Willisau Stadt

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Willisau Stadt
Wappen von Willisau Stadt
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Willisauw
Einwohnergemeinde: Willisaui2
Postleitzahl: 6130
Koordinaten: 641756 / 218987Koordinaten: 47° 7′ 14″ N, 7° 59′ 20″ O; CH1903: 641756 / 218987
Höhe: 557 m ü. M.
Fläche: 3,37 km²
Einwohner: 3087 (31. Dezember 2004)
Einwohnerdichte: 916 Einw. pro km²
Website: www.willisau.ch
Karte
Willisau Stadt (Schweiz)
Willisau Stadt
www
Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2006

Willisau Stadt war bis zum 31. Dezember 2005 eine politische Gemeinde im Amt Willisau des Kantons Luzern in der Schweiz.

Seit dem 1. Januar 2006 ist sie mit Willisau Land zur neuen Gemeinde Willisau vereinigt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Willisau Stadt liegt im Luzerner Hinterland am Rande der nördlichen Ausläufer des Napfs, am Zusammenfluss von Buch- und Enziwigger. Die ehemalige Gemeinde war beinahe gänzlich von Willisau Land umschlossen. 60 % der früheren 3,37 km² Fläche sind mit Wald bedeckt. Der Rest ist stark überbaut. Zur Gemeinde Willisau-Stadt gehörten als Kern das Städtchen, das nähere Umland im Talkessel und auf dem südlichen Hügel (Schulen), der Willbergwald nördlich der Kernzone und die Hirseren.

Den zweitgrössten Teil bildeten die Sänti, das Industriegebiet Rossgassmoos und ein Teil des St. Niklausen-Hügels. Ebenfalls zu Willisau-Stadt gehörten das Staldenmoos an der Strasse gegen Gettnau. Die Grenzziehung war äusserst kompliziert und ging auf historische Ereignisse zurück.

Frühere Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Willisau-Stadt grenzte an Alberswil, Gettnau und Willisau Land.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz mittelalterlichem Stadtrecht blieb die Zahl der Bewohner gering. Von 1798 bis 1880 verdoppelte sich die Einwohnerzahl (+ 105,4 %). Danach folgte ein leichter Rückgang bis 1900. Seither wuchs die Bevölkerung nochmals markant an (1900–2004: +93,7 %). Besonders gross war das Wachstum zwischen 1950 und 1960 (1950–1960: +17,8 %). Nur in den 1970er-Jahren gab es einen kleinen Einbruch im Wachstum (1970–1980: −3,3 %).

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1798 797
1850 1'231
1880 1'637
1900 1'594
1950 2'129
1960 2'508
1970 2'728
1980 2'639
1990 2'866
2000 2'996

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung benutzt als Umgangssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 91,15 % Deutsch, 3,64 % Albanisch und 1,30 % Serbokroatisch als Hauptsprache an.

Religionen - Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In früheren Zeiten war die gesamte Bevölkerung Mitglied der Römisch-Katholischen Kirche. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland hat sich dies geändert. Heute (Stand 2000) gibt es 78,87 % römisch-katholische-, 9,35 % evangelisch-reformierte- und 1,77 % orthodoxe Christen. Daneben findet man 4,47 % Muslime, 1,47 % Konfessionslose und 0,70 % Angehörige anderer nichtchristlicher Religionen. Die Muslime sind meist albanischer, kurdischer und türkischer Herkunft; die Minderheit der Angehörigen anderer Religionen fast ausschliesslich Hindus tamilischer Abstammung aus Sri Lanka.

Herkunft - Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 3'087 Einwohnern Ende 2004 waren 2'684 Schweizer und 403 Ausländer (=13,1 %). Bei der letzten Volkszählung waren 84,78 % (einschliesslich Doppelbürger 86,35 %) Schweizer Staatsangehörige. Die grössten Einwanderergruppen kommen aus Serbien-Montenegro (meist Albaner; aber auch Slawen), Mazedonien (meist Albaner), Italien, Portugal, Deutschland, Kroatien, der Türkei und aus Sri Lanka.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Willisau liegt an der Bahnstrecke Luzern-Langenthal. Daneben bestehen die beiden Buslinien Willisau-Ettiswil-Sursee und Willisau-Hergiswil-Hübeli. Die nächstgelegenen Autobahnanschlüsse sind (an der A2) Dagmersellen in 11 km und Sursee in 13 km Entfernung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals wird der Ort in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Allerheiligen in Schaffhausen als Willineshouwo im Jahr 1101 erwähnt. Lange Zeit waren die Herren von Hasenburg-Willisau die Besitzer. Sie erwarben um 1272 das Stadtrecht für Willisau. Sie unterstanden später den Habsburgern. Nach dem Aussterben der Hasenburger erbten die Grafen von Aarberg-Valangin das Städtchen. Beim Einfall der Gugler im Jahr 1375 liessen die Habsburger die Stadt vor deren Eintreffen abbrennen. Die Besitzer forderten von den Habsburgern Schadenersatz. Herzog Leopold von Österreich liess die Stadt 1386 erneut verbrennen, weil sie ihm Widerstand leistete. Dies führte zu einer hohen Verschuldung der Besitzerfamilie und führte dazu, dass bis 1415 ein Streit mit den zahlungsunwilligen Habsburgern tobte. Am 15. Januar 1407 gingen die Rechte an der Herrschaft Willisau für 8'000 Gulden an die Stadt Luzern. Bis 1798 war es Sitz der Vogtei Willisau, danach bis 1803 des Distrikts Willisau und seither des damals neu geschaffenen Amts Willisau.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fusion mit Willisau Land[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Willisau Stadt entstand mit der Helvetik als die Stadt die Rechte auf das Land verlor. Dadurch ergab sich eine abenteuerliche Grenzziehung und in vielen Fällen unpraktikable Aufteilung. Dies wurde nun nach über 200 Jahren korrigiert. Auf den 1. Januar 2006 hat Willisau Stadt mit der Gemeinde Willisau Land zur neuen Gemeinde Willisau fusioniert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Willisau Stadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien