Reiden

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Reiden
Wappen von Reiden
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern LU
Wahlkreis: Willisau
BFS-Nr.: 1140i1f3f4
Postleitzahl: 6260 (Reiden)
6262 (Langnau b. Reiden)
6263 (Richenthal)
UN/LOCODE: CH REI
Koordinaten: 640105 / 232626Koordinaten: 47° 14′ 36″ N, 7° 58′ 6″ O; CH1903: 640105 / 232626
Höhe: 457 m ü. M.
Fläche: 27,01 km²
Einwohner: 6971 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 258 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
22,7 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.reiden.ch
Blick Richtung Süden von der Kommende aus

Blick Richtung Süden von der Kommende aus

Karte
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Reiden ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Willisau des Kantons Luzern in der Schweiz.

Per 1. Januar 2006 hat sich die alte Gemeinde Reiden (3'980 Einwohner, 11.28 km²) mit den Gemeinden Langnau bei Reiden und Richenthal zur neuen Gemeinde Reiden zusammengeschlossen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reidermoos

Reiden ist ein Ort im unteren Wiggertal und liegt östlich der Wigger an der Kantonsgrenze zum Kanton Aargau. Das Dorf ist in den letzten Jahrzehnten stark gewachsen und umfasst nun auch die früheren Weiler und Gehöfte Unterdorf, Bifang, Unterwasser, Sonnhalden, Hinterberg und Oberdorf. Südlich des Dorfs erhebt sich die teilweise bewaldete Hochfluh (559 m ü. M.). Östlich des Dorfs liegt der Lausberg (632 m ü. M.). Und das Verbindungsstück zwischen diesen beiden Höhen bildet der Ehag (682 m ü. M.), welcher fast ganz vom Sertelwald bedeckt ist. Die zweitgrösste Siedlung der Gemeinde ist das 1,4 km nordnordöstlich vom Dorf liegende Reidermoos (490 m ü. M.), welche mit dem nördlich von ihm liegenden Weiler Klempen (500 m ü. M.) zusammengewachsen ist. Nördlich dieser beiden Ortsteile befindet sich der stark bewaldete Klempenberg, der eine maximale Höhe von 651 m ü. M. erreicht. Sonst gibt es nur noch Häusergruppen und Einzelgehöfte auf Gemeindegebiet.

Die Südgrenze führt von der Wigger über den Ehag bis zur Uerke weiter östlich. Dieser Grenzbach bildet gleichzeitig auch die Ostgrenze der Gemeinde. Bei Moosersagi (Gemeinde Wikon) verlässt die Gemeindegrenze die Uerke, dreht nach Westen ab und führt über den Klempenberg, den Fuchshubel (656 m ü. M.) und den nordwestlich von diesem liegenden Birchberg (629 m ü. M.) zurück zur Wigger. Diese bildet teilweise die Westgrenze.

Der Grossteil des Gemeindeareals östlich von Reidermoos besteht aus diversen Waldgebieten. Die grössten ausser den bereits erwähnten sind der Tannenwald und der Buchwald im Osten der Gemeinde. Darum verwundert es auch wenig, dass 40,1 % des Gemeindegebiets von Wald und Gehölz bedeckt sind. Das flache Gebiet um Reiden und Reidermoos wird entweder landwirtschaftlich genutzt (47,3 %) oder ist Siedlungsfläche (12,1 %).

Für die Gemeindeteile auf Gebiet der ehemaligen Gemeinden Richenthal und Langnau bei Reiden siehe die Beschreibung dort.

Reiden grenzt an Altishofen, Dagmersellen, Ebersecken, Grossdietwil, Pfaffnau, Triengen und Wikon im Kanton Luzern, sowie an die aargauischen Gemeinden Brittnau und Reitnau.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1798 1'100
1850 1'685
1870 1'637
1888 1'437
1960 2'795
1970 3'275
1980 3'363
1990 3'770
2000 4'090
2004 3'980
2008 6'336
2011 6'595
2014 6'813
2015 6'867

Die Zahl der Bewohner stieg von 1798-1850 um rund die Hälfte (1798–1850: +53,2 %). Von 1870-1888 war auch Reiden von der Landflucht betroffen (1870–1888: −12,2 %). Dann wuchs die Bevölkerung, abgesehen von den Stagnationsphasen 1910–1920, 1941–1950 und 1970–1980, ununterbrochen bis zum Jahr 2000. Zwischen 1888 und 1960 verdoppelte sich die Einwohnerzahl; in den darauf folgenden vierzig Jahren nochmals um rund die Hälfte. Seither stagniert sie.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 84,23 % Deutsch, 6,04 % Albanisch und 3,47 % Italienisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher waren alle Bewohner Mitglied der Römisch-Katholischen Kirche. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland hat sich dies geändert. Heute (Stand 2000) sieht die religiöse Zusammensetzung der Bevölkerung wie folgt aus. Es gibt 65,1 % römisch-katholische-, 16,8 % evangelisch-reformierte- und 2,30 % orthodoxe Christen. Daneben findet man 8,1 % Muslime und 10 % andere Religionsgemeinschaften oder konfessionslose. Die Orthodoxen sind Slawen aus dem früheren Jugoslawien. Auch die Muslime stammen von dort (mehrheitlich Albaner, daneben Bosniaken).

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2014 waren von den 6'892 Einwohnern 5'387 Schweizer und 1'505 (= 21,8 %) Ausländer.[3] Die Einwohnerschaft bestand aus 78,2 % Schweizer Staatsbürgern. Ende 2014 stammten die ausländischen Einwohner aus Serbien inklusive Kosovo (27,2 %), Deutschland (14,5 %), Portugal (13,8 %), Italien (11,4 %), Spanien (2,4 %) und der Türkei (1,5 %). 22,5 % stammten aus dem übrigen Europa und 6,8 % waren aussereuropäischer Herkunft.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommende Reiden, Stich von David Herrliberger

Wie Funde aus römischer Zeit andeuten, war die Gemeinde wahrscheinlich schon damals besiedelt. Der Ort taucht erstmals indirekt auf, als ein Walther von Reiden in einer Schenkungsurkunde des Ulrich von Eschenbach aus dem Jahr 1168 erwähnt wird. Der Ort gerät bereits früh unter die Herrschaft der Habsburger und gehört von da an zu deren Grafschaft Willisau. Im Jahr 1407 kaufte die Stadt Luzern diese Grafschaft und bis 1798 blieb Reiden ein Teil der luzernischen Landvogtei Willisau. Bis 1803 gehörte sie zum Distrikt Altishofen, danach zum neu geschaffenen Amt Willisau. Am 1. Januar 2006 fusionierten die Gemeinden Langnau bei Reiden, Richenthal und Reiden zu einer Gemeinde.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat Reiden besteht aus fünf Mitgliedern und ist wie folgt aufgestellt:

  • Hans Luternauer (FDP): Gemeindepräsident
  • Bernhard Achermann (SVP): Soziales
  • Bruno Aecherli (ig-reiden): Finanzen, Sicherheit und Landwirtschaft
  • Bruno Geiser (SVP): Bau und Infrastrukturen
  • Hubert Käch (FDP): Bildung

Kantonsratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen 2015 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Reiden: CVP 32,1 %, SVP 30,1 %, FDP 25,7 %, SP 7,4 %, GPS 2,4 %, glp 2,4 %.[5]

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Reiden: SVP 32,9 %, CVP 25,9 %, FDP 21,0 %, SP 8,8 %, glp 4,9 %, Grüne 3,2 %, BDP 1,6 %.[6]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reiden liegt an der Bahnlinie Luzern–Olten und hat einen eigenen Bahnhof. Bedeutung hat die Gemeinde als Knotenpunkt zweier SZR-Buslinien. Diese sind: Zofingen–Wikon–Reiden–Pfaffnau–Roggliswil–St. Urban und Zofingen–Wikon–Reiden–Richenthal.

Reiden liegt an der Strasse Luzern-Sursee-Zofingen-Olten-Basel, der sogenannten Baslerstrasse. Die Gemeinde hat einen eigenen Autobahnanschluss 2 km vom Dorfzentrum entfernt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Reiden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  4. LUSTAT: Gemeindeprofil Reiden
  5. LUSTAT: Gemeindeprofil Reiden
  6. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 3. Juni 2016.