Unterheckenhofen

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Unterheckenhofen
Stadt Roth
Koordinaten: 49° 12′ 51″ N, 11° 3′ 32″ O
Höhe: 339–374 m ü. NHN
Einwohner: 270 (1. Feb. 2018)[1]
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 91154
Vorwahl: 09171
Karte
Ortsansicht

Unterheckenhofen ist ein Ortsteil der Kreisstadt Roth im Landkreis Roth in Mittelfranken.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt 4,5 km südwestlich von Roth an der Rednitz und dem Rittersbach, der dort als linker Nebenfluss in die Rednitz mündet. Es besteht aus dem Altort südöstlich der Bahnstrecke Nürnberg–Augsburg und einem ab den 1970ern entstandenen Siedlungsgebiet namens „Unterheckenhofen-Siedlung“ nordwestlich davon. Beide Teile sind lediglich durch einen Fußgängertunnel verbunden. Im Westen grenzt das Waldgebiet „Im Oppel“ an.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1289 als „Hegenhoven“. Bis ins 18. Jahrhundert hinein waren damit Unterheckenhofen und das ca. 1,5 Kilometer entfernte Oberheckenhofen gemeint, das ebenfalls links der Rednitz liegt. Der Ortsname bedeutet „umhegter Hof“ (von „hegga“, Althochdeutsch für Hecke).[1]

Ursprünglich war das Domkapitel zu Eichstätt Grundherr des Ortes, später die Nürnberger Patrizierfamilien Coler und Ölhafen und hierauf die Welser, das Klarakloster in Nürnberg, das Heilig-Geist-Spital von Nürnberg und das Kloster Seligenporten. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort niedergebrannt und lag lange Zeit unbewohnt. Erst 11 Jahre nach Kriegsende begann der Wiederaufbau.[3]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Unterheckenhofen 4 Haushalte. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Roth aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte die Reichsstadt Nürnberg inne. Die einzelnen Anwesen unterstanden unterschiedlichen Grundherrn: 1 Anwesen dem kurpfalz-bayerischen Klosteramt Seligenporten, 2 Anwesen der Reichsstadt Nürnberg (St. Klara-Klosteramt: 1, St. Katharina-Klosteramt: 1) und 1 Anwesen dem Nürnberger Eigenherrn von Welser. Neben den Haushalten gab es noch das Hirtenhaus, das ein kommunales Gebäude war.[4]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Unterheckenhofen dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Rittersbach zugeordnet. Es gehörte auch der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Rittersbach an.[5]

Am 1. Mai 1978 wurde Unterheckenhofen im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Roth eingegliedert.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Venetianerstr. 20: Erdgeschossiges Austragshaus
  • Venetianerstr. 22: Bauernhaus
  • Viadukt

Liste der Baudenkmäler in Roth#Unterheckenhofen

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002013 002018
Einwohner 44 51 54 57 50 51 58 84 127 153 269 262 270
Häuser[6] 9 8 11 10 10 10 19 75
Quelle [7] [8] [9] [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [1]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach Zu unserer lieben Frau (Roth) gepfarrt, diejenigen mit römisch-katholischer nach Maria Aufnahme in den Himmel in Roth.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Rittersbach zur Staatsstraße 2224 bzw. nach Barnsdorf zur Kreisstraße RH 6. Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt nach Oberheckenhofen zur Kreisstraße RH 6.

Die Bahnstrecke Nürnberg–Augsburg durchquert den Ort und hat dort den Haltepunkt Unterheckenhofen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Unterheckenhofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c www.stadt-roth.de
  2. Unterheckenhofen im BayernAtlas
  3. W. Ulsamer (Hrsg.), S. 455.
  4. F. Eigler, S. 427.
  5. F. Eigler, S. 482.
  6. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  7. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 94 (Digitalisat).
  8. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 218 (Digitalisat).
  9. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1090, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  10. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1257, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  11. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1192 (Digitalisat).
  12. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1265 (Digitalisat).
  13. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1302 (Digitalisat).
  14. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1127 (Digitalisat).
  15. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 826 (Digitalisat).
  16. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 180 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 349 (Digitalisat).