Thyssenkrupp Testturm

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Thyssenkrupp-Testturm
Thyssenkrupp-Testturm
Daten
Ort Rottweil
Architekt Helmut Jahn, Werner Sobek
Baujahr 2014–2017
Höhe 246 m
Koordinaten 48° 10′ 45,2″ N, 8° 37′ 30,2″ OKoordinaten: 48° 10′ 45,2″ N, 8° 37′ 30,2″ O
Besonderheiten
Testturm für Aufzüge

Der Thyssenkrupp Testturm bei Rottweil ist ein 246 Meter hoher Turm zum Testen von Expressaufzügen und Hochgeschwindigkeitsfahrstühlen. Der Turm wurde 2014 bis 2017 von der Thyssenkrupp Elevator errichtet. Der Testturm besitzt auf 232 Meter die höchste Besucherplattform Deutschlands und ist der weltweit höchste Testturm für Aufzugsanlagen. Zusammen mit den Tiefgeschossen, die ebenfalls als Testumgebung für die Aufzugschächte verwendet werden, weist der Schaft eine Gesamtlänge von 264 Metern auf.[1]

Entwurf und Planung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich war geplant, den Turm im Industriegebiet „Neckartal“ zu errichten. Dieses erwies sich aufgrund der Ergebnisse von geologischen Untersuchungen und Probebohrungen als ungeeignet. Stattdessen wurde der Turm oberhalb des Tales im Industriegebiet „Berner Feld“ gebaut, etwa 1½ Kilometer nördlich der historischen Altstadt.[2]

Das Gebäude ist ein Entwurf der Architekten Helmut Jahn und Werner Sobek, die ihren Entwurf am 11. April 2014 der Öffentlichkeit in Rottweil vorstellten.[3]

Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufzugstestturm in Bau von der Talbrücke Nordumgehung Rottweil der B 27 aus (24. Mai 2015)

Der erste Spatenstich zur Erbauung des Turmes erfolgte am 2. Oktober 2014. Im Februar 2015 war das Fundament und der 30 Meter tief in den Boden ragende Teil der Betonröhre fertiggestellt.[4] Das Richtfest fand am 29. Juli 2015 statt.[5]

Der Turmschaft wurde in Gleitbauweise aus Beton erbaut[6] und ist von einer Hülle aus Glasfasergewebe umgeben, die nach oben hin immer transparenter wird und mehr Ansichten des Turmes zulässt.[3] Der Turm besitzt zwölf Fahrstuhlschächte, in denen neu entwickelte Modelle erprobt werden können.[7] Im Dezember 2016 wurde der Turm offiziell in Betrieb genommen, allerdings fehlte noch die Verkleidung.[8] Wegen technischer Probleme mit der Verkleidung wurde die Aussichtsplattform erst am 7. Oktober 2017 offiziell eröffnet.[9][10]

Seit dem 13. Oktober 2017 ist die Plattform für die Öffentlichkeit von freitags bis sonntags im Rahmen bestimmter Besuchszeiten allgemein zugänglich.[11] Mitte Dezember 2017 wurden die letzten Baustellengerüste demontiert, der Turm war offiziell fertiggestellt.

Namensfindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den ersten Ankündigungen des Bauvorhabens im April 2013 brachte der Rottweiler Oberbürgermeister Ralf Broß die Bezeichnung „Powertower“ ins Gespräch.[12] Der Architekt Helmut Jahn bezeichnete den Turm als „Tower of light“.[7][3]

Im Oktober 2014 startete eine Lokalzeitung[13] eine Aktion, bei der Leser Namensvorschläge einreichen konnten und mittels kostenpflichtiger Anrufe abstimmen sollten. Parallel sammelte eine private Facebook-Seite Vorschläge für die Bezeichnung des Turms. Beide Aktionen waren für die tatsächliche Namensgebung irrelevant, da sie weder mit dem Bauherrn noch mit der Stadtverwaltung abgesprochen waren.[14]

ThyssenKrupp und die Stadt Rottweil bezeichneten das Bauwerk schlicht als „Testturm“ oder „Testturm Rottweil“ (englisch „Rottweil Test Tower“)[15].

Seit 2017 nennt ThyssenKrupp den Turm „thyssenkrupp Testturm“.

Verändertes Stadtbild: Blick auf den Testturm vom Rottweiler Altstadtkern mit der Kapellenkirche (Januar 2018)

Kontroverse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Bevölkerung gab es im Vorfeld Diskussionen, ob der markante Turm das historische Stadtbild Rottweils, einer der ältesten Städte Deutschlands, oder die Landschaft zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb beeinträchtige.[16][17] Letztlich stimmte der Stadtrat für das Bauprojekt, in der Hoffnung auf Touristen, die den örtlichen Einzelhandel, die Gastronomie und die Hotellerie beleben sollen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Aufzugstestturm (Rottweil) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Architektur des Thyssenkrupp Testturm, zuletzt abgerufen am 5. Februar 2018
  2. Test-Turm: Neuer Standort vorgeschlagen. Stadt Rottweil
  3. a b c Helmut Jahn entwirft Testturm. Stadt Rottweil, 11. April 2014, abgerufen am 26. Oktober 2017
  4. Test-Turm: Bauarbeiten machen Fortschritte. In: Schwarzwälder Bote
  5. Test-Turm: Richtfest nach nur 225 Tagen. In: Schwarzwälder Bote, abgerufen am 30. Juli 2015
  6. 244 Meter hoher Aufzugstestturm für Hochgeschwindigkeits-Aufzüge. In: ingenieurbau-trends.de
  7. a b 244 Meter hoher „Tower of light“ soll mit Stoff umhüllt werden. In: Badische Zeitung
  8. Lothar Häring: Südwest: Thyssen-Krupp Elevator: Rottweiler Testturm der Rekorde nimmt den Betrieb auf. In: Badische Zeitung. 13. Dezember 2016, abgerufen am 13. Dezember 2016.
  9. Lothar Häring: Die Hülle des Rottweiler Aufzugturms macht Probleme. In: Badische Zeitung. 9. August 2017, abgerufen am 10. Januar 2018.
  10. Beate Höhnle: thyssenkrupp Elevator eröffnet auf seinem Testturm in Rottweil am Samstag die höchste Aussichtsplattform Deutschlands. In: Website von Thyssenkrupp Elevator. Thyssenkrupp ElevatorAG, 6. Oktober 2017, abgerufen am 7. Oktober 2017.
  11. Testturm bei Rottweil eröffnet: Mit Vollgas nach oben. In: Stuttgarter Zeitung, 13. Oktober 2017
  12. Turmvater Broß. In: nrwz.de
  13. Wie soll der Test-Turm heißen? In: Schwarzwälder Bote
  14. Fallus? Bohrer? Albblick-Turm? In: NRWZ.de
  15. ThyssenKrupp: Website des Aufzugstestturms Rottweil (2013)
  16. zeit.de: Rottweil wird geliftet
  17. schwarzwaelder-bote.de: Kritische Bürger weiter gegen den Test-Turm