Stormbruch

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Stormbruch
Gemeinde Diemelsee
Koordinaten: 51° 20′ 54″ N, 8° 41′ 55″ O
Höhe: 423 (422–451) m ü. NHN
Fläche: 10,37 km² [LAGIS]
Einwohner: 304 (31. Aug. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 29 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 34519
Vorwahl: 05633
Blick auf Stormbruch
Blick auf Stormbruch
Luftbild (2013)

Stormbruch ist ein Ortsteil der Gemeinde Diemelsee im Landkreis Waldeck-Frankenberg im Nordwesten von Nordhessen und hat rund 300 Einwohner. Stormbruch liegt im Upland im Naturpark Diemelsee in der Nähe des Diemelsees.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde im Jahre 1052 erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahre 1537 wurde der Zehnte an die Padberger und die Klöster in Flechtdorf und Abdinghof gezahlt.

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurde Stormbruch am 31. Dezember 1971 ein Ortsteil der Gemeinde Diemelsee.[2] Für Stormbruch wurde wie für jede der in der Gemeinde Diemelsee aufgegangenen Gemeinden ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher errichtet.

Historische Ortsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In historischen Quellen werden als Ortsnamen Sturibroh (1052), Stormbroke (1168), Sturembroke (1232) sowie Stormbrok (1537), erwähnt. Louis Friedrich Christian Curtze leitet in seinem Werk „Die Ortsnamen des Fürstenthums Waldeck“ den Namen Stormbruch auf die natürliche Beschaffenheit und Lage des Ortes zurück. [3]

Grenzverlagerungen im 20. und 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kriegerdenkmal

Bereits seit Ende der 1950er-Jahre strebte die Stadt Brilon eine Grenzänderung zur Gemarkung Stormbruch an. Dort befanden sich in der Willinger Straße sieben Wohnhäuser mit 22 Bewohnern, eine ehemalige Schreinerei (später eine Zimmerei), die Schützenhalle und der Rasensportplatz von Bontkirchen. Die betroffenen Bewohner setzten sich für diese Grenzänderung ein, da ihr tägliches Leben überwiegend auf Bontkirchen ausgerichtet war. Sie besuchen dort die Kirche, sind in den Vereinen aktiv und beziehen von dort ihr Trinkwasser. Die Kinder besuchen den Kindergarten in Bontkirchen und Schulen in Nordrhein-Westfalen. Dies machte vorher besondere Genehmigungen der hessischen und nordrhein-westfälischen Schulbehörden erforderlich. Der Telefonanschluss und die Postzustellung waren organisatorisch Brilon zugeordnet. Im Jahr 2009 wurde ein Staatsvertrag zwischen Hessen und Nordrhein-Westfalen über die Abgabe von 55 Flurstücken mit einer Fläche von insgesamt vierzehn Hektar geschlossen. Als Ausgleich für den Gebiets- und Steuerkraftverlust zahlte die Stadt Brilon der Gemeinde Diemelsee einen Betrag von 390.000 Euro. Der Staatsvertrag trat nach Hinterlegung der Ratifikationsurkunden in Kraft.[4] Sieben Wohnhäuser mit 22 Bewohnern, ein Sportplatz, ein Sägewerk und ein Schützenhaus wurden ab dem 1. November 2009 ein Teil des Briloner Stadtteils Bontkirchen im Nordrhein-Westfälischen Hochsauerlandkreis. [5]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche

In Stormbruch gibt es ein Dorfgemeinschaftshaus,eine Kirche, eine Schützenhalle und einen Sportplatz.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erich Fischer und Armin Hillebrand: Stormbruch. Arolsen: Waldeckischer Geschichtsverein 2002 (= Waldeckische Ortssippenbücher 68)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Zahlen und Fakten“ im Internetauftritt der Gemeinde Diemelsee, abgerufen im September 2015.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 408 und 409.
  3. Louis Friedrich Christian Curtze, Die Ortsnamen des Fürstenthums Waldeck, Band 2, 1850, Seite 23
  4. Hessischer Landtag: LT-Drucksache 18/859 zur Änderung der Landesgrenze (PDF; 3,8 MB)
  5. Ein-Grenzfall-Ruettgers-Landnahme Frankfurter Rundschau Online

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]