Syngenta

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Syngenta AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 13. November 2000
Sitz Basel, Schweiz
Leitung

Erik Fyrwald
(CEO)
Gaoning Ning
(VR-Präsident)

Mitarbeiterzahl

28'700 (September 2015)[1]

Umsatz 13,4 Mrd. USD (2015)[1]
Branche Agrochemie
Website http://www.syngenta.com/

Syngenta ist weltweit einer der grössten Konzerne im Agrargeschäft und eine Tochtergesellschaft der ChemChina. Das Unternehmen ist in der Sparte chemische Pflanzenschutzmittel (Fungizide, Herbizide, Insektizide: Syngenta Crop Protection) Marktführer und in der Sparte «kommerzielles Saatgut» (Mais, Soja, Sonnenblumen, Raps, Zuckerrüben, Getreide: Syngenta Seeds) auf Platz drei. Der Umsatz 2015 (2014) betrug 13,4 (15,1) Milliarden US-Dollar. Syngenta beschäftigt derzeit 28'700 Mitarbeiter in über 90 Ländern. Der grösste Mitbewerber ist Monsanto. Syngenta ist ebenso in der Biotechnologie tätig.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen entstand am 13. November 2000 aus einer Fusion der Agrarsparten von Novartis (61 % des Aktienkapitals) und AstraZeneca (39 %). Seither erfolgten zahlreiche Unternehmensübernahmen sowie Kooperationen im Bereich dieser Tätigkeitssparten.

Ein Meilenstein in der Unternehmensgeschichte war 2001 die vollständige DNA-Sequenzierung des Reis-Genoms durch das Genom-Forschungszentrum von Syngenta (in Zusammenarbeit mit Myriad Genetics Inc.). Das Unternehmen gehörte auch dem Forschungskonsortium Goldener Reis an und hält einige Patente dieser Neuzüchtung, erklärte jedoch den Verzicht auf entsprechende Lizenzzahlungen, sodass Landwirte nach dem Einkreuzen lokaler Reissorten das eigene Saatgut kostenfrei selbst vermehren können.[2] 2003 gab Syngenta die Markteinführung der weltweit ersten Hybridgerstensorte in Grossbritannien mit Namen Colossus bekannt.

Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Basel (CH) und verfügt heute über drei wichtige Forschungsstandorte in Stein (CH), Bracknell (UK) und North Carolina (USA). Weitere Standorte in der Schweiz sind Monthey, Kaisen, Diesdorf und Münchwilen AG.

Am 8. Mai 2015 wurde ein Übernahmeangebot des US-Konkurrenten Monsanto bekannt.[3] Syngenta hatte allerdings die Offerte zurückgewiesen, worauf Monsanto am 26. August 2015 das Übernahmeangebot zurückzog.[4] Neben Monsanto wurden weitere Unternehmen wie DuPont oder BASF als mögliche Kooperationspartner im von Firmenzusammenschlüssen geprägten Agrargeschäft genannt.[5]

Ende Oktober 2015 trat CEO Michael Mack zurück, Finanzchef John Ramsay übernahm ad interim die Geschäftsführung.[6]

Im Herbst 2015 zeigte mit dem chinesischen Staatsunternehmen ChemChina ein weiterer Konkurrent Interesse an einer Übernahme von Syngenta.[7] Bei Abschluss des Geschäfts wäre dieses der bislang grösste Zukauf eines chinesischen Unternehmens im Ausland.[8] Am 3. Februar 2016 bestätigte Syngenta ein Übernahmeangebot in einer Grössenordnung von 43,7 Milliarden Franken. Syngentas Verwaltungsrat empfahl seinen Aktionären, das Angebot anzunehmen. Bereits am 3. Februar 2016 wurde bestätigt, dass der Staatskonzern China National Chemical Corporation pro Syngenta-Aktie einen Nettopreis von CHF 480 anbietet.[9] Kritische Kommentare zu dieser geplanten Übernahme blieben nicht aus.[10] Nach Ende der Hauptangebotsfrist haben über 80 % der Aktionäre ihre Aktien ChemChina angedient. Damit wurde eine weitere Bedingung für die Übernahme erfüllt. Am 13. Juni 2017 wurde bekanntgegeben, dass ChemChina über 98 Prozent der Anteile von Syngenta verfügt.[11]

