Wayde van Niekerk

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Wayde van Niekerk Leichtathletik

Wayde van Niekerk 080817 London 2017.jpg
Wayde van Niekerk 2017 in London

Nation SudafrikaSüdafrika Südafrika
Geburtstag 15. Juli 1992
Geburtsort KapstadtSüdafrika
Gewicht 72 kg
Karriere
Disziplin Sprint
Bestleistung 100 m: 9,94 s (+ 0,9 m/s)
200 m: 19,84 s (+ 1,2 m/s)
400 m: 43,03 s Weltrekord
Trainer Ans Botha
Nationalkader seit 2010
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Weltmeisterschaften 2 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
Commonwealth Games 0 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
Afrikameisterschaften 2 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
Universiade 0 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Spiele
0Gold0 Rio de Janeiro 2016 400 m
 Weltmeisterschaften
0Gold0 Peking 2015 400 m
0Gold0 London 2017 400 m
0Silber0 London 2017 200 m
Logo der Commonwealth Games Federation Commonwealth Games
0Silber0 Glasgow 2014 400 m
Afrikameisterschaften
0Gold0 Durban 2016 200 m
0Gold0 Durban 2016 4 × 100 m
0Silber0 Marrakesch 2014 400 m
Logo der FISU Universiade
0Bronze0 Kasan 2013 4 × 400 m
letzte Änderung: 10. August 2017

Wayde van Niekerk (* 15. Juli 1992 in Kapstadt) ist ein südafrikanischer Leichtathlet, der sich auf den 200- und den 400-Meter-Lauf spezialisiert hat. Als erster Afrikaner lief er die 400 Meter unter 44 Sekunden.[1] Er ist amtierender Olympiasieger, zweifacher Weltmeister und aktueller Weltrekordhalter in dieser Disziplin.

Sportliche Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seiner Jugend war van Niekerk vor allem im Hochsprung aktiv. Ab 2009 trainierte er aber auch für Sprintdisziplinen, auf die er sich schließlich vollständig konzentrierte, nachdem er sich über 200 Meter für die Juniorenweltmeisterschaften 2010 in Moncton qualifizieren konnte.[2] Dort belegte er in einer Zeit von 21,02 s den vierten Platz.

2011 wurde van Niekerk Südafrikanischer Juniorenmeister über 100 und 200 Meter. Außerdem gewann er im 200-Meter-Lauf seinen ersten nationalen Titel in der Aktivenklasse und erzielte dabei eine neue persönliche Bestleistung von 20,57 s. Aufgrund einer hartnäckigen Oberschenkelverletzung wurde seine weitere Entwicklung in den nächsten anderthalb Jahren allerdings nachhaltig gebremst. 2012 bestritt er lediglich fünf Rennen ohne dabei herausragende Resultate zu erzielen.[2]

2013 wandte sich van Niekerk verstärkt dem 400-Meter-Lauf zu und wurde über diese Distanz Südafrikanischer Meister. Bei der Universiade in Kasan erreichte er die Halbfinalrunde über 400 Meter und gewann in der 4-mal-400-Meter-Staffel die Bronzemedaille. Außerdem startete er bei den Weltmeisterschaften in Moskau ebenfalls über 400 Meter, schied jedoch im Vorlauf aus. 2014 verteidigte er seinen nationalen Meistertitel erfolgreich. Darüber hinaus gelangen ihm auch auf internationaler Ebene Spitzenresultate. So lief er als Zweitplatzierter beim adidas Grand Prix in New York City mit einer Zeit von 44,38 s einen Landesrekord über 400 Meter[3] und gewann sowohl bei den Commonwealth Games in Glasgow als auch bei den Afrikameisterschaften in Marrakesch jeweils die Silbermedaille.

2015 etablierte sich van Niekerk in der absoluten Weltspitze. Unter anderem unterbot er Anfang Juli beim Meeting Areva in Paris mit einer Zeit von 43,96 s als erster Afrikaner die 44-Sekunden-Marke über 400 Meter.[1] Seinen neuen Kontinentalrekord verlor er allerdings bereits am nächsten Tag an den Botswaner Isaac Makwala, der im schweizerischen La Chaux-de-Fonds 43,72 s lief.[4] Wenig später blieb van Niekerk im 200-Meter-Lauf beim Spitzen Leichtathletik Luzern mit 19,94 s erstmals unter 20 Sekunden.[5] Bei den Weltmeisterschaften in Peking gewann er in 43,48 s die Goldmedaille im 400-Meter-Lauf vor Titelverteidiger LaShawn Merritt aus den Vereinigten Staaten (43,65 s) und Olympiasieger Kirani James aus Grenada (43,78 s). Damit blieben zum ersten Mal in der Geschichte drei Athleten im selben Rennen unter der 44-Sekunden-Marke. Van Niekerk rückte mit seiner Siegerzeit auf den vierten Platz der ewigen Weltbestenliste vor und eroberte den Afrikarekord zurück.[6]

