Stormbruch

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Stormbruch
Gemeinde Diemelsee
Koordinaten: 51° 20′ 54″ N, 8° 41′ 55″ O
Höhe: 423 (422–451) m ü. NHN
Fläche: 10,37 km² [LAGIS]
Einwohner: 260 (5. Apr. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 25 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 34519
Vorwahl: 05633
Karte
Lage von Stormbruch in Nordhessen
Blick auf Stormbruch
Blick auf Stormbruch
Luftbild (2013)

Stormbruch ist ein Ortsteil der Gemeinde Diemelsee im Landkreis Waldeck-Frankenberg im Nordwesten von Nordhessen. Stormbruch liegt im Upland im Naturpark Diemelsee in der Nähe des Diemelsees.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stormbruch liegt zwischen Dortmund und Kassel südlich von Paderborn, ungefähr in der Mitte eines Dreiecks mit den Eckpunkten Korbach, Brilon und Marsberg[2] im Upland des Naturpark Diemelsee. Durch den Ort verläuft die Kreisstraße 63.[3] Die dem Ort zugerechnete Gemarkungsgröße beträgt 1.037 Hektar.[4] In dieser Gemarkung liegen die (teilweise wüst gefallenen) Siedlungsplätze: Dombeck, Eichholz, Frieden, Giffelde, Holzhausen und Kotthausen III.[5]

Naturräumliche Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturräumlich ist der Ort der Region „332 Ostsauerländer Gebirgsrand“ und darin dem Vorupländer Hügelland (332.61) zugeordnet.[6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde im Jahre 1052 erstmals urkundlich erwähnt. Die bekannten urkundlichen Zeugnisse finden sich in folgender Übersicht:[5]

  • Sturibrock (1052) [Abschrift Erhard, Regesta Historiae Wesfaliae, S. 113–114, Nr. 143]
  • Stormbroke (1168) [Kop. 17. Jahrhundert Regesten der Erzbischöfe von Köln 2, S. 166, Nr. 914]
  • Stormbroke (1292) [Urkunden Kloster Bredelar, S. 119, Nr. 159]
  • Stormbroch (1292) [Urkunden Kloster Bredelar, S. 124, Nr. 169]
  • Storembruch (1316)[Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abteilung Westfalen, Kloster Glindfeld, Urk. 27]
  • Stormbrok (1350) [Paul Wigand, Einzelne Beiträge, in: Archiv für Geschichte und Alterthumskunde Westphalens 6 (1834), S. 385–405, IV: Das älteste Corveyer Lehnsregister, hier S. 391, § 24]
  • Stormbroech (1537) [HStAM Bestand 127 Nr. 3]
  • Stormbruch (1733) [HStAD Bestand P 23 Nr. 56]

Im Jahre 1537 wurde der Zehnte an die Padberger und die Klöster in Flechtdorf und Abdinghof gezahlt.

Historische Ortsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In historischen Quellen wird als weiterer Ortsname Sturembroke (1232) erwähnt.[7] Louis Friedrich Christian Curtze leitet in seinem Werk „Die Ortsnamen des Fürstenthums Waldeck“ den Namen Stormbruch auf die natürliche Beschaffenheit und Lage des Ortes zurück.[8]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurde Stormbruch am 31. Dezember 1971 ein Ortsteil der Gemeinde Diemelsee.[9] Für Stormbruch wurde wie für jede der in der Gemeinde Diemelsee aufgegangenen Gemeinden ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher errichtet.

Grenzverlagerungen im 20. und 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kriegerdenkmal

Bereits seit Ende der 1950er-Jahre strebte die Stadt Brilon eine Grenzänderung zur Gemarkung Stormbruch an. Dort befanden sich in der Willinger Straße sieben Wohnhäuser mit 22 Bewohnern, eine ehemalige Schreinerei (später eine Zimmerei), die Schützenhalle und der Rasensportplatz von Bontkirchen. Die betroffenen Bewohner setzten sich für diese Grenzänderung ein, da ihr tägliches Leben überwiegend auf Bontkirchen ausgerichtet war. Sie besuchen dort die Kirche, sind in den Vereinen aktiv und beziehen von dort ihr Trinkwasser. Die Kinder besuchen den Kindergarten in Bontkirchen und Schulen in Nordrhein-Westfalen. Dies machte vorher besondere Genehmigungen der hessischen und nordrhein-westfälischen Schulbehörden erforderlich. Der Telefonanschluss und die Postzustellung waren organisatorisch Brilon zugeordnet. Im Jahr 2009 wurde ein Staatsvertrag zwischen Hessen und Nordrhein-Westfalen über die Abgabe von 55 Flurstücken mit einer Fläche von insgesamt vierzehn Hektar geschlossen. Als Ausgleich für den Gebiets- und Steuerkraftverlust zahlte die Stadt Brilon der Gemeinde Diemelsee einen Betrag von 390.000 Euro. Der Staatsvertrag trat nach Hinterlegung der Ratifikationsurkunden in Kraft.[10] Sieben Wohnhäuser mit 22 Bewohnern, ein Sportplatz, ein Sägewerk und ein Schützenhaus wurden ab dem 1. November 2009 ein Teil des Briloner Stadtteils Bontkirchen im Nordrhein-Westfälischen Hochsauerlandkreis.[11]

Demographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohner mit Hauptwohnsitz in Stormbruch:

