Tag der Franken

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Die fränkische Flagge

Der Tag der Franken wurde 2006 auf Beschluss des Bayerischen Landtags ins Leben gerufen und wird seit dem Jahr 2006 jährlich am 2. Juli oder am darauf folgenden Wochenende begangen. Er soll die vielgestaltige Landschaft und Geschichte der fränkischen Region deutlich machen sowie das Bewusstsein für die Entwicklungskraft und das Innovationspotenzial Frankens stärken. Die zentrale Festveranstaltung wird abwechselnd in und von den drei fränkischen Bezirken Bayerns ausgerichtet – das sind der Bezirk Oberfranken, der Bezirk Mittelfranken und der Bezirk Unterfranken – und hat den Charakter eines Landesfestes.[1]

Vorläufer des jetzigen Tags der Franken in Bayern waren seit 1999 Veranstaltungen des Fränkischen Bundes und weiterer Veranstalter.[2][3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Tag der Franken erinnert an ein historisches Datum: Am 2. Juli des Jahres 1500 wurde auf dem Reichstag von Augsburg das Heilige Römische Reich Deutscher Nation in sechs Reichskreise eingeteilt. Das anfänglich Reichskreis Nr. 1 genannte Gebiet umfasste hauptsächlich den Bereich der Hochstifte Bamberg, Würzburg und Eichstätt, die beiden zollerischen Fürstentümer Ansbach und Kulmbach sowie die fünf Reichsstädte Nürnberg, Rothenburg, Windsheim, Schweinfurt und Weißenburg, das Fürstentum Hohenlohe, die Grafschaft Henneberg, sowie einige Kleinterritorien. Ab 1522 wurde der Reichskreis erstmals als Fränkischer Reichskreis bezeichnet, der bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation im Jahre 1806 bestand.

Der Fränkische Reichskreis

Im Fränkischen Reichskreis waren etliche selbstständige Herrschaftsgebiete vertreten. Über drei Jahrhunderte nahm der Reichskreis gemeinschaftliche Aufgaben wie Münzwesen, Sicherung des Landfriedens oder die Stellung von Truppen für die Reichsarmee wahr. Trotz aller Differenzen und der konfessionellen Spaltung, die sich durch das ganze Land zog, mussten sich geistliche und weltliche Fürsten sowie die Reichsstädte immer wieder arrangieren.

Mit der Landfriedenssicherung tat sich der Fränkische Kreis anfangs sehr schwer, da weder echte Polizeitruppen noch Militär vorhanden waren, um wirkungsvoll zu agieren. Daher konnte der Reichskreis sich auch nicht gegen die kriegerischen Raubzüge des Markgrafen von Kulmbach, Albrecht Alcibiades, wehren, der im sog. Zweiten Markgräflerkrieg von 1552 bis 1555 versuchte, eine Vormachtstellung unter den Fürsten in Franken zu bekommen und ein Herzogtum Franken zu begründen. In den Jahren der Auseinandersetzung waren zahlreiche fränkische Städte (Altdorf, Nürnberg, Forchheim, Bamberg, Würzburg, Schweinfurt u. a.) von den Verwüstungen und Brandschatzungen betroffen. Schließlich wurde Albrecht von einem Bund fränkischer Fürsten militärisch besiegt. Die Nachwehen des Krieges schlugen sich in den Grumbachschen Händeln nieder, die das innere Gefüge des Reiches schwer belasteten.

Aus den Erfahrungen der Kriege und unter dem Eindruck des Augsburger Religionsfriedens 1555 bekam der Kreis vom Reich weitere Aufgaben zugewiesen, so u. a. für das Polizeiwesen- und Militärwesen. 1572 erließ der Fränkische Kreis als einziger Reichskreis eine eigene Polizeiordnung.

