Wauwil

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Wauwil
Wappen von Wauwil
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Willisau
BFS-Nr.: 1146i1f3f4
Postleitzahl: 6242
Koordinaten: 643813 / 225981Koordinaten: 47° 11′ 0″ N, 8° 1′ 0″ O; CH1903: 643813 / 225981
Höhe: 521 m ü. M.
Fläche: 2,94 km²
Einwohner: 1978 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 673 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
24,4 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.wauwil.ch
Wauwil vom Wauwilermoos aus gesehen

Wauwil vom Wauwilermoos aus gesehen

Karte
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Wauwil ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Willisau des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt an der Strasse SurseeDagmersellen zwischen dem Südhang des Santenberg und dem Wauwilermoos, das bis 1859 vom Wauwilersee bedeckt war. Abgesehen vom am Santenberg liegenden Kohlrütiwald nördlich und dem östlich des Dorfs gelegenen Breitloo kennt die Gemeinde keine Waldgebiete. Am Südhang des Santenbergs liegen, von West nach Ost, die Siedlungen Engelberg (621 m ü. M.) und Schönbühl/Berghof (659 m ü. M.). Früher waren die Siedlungen Wauwilerberg (nordöstlich), Sonnhalden und Sternmatt/Obermoos(östlich) eigenständige Weiler, doch sind sie genau wie der Nachbarort Egolzwil im Westen mittlerweile mit Wauwil-Dorf zusammengewachsen. Daneben gibt es am Santenberg und im Wauwilermoos noch einige freistehenden Gehöfte. Der tiefste Punkt der Gemeinde ist beim Falkenhof im Wauwilermoos auf 498 m ü. M., der höchste Punkt im Kohlrütiwald auf 689 m ü. M..

Durch die Trockenlegung des Wauwilersees und später des Wauwilermooses für den Torfabbau kamen grosse landwirtschaftliche Nutzflächen dazu. Sie bedecken 71,9 % des Gemeindegebiets. Fast ein Fünftel des Gemeindeareals (18,0 %) ist Siedlungsfläche und ein Zehntel (10,2 %) des Gemeindeareals sind bewaldet.

Wauwil grenzt an Dagmersellen, Egolzwil, Ettiswil, Mauensee und Schötz.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850 487
1860 421
1910 637
1920 607
1970 1'324
1980 1'365
1990 1'645
2000 1'671
2004 1'657
2008 1'712

