Ettiswil

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Ettiswil
Wappen von Ettiswil
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Willisau
BFS-Nr.: 1128i1f3f4
Postleitzahl: 6217 Kottwil
6218 Ettiswil
Koordinaten: 643904 / 222152Koordinaten: 47° 8′ 56″ N, 8° 1′ 3″ O; CH1903: 643904 / 222152
Höhe: 518 m ü. M.
Fläche: 12,51 km²
Einwohner: 2718 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 217 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
9,1 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.ettiswil.ch
Dorfzentrum

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Karte
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Ettiswil ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Willisau des Kantons Luzern in der Schweiz.

Am 1. Januar 2006 hat sich Ettiswil mit der früheren Gemeinde Kottwil zur neuen Gemeinde Ettiswil zusammengeschlossen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in einer Ebene zwischen Sursee und Willisau am Südrand des Wauwilermooses am Eingang zum Rottal und zum Luzerner Hinterland. Das eigentliche Dorf liegt zwischen der Wigger und der (Grosswanger-)Rot – der mit dem Dorf zusammengewachsene Ortsteil Ausserdorf nordöstlich davon auf dem rechten Ufer der Rot. Zur Gemeinde gehören auch der Ortsteil Kottwil sowie die Weiler Zuswil und Seewagen.

Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von 642 ha. Davon werden 70.7 % landwirtschaftlich und 11.4 % als Siedlungsfläche genutzt. Der grosse Rest – nämlich 17.4 % – ist mit Wald und Gehölz bedeckt.

Ettiswil grenzt im Norden an Wauwil, im Nordosten an Mauensee, im Südosten an Grosswangen, im Südwesten an Willisau, im Westen an Alberswil und im Nordwesten an Schötz.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1798 622
1850 1'015
1860 1'007
1900 707
1920 753
1970 1'062
1980 1'282
1990 1'509
2000 1'735
2004 1'785
2010 2409
2014 2562

Die Bevölkerung von Ettiswil wuchs in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sehr stark an (1798–1850: +63.2 %). Zwischen 1860 und 1900 erfolgte ein starker Rückgang (1860–1900: -29.8 %), weil viele Leute aus der Gemeinde abwanderten. Seit 1920 wächst die Bevölkerung unaufhaltsam und wird bald die Marke von 1'800 Personen überschreiten. Die Fusion mit der Nachbargemeinde Kottwil am 1. Januar 2006, hat die Bevölkerung um weitere 400 Bewohner ansteigen lassen.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung spricht als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 95.45 % Deutsch, 2.13 % Albanisch und 0.35 % Serbokroatisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher waren alle Bewohner Römisch-Katholisch. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung hat sich die religiöse Landschaft verändert. Heute (Stand 2000) sind 87.20 % römisch-katholische, 3.80 % evangelisch-reformierte und 0.92 % orthodoxe Christen. Daneben gibt es 2.48 % Konfessionslose, 2.07 % Muslime und 0.81 % Hindus. Die Orthodoxen sind Serben und Montegriner, die Muslime Albaner und die Hindus stammen aus Sri Lanka und sind der Herkunft nach Tamilen.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2014 waren von den 2'562 Einwohnern 2'343 Schweizer und 219 (= 8,5 %) Ausländer.[3] Die Einwohnerschaft bestand aus 91,5 % Schweizer Staatsbürgern. Ende 2014 stammten die ausländischen Einwohner aus Serbien inklusive Kosovo (41,6 %), Deutschland (32,9 %), Portugal (4,6 %), Italien (2,7 %), Spanien (0,9 %) und der Türkei (0,5 %). 14,2 % stammten aus dem übrigen Europa und 2,7 % waren aussereuropäischer Herkunft.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Erwähnung findet der Ort unter dem Namen Ettiswile im Jahr 1076, als ein Freiherr von Wolhusen (der später zum Abt Seliger wurde) einen Hof, den Kirchensatz und verschiedene Rechte an sein Kloster Einsiedeln übergibt. Später üben im Namen der Habsburger etliche verschiedene Lehnsherren die Gewalt aus. Nach der Niederlage der Habsburger in der Schlacht von Sempach hat ab 1407 Luzern die Oberhoheit. Im Jahr 1571 vernichtet ein grosser Dorfbrand, nebst anderen Gebäuden auch das Pfarrhaus. Die Gemeinde gehört bis 1798 zur Landvogtei Willisau. In der Helvetischen Republik gehörte sie zum Distrikt Willisau, ab 1803 zum neugeschaffenen Amt Willisau. In Ettiswil sammelten sich am 1. März 1845 zwei Abteilungen der Freischaren, um Richtung Luzern zu marschieren.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat Ettiswil besteht aus fünf Mitgliedern und ist wie folgt aufgestellt:

  • Peter Obi-Felber (CVP): Gemeindepräsident
  • Urs Boog-Portmann (FDP): Gemeindeammann
  • Katharina Jauch (CVP): Bauverwalterin
  • Beat Bisang-Heller (CVP): Sozialvorsteher
  • Christa Marbach (FDP): Schulverwalterin

Kantonsratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen 2015 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Ettiswil: CVP 42,8 %, FDP 31,4 %, SVP 17,5 %, SP 3,7 %, GPS 2,8 %, glp 1,9 %.[5]

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Ettiswil: CVP 32,4 %, SVP 27,7 %, FDP 26,7 %, SP 6,1 %, glp 3,2 %, Grüne 2,2 %, BDP 0,9 %.[6]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher war Ettiswil ein kleines Bauerndorf, dessen Bewohner sich mit Obstanbau, Viehzucht und Milchwirtschaft beschäftigten. Heute (Stand 2001) gibt es noch 37 Landwirtschaftsbetriebe und nur noch 20.8 % aller Erwerbstätigen arbeiten in der Landwirtschaft. In Kleingewerbe und Industrie finden weitere 29.8 % der Arbeitenden eine Beschäftigung – während fast die Hälfte (49.3 %) in Dienstleistungsberufen tätig sind. Viele Leute arbeiten nicht mehr im Dorf selbst. Im Jahr 2000 gab es 563 Wegpendler (ein Drittel in die Wirtschaftszentren Sursee, Willisau und Luzern; der grosse Rest verteilt sich in der Region), denen aber auch 212 Zupendler (aus der Region) entgegenstanden.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Kindergarten bis zur Sekundarschule können die Kinder im eigenen Dorf bleiben. In der Sekundarschule stossen die Kinder aus dem Nachbardorf Kottwil und Alberswil zu ihnen. Im Schuljahr 2003/2004 besuchten 39 Kindergärtler, 164 Primar-, 75 Sekundar- und 46 Realschüler den Unterricht.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ettiswil liegt an keiner Bahnstrecke. Die nächstgelegenen Stationen sind Willisau (4 km südwestlich; an der Linie Wolhusen-Langenthal) und Wauwil (4 km nordöstlich; an der Linie Luzern-Olten). Dennoch ist die Gemeinde sehr gut durch den Öffentlichen Verkehr erschlossen. Dies durch die Buslinien Luzern-Ruswil-Ettiswil, Ettiswil-Nebikon-Dagmersellen und Sursee-Ettiswil-Willisau. Ettiswil ist somit ein Busknotenpunkt dreier Buslinien. Die nächstgelegen Autobahnanschlüsse an der A2, Sursee und Dagmersellen, sind jeweils 9 km weit weg.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fremdenverkehr spielt zwar keine dominante Rolle, ist aber bedeutender als in den meisten Gemeinden der Umgebung. Ettiswil bietet dem Besucher einige gute Besuchsgelegenheiten. Das Schloss Wyher, der Naturlehrpfad Buchwald und das Stimmen Festival (bis 2004 Musikwochen Ettiswil) sind die drei grössten Magnete.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Wyher ist die grösste Sehenswürdigkeit der Gemeinde. Das 1304 erstmals erwähnte Schloss wechselte häufig den Besitzer, bis es 1588 vom «Schweizerkönig» Ludwig Pfyffer von Altishofen gekauft wurde. Es blieb bis 1837 im Besitz der Linie Pfyffer von Wyher, einer Nebenlinie der Pfyffer von Altishofen. Bis 1964, als ein Brand das Herrenhaus zerstörte, war es im Besitz der bürgerlichen Familie Hüsler. Der Erhalt des Schlosses überstieg allerdings die finanziellen Verhältnisse der Besitzer. Nach dem Brand erwarb der Kanton Luzern 1965 die Anlage. Die Aussenrenovation des Schlosses erfolgte 1981–1983, Innenrenovation und Wiederherstellung des Wassergrabens 1992–1996.

Die heutige im Barockstil erbaute Pfarrkirche Maria und Stefan wurde 1769–1771 von Jakob Purtschert nach den Plänen von Jakob Singer erbaut. Sie enthält eine sehenswerte Inneneinrichtung.

Die Sakramentskapelle wurde auf Anweisung des Rats von Luzern gebaut und am 6. August 1452 eingeweiht. Der Grund des Baus ist die Geschichte von einem Hostienraub. Die Kapelle enthält einen Bilderzyklus zu diesem Geschehen, dem Hostienraub von Ettiswil.

Seit 1980 ist der gesamte Ortskern unter Schutz. Ettiswil wird seiner vielen bedeutenden Gebäude wegen (etwas übertrieben) «Florenz der Luzerner Landschaft» genannt. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten gehören:

  • Das Pfarrhaus aus dem Jahr dem Jahr 1780
  • Das Beinhaus, welches 1684 geweiht wurde
  • die St.-Anna-Kapelle aus dem 16. Jahrhundert
  