Warnung der Wissenschaftler an die Menschheit

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Im November 2017 unterzeichneten 15.364 Wissenschaftler eine von acht Autoren verfasste Warnung der Wissenschaftler der Welt an die Menschheit: Zweite Mitteilung. Diese ruft unter anderem dazu auf, das Bevölkerungswachstum zu begrenzen und unseren Pro-Kopf-Verbrauch an fossilen Brennstoffen, Fleisch und anderen Ressourcen drastisch zu reduzieren. Die Warnung wurde in der Fachzeitschrift BioScience veröffentlicht.[1]

Die zweite Mitteilung beinhaltet neun Zeitreihen-Grafiken von bereits in der ursprünglichen Warnung von 1992 beschriebenen Schlüsselindikatoren, jeweils korreliert mit einem spezifischen Anliegen. Dies soll zeigen, dass die meisten Umweltaspekte mit meist keiner ersichtlichen Änderungsrate kontinuierlich in die falsche Richtung tendieren. Der Artikel führt 13 spezifische Maßnahmen an, die die Menschheit auf dem Weg zur Nachhaltigkeit unternehmen könnte.

Die zweite Mitteilung hat die meisten wissenschaftlichen Mitunterzeichner und formalen Unterstützer aller je veröffentlichten Journal-Artikel.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 1992 verfasste Henry Way Kendall, ein früherer Vorstandsvorsitzender von der Union of Concerned Scientists (UCS), die erste "Warnung der Wissenschaftler der Welt an die Menschheit", die mit den Worten beginnt: Die Menschen und die natürliche Welt sind auf einem Kollisionskurs." Eine Mehrheit der Nobelpreisträger der Naturwissenschaften unterzeichnete das Dokument[3], ca. 1700 der weltweit führenden Wissenschaftler fügten ihre Unterschrift hinzu.

Die zweite Warnung wurde manchmal erwähnt im Gegensatz zum zuvor 1992 veröffentlichten "Heidelberg-Appell", welcher ebenfalls von zahlreichen Wissenschaftlern und Nobelpreisträgern unterzeichnet wurde, beginnend mit der Kritik an "einer irrationalen Ideologie, die den wissenschaftlichen und industriellen Fortschritt behindert und ökonomische und soziale Entwicklung erschwert". Dieses Dokument wurde und wird oft zitiert von denjenigen, die den menschlichen Einfluss auf den Klimawandel leugnen.

Der Heidelberg Appell enthält keine spezifischen Empfehlungen und ist keine Anklage der Umweltwissenschaften: "Wir unterschreiben vollständig die Ziele einer wissenschaftlichen Ökologie für ein Universum, dessen Ressourcen bilanziert, überwacht und erhalten werden müssen. Aber hiermit fordern wir, dass diese Bilanzierung, Überwachung und Erhaltung auf wissenschaftlichen Kriterien gründen muss und nicht auf irrationalen Vorurteilen."

Im Gegensatz dazu beinhaltet die UCS-geführte Petition spezifische Empfehlungen: "Wir müssen uns z. B. von den fossilen Brennstoffen wegbewegen hin zu ungefährlichen, unerschöpflichen Energiequellen, um die Treibhausgasemissionen und die Luft- und Wasserverschmutzung zu reduzieren. ... Wir müssen die Bevölkerung stabilisieren."

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. William J. Ripple, Christopher Wolf, Thomas M. Newsome, Mauro Galetti, Mohammed Alamgir: World Scientists’ Warning to Humanity: A Second Notice. In: BioScience. Band 67, Nr. 12, 1. Dezember 2017, ISSN 0006-3568, S. 1026–1028, doi:10.1093/biosci/bix125 (oup.com [abgerufen am 15. April 2019]).
  2. Suzuki, David: 15,000 Scientists Issue Urgent Warning: Humanity Is Failing to Safeguard the Planet. AlterNet, 15. Januar 2018.
  3. Textfile containing the Warning and a list of selected signatories. stanford.edu, abgerufen am 26. August 2011.