Thouars

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Thouars
Wappen von Thouars
Thouars (Frankreich)
Thouars
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Deux-Sèvres
Arrondissement Bressuire
Kanton Thouars (Hauptort)
Gemeindeverband Thouarsais
Koordinaten 46° 59′ N, 0° 13′ WKoordinaten: 46° 59′ N, 0° 13′ W
Höhe 47–117 m
Fläche 81,48 km2
Einwohner 13.990 (1. Januar 2017)
Bevölkerungsdichte 172 Einw./km2
Postleitzahl 79100
INSEE-Code
Website http://www.thouars.fr/

Thouars ist eine französische Gemeinde mit 13.990 Einwohnern (Stand 1. Januar 2017) im Département Deux-Sèvres in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bressuire und ist Hauptort des Kantons Thouars

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt im Norden des Départements Deux-Sèvres auf einem Plateau, das den Fluss Thouet beherrscht, einen Nebenfluss der Loire. Nachbarstädte sind: Bressuire, Parthenay, Saumur, Loudun.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rund um Thouars befindet sich die Region mit der größten Anzahl von Megalithanlagen innerhalb des Départements Deux-Sèvres. Dies deutet auf eine Besiedlung im Neolithikum zwischen 4600 und 3500 v. Chr. hin. Es gibt 19 mehr oder weniger gut erhaltene Dolmen, die in einigen Fällen bis 2500 v. Chr. weiterverwendet wurden. Auch ein Tumulus, die Motte des Justices, befindet sich in der Umgebung von Thouars. Einige Dolmen wurden in den späten 1950er und frühen 1960er sowie in den 1970er Jahren ausgegraben und archäologisch untersucht, vier von ihnen wurden als Monument historique eingestuft. Im nahen Taizé-Maulais und Saint-Léger-de-Montbrun waren die Dolmen zwischen 1994 und 1997 Gegenstand von Rettungsgrabungen durch Frédéric Bouin.[1]

Am 1. Januar 2019 wurde die Gemeinde Thouars mit Missé, Sainte-Radegonde und Mauzé-Thouarsais zur Commune nouvelle Thouars zusammengeschlossen.

Bevölkerungsverteilung und -entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteil ehemaliger
INSEE-Code
Fläche
(km²)
Höhenlage (m) Einwohnerzahlen (Census)
1962 1968 1975 1982 1990 1999 20061 20082 20111 20132 20163
Mauzé-Thouarsais 79170 49,53 49–120 1.474 1.460 1.625 1.771 1.926 1.988 2.639 2.711 2.790 2.755 2.788
Missé 79178 12,34 47–117 530 487 487 682 806 827 850 878 855 841 821
Sainte-Radegonde 79292 7,52 43–111 7,96 1.130 1.810 1.984 2.020 2.027 1.973 1.959 1.937 1.901 1.828
Thouars 79329 12,09 47–117 11.257 11.787 12.141 11.498 10.905 10.656 10.256 9.853 9.622 9.302 9.213
Thouars 79329 81,48 14.057 14.864 16.063 15.935 15.657 15.498 15.718 15.401 15.204 14.799 14.667
1 Daten von INSEE (RP2006, RP2011, RP2016)[2]
2 Daten von INSEE (RP2008, RP2013)[3]
3 Daten von INSEE[4]
übrige Daten von Cassini[5]
Die (Gesamt-)Einwohnerzahlen der Gemeinde Thouars wurden durch Addition der einzelnen Ortsteile, d. h. der ehemaligen selbständigen Gemeinden ermittelt

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Thouars
Thouars – Tour Prince des Galles
  • Das Schloss Thouars (1635–1638) war Sitz der Herzöge von La Trémoille und wurde 1870 zum Gefängnis und später, bis heute, zum Kolleg.
  • Die Stadtmauern, Remparts und Türme stammen ursprünglich aus dem 12. und 13. Jahrhundert, wurden aber immer wieder erneuert und umgebaut:
    • Die Tour du Prince de Galles wurde zeitweise zur Einlagerung von Getreidevorräten genutzt.
    • Die mächtige Porte au Prévôt ist seitlich von zwei halbrund vorspringenden Türmen eingefasst.
  • Die Kirche St-Médard hat eine Fassade im poitevinischen Stil mit einem mächtigen Seitenturm und ein schönes Nordportal
  • In der ehemaligen Abteikirche St-Laon befindet sich das Grab der Margarethe von Schottland, der ersten Ehefrau Ludwigs XI.
  • Das Hôtel particulier Tyndo ist ein Stadtpalais vom Ende des 15. Jahrhunderts; es wurde im Jahr 1882 zum Monument historique erklärt.
  • In den Altstadtgassen von Thouars finden sich noch einige Fachwerkhäuser mit Gefachfüllungen aus Ziegelsteinen.
  • Das Musée Henri Barré zeigt viele Exponate zur Kunst und zum Kunsthandwerk des 19. Jahrhunderts (Bilder, Keramik, Möbel).
  • Südöstlich des Ortes liegt die Nekropole von Monpalais.

Weinbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt im Weinbaugebiet Anjou.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Stadt und den naheliegenden Fossilfunden ist das geologische Zeitalter des Toarcium (183,0–175,6 Millionen Jahre v. Chr.), einer der vier Unterabschnitte des Unterjura, benannt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Thouars – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Communauté de communes du Thouarsais - Les mégalithes (Néodyssée). Abgerufen am 9. September 2020.
  2. Populations légales 2006 & 2011 & 2016
  3. Populations légales 2008 & 2013
  4. Datei des Département Deux-Sèvres - Volkszählung (Recensement de la population) 2016
  5. Des villages de Cassini aux communes d'aujourd'hui - Index par département