Produkte und Auswirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptsitz von Syngenta in Basel

Das Herbizid Atrazin wurde in der EU 2004 verboten, weil seine Rückstände häufig im Grundwasser nachweisbar waren.[12] In den USA wurden 2003 jährlich noch etwa 34'500 Tonnen Atrazin eingesetzt.[13]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiker warfen dem Unternehmen sein Engagement auf dem Gebiet der Gentechnik vor. Zudem wurde Syngenta bezichtigt, durch den Verkauf des Herbizids Paraquat Vergiftungs- und Todesfälle von Landarbeitern in Kauf zu nehmen.[14][15] Dieses Produkt sollte beispielsweise in Entwicklungsländern auf Palmöl-Plantagen, entgegen den Anwendungsvorschriften des Herstellers, ohne die notwendige Schutzkleidung eingesetzt werden. Paraquat ist in der EU und der Schweiz auch wegen seiner hohen Humantoxizität verboten.[16] Im Jahr 2012 wurde der Konzern deshalb für die Negativ-Auszeichnung Public Eye Award nominiert.[17]

Im Rahmen von Protestaktionen gegen das Unternehmen kam es zu Erstürmungen von Syngenta-Anlagen durch die Bauernbewegung Via Campesina, im Oktober 2006 im Süden Brasiliens und im Dezember 2007 im Nordosten in der Nähe von Cajazeiras; dabei wurden Teile der Firmeneinrichtung zerstört, zwei Menschen starben.[18] Um den Konflikt zu beenden, übergab Syngenta im Oktober 2008 die Forschungsfarm an die brasilianische Regionalverwaltung, die erklärte, künftig Saatgut von Regionalsorten auf dieser Farm zu produzieren.[19]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Annual Report 2015 (PDF; 7,3 MB)
  2. What Syngenta thinks about…, Standpunkte zu Themen auf der Website des Unternehmens Syngenta, undatiert, zuletzt abgerufen 3. Februar 2016.
  3. Monsanto greift nach Syngenta. WirtschaftsWoche, 8. Mai 2015
  4. Monsanto gibt Werben für Syngenta auf. Neue Zürcher Zeitung, 27. August 2015, S. 25
  5. Warten auf die grosse Konsolidierungswelle, Neue Zürcher Zeitung, 18. November 2015.
  6. Syngenta-Chef Mack tritt zurück, Econo, 23. Oktober 2015
  7. Ein Chemie-Gigant mit ruhiger Hand, Neue Zürcher Zeitung, 21. Dezember 2016.
  8. China bietet 43 Milliarden für Syngenta, Faz.net, 3. Februar 2016, abgerufen 3. Februar 2016.
  9. Verwaltungsrat leistet keinen Widerstand, Neue Zürcher Zeitung, 3. Februar 2016.
  10. Die Chinesen kommen, Neue Zürcher Zeitung, 3. Februar 2016
  11. "Syngenta media release", 13. Juli 2017, abgerufen am 12. December 2017.
  12. Frank Ackerman (2007): The Economics of Atrazine (PDF; 302 kB). Int J Occup Environ Health, Vol. 13, No. 4, S. 441–449.
  13. Edward Walsh: EPA Stops Short of Banning Herbicide, Washington Post. 1. Februar 2003, S. A14. Abgerufen im 3. Juni 2010. 
  14. Kritische Webseite zu Paraquat und Syngenta publiceye.ch
  15. EU court bans Syngenta's paraquat weedkiller swissinfo.ch, 11. Juli 2007.
  16. Paraquat-Verbot in der Schweiz: Wie Syngenta versucht unangenehme Fakten zu verdrehen publiceye.ch, 18. Oktober 2011
  17. Nominiert für den Public Eye People’s Award 2012: Syngenta publiceye.ch (PDF)
  18. Two killed in Brazil landless peasants' protest Reuters, 22. Oktober 2007, abgerufen am 21. Oktober 2017.
  19. M. Raupp: Swiss Syngenta hands over field test in Brazil gmoforum.agrobiology.eu, 27. Oktober 2008 (englisch)