Ebenso setzte der Aufbau des Militärwesens ein, das 1681 mit 5527 Mann festgeschrieben wurde. Dazu kamen 1559 die Einführung einer Münzordnung und die Münzeinung mit dem Schwäbischen und Bayerischen Nachbarkreisen, mit der die Wirtschaft des Reichskreises positive Impulse bekam. Trotz des Widerstandes der Reichsritterschaft, die sich aus Furcht vor Abhängigkeiten stets vom Reichskreis fernhielt und ihre eigene Organisation betrieb, bestand mit der Zeit im Reichskreis de facto ein eigener und relativ geschlossener Wirtschaftsraum für die wichtigsten Lebensmittel wie zum Beispiel Getreide und Vieh. In Nürnberg befand sich die Kreiskasse. Der Kongress mit den Gesandten versammelte sich überwiegend im Rathaus der freien Reichsstadt.

Markgraf Karl Alexander von Ansbach und Bayreuth trat am 16. Januar 1791 in einem Geheimvertrag seine Fürstentümer für eine jährliche Leibrente von 300.000 Gulden an den preußischen Staat ab. Durch die Übertragung dieser Territorien an die preußische Verwandtschaft war das Gleichgewicht der Mächte im Fränkischen Kreis schwerwiegend gestört. Mit der Ausübung des Stimmrechts für Ansbach-Bayreuth im Kreis nahm von da an Preußen als Großmacht unmittelbaren Einfluss auf die Geschicke des Reichskreises. Auf Anordnung Karl August Freiherr von Hardenbergs, der seit 1790 Minister des Markgrafen Karl Alexander war und ab 1792 als Dirigierender preußischer Staatsminister die hinzugekommenen Gebiete für Preußen verwaltete, wurden die markgräflichen Truppen nicht mehr dem Kreis und seinem Heerwesen zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig bewegte er Bamberg und Würzburg dazu, ihre Truppenkontingente ebenfalls dem Kreisheerwesen zu entziehen. Beide Städte unterstellten ihr Heer direkt dem Kommando des Kaisers, wodurch die Aufgabe der Landessicherungswahrung eine deutlich Schwächung erfuhr. Damit beteiligte sich mit Ansbach-Bayreuth ein wichtiger Teil des Fränkischen Kreises nicht an den militärischen Maßnahmen gegen das Frankreich Napoleons, auch, weil ein Ergebnis des Friedens von Basel 1795 die Neutralität Preußens gegenüber Frankreich war.

Ab 1795 geriet der Fränkische Kreis zunehmend zwischen die Fronten der miteinander streitenden Mächte und im Zuge der napoleonischen Feldzüge wurden Teile des Kreises entweder besetzt oder zu Tributzahlungen verpflichtet. Die Auflösungserscheinungen des Alten Reiches und mit ihm des Fränkischen Reichskreises wurden mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 verstärkt. Der Flickenteppich von Sprengeln und Herrschaftsgebieten, der sich über die Jahrhunderte entwickelt hatte, wurde nun im Zuge der napoleonischen Neuordnung entzerrt und endete mit der Niederlegung der Kaiserkrone durch Franz II. am 6. August 1806. Mit dem Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation war auch die Kreisverfassung des Fränkischen Kreises beendet. Dennoch fand eine förmliche Auflösung der Kreisversammlung statt. Der bayerische Gesandte in der fränkischen Kreisversammlung, Freiherr von Tautphöus, beantragte am 3. August 1806 die Auflösung der Versammlung. Dieser Antrag wurde von Maximilian von Montgelas am 11. August 1806 genehmigt und am 16. August 1806 wurden die Kreisversammlung für aufgelöst und alle Kreisgeschäfte für beendet erklärt.

Damit endete die mehr als dreihundertjährige Geschichte des Fränkischen Reichskreises, der formal zehn Tage länger existierte als das Heilige Römische Reich Deutscher Nation.

Wenige Jahre später wurde auf dem Wiener Kongress der überwiegende Teil des ehemaligen Reichskreises dem Königreich Bayern zugeschlagen. Dies markiert den Beginn der Franken in Bayern.

