Vaux-sur-Mer

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Vaux-sur-Mer
Wappen von Vaux-sur-Mer
Vaux-sur-Mer (Frankreich)
Vaux-sur-Mer
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Charente-Maritime
Arrondissement Rochefort
Kanton Royan
Gemeindeverband Communauté d’agglomération Royan Atlantique
Koordinaten 45° 39′ N, 1° 4′ WKoordinaten: 45° 39′ N, 1° 4′ W
Höhe 0–27 m
Fläche 5,97 km2
Einwohner 3.777 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 633 Einw./km2
Postleitzahl 17640
INSEE-Code
Website www.vaux-sur-mer.com

Vaux-sur-Mer – Ortsansicht mit Kirche Saint-Étienne

Vaux-sur-Mer ist eine südwestfranzösische Gemeinde mit 3777 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im Département Charente-Maritime in der Region Nouvelle-Aquitaine.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vaux-sur-Mer liegt am Nordostufer der Gironde, das zur historischen Kulturlandschaft der Saintonge gehört. Die nächstgrößere Stadt ist Royan (etwa drei Kilometer Fahrtstrecke südöstlich).

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2008
Einwohner 1.368 1.798 2.163 2.484 3.054 3.448 3.738

Im Jahr 1800 hatte Vaux-sur-Mer noch 320 Einwohner; danach ist die Einwohnerzahl des Ortes stetig gewachsen (1901: 537 EW / 1954: 1.038 EW), was im Wesentlichen auf die Nähe zur Stadt Royan zurückzuführen ist.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor Jahrhunderten spielten Landwirtschaft und Fischfang die dominierenden Rollen im Wirtschaftsleben der Gemeinde. Diese gehört zu den Bons Bois des Weinbaugebiets Cognac, doch wegen der Absatzkrise bei teuren Weinbränden wird kaum noch Wein angebaut; die Bauern in der Umgebung sind wieder zur 'normalen ' Landwirtschaft zurückgekehrt. Seit den 1960er Jahren spielt der Tourismus eine nicht unbedeutende Rolle im Wirtschaftsleben des Ortes.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemals gab es auf dem Gemeindegebiet die Ruinen zweier Großsteingräber (dolmen), die jedoch beide im 19. Jahrhundert endgültig verschwunden sind; auch andere prähistorische und gallo-römische Funde wurden gemacht. Im Jahre 1075 gründeten Benediktinermönche die Abtei Saint-Étienne, die bereits knapp 100 Jahre später (1167) durch Guibert de Didonne, einen mächtig gewordenen Grundherrn (seigneur), zum ersten Mal zerstört wurde. Kurz darauf (1170) bestätigte Papst Alexander III. in einer Bulle die Besitztümer der Abtei, zu der inzwischen mehrere Kirchen und Dörfer in der Saintonge gehörten, darunter auch Thaims, Arces und Saint-Sulpice-de-Royan, so dass sie über jährliche Einkünfte von etwa 3000 Goldflorin verfügen konnte. In den Jahren der großen Pestepidemie von 1348 verließen die Mönche die Abtei; nach deren Neubesiedlung (1418) wurden die jährlichen Einnahmen mit nur noch 150 Goldflorin beziffert. In der Zeit der Religionskriege (1562–1598) besetzten Protestanten die Abtei und zerstörten sie ein zweites Mal – nur die Ostpartie und Teile der Wände des Langhauses blieben erhalten. Da sich der letzte Abt des Klosters, der Abbé Castin de Guéris de la Magdelaine weigerte, den Eid auf die Revolutions-Verfassung zu schwören, wurde er deportiert. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs erlitt der Ort erneut schwere Zerstörungen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Saint-Étienne von Nordosten
Friedhof und Kirche Saint-Étienne von Westen
  • Die katholische Pfarrkirche Saint-Étienne gehörte ehemals zu einer mittelalterlichen Abtei, von der jedoch aufgrund der Zerstörungen während der Hugenottenkriege nur der romanische Chorbereich mit Apsis sowie Teile des quadratischen Vierungsturms mit begleitendem runden Treppenturm erhalten sind. Chor und Apsis zeigen im Äußeren eine zweigeschossige Gliederung mit einer völlig schmucklosen unteren Ebene, die nur von vorgelegten Halbsäulen in der Vertikalen gegliedert wird, und einem von Blendarkaden umstandenen Obergeschoss – das Apsisfenster mit seinen eingestellten Säulen ist das einzige verbindende Element zwischen den beiden Zonen. Sowohl die größeren Halbsäulen als auch die kleineren Säulchen zeigen reichen Kapitellschmuck und unterhalb der Dachtraufe verläuft ein teilweise figürlich gestalteter Konsolenfries. Der ursprüngliche Vierungsturm wurde stabilisiert und in schmucklosen Formen wiederaufgebaut, die Ruinen der Langhauswände wurden im 19. Jahrhundert eingerissen. Im Chor der Kirche finden sich vier romanische Kapitelle; eines zeigt die Steinigung (Apg 7,54-60 EU) des hl. Stephanus, des Kirchenpatrons. Der Kirchenbau ist seit dem Jahre 1913 als Monument historique[1] anerkannt.
  • Die ehemalige Abteikirche ist umgeben von einem mittelalterlichen Friedhof mit einer Fülle von Sarkophagen und Grabmälern aus allen Zeiten. Auch dieser Friedhof ist seit dem Jahre 1936 als Monument historique[2] anerkannt.
  • Nur wenige Meter von der Kirche entfernt steht das ehemalige Stadtschloss des Grundherrn (seigneur) aus dem späten 18. Jahrhundert; doch erst im 19. Jahrhundert erhielt es seine heutige Gestalt. Heute ist dort das Rathaus (mairie) untergebracht.
  • Das protestantische Gotteshaus (temple) aus dem Jahr 1847 stand früher am Ortsrand. Im Vergleich zu den anderen protestantischen Kirchen in der Umgebung ist es äußerst schlicht und schmucklos gehalten.
  • Im 19. Jahrhundert entstand der Badeort Pontaillac auf dem Gebiet der Gemeinden Vaux-sur-Mer und Royan, in welchem ebenfalls eine einfache neoromanische Kapelle errichtet wurde.

Partnergemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Vaux-sur-Mer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Église abbatiale Saint-Étienne, Vaux-sur-Mer in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  2. Cimetière, Vaux-sur-Mer in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)