Syngenta

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Syngenta AG
Syngenta Logo.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN CH0011037469
Gründung 13. November 2000
Sitz Basel, Schweiz
Leitung John Ramsay
(CEO ad interim und CFO)
Michel Demaré
(VR-Präsident)
Mitarbeiter 28'700 (September 2015)[1]
Umsatz 13,4 Mrd. USD (2015)[1]
Branche Agrochemie
Website www.syngenta.com

Syngenta ist weltweit einer der größten Konzerne im Agrargeschäft. Das Unternehmen ist in der Sparte Pflanzenschutz (Syngenta Crop Protection) Marktführer und in der Sparte «kommerzielles Saatgut» (Syngenta Seeds) auf Platz drei. Der Umsatz 2015 (2014) betrug 13,4 (15,1) Milliarden US-Dollar. Syngenta beschäftigt derzeit 28'700 Mitarbeiter in über 90 Ländern. Der größte Mitbewerber ist Monsanto. Syngenta ist ebenso in der Biotechnologie tätig.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen entstand am 13. November 2000 aus einer Fusion der Agrarsparten von Novartis (61 % des Aktienkapitals) und AstraZeneca (39 %). Seither erfolgten zahlreiche Unternehmensübernahmen sowie Kooperationen im Bereich dieser Tätigkeitssparten.

Ein Meilenstein in der Unternehmensgeschichte war 2001 die vollständige DNA-Sequenzierung des Reis-Genoms durch das Genom-Forschungszentrum von Syngenta (in Zusammenarbeit mit Myriad Genetics Inc.). Das Unternehmen gehörte auch dem Forschungskonsortium Goldener Reis an und hält einige Patente dieser Neuzüchtung, erklärte jedoch den Verzicht auf entsprechende Lizenzzahlungen, sodass Landwirte nach dem Einkreuzen lokaler Reissorten das eigene Saatgut kostenfrei selbst vermehren können.[2] 2003 gab Syngenta die Markteinführung der weltweit ersten Hybridgerstensorte in Großbritannien mit Namen Colossus bekannt.

Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Basel (CH) und verfügt heute über drei wichtige Forschungsstandorte in Stein (CH), Bracknell (UK) und North Carolina (USA).

Am 8. Mai 2015 wurde ein Übernahmeangebot des US-Konkurrenten Monsanto bekannt.[3] Syngenta hatte allerdings die Offerte zurückgewiesen, worauf Monsanto am 26. August 2015 das Übernahmeangebot zurückzog.[4] Neben Monsanto wurden weitere Unternehmen wie DuPont oder BASF als mögliche Kooperationspartner im von Firmenzusammenschlüssen geprägten Agrargeschäft genannt.[5]

Ende Oktober 2015 trat CEO Michael Mack zurück, Finanzchef John Ramsay übernahm ad interim die Geschäftsführung.[6]

Im Herbst 2015 trat mit dem chinesischen Staatsunternehmen ChemChina ein weiterer Interessent für eine Übernahme von Syngenta in Erscheinung. Am 3. Februar 2016 bestätigte Syngenta ein Übernahmeangebot in einer Größenordnung von 43,7 Milliarden Franken. Syngentas Verwaltungsrat empfahl seinen Aktionären, das Angebot anzunehmen.[7] Bei Abschluss des Geschäfts wäre dieses der bislang größte Zukauf eines chinesischen Unternehmens im Ausland.[8]

Produkte und Auswirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptsitz von Syngenta in Basel

Das Herbizid Atrazin wurde in der EU 2004 verboten, weil seine Rückstände häufig im Grundwasser nachweisbar waren.[9] In den USA wurden 2003 jährlich noch etwa 34'500 Tonnen Atrazin eingesetzt.[10]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiker werfen dem Unternehmen sein Engagement auf dem Gebiet der Gentechnik vor. Zudem wird Syngenta vorgeworfen, durch den Verkauf des Herbizids Paraquat Vergiftungs- und Todesfälle von Landarbeitern in Kauf zu nehmen.[11] Dieses Produkt soll beispielsweise in Entwicklungsländern auf Palmöl-Plantagen, entgegen den Anwendungsvorschriften des Herstellers, ohne die notwendige Schutzkleidung eingesetzt werden. Paraquat ist in der EU und der Schweiz auch wegen seiner hohen Humantoxizität verboten.[12] Im Jahr 2012 wurde der Konzern deshalb für den Public Eye Award nominiert.[13]

Im Rahmen von Protestaktionen gegen das Unternehmen kam es zu Erstürmungen von Syngenta-Anlagen durch die Bauernbewegung Via Campesina, im Oktober 2006 im Süden Brasiliens und im Dezember 2007 im Nordosten in der Nähe von Cajazeiras; dabei wurden Teile der Firmeneinrichtung zerstört, zwei Menschen starben.[14] Um den Konflikt zu beenden, übergab Syngenta im Oktober 2008 die Forschungsfarm an die brasilianische Regionalverwaltung. Diese hat mitgeteilt, künftig Saatgut von Regionalsorten auf dieser Farm zu produzieren.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Annual Report 2015 (PDF; 7.3 MB)
  2. What Syngenta thinks about…, Standpunkte zu Themen auf der Website des Unternehmens Syngenta, undatiert, zuletzt abgerufen 3. Februar 2016.
  3. Monsanto greift nach Syngenta. WirtschaftsWoche, 8. Mai 2015
  4. Monsanto gibt Werben für Syngenta auf. Neue Zürcher Zeitung, 27. August 2015, S. 25
  5. Warten auf die grosse Konsolidierungswelle, Neue Zürcher Zeitung, 18. November 2015.
  6. Syngenta-Chef Mack tritt zurück, Econo, 23. Oktober 2015
  7. Syngenta soll für 43 Milliarden nach China, Neue Zürcher Zeitung, 3. Februar 2016.
  8. China bietet 43 Milliarden für Syngenta, Faz.net, 3. Februar 2016, abgerufen 3. Februar 2016.
  9. Frank Ackerman (2007): The Economics of Atrazine (PDF; 302 kB). Int J Occup Environ Health, Vol. 13, No. 4, S. 441–449.
  10. Edward Walsh: EPA Stops Short of Banning Herbicide, Washington Post. 1. Februar 2003, S. A14. Abgerufen am 3. Juni 2010. 
  11. Swissinfo: EU court bans Syngenta's paraquat weedkiller „Campaigners say many workers and farmers exposed on a regular basis to paraquat suffer serious health problems, adding that its high toxicity can lead to death.“ 11. Juli 2007.
  12. Paraquat-Verbot in der Schweiz: Wie Syngenta versucht unangenehme Fakten zu verdrehen. Erklärung von Bern, 18.10.2011, abgerufen am 4. Februar 2016 (deutsch).
  13. publiceye.ch: Nominiert für den Public Eye People’s Award 2012 (Memento vom 2. August 2012 im Internet Archive)
  14. Reuters: UPDATE 1-Two killed in Brazil landless peasants' protest 22. Oktober 2007, zuletzt abgerufen 3. Februar 2016.