Vysoká Pec u Nejdku

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Vysoká Pec
Wappen von Vysoká Pec
Vysoká Pec u Nejdku (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Karlovarský kraj
Bezirk: Karlovy Vary
Fläche: 1335,7718[1] ha
Geographische Lage: 50° 21′ N, 12° 42′ O50.35222222222212.708333333333744Koordinaten: 50° 21′ 8″ N, 12° 42′ 30″ O
Höhe: 744 m n.m.
Einwohner: 361 (1. Jan. 2015) [2]
Postleitzahl: 362 21
Kfz-Kennzeichen: K
Verkehr
Bahnanschluss: Karlsbad–Johanngeorgenstadt
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 2
Verwaltung
Bürgermeister: Tomáš Hüttner (Stand: 2007)
Adresse: Vysoká Pec 109
362 21 Nejdek 1
Gemeindenummer: 578029
Website: www.vysokapec.eu
Lageplan
Lage von Vysoká Pec u Nejdku im Bezirk Karlovy Vary
Karte

Vysoká Pec (deutsch Hochofen) ist eine Gemeinde im Karlovarský kraj in Tschechien. Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Nejdek.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Vysoká Pec liegt in einer Höhe von 744 m n.m. im westlichen Erzgebirge. Der Ort erstreckt sich vom Tal der Rolava am Rudný potok (Trinksaifner Bach) aufwärts entlang der Straße nach Rudné. Das Dorf gehört zum Okres Karlovy Vary. Durch den östlichen Teil von Vysoká Pec führen die alte Fernverkehrsstraße von Leipzig nach Karlsbad und die 1899 eröffnete Bahnlinie Karlsbad–Johanngeorgenstadt, an der Vysoká Pec eine Station besitzt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Vysoká Pec besteht aus den Ortsteilen[3] Rudné (Trinksaifen) und Vysoká Pec (Hochofen), die zugleich auch Katastralbezirke bilden[4].

Geschichte[Bearbeiten]

Frühere Justinsklause, heute Penzion Sportka Vysoká Pec

Die Gründung ist auf zwei Hochöfen zurückzuführen, die hier Graf Schlick im ausgehenden 16. Jahrhundert anlegen ließ. Die (Ersterwähnung war 1590). Um diese Anlagen entstand eine Streusiedlung, deren durchweg römisch.-katholische Einwohner nach Trinksaifen eingepfarrt waren.

Die Einwohner betrieben bis ins 19. Jahrhundert Bergbau durch Förderung von Roteisenstein, ferner auch Köhlerei und Pechgewinnung. Die Frauen, zum Teil im Winter auch die Männer, fertigten Klöppelspitzen an. Landwirtschaftlich war wegen der Höhenlage Weizenanbau nur schwer möglich. Korn und Kartoffeln gediehen gut an Südhängen. Ab dem ausgehenden 19. Jahrhundert.gab es Verdienstmöglichkeiten in den drei großen Neudeker Fabriken Wollkämmerei/Kammgarnspinnerei, Eisenwerk (Walz) und Papierfabrik. In Hochofen wurde 1878 eine zweiklassige Volksschule errichtet, die 1932 einen Erweiterungsbau erhielt. Der deutschsprachige Dialekt war reines Egerländerisch mit den typischen Diphthongen. Als Aufenthaltsort für Sommerfrischler entwickelte sich die Justinsklause, die in der Nähe eines der beiden früheren Hochofen entstand. Der Name geht auf den Besitzer des Neubaus in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts zurück; der Vorgängerbau war im Besitz der Familie Ludwig Hochmuth abgebrannt. 1931 hatte Hochofen 161 Häuser und 786 deutschsprachige Einwohner. 1939 waren es 758 Deutsche. Bei Beginn der Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei 1945/46 lebten in Hochofen 698 Personen; davon haben die meisten in Bayern eine neue Heimat gefunden.

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl[5]
1869 740
1880 706
1890 698
1900 681
1910 734
Jahr Einwohnerzahl
1921 656
1930 787
19501 343
19611 339
19701 307
Jahr Einwohnerzahl
19801 258
19911 227
20011 258
20111 329
1 Vysoká Pec mit Rudné

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Auf blau markiertem Wanderweg ist über Tisová der 976 m hohe Tisovský vrch zu erreichen, von dessen Aussichtsturm Sicht auf das westliche Erzgebirge und den Ort besteht.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/578029/Vysoka-Pec
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2015 (PDF; 504 KiB)
  3. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/578029/Obec-Vysoka-Pec
  4. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/578029/Obec-Vysoka-Pec
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatHistorický lexikon obcí České republiky - 1869-2015. Český statistický úřad, 18. Dezember 2015, abgerufen am 29. Januar 2016 (tschechisch).

Literatur[Bearbeiten]

  • Ulrich Möckel: Trinksaifen und Hochofen. Ein Doppeldorf im böhmischen Erzgebirge, Schönheide (Eigenverlag) 2007.

Weblinks[Bearbeiten]