Juni 2015, abgerufen am 20. Juni 2015
  6. http://www.tagesspiegel.de/kultur/stage-entertainment-wie-ein-finanzinvestor-joop-van-den-endes-lebenswerk-zerstoert/12868850.html
  7. Musikmarkt: Stage Holding übernimmt Ticket Online
  8. Musikmarkt: Stage Ticketing übernimmt britisches Unternehmen See Tickets
  9. Musical1.de: Joop van den Ende Academy stellt den Betrieb ein
  10. Fördermitglieder. In: deutschemusicalakademie.de.
  11. taz, die tageszeitung: - taz.de. In: www.taz.de. Abgerufen am 8. August 2016.
  12. Aus für das Musical-Theater am Potsdamer Platz. (bz-berlin.de [abgerufen am 18. November 2016]).