Einwohnerentwicklung von Stormbruch
  • 216 Einwohner im Jahr 1770 [5]
  • 319 Einwohner im Jahr 1822 [12]
  • 326 Einwohner im Jahr 1834 [5]
  • 323 Einwohner im Jahr 1840 [5]
  • 302 Einwohner im Jahr 1846 [5]
  • 309 Einwohner im Jahr 1852 [5]
  • 305 Einwohner im Jahr 1858 [5]
  • 332 Einwohner im Jahr 1864 [5]
  • 311 Einwohner im Jahr 1871 [5]
  • 324 Einwohner im Jahr 1875 [5]
  • 344 Einwohner im Jahr 1885 [5]
  • 332 Einwohner im Jahr 1895 [5]
  • 307 Einwohner im Jahr 1905 [5]
  • 300 Einwohner im Jahr 1910 [5]
  • 304 Einwohner im Jahr 1925 [5]
  • 254 Einwohner im Jahr 1939 [5]
  • 356 Einwohner im Jahr 1946 [5]
  • 359 Einwohner im Jahr 1950 [5]
  • 299 Einwohner im Jahr 1956 [5]
  • 299 Einwohner im Jahr 1961 [5]
  • 293 Einwohner im Jahr 1967 [5]
  • 393 Einwohner im Jahr 2001 [13]
  • 392 Einwohner im Jahr 2002 [14]
  • 333 Einwohner im Jahr 2010 [15]
  • 322 Einwohner im Jahr 2011 [16]
  • 307 Einwohner im Jahr 2012 [17]
  • 290 Einwohner im Jahr 2013 [18]
  • 293 Einwohner im Jahr 2014 [19]
  • 304 Einwohner im Jahr 2015 [20]
  • 280 Einwohner im Jahr 2016 [4]
  • 284 Einwohner im Jahr 2017 [21]
  • 264 Einwohner im Jahr 2018 [22]
  • 260 Einwohner im Jahr 2019 [1]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im näheren Umfeld des Ortes finden sich Sehenswürdigkeiten die zum Nachbarort Heringhausen und den Rundwanderwegen und in Liste der Naturdenkmäler in Diemelsee (Gemeinde) beschrieben sind. Im Kernbereich des Ortes sind nennenswert:

Die Kirche
  • In Stormbruch gibt es ein Dorfgemeinschaftshaus, eine Schützenhalle und einen Sportplatz.
  • Die moderne Kirche in Stormbruch; das historische Kirchengebäude ist untergegangen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Stormbruch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Stand: 5. April 2019 in „Zahlen und Fakten“ im Internetauftritt der Gemeinde Diemelsee (Memento vom 5. April 2019 im Internet Archive).
  2. Stormbruch (Übersichtskarte 1:200.000). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  3. Land Hessen: Übersichtskarte (Memento vom 7. Mai 2019 im Internet Archive)
  4. a b Stand: 30.06.2016 in „Zahlen und Fakten“ im Internetauftritt der Gemeinde Diemelsee (Memento vom 12. August 2016 im Internet Archive).
  5. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v Stormbruch, Landkreis Waldeck-Frankenberg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  6. Land Hessen: Die Naturräume Hessens und ihre Haupteinheiten (Memento vom 27. März 2019 im Internet Archive)
  7. Heinrich Finke: Westfälisches Urkunden-Buch, Seite 1411 Digitalisat-online
  8. Louis Friedrich Christian Curtze: Die Ortsnamen des Fürstenthums Waldeck, Band 2 Verlag A. Speyer, Arolsen, 1850 Seite 23. (Digitalisat-online)
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 408 f.
  10. Hessischer Landtag: Drucksache 18/859 Gesetzentwurf, Staatsvertrag zur Änderung der Landesgrenze (Memento vom 23. Mai 2001 im Internet Archive) (PDF; 3,8 MB)
  11. Gesa Coordes, in Frankfurter Rundschau (1. November 2009): Rüttgers' Landnahme (Memento vom 7. Mai 2019 im Internet Archive).
  12. Johann Guntherfriedrich Cannabich, Neueste Kunde von Baden, Nassau, Hohenzollern, Lippe, Waldeck, Anhalt der Schwarzburgischen und Reußischen Länder (1827), Seite 397, Online-Digitalisat, abgerufen am 7. Mai 2019.
  13. Stand: 15.03.2001 in „Zahlen und Fakten“ im Internetauftritt der Gemeinde Diemelsee (Memento vom 23. Mai 2001 im Internet Archive).
  14. Stand: 15.05.2002 in „Zahlen und Fakten“ im Internetauftritt der Gemeinde Diemelsee (Memento vom 21. Juni 2002 im Internet Archive).
  15. Stand: 17.05.2010 in „Zahlen und Fakten“ im Internetauftritt der Gemeinde Diemelsee (Memento vom 28. Juni 2010 im Internet Archive).
  16. Stand: 15.11.2010 in „Zahlen und Fakten“ im Internetauftritt der Gemeinde Diemelsee (Memento vom 29. April 2011 im Internet Archive).
  17. Stand: 15.08.2012 in „Zahlen und Fakten“ im Internetauftritt der Gemeinde Diemelsee (Memento vom 17. Oktober 2012 im Internet Archive).
  18. Stand: 01.12.2013 in „Zahlen und Fakten“ im Internetauftritt der Gemeinde Diemelsee (Memento vom 16. März 2014 im Internet Archive).
  19. Stand: 30.06.2014 in „Zahlen und Fakten“ im Internetauftritt der Gemeinde Diemelsee (Memento vom 31. August 2014 im Internet Archive).
  20. Stand: 31.08.2015 in „Zahlen und Fakten“ im Internetauftritt der Gemeinde Diemelsee (Memento vom 25. Oktober 2015 im Internet Archive).
  21. Stand: 01.01.2017 in „Zahlen und Fakten“ im Internetauftritt der Gemeinde Diemelsee (Memento vom 31. Oktober 2017 im Internet Archive).
  22. Stand: 31.12.2017 in „Zahlen und Fakten“ im Internetauftritt der Gemeinde Diemelsee (Memento vom 15. Januar 2018 im Internet Archive).