Nach der Machtübernahme der NSDAP im Jahre 1933 entwickelten sich aus Parteikundgebungen, bei denen 1930 auch Adolf Hitler anwesend war, die Frankentage. Sie wurden bis 1939 einmal im Jahr auf dem Hesselberg abgehalten und hatten pseudoreligiösen, neuheidnischen Charakter. Der Hesselberg bekam damals den Titel Heiliger Berg der Franken.

Neben den Nürnberger Reichsparteitagen waren es die größten NS-Kundgebungen in Franken. Bis zu 100.000 Besucher hörten auf der Osterwiese die antisemitischen Reden des „Frankenführers“ Julius Streicher. Auch Hermann Göring besuchte zweimal als Redner die Frankentage.[4]

Die Frankentage dienten der allgemeinen Mobilisierung für die Ziele des Nationalsozialismus sowie der Befriedigung persönlichen Machtstrebens des „Frankenführers“, Gauleiters und Antisemiten Julius Streicher aus Nürnberg. Die räumliche Nähe zu den sogenannten Reichsparteitagen in Nürnberg und die besondere Mischung aus Volksfest, politischer Indoktrination und religiösem Erleben machten die Frankentage auf dem Hesselberg nach 1933 zu einem zentralen Datum im Feierkalender der Nationalsozialisten. Eine Veranstaltung dieser Art, in der sich der Gauleiter als Führergestalt bejubeln ließ und die gleichzeitig ein rassisch motiviertes Überlegenheitsgefühl der Gaubevölkerung befeuerte, war im Deutschen Reich eine einmalige Angelegenheit.

Durchsetzung und Einrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2004 wurde durch eine Petition im Bayerischen Landtag erstmals versucht, einen Tag der Franken durchzusetzen. Der lange Weg dorthin war schließlich erfolgreich, nachdem alle fränkischen Abgeordneten der großen Parteien CSU und SPD sich vereint mit Nachdruck für den Festtag einsetzten. Am 18. Mai 2006 stimmte der Bayerische Landtag der Einführung des Festtags zu und bestätigte den 2. Juli als geeigneten Termin.[5]

Mit der jährlichen Festveranstaltung soll an die Gründung und das Wirken des Fränkischen Reichskreises erinnert und das Bewusstsein der Menschen für die wechselvolle eigene Geschichte gestärkt werden.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zentralen Festveranstaltungen zum Tag der Franken im Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bisherige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veranstaltungen in Vorbereitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tag der Franken (2006 bis 2018)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Festtag wurde 2006 in Nürnberg (Bezirk Mittelfranken) gefeiert. Veranstaltungsort war das Museum Industriekultur, in dem zur gleichen Zeit die Landesausstellung 200 Jahre Franken in Bayern präsentiert wurde.[10] Die Hauptveranstaltung fand in der Tafelhalle statt.

Der zweite Tag der Franken wurde 2007 in Bamberg (Bezirk Oberfranken) anlässlich des 1000-jährigen Jubiläums des Erzbistums Bamberg (1000 Jahre unterm Sternenmantel) zelebriert unter dem Motto Franken mit Leib und Seele.

2008 beging Miltenberg (Bezirk Unterfranken) im Rahmen der Unterfränkischen Kulturtage den fränkischen Festtag.

In der Folge der sich abwechselnden Veranstalter war 2009 wieder der Bezirk Mittelfranken als Ausrichter an der Reihe. Mit dem Motto Franken in Europa – Europa in Franken ging der Bezirk Mittelfranken als Erster den Schritt, den Tag der Franken als eigenständigen Festtag, losgelöst von anderen Veranstaltungen, zu präsentieren, um dessen Bedeutung hervorzuheben. Veranstaltungsort war das Fränkische Freilandmuseum Bad Windsheim. Mit dem Themenbezug zu Europa wurde erinnert, dass Franken als Drehscheibe Europas, als Mittler zwischen Ost und West, Nord und Süd, und als Verkehrsknotenpunkt seit dem Mittelalter die europäische Region schlechthin ist. Dazu wurden aus allen europäischen Mitgliedstaaten Vereine und Aussteller eingeladen, die neben den fränkischen auch ihre eigenen Traditionen und Verknüpfungen mit Franken den Besuchern präsentieren konnten.

