Pernink

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Pernink
Wappen von Pernink
Pernink (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Karlovarský kraj
Bezirk: Karlovy Vary
Fläche: 1571,2683[1] ha
Geographische Lage: 50° 22′ N, 12° 47′ OKoordinaten: 50° 21′ 59″ N, 12° 47′ 0″ O
Höhe: 840 m n.m.
Einwohner: 632 (1. Jan. 2017)[2]
Postleitzahl: 362 36
Kfz-Kennzeichen: K
Verkehr
Bahnanschluss: Karlsbad–Johanngeorgenstadt
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 3
Verwaltung
Bürgermeister: Jitka Tůmová (Stand: 2010)
Adresse: T. G. Masaryka 1
362 36 Pernink
Gemeindenummer: 555452
Website: www.pernink.eu
Lage von Pernink im Bezirk Karlovy Vary
Karte

Pernink (deutsch Bärringen) ist eine Gemeinde mit 663 Einwohnern im Okres Karlovy Vary in Tschechien.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panorama von Bärringen

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft liegt in Westböhmen in einer Höhe von etwa 800 bis 900 m n.m. im Tal der Weißen Wistritz im böhmischen Erzgebirge. Der Ort hat Eisenbahnanschluss an die Bahnstrecke Karlsbad–Johanngeorgenstadt. Der Bahnhof ist mit 902 m n.m. der höchstgelegene Bahnhof des Erzgebirges und der zweithöchste Tschechiens.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Horní Blatná (Bergstadt Platten) Potůčky (Breitenbach) Boží Dar (Gottesgab)
Nové Hamry (Neuhammer bei Karlsbad) Nachbargemeinden Abertamy (Abertham)
Nejdek (Neudek) Merklín (Merkelsgrün)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1532 von sächsischen Bergleuten gegründet und entwickelte sich im Königreich Böhmen zu einer Bergstadt.

Nach dem Rückgang des Bergbaus wurde Bärringen maßgeblich durch die Firma „A. Meinl Erben“ des im Ort geborenen und verstorbenen Karl Anton Meinl (1821–1873) und dessen Vater Adalbert Meinl (* 1780) aus Abertham zu einem Zentrum der Spitzen- und Weißwarenerzeugung mit zahlreichen Niederlassungen in großen europäischen Städten. Sie führte 1868 die erste Strickmaschine ein. Der Sohn Adalbert Prokop Meinl (1847–1911) erbte das Unternehmen, war Bürgermeister vom Bärringen, Träger des Kaiser-Franz-Joseph-Ordens und machte Bärringen zu einem beliebten Höhenluftkurort und Wintersportplatz.[3] Es entstanden mehrere Hotels und Pensionen.

Bärringen gehörte ab 1850 zum Gerichtsbezirk Platten und ab 1910 zum Bezirk Neudek.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Bärringen 1919 der neu geschaffenen Tschechoslowakei zugeschlagen. Aufgrund des Münchner Abkommens kam der Ort 1938 an das Deutsche Reich und gehörte bis 1945 zum Landkreis Neudek, Regierungsbezirk Eger, im Reichsgau Sudetenland.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Bärringen von der Tschechoslowakei übernommen; fast sämtliche deutschen Bewohner wurden enteignet und vertrieben.

Das Stadtrecht ging verloren. Heute hat Pernink etwa 650 Einwohner.

Demographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1783 0 k. A. 130 Häuser[4]
1830 1.533 in 203 Häusern[5]
1847 1.733 in 209 Häusern[6]
1900 2.860 deutsche Einwohner[7]
1921 2.506 mit Fischbach und Irrgang, davon 2.450 deutsche Einwohner[8]
1930 3.023 davon 51 Tschechen[9]
1939 3.105 [9]
Einwohnerzahlen seit Ende des Zweiten Weltkriegs
Jahr 2006 2013 2017
Einwohner ca. 650 663 632

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Waldkapelle bei Bärringen

Die Gemeinde Pernink besteht aus den Ortsteilen Bludná (Irrgang), Pernink (Bärringen) und Rybná (Fischbach).[10] Grundsiedlungseinheiten sind Pernink und Rybná.[11] Zu Pernink gehört außerdem die Ansiedlung Lesík (Lessing, Lessig, Lessighäuser).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirche der Allerheiligsten Dreifaltigkeit von 1719
  • Denkmal für Dr. Johann Alois Renner (1784–1854), Domkustos zu Prag
  • Eisenbahnviadukt von 1899
  • Hochmoor Oceán und Drachenfelsen
  • Waldkapelle

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Alois Renner (1784–1854), Seelsorger in St. Joachimsthal, Abertham und Schönfeld, Domherr zu St. Veit in Prag
  • Karl Renner (1847–1875), Schriftsteller, Geschäftsleiter des Vereins für Geschichte der Deutschen in Böhmen in Prag
  • Johann Endt (1869–1951), Lehrer, Volkskundler und Heimatforscher
  • Josef Schütz (1910–1989), deutscher Kommunist, Diplomat und Oberst der Nationalen Volksarmee der DDR
  • Rudi Schütz (* 1919), Generalmajor der Nationalen Volksarmee der DDR, Bruder von Josef Schütz
  • Hans Ströer (1919–1986), deutscher Musiker, Komponist und Pädagoge
  • Hans Renner (1919–1990), deutscher Skispringer und Skisprungtrainer
  • Rudolf Kippenhahn (* 1926), deutscher Astrophysiker und Wissenschaftsautor
  • Rudolf Höhnl (* 1946), tschechoslowakischer Skispringer

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Endt: Aus der Vergangenheit der Bergstadt Bärringen. Nach handschriftlichen Quellen. Selbstverlag der Stadtgemeinde Bärringen, Bärringen 1932.
  • Heimatbuch Landkreis Neudek. 2. Auflage. Heimatgruppe Glück Auf Landkreis Neudek, Augsburg-Göggingen 1978.
  • Max Müller: Bärringen. Die Geschichte einer Stadt. Möckel, Schönheide 1994.
  • Werner Ströer: Bärringen. Bilder einer Stadt. Eine Sammlung historischen Bildmaterials. Möckel, Schönheide 1996.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pernink – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Obec Pernink: Územně identifikační registr ČR. In: uir.cz. Abgerufen am 6. Juni 2016 (tschechisch).
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2017 (PDF; 371 KiB)
  3. Biographisches Lexikon zur Geschichte der böhmischen Länder. Band 2: Heribert Sturm (Hrsg.): I – M. Oldenbourg, München 1984, ISBN 3-486-52551-4, S. 629 f.
  4. Jaroslaus Schaller: Topographie des Königreichs Böhmen. Band 2: Ellbogner Kreis. Prag 1785, S. 77–79, Ziffer 63).
  5. Jahrbücher des böhmischen Museums für Natur- und Länderkunde, Geschichte, Kunst und Literatur. Band 2, Prag 1831, S. 200, Ziffer 19.
  6. Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Band 15: Elbogner Kreis, Prag 1847, S. 98, Ziffer 27.
  7. Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 2, Leipzig und Wien 1905, S. 397.
  8. Genealogie-Netz Sudetenland
  9. a b http://www.verwaltungsgeschichte.de/sud_neudek.html#ew39nedkbaerring
  10. Části obcí: Územně identifikační registr ČR. In: uir.cz. Abgerufen am 6. Juni 2016 (tschechisch).
  11. Základní sídelní jednotky: Územně identifikační registr ČR. In: uir.cz. Abgerufen am 6. Juni 2016 (tschechisch).