Die Einwohnerzahl sank von 1850-1860 (1850–1860: −13,6 %). Dem folgte ein starkes Bevölkerungswachstum bis ins Jahr 1910 (1860–1910: +51,3 %), was damals sehr untypisch für Luzerner Landgemeinden war. Grund für dieses ungewöhnliche Wachstum waren der Bau der Bahnlinie Olten–Emmenbrücke, die Torfstecherei und die Gründung einer Glashütte. Von 1920 an wuchs die Zahl der Einwohner ein halbes Jahrhundert lang fortwährend auf mehr als das Doppelte an (1920–1970: +118,2 %). In den 1980er-Jahren kam es zu einem weiteren starken Anstieg, bis Ende der 1990er-Jahre stagnierte die Bevölkerung aber. Seit dem Jahr 2005 steigt die Bevölkerung aufgrund reger Zuzüge wieder kontinuierlich an.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 81,39 % Deutsch, 6,70 % Serbisch und 4,31 % Albanisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher waren alle Bewohner Mitglied der Römisch-Katholischen Kirche. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland hat sich dies geändert. Heute (Stand 2000) sieht die religiöse Zusammensetzung der Bevölkerung wie folgt aus. Es gibt 67,92 % römisch-katholische, 9,81 % orthodoxe und 5,98 % evangelisch-reformierte Christen. Daneben findet man 6,16 % Muslime, 3,35 % Konfessionslose und 1,14 % Angehörige anderer nichtchristlicher Religionen. Sowohl die Orthodoxen wie auch die Muslime kommen aus dem früheren Jugoslawien (Serben, Montenegriner, Mazedonier, Albaner und Bosniaken). Bei den Mitgliedern anderer nichtchristlicher Bekenntnisse handelt es sich um Hindus tamilischer Herkunft.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2014 waren von den 1'904 Einwohnern 1'416 Schweizer und 488 (= 25,6 %) Ausländer.[3] Die Einwohnerschaft bestand aus 74,4 % Schweizer Staatsbürgern. Ende 2014 stammten die ausländischen Einwohner aus Serbien inklusive Kosovo (49,0 %), Deutschland (10,5 %), Italien (8,8 %), Portugal (7,4 %), der Türkei (2,5 %) und Spanien (0,8 %). 14,5 % stammten aus dem übrigen Europa und 6,6 % waren aussereuropäischer Herkunft.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals erwähnt wird Wawile im Jahr 1070, als der Abt Seliger vom Kloster Einsiedeln, der aus der Familie der Herren von Wolhusen stammte, seinem Kloster einen Meierhof zu Wauwil vermachte. Die Gemeinde muss allerdings schon viel früher besiedelt worden sein wie die ganze Gegend rund um den ehemaligen Wauwilersee (im 6. Jahrtausend vor Christus). Die Gemeinde geriet 1407 durch Kauf unter die Herrschaft der Stadt Luzern, nachdem sie vorher den Habsburgern gehört hatte. Die Stadt erwarb zwischen 1450 und 1515 auch die niedere Gerichtsbarkeit. Wauwil bildete so bis 1798 einen Teil der Landvogtei Willisau. Danach war sie dem Distrikt Altishofen zugehörig, ehe sie 1803 zum neu gegründeten Amt Willisau kam. Im Jahr 1853 wurde der Wauwilersee trockengelegt und es entstand so das Wauwilermoos.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat Wauwil besteht aus vier Mitgliedern und ist wie folgt aufgestellt:

  • Annelies Gassmann-Wechsler: Gemeindepräsidentin
  • Beatrix Felder-Lampart: Soziales
  • Simon Siegrist-Wüest: Kultur und Umwelt
  • Hanspeter Woodtli: Bildung

Kantonsratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen 2015 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Wauwil: CVP 48,2 %, SVP 23,0 %, FDP 18,1 %, SP 4,9 %, GPS 3,7 %, glp 2,1 %.[5]

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Wauwil: SVP 30,5 %, CVP 29,8 %, FDP 19,3 %, SP 8,6 %, glp 4,7 %, Grüne 4,2 %, BDP 1,7 %.[6]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wauwil liegt an der Bahnlinie Luzern–Olten und hat einen eigenen Bahnhof. An der S-Bahn-Haltestelle hält zusätzlich zur S-Bahn Nr. S8 ein RegionalExpress-Zug (RE) pro Stunde und Richtung. Der Bahnhof zeichnet sich durch die unmittelbare Nähe zum Dorfzentrum sowie durch eine grosse Anzahl von Gratis-Parkplätzen aus.

Wauwil liegt an der Strasse Sursee–Nebikon. Die nächstgelegenen Autobahnanschlüsse sind Dagmersellen in 7 km und Sursee in 9 km Entfernung (jeweils in ca. 10 Minuten Fahrzeit zu erreichen). Beide liegen an der A2.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitherum bekannt ist das Wauwilermoos. Wauwil gab dieser Ebene den Namen; sie gehört jedoch zu mehreren Gemeinden. Ein Spaziergang durch die traumhafte Moorlandschaft ist eine wahre Entdeckungsreise. Die intakte Naturlandschaft ist Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten (Naturschutzgebiet). Die Strafanstalt Wauwilermoos liegt nicht auf Gemeindegebiet von Wauwil, sondern in der Nachbargemeinde Egolzwil.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wauwil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  4. LUSTAT: Gemeindeprofil Wauwil
  5. LUSTAT: Gemeindeprofil Wauwil
  6. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 3. Juni 2016.