2010 beging der Bezirk Oberfranken in Kulmbach den Festtag unter dem Motto Franken genießen, wobei insbesondere Oberfranken als Kultur- und Genussregion im Fokus stand.[11]

2011 feierte der Bezirk Unterfranken in Bad Kissingen. Gemäß dem Motto Singendes, klingendes Franken wurde durch zahlreiche Musikgruppen die Vielfalt der fränkischen Musiklandschaft präsentiert.[12] Bei seiner Festansprache bezeichnete Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer Franken als das Flaggschiff der bayerischen Energiewende.[13]

2012 beim Tag der Franken in Schwabach (Bezirk Mittelfranken) standen die Frauen im Mittelpunkt gemäß dem Motto Frauen in Franken. So wurden auch in einer Ausstellung im Stadtmuseum Schwabach die Lebenssituationen von Frauen aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen vom Mittelalter bis in die heutige Zeit gezeigt. Zu fünf Zeitinseln (Mittelalter, Neuzeit, Industrialisierung, Anfang des 20. Jahrhunderts, Jetztzeit) wurden je drei historische Ausnahmefrauen vorgestellt.[14] Als Wanderausstellung stieß sie 2013 auch im Bayerischen Landtag auf großes Interesse.[15]

2013 hatte der Bezirk Oberfranken ein abweichendes Konzept entwickelt. Statt eines zentralen Festes gab es Veranstaltungen in über 100 Gemeinden in allen drei fränkischen Bezirken.[16] Das Motto für alle Veranstaltungen 2013 lautete Franken im Ohr. Es war gewählt in Anlehnung an die beiden im Jahr 2013 stattgefundenen Jubiläen von Jean Paul (250 Jahre) und Richard Wagner (200 Jahre). Der zentrale Festakt fand in Bayreuth statt.[17]

2014 beim Tag der Franken in Ochsenfurt (Bezirk Unterfranken) stand der Main als Lebensader Frankens im Mittelpunkt unter dem Motto Franken – hier schlägt Main Herz.[18]

2015 beim Tag der Franken in Erlangen (Bezirk Mittelfranken) wurde gemäß dem Motto Fremde in Franken in einer umfassenden Ausstellung dargelegt, wie zu allen Zeiten Einwanderer nach Franken kamen und hier heimisch wurden. Gerade Erlangen ist hierfür ein Musterbeispiel, denn durch die Aufnahme von 1500 französischen Hugenotten nach dem 30-jährigen Krieg begann der Aufschwung des bis auf 500 Menschen entvölkerten Erlangens bis zur heutigen Blüte.[19]

Der Tag der Franken 2016 in Hof (Bezirk Oberfranken) stand unter dem Motto (Patente Franken – Fränkische Patente). Dafür wurde von der KulturServiceStelle des Bezirks Oberfranken in Zusammenarbeit mit dem Museum Bayerisches Vogtland in Hof die Ausstellung Patente Franken konzipiert.[20] Diese beweist, dass Franken sich durch einen ausgeprägten Erfindergeist auszeichnet, der sich in zahlreichen Patenten und Innovationen widerspiegelt, ohne die die heutige Welt gar nicht mehr denkbar wäre. Sie verweist auch auf die Kraft dieser Region und ihrer Menschen auch zukünftig Bahnbrechendes zu entwickeln. Diese Ausstellung kann in der IHK-Akademie Mittelfranken in der Walter-Braun-Straße 15 in Nürnberg besichtigt werden, es sei denn, sie ist gerade als Wanderausstellung an einem anderen Ort in Franken zu sehen.[21]

