Wikon

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Wikon
Wappen von Wikon
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton LuzernKanton Luzern Luzern (LU)
Wahlkreis: Willisau
BFS-Nr.: 1147i1f3f4
Postleitzahl: 4806
Koordinaten: 639901 / 234817Koordinaten: 47° 15′ 47″ N, 7° 57′ 57″ O; CH1903: 639901 / 234817
Höhe: 447 m ü. M.
Höhenbereich: 435–665 m ü. M.[1]
Fläche: 8,28 km²[2]
Einwohner: 1495 (31. Dezember 2020)[3]
Einwohnerdichte: 181 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
18,1 % (31. Dezember 2020)[4]
Website: www.wikon.ch
Lage der Gemeinde
SempacherseeMauensee (Gewässer)SoppenseeTueteseeKanton AargauKanton BernKanton SolothurnWahlkreis EntlebuchWahlkreis HochdorfWahlkreis Luzern-LandWahlkreis Luzern-StadtWahlkreis SurseeAlberswilAltbüronAltishofenAltishofenDagmersellenEgolzwilEttiswilFischbach LUGrossdietwilGrossdietwilGrossdietwilHergiswil bei WillisauLuthernMenznauNebikonPfaffnauReidenRoggliswilSchötzUfhusenWauwilWikonWillisauZell LUKarte von Wikon
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Wikon ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Willisau des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiigge, wie die Einheimischen die Gemeinde nennen, liegt südlich von Zofingen zwischen der Wigger im Westen und der Uerke im Osten. Ausser im Süden grenzt die Gemeinde immer an den Nachbarkanton Aargau. Vier der sechs Hauptsiedlungen liegen in der Ebene des Wiggertals. Dies sind neben Wikon-Dorf das 1,1 km nördlich liegende Adelboden (439 m ü. M.), Rotfarb (436 m ü. M.; 1,7 km nordwestlich des Dorfs) und das Gebiet westlich des Dorfs bei der Station Brittnau-Wikon, das mit Wikon-Dorf zusammengewachsen ist. Wikon-Oberdorf (495 m ü. M.; 600 m östlich des Dorfs) und der kleine Weiler Moosersagi (533 m ü. M.; 2,6 km nordöstlich des Dorfs) an der östlichen Gemeindegrenze sind nebst einigen Gehöften weitere nennenswerte Siedlungen.

Moosersagi liegt an der Uerke im gleichnamigen Tal. Dieser Bach bildet die Grenze zu Wiliberg im Kanton Aargau. Das Gebiet östlich der Wiggerebene ist stark bewaldet und sehr hügelig. Südöstlich von Wikon-Dorf liegt der bewaldete Birchberg (629 m ü. M.) und östlich des Dorfs der Riedwald. Im Osten von Adelboden liegen der Schlosswald und eine bewaldete Höhe namens Galgenberg (586 m ü. M.). Die Waldgebiete von Lienihubel (661 m ü. M.), Eichbühl, Mösli und Langrüti schliessen sich östlich und nördlich davon an. All diese Wälder bilden eine geschlossene Fläche.

Ganz im Osten der Gemeinde im Uerketal ist es sehr sumpfig. Die Gegend östlich der Wiggerebene ist daher nahezu unbewohnt. Im Westen liegt der landwirtschaftlich geprägte Weiler Hintermoos mit circa 50 Einwohnern. Der Bach Altachen bildet die Grenze zum Kanton Aargau. Vom Gemeindeareal wird 39,5 % landwirtschaftlich genutzt. Mehr als die Hälfte (51,6 %; östlich des Wiggertals) sind bewaldet und 8,8 % ist Siedlungsfläche.