Am 12. März 2016 gewann van Niekerk den 100-Meter-Lauf bei den Provinzmeisterschaften in Bloemfontein in 9,98 s. Damit ist er der erste Mensch in der Geschichte, der 100 Meter in unter 10 Sekunden, 200 Meter in unter 20 Sekunden und 400 Meter in unter 44 Sekunden lief.[7] Im Juni gewann er bei den Afrikameisterschaften in Durban die Titel über 200 Meter sowie in der 4-mal-100-Meter-Staffel.[8][9] Im Finale der Männer über 400 Meter bei den Olympischen Spielen am 14. August 2016 in Rio de Janeiro lief er in 43,03 s zu Gold und stellte damit eine neue Weltrekordzeit auf, mit der er den seit 1999 bestehenden Rekord von Michael Johnson unterbot.

Am 28. Juni 2017 erzielte er beim Ostrava Golden Spike mit 30,81 s eine Weltbestleistung auf der selten gelaufenen 300-Meter-Distanz.[10] Bei den Weltmeisterschaften in London verteidigte er seinen Titel im 400-Meter-Lauf in 43,98 s erfolgreich. Im Finale fehlte sein Konkurrent Isaac Makwala, weil dieser auf Grund des Norovirus unter Quarantäne stand.[11]

Van Niekerk wird von Ans Botha trainiert und studiert Marketing an der Universität des Freistaates in Bloemfontein.[12] 2017 wurde er für seine herausragenden sportlichen Leistungen mit dem Order of Ikhamanga in Gold ausgezeichnet.[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wayde van Niekerk – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Matthew Brown: Van Niekerk makes history in Paris – IAAF Diamond League (englisch) IAAF. 4. Juli 2015. Abgerufen am 15. August 2015.
  2. a b Dean Hardman: Wayde van Niekerk – Focus on Athletes Biography (englisch) IAAF. 5. September 2014. Abgerufen am 15. August 2015.
  3. Joe Battaglia: Harting in a hurry but grabs New York meeting record – IAAF Diamond League (englisch) IAAF. 14. Juni 2014. Abgerufen am 15. August 2015.
  4. Jon Mulkeen: Makwala regains African 400 m record with 43.72 (englisch) IAAF. 5. Juli 2015. Abgerufen am 15. August 2015.
  5. Diego Sampaolo: With sub-20 clocking in Lucerne, Van Niekerk joins sprinting elite (englisch) IAAF. 14. Juli 2015. Abgerufen am 15. August 2015.
  6. Len Johnson: Report: men’s 400m final – IAAF World Championships, Beijing 2015 (englisch) IAAF. 26. August 2015. Abgerufen am 26. August 2015.
  7. Jon Mulkeen: Van Niekerk makes sprinting history in Bloemfontein (englisch) IAAF. 12. März 2016. Abgerufen am 12. März 2016.
  8. Wesley Botton: Semenya wins 1500m at African Championships (englisch) IAAF. 24. Juni 2016. Abgerufen am 6. August 2016.
  9. Wesley Botton: Van Niekerk takes 200m title, two more golds for Semenya as African Championships conclude (englisch) IAAF. 26. Juni 2016. Abgerufen am 6. August 2016.
  10. Bob Ramsak: Van Niekerk breaks 300m world best in Ostrava (englisch) IAAF. 28. Juni 2017. Abgerufen am 1. Juli 2017.
  11. Leichtathletik-WM: Van Niekerk erfüllt die Erwartungen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 8. August 2017, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 10. August 2017]).
  12. Matthew Brown: Van Niekerk aims to become South Africa's first world 400m champion (englisch) IAAF. 26. Juli 2015. Abgerufen am 5. März 2016.
  13. Jonisayi Maromo: National Orders: Wayde van Niekerk bags gold (englisch) IOL. 28. April 2017. Abgerufen am 30. April 2017.