2017 fand der Tag der Franken in Kitzingen (Bezirk Unterfranken) statt verbunden mit den Unterfränkischen Kulturtagen unter dem gemeinsamen Motto Kultur-Brücken.[22]

2018 war der Festtag in Ansbach (Bezirk Mittelfranken), der unter dem Motto Essen in Franken stand, eingebettet in die Rokoko-Festspiele, die zur selben Zeit stattfanden. Beim großen Festakt im Ansbacher Hofgarten hielt Ministerpräsident Markus Söder eine launige Rede über das Wirken der Franken zum Wohle Bayerns.[23][24]

Tag der Franken 2019 – erstmals länderübergreifend[25][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 14. Tag der Franken wurde am 6. und 7. Juli vom Bezirk Oberfranken gemeinsam mit der bayerischen Staatsregierung und den beiden Ausrichterstädten Sonneberg (Südthüringen) und Neustadt bei Coburg (Oberfranken) erstmals länderübergreifend mit über 25 000 Besuchern gefeiert unter dem Motto GEMEINSAM.FRÄNKISCH.STARK.

Die unmittelbar aneinander liegenden Partner- und Nachbarstädte Neustadt und Sonneberg haben zusammen fast 40.000 Einwohner und bilden einen erfolgreichen gemeinsamen Wirtschafts-, Bildungs- und Sozialraum, den Vollbeschäftigung und Prosperität kennzeichnen. Unter dem Dach der Europäischen Metropolregion Nürnberg forciert das Städteduo unter der Marke SON.NEC – GEMEINSAM.FRÄNKISCH.STARK. die gemeinsame Entwicklung. Die Wort-Bild-Marke der beiden Städte wurde auch als Motto des 14. Tags der Franken übernommen.

Der Haupttag am 7. Juli wurde im Freizeitpark Villeneuve-sur-Lot in Neustadt mit einem ökumenischen Gottesdienst mit Mundartbeiträgen eröffnet.

Beim zentralen Festakt der bayerischen Staatsregierung am 7. Juli im Gesellschaftshaus in Sonneberg hob der Bezirkstagspräsident von Oberfranken Henry Schramm in seiner Begrüßungsrede das großartige Engagement der Menschen in den beiden Ausrichterstädten hervor. Schon im Vorfeld wurde der Tag der Franken mit einer bisher einzigartigen Fülle von 120 Veranstaltungen sechs Wochen lang gefeiert. Erstmals wurde ein eigenes Tag-der-Franken-Lied mit dem Refrain GEMEINSAM.FRÄNKISCH.STARK. komponiert[26], mit dem die Sonneberger Liedermacherin Kristina Jakobs zusammen mit ihrem Chor den Festakt eröffnete. Das Lied erinnert auch an die Tradition der beiden Festgemeinden als Spielzeugstädte. Die Festrede hielt der bayerische Innenminister Joachim Herrmann. Gemeinsam mit dem thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow und den beiden Stadtoberhäuptern Frank Rebhan (Neustadt bei Coburg) und Dr. Heiko Voigt (Sonneberg) wurde in einer Podiumsdiskussion erörtert, wie der Wunsch der beiden Nachbarstädte nach noch engerer Zusammenarbeit realisiert werden kann.

In den beiden durch die Landesgrenze getrennten Nachbarstädten Neustadt und Sonneberg wird mit dem Itzgründisch ein mainfränkischer Dialekt gesprochen. Die gemeinsame Ausrichtung des 14. Tags der Franken weist darauf hin, dass Franken über die Landesgrenze Bayerns hinaus beheimatet waren und sind. Um diese fränkische Brücke zwischen den Bundesländern hervorzuheben, schlug Bodo Ramelow vor, das Frankenlied, das beim Fest gemeinsam gesungen wurde, um drei weitere Strophen zu erweitern, jeweils eine für die fränkischen Regionen in Thüringen, Baden-Württemberg und Hessen.

An den 30. Jahrestag des Mauerfalls wurde in einer unter die Haut gehenden Ausstellung in Neustadt erinnert, weil die vierzigjährige widernatürliche Trennung und Wiedervereinigung von den Bürgern der Nachbarstädte in ganz besonders intensiver Weise erlebt wurde. Am 12. November 1989 wurde die innerdeutsche Grenze an der Gebrannten Brücke zwischen den beiden Nachbarstädten geöffnet. Am 1. Juli 1990 unterzeichneten Peter-Michael Diestel und Wolfgang Schäuble vor Ort den Vertrag über die Abschaffung der Grenzkontrollen an der innerdeutschen Grenze.

Die Infotour 70 Jahre Grundgesetz der Bundesregierung durch einige deutsche Städte war auch in Neustadt zu Gast.[27]

Das Bewusstsein für die Entwicklungskraft und das Innovationspotenzial Frankens wurde am Beispiel des praktischen Einsatzes der Wasserstofftechnologie für eine umweltfreundliche Mobilität gezeigt. Dabei standen verschiedene mit Brennstoffzellen betriebene Fahrzeuge im Mittelpunkt. So wurden kommunale PKWs vorgeführt, die mit im Klärwerk Sonneberg-Heubisch aus lokalen, erneuerbaren Energien selbst erzeugtem Wasserstoff betrieben werden. Auch der Buspendel-Verkehr zwischen beiden Städten wurde von einem Wasserstoff-Bus unterstützt. Erstmals in Bayern kam auch ein Wasserstoffzug zum Einsatz. Die Besucher konnten mit dem Wasserstoff-Triebzug Coradia iLint von Alstom zwischen den nur wenige Kilometer auseinander liegenden Bahnhöfen von Neustadt und Sonneberg pendeln.

Sonneberg stellt eine der Keimzellen für eine dezentrale Wasserstoffregion dar, die zwischen Main und Elbe im Aufbau begriffen ist. Näheres hierzu findet sich auch im vom Bezirk Oberfranken herausgegebenen kostenfreien „Magazin zum Fränkischen Festtag in Neustadt bei Coburg und Sonneberg 2019“.[28]

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge Frankens, der Fränkische Rechen, stellt kein offizielles Hoheitssymbol in Bayern dar. Genau genommen hatte Franken vor der Eingliederung in das Königreich Bayern 1806 gar keine eigene Flagge. Den heute gängigen und weithin bekannten Fränkischen Rechen auf rot-weißen Hintergrund verdanken die Franken den bayerischen Behörden, die die hinzugewonnenen fränkischen Gebiete in das bayerische Wappen integrierten und dafür ein Symbol benötigten, um den Zuwachs gebührend zu repräsentieren. Man entschied sich für das Wappen der Würzburger Fürstbischöfe, die schon ab dem 15. Jahrhundert den Zusatztitel Herzog zu Franken führten, als quasi deren Amtsnachfolger der König von Bayern fungierte, der sich in seiner offiziellen Titulatur auch als Herzog von Bayern, Franken und zu Schwaben etc. bezeichnen ließ.