Wikon grenzt an Reiden im Kanton Luzern – sowie an Bottenwil, Brittnau, Wiliberg und Zofingen im Kanton Aargau.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1798 529
1850 952
1910 738
1920 743
1970 1'374
1980 1'263
1990 1'387
2000 1'342
2010 1'365
2015 1'474
2018 1'527

Die Bevölkerung wuchs von 1798 bis 1850 sehr stark an (1798–1850: +80,0 %). Danach setzte bis 1910 eine massive, stufenweise Abwanderung ein (1850–1910: −22,5 %). Von 1920 bis 1970 stieg die Einwohnerzahl ununterbrochen an (1920–1970: +79,4 %). Nach einem Rückgang in den 1970er Jahren folgte ein letztes Wachstum in den 1980er Jahren auf den höchsten je ermittelten Bevölkerungsstand. Beginnend um 1990 ging die Bevölkerung langsam, aber stetig zurück (1990–2004: −6,3 %) bis ca. 2010 dank grösserer Bautätigkeit die Bevölkerung wieder langsam angestiegen ist.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 90,39 % Deutsch, 3,28 % Albanisch und 1,86 % Serbokroatisch als Hauptsprache an.

Konfessionsstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher waren alle Bewohner Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Mit Stand 2014 war die religiöse Zusammensetzung der Einwohnerschaft wie folgt: 45,5 % römisch-katholische, 26,5 % evangelisch-reformierte und 28,0 % andere Konfessionen oder Konfessionslose. Heute (Stand 2019) sieht die religiöse Zusammensetzung der Einwohnerschaft wie folgt aus: 39,1 % römisch-katholische, 25,0 % evangelisch-reformierte und 35,9 % andere Konfessionen oder Konfessionslose.[6]

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2014 waren von den 1'470 Einwohnern 1'247 Schweizer und 223 (= 15,2 %) Ausländer.[7] Die Einwohnerschaft bestand aus 84,8 % Schweizer Staatsbürgern. Ende 2014 stammten die ausländischen Einwohner aus Portugal (24,7 %), Deutschland (17,0 %), Serbien inklusive Kosovo (15,2 %), Italien (14,3 %), der Türkei (3,6 %) und Spanien (2,2 %). 19,3 % stammten aus dem übrigen Europa und 3,6 % waren aussereuropäischer Herkunft.[8]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie Funde wie steinzeitliche Feuergeräte belegen, wurde die Gemeinde schon sehr früh besiedelt. Der Ort ist allerdings namentlich erst relativ spät erstmals belegt. Im Jahr 1256 siegelte Graf Hermann von Kyburg apud Wiggen. Die Burgen (die Quellen schwanken zwischen vier und fünf Burgen) sind allerdings bereits im 11. Jahrhundert errichtet worden und gehörten zur Herrschaft der Grafen von Lenzburg. Später waren, wie oben erwähnt, die Kyburger die Herren, denen die Habsburger als Erben folgten. Unter Letzteren wurde Wikon ein Teil der Grafschaft Willisau. Die Ritter von Büttikon waren lange die Lehnsherren. Im Jahr 1415 eroberten die Berner und Luzerner den habsburgischen Aargau. In Wikon besetzten beide Seiten Burgen und stritten sich um die Herrschaft. Durch einen eidgenössischen Beschluss wurde die Gemeinde im Jahr 1470 Luzern zugesprochen. Bereits sechs Jahre später kauften die Luzerner von Hans Thüring von Büttikon auch die niedere Gerichtsbarkeit, so dass sie die Gemeinde vollumfänglich beherrschten. Zusammen mit Roggliswil bildete Wikon bis 1798 die Landvogtei Wikon. Im Bauernkrieg hielten die Bewohner vom 26. Mai bis zum 10. Juni 1653 den Landvogt gefangen. Von 1798 bis 1803 gehörte der Ort dann zum Distrikt Altishofen und seither zum damals neu gegründeten Amt Willisau.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat Wikon besteht aus fünf Mitgliedern und ist wie folgt aufgestellt:

  • Michaela Tschuor-Naydowski (CVP): Gemeindepräsidentin, Ressortvorsteherin Präsidiales, Kultur und Recht
  • Ivan Zanin (parteilos): Ressortvorsteher Bau und Infrastruktur
  • Rosmarie Brunner (CVP): Ressortvorsteherin Soziales und Gesundheit
  • André Wyss (SVP): Ressortvorsteher Finanzen und Volkswirtschaft
  • Carmen Hodel Kaufmann (parteilos): Ressortvorsteherin Bildung und Sicherheit

Kantonsratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen 2019 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Wikon: CVP 33,3 %, SVP 23,2 %, SP 21,0 %, FDP 15,8 %, GPS 6,8 %.[9]

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2019 betrugen die Wähleranteile in Wikon: SVP 31,5 %, CVP 22,5 %, FDP 11,9 %, SP 9,5 %, glp 11,4 %, Grüne 9,5 %, BDP 1,4 %.[10]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz der kleinen Gemeindegrösse liegt Wikon wirtschaftlich strategisch günstig, die Nähe der grösseren Reiden (dessen Industriegebiet nördlich nahtlos in dasjenige von Wikon übergeht), Zofingen sowie der nahe Autobahnanschluss wird von mehreren Industriebetrieben genutzt. Zu nennen sind Hunkeler AG, Juffern AG, Flachglas Schweiz AG und ALHO Container. Im Dorf gelegen sind auch die vier Gastronomiebetriebe Restaurant Schlossberg, Restaurant Bim Buume, Hotel Adelboden und der Pizzakurierdienstleister PizzaRoma.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1908 hat Wikon zusammen mit Brittnau eine Haltestelle an der Bahnlinie Luzern–Olten. Da diese aber 600 m westlich des Dorfs liegt, sorgen die von Limmat Bus betriebenen Buslinien vom Bahnhof Zofingen über Reiden nach St. Urban bzw. Richenthal zusätzlich für gute Anschlüsse ans Netz des Öffentlichen Verkehrs. So hat man von den meisten Bushaltestellen von Wikon an Werktagen bis spät am Abend einen Halbstundentakt mit direkten Anschlüssen in Zofingen an die Schnellzüge nach Bern und Basel und in Richtung Reiden an die Interregio-Züge nach Luzern. Wikon liegt an Strasse Luzern(-Sursee)-Zofingen(-Olten-Basel), der sogenannten Baslerstrasse. Der nächstgelegene Autobahnanschluss ist Reiden an der A2 in 4 km Entfernung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Erlebnisbahnhof Wikon bietet auf Anfrage Führungen durch das alte Bahnhofsgebäude mit allerlei Museumsstücken.

Der Spycher ist ein altes Holzgebäude im Ortsteil Adelboden, in und um welchem oft kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte, Vernissagen usw. stattfinden. Das nennt sich dann sinngemäss Kultur im Spycher.

Schloss und Kloster Wikon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Benediktinerin Gertrud Leupi kehrte 1891 aus den Vereinigten Staaten in die Schweiz zurück, kaufte mit Hilfe ihres Neffen und Pfarrers Josef Leupi das Schloss Wikon und gründete dort als Erziehungs- und Missionsinstitut das Kloster Marienburg Wikon, wo sie Schwestern für die Mission in den Vereinigten Staaten ausbildete. Das Kloster wurde im März 2019 aufgegeben, die letzten Benediktinerinnen zogen in das umgebaute Frauenkloster St. Andreas in Sarnen. Die Klosteranlage wurde Ende 2019 verkauft.[11] Die Klostergebäude sollen zukünftig anders genutzt werden.[12]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gertrud Leupi (1825–1904), Benediktinerin, Gründerin von drei Klöstern, geboren und gestorben in Wikon

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Wikon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BFS Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  3. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  4. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländeranteil aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  5. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Memento des Originals vom 1. Januar 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bfs.admin.ch (Ständige Wohnbevölkerung)
  6. Ständige Wohnbevölkerung nach Konfessionen 2019 Gemeinden Kanton Luzern , abgerufen am 29. Oktober 2020
  7. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  8. LUSTAT: Gemeindeprofil Wikon (Memento des Originals vom 8. Mai 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lustat.ch
  9. [1]LUSTAT: Gemeindeprofil Wikon (Memento des Originals vom 8. Mai 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lustat.ch
  10. https://www.lustat.ch/daten/karte?id=32. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2019. Abgerufen am 23. Januar 2020.
  11. Luzerner Bauunternehmer kauft leer stehende Frauenklöster. In: Luzerner Zeitung, 8. Januar 2020
  12. Umzonung des Frauenklosters in Wikon ist wahrscheinlich. In: Luzerner Zeitung, 10. Januar 2020