Tarare (Oper)

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Werkdaten
Titel: Tarare
Originalsprache: Französisch
Musik: Antonio Salieri
Libretto: Pierre Augustin Caron de Beaumarchais
Uraufführung: 8. Juni 1787
Ort der Uraufführung: Pariser Oper, Paris
Spieldauer: ca. 4 Stunden (mit Epilog)
Personen
  • Le Génie / La Nature der Geist, der über die Vermehrung der Wesen herrscht (Sopran)
  • Le Génie du Feu, Geist des Feuers, der über die Sonne herrscht, Liebhaber der Natur (Bariton)
  • Atar, König von Ormus, ein wilder unbeherrschter Mann („basse-taille“)
  • Tarare, Soldat in seinen Diensten, verehrt für seine großen Tugenden (Tenor)
  • Astasie, Tarares Ehefrau, sowohl zärtlich als auch fromm (Sopran)
  • Arthénée, Hohepriester Brahmas, ein Irrgläubiger, verzehrt von Hochmut und Ehrgeiz („basse-taille“)
  • Altamort, Armee-General, Sohn des Hohepriesters, ein leichtsinniger und aufbrausender junger Mann („basse-taille“)
  • Urson, Kapitän von Atars Wache, mutiger und ehrenhafter Mann („basse-taille“)
  • Calpigi, Anführer der Eunugen, europäischer Sklave und ehemaliger Sänger der Italienischen Kapelle, feinfühlend und fröhlich („haute-contre“)
  • Spinette, europäische Sklavin, Ehefrau Calpigis und frühere Neapolitanische Sängerin, intrigant und kokett (Sopran)
  • Elamir, junges Kind der Auguren, Naiv und sehr unterwürfig (Knabensopran)
  • Priester Brahmas („taille“)
  • Ein Sklave („taille“)
  • Ein Eunuch („taille“)

Tarare ist eine 1786/1787 entstandene Opéra in fünf Akten und einem Prolog von Antonio Salieri auf einen Text von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais. Die Uraufführung fand am 8. Juni 1787 in der Pariser Opéra statt.

Der Titel der Oper und der Name des Titelhelden entsprechen dem französischen Wort Tarare, deutsch etwa Trara.

Werkgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moderne Wiederaufführungen von Tarare fanden 1988 bei den Schwetzinger Festspielen und 1991 an der Opéra du Rhin Straßburg, sowie in Colmar und Mulhouse statt. Ein Mitschnitt der Schwetzinger Aufführung ist mittlerweile auf DVD erhältlich.

Die Partitur wurde 1978 von Rudolph Angermüller neu herausgegeben (Henle Verlag, München als Band 2 der Reihe Die Oper), allerdings nur als Nachdruck der alten Pariser Partitur von 1787 und ohne Einfügung oder Wiedergabe der Couronnement-Einlagen und Benutzung weiterer handschriftlicher Quellen. Ein kritischer Bericht steht bis heute aus. Ein Klavierauszug von Gustave Lefèvre mit einem Vorwort von Arthur Pougin erschien in Paris ca. 1880 (?) in der Reihe Chefs-d’œuvre classiques de l’opéra français.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Max Dietz: Geschichte des musikalischen Dramas in Frankreich während der Revolution bis zum Directorium (1787 bis 1795) in künstlerischer, sittlicher und politischer Beziehung. Groscher & Blaha, Wien 1885 (2. Auflage. Breitkopf und Härtel, Leipzig 1893).
  • Rudolph Angermüller: Beaumarchais und Salieri. Carl Dahlhaus, Hans Joachim Marx u. a. (Hrsg.): Bericht über den Internationalen Musikwissenschaftlichen Kongress Bonn 1970. Hans Heinrich Eggebrecht (Hrsg.): Bericht über das Symposium „Reflexionen über Musikwissenschaft heute“. Gesellschaft für Musikforschung. Bärenreiter, Kassel u. a. 1971, ISBN 3-7618-0146-7, S. 325–327.
  • Rudolph Angermüller: Salieris „Tarare“ (1787) und „Axur, Re d’Ormus“ (1788). Vertonung eines Sujets für Paris und Wien. In: Hamburger Jahrbuch für Musikwissenschaft Band 5, 1981, ISSN 0342-8303, S. 211–217.
  • Jacques Joly: Un Fol opéra. Tarare de Beaumarchais et Salieri. In: Jean-Paul Capdevielle, Peter-Eckhard Knabe (Hrsg.): Les Écrivains français et l’opéra. dme-Verl. Mölich, Köln 1986, ISBN 3-922977-25-1, S. 95–108 (Kölner Schriften zur romanischen Kultur 7).
  • Josef Heinzelmann: Beaumarchais' und Salieris Tarare. Ein Schlüsselwerk der Oper- und der Weltgeschichte. In: Programmbroschüre der Schwetzinger Festspiele 1988, und in: Badisches Staatstheater Karlsruhe, Spielzeit 1987/88, Musiktheater, Heft 12.
  • Thomas Betzwieser: Exotismus als „revolutionäres“ Element in der Oper: Tarare (1787) und Le Couronnement de Tarare (1790) von Beaumarchais und Salieri. Vortrag bei „I Suoni dell’ 89“, Reggio nell’Emilia 1989.
  • Josef Heinzelmann, Tarare / Axur re d’Ormus. In: Carl Dahlhaus u. a. (Hrsg.): Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters. Oper, Operette, Musical, Ballett. Band 5: Werke: Piccinni – Spontini. Piper, München u. a. 1994, ISBN 3-492-02415-7, S. 536–542.
  • Andreas Hoebler: Antonio Salieris Opéra Tarare und die Umarbeitung in die Opera tragicomica Axur, Rè d’Ormus. Parallelität und Divergenz zweier Bühnenwerke. Der Andere Verlag, Tönning u. a. 2006, ISBN 3-89959-496-7 (Zugleich: Frankfurt am Main, Hochschule für Musik, Dissertation, 2005).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tarare – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien