Gettnau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gettnau
Wappen von Gettnau
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern LU
Wahlkreis: Willisau
BFS-Nr.: 1130i1f3f4
Postleitzahl: 6142
Koordinaten: 640266 / 221200Koordinaten: 47° 8′ 26″ N, 7° 58′ 10″ O; CH1903: 640266 / 221200
Höhe: 545 m ü. M.
Fläche: 6,02 km²
Einwohner: 1139 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 189 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
21,1 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.gettnau.ch
Gettnau

Gettnau

Karte
Sempachersee Mauensee (Gewässer) Soppensee Tuetesee Kanton Aargau Kanton Bern Kanton Solothurn Wahlkreis Entlebuch Wahlkreis Hochdorf Wahlkreis Luzern-Land Wahlkreis Luzern-Stadt Wahlkreis Sursee Alberswil Altbüron Altishofen Dagmersellen Ebersecken Ebersecken Egolzwil Ettiswil Fischbach LU Gettnau Grossdietwil Grossdietwil Grossdietwil Hergiswil bei Willisau Luthern Menznau Nebikon Pfaffnau Reiden Roggliswil Schötz Ufhusen Wauwil Wikon Willisau Zell LUKarte von Gettnau
Über dieses Bild
w

Gettnau ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Willisau des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt wenige Kilometer nordwestlich von Willisau in einer Ebene. Er ist im Süden und im Norden von Hügeln umgeben. Im Südosten liegt der Ruossgraben mit dem gleichnamigen Bach. Der Graben liegt zwischen dem Wellberg und dem Kühberg (645–729 m.ü.M.). Der westliche Teil des Kühbergs ist vom Hochwald bedeckt, der Rest gerodet. Der Hügelzug nördlich des Dorfs heisst Guggi und steigt auf eine Maximalhöhe von 713 m.ü.M. an. Ein Teil des Hügels ist bewaldet (Schonauwald). Der Fluss Luthern fliesst von Westen kommend nördlich des Dorfs vorbei und dreht dort nach Norden ab. Ausser dem Dorf selber gibt es nur kleinere Häusergruppen und Einzelgehöfte in der Gemeinde. Vom Areal von 606 ha werden 52,6 % landwirtschaftlich genutzt. Die oben erwähnten Wälder bedecken weitere 37,1 % der Gemeinde. Und nur 9,7 % sind Siedlungsfläche.

Gettnau grenzt im Nordosten an Schötz, im Osten an Alberswil, im Süden an Willisau und im Westen an Zell.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1798 459
1850 671
1888 555
1910 652
1930 660
1950 772
1960 717
1970 710
1990 973
2000 990
2004 978

Die Bevölkerung wuchs von 1798-1850 stark (1798–1850: +46,2 %). Von 1860-1888 sank sie infolge Abwanderung in die Industriezentren um 17,7 %. Der zweiten Abwanderungswelle von 1950-1960 stehen drei Wachstumsphasen gegenüber (1888–1910: +17,5 %; 1930–1950: +17,0 % und 1970–1990: +37,0 %). Seit 2009 wohnen knapp über 1'000 Personen in Gettnau.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 89,99 % Deutsch, 5,15 % Albanisch und 1,41 % Portugiesisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher waren alle Bewohner der Gemeinde Mitglieder der römisch-katholischen Kirche. Durch Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland hat sich dies geändert. Heute (Stand 2000) sieht die religiöse Landschaft wie folgt aus: Es gibt 80,20 % römisch-katholische und 11,52 % evangelisch-reformierte Christen. Daneben findet man 1,72 % Muslime, 1,21 % Konfessionslose und 0,81 % Angehörige anderer nichtchristlicher Bekenntnisse. Die Muslime sind zum Grossteil albanischer Herkunft, die anderen Nichtchristen Hindus tamilischer Herkunft.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2014 waren von den 1'088 Einwohnern 879 Schweizer und 209 (= 19,2 %) Ausländer.[3] Die Einwohnerschaft bestand aus 80,8 % Schweizer Staatsbürgern. Ende 2014 stammten die ausländischen Einwohner aus Serbien inklusive Kosovo (34,4 %), Deutschland (20,6 %), Portugal (16,7 %), Italien (3,3 %), Spanien (1,9 %) und der Türkei (0,5 %). 16,7 % stammten aus dem übrigen Europa und 5,7 % waren aussereuropäischer Herkunft.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde wurde in alemannischer Zeit besiedelt. Erste historische Erwähnung unter dem Namen Kepinhouva im Besitzverzeichnis der Fraumünsterabtei Zürich im Jahr 893. Gettnau gehörte später, bis 1386, zum Besitz der Habsburger - nominell sogar bis 1407. Im ersteren Jahr hatten zahlreiche Gettnauer das Bürgerrecht der Stadt Luzern angenommen, waren aber offiziell weiter Untertanen der habsburgischen Grafschaft Willisau. 1407 kaufte die Stadt Luzern die gesamte Grafschaft und machte sie bis 1798 zur Landvogtei Willisau. Von 1798 bis 1803 gehörte der Ort zum helvetischen Distrikt Willisau, seither zum damals neu geschaffenen Amt Willisau.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat Gettnau besteht aus fünf Mitgliedern und ist wie folgt aufgestellt:

  • Urs Vollenwyder-Büchler (CVP): Gemeindepräsident
  • Anton Grob-Wiederkehr (CVP): Gemeindeammann
  • Heinrich Arnet (CVP): Gemeindeentwicklung
  • Franziska Hellmüller-Odermatt (FDP): Bildung
  • Andrea Mazzotta (FDP): Sozialvorsteherin

Kantonsratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen 2015 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Gettnau: CVP 50,0 %, FDP 23,5 %, SVP 22,5 %, SP 2,7 %, GPS 0,7 %, glp 0,6 %.[5]

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Gettnau: CVP 39,1 %, SVP 33,9 %, FDP 21,0 %, SP 3,1 %, glp 1,3 %, Grüne 1,0 %, BDP 0,3 %.[6]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine eigene Haltestelle an der Bahnlinie Luzern-Langenthal. Gettnau liegt an der Hauptstrasse zwischen Wolhusen und Huttwil. Die nächstgelegenen Autobahnanschlüsse, an der A2, sind Dagmersellen in 12 km und Sursee in 13 km Entfernung.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gettnau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  4. Gemeindeprofil Gettnau
  5. LUSTAT: Gemeindeprofil Gettnau
  6. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 3. Juni 2016.