Seit 1835 ist der Fränkische Rechen im offiziellen bayerischen Wappen im zweiten Feld oben rechts zu sehen. Die Landesverfassung Bayerns vom 8. Dezember 1946 bestätigte die Landesfarben Weiß und Blau und am 14. Dezember 1953 wurden die Streifenflagge und die Rautenflagge offiziell eingeführt. Am Tag der Franken werden alle öffentlichen Gebäude beflaggt, ein Vorgang, der sonst nur bei höchsten staatlichen Anlässen geschehen darf. Neben den bayerischen Landesfarben werden auch die Fahnen der fränkischen Bezirke gehisst. Da der Fränkische Rechen kein offizielles Hoheitssymbol in Bayern darstellt, kann und darf das Hissen von staatlicher Seite nicht angeordnet werden. Seit 2012 darf der Fränkische Rechen zusätzlich gehisst werden.[29]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Programm zum Tag der Franken 2015
  2. Beitrag in der Vereinszeitschrift Wir in Franken 2005 Ausgabe 1
  3. Webseite zur Geschichte des Tags der Franken
  4. Thomas Greif: Frankens braune Wallfahrt. Der Hesselberg im Dritten Reich. Ansbach: Histor. Verein für Mittelfranken 2007
  5. Drucksache 15/5583 des Bayerischen Landtags (PDF; 86 kB)
  6. (Memento des Originals vom 8. März 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bezirk-unterfranken.de
  7. http://www.infranken.de/regional/coburg/frankens-flagge-flattert-ueber-sonneberg;art214,2845034
  8. https://www.infranken.de/regional/hassberge/bayern-blickt-nach-hassfurt;art217,4569037
  9. https://www.bezirk-mittelfranken.de/bezirk-mittelfranken/presse-bezirk/archiv-detailseite-pressemitteilung/tag-der-franken-2021-in-planung
  10. https://www.ihk-nuernberg.de/de/IHK-Magazin-WiM/WiM-Archiv/WIM-Daten/2006-05/Special/Freizeit-Festspiele/-200-Jahre-Franken-in-Bayern-.jsp
  11. https://www.crew-united.com/de/Frankenschau-Extra-Tag-der-Franken__124241.html
  12. https://www.nikos-weinwelten.de/beitrag/tag_der_franken_2011/
  13. Nürnberger Nachrichten vom 4. Juli 2011
  14. http://www.dreykorn.info/hallo-welt
  15. https://www.youtube.com/watch?v=fXAQuJlW84g
  16. (Memento des Originals vom 1. Juli 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tagderfranken2013.de
  17. https://www.ulrich-goepfert.de/index.php/de/archiv/73-events/10677-tag-der-franken-2013-
  18. https://www.br.de/radio/bayern1/sendungen/mittags-in-mainfranken/tag-der-franken-2014-100.html
  19. https://www.bayernkurier.de/kultur/3558-schon-immer-von-einwanderung-gepraegt/
  20. https://patente-franken.de/
  21. https://www.ihk-nuernberg.de/de/Geschaeftsbereiche/Berufsbildung/Weiterbildung/Aktuelles-Projekte/100-patente-franken-ausstellung-in-der-ihk-akademie-mittelfranken/
  22. https://www.bezirk-unterfranken.de/tagderfranken/startseite/index.html
  23. https://www.ansbach.de/Freizeit-Gäste/Kunst-Kultur/Festspiele/Tag-der-Franken
  24. https://www.bezirk-mittelfranken.de/index.php?id=153
  25. https://www.tagderfranken2019.de
  26. https://www.tagderfranken2019.de/files/Lied-zum-Tag-der-Franken.php?nav=tdf
  27. http://mediapool.berlin/en/Projekte/70-jahre-grundgesetz-informationstour-der-bundesregierung
  28. https://www.bezirk-oberfranken.de/bezirk/informationsmaterial-bezirk/?tx_publications_store%5Bpublication%5D=157&tx_publications_store%5Baction%5D=show&tx_publications_store%5Bcontroller%5D=Publication&cHash=48d525ab305a7cf72106974b3bf4e9b2
  29. Jürgen Umlauft und Carsten Hoefer: Der Rechen darf wehen. In: Neue Presse. 20. April 2012, abgerufen am 20. April 2012.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Tag der Franken. Geschichte – Anspruch – Wirklichkeit (= Geschichte und Kultur in Mittelfranken Bd. 1), hg. vom Bezirk Mittelfranken durch Andrea M. Kluxen und Julia Hecht, Würzburg 2010
  • Handbuch der bayerischen Geschichte, begr. v. Max Spindler, Bd. III/1: Geschichte Frankens bis zúm Ausgang des 18. Jahrhunderts, München 1997
  • Schöler, Eugen: Fränkische Wappen erzählen Geschichte und Geschichten, Neustadt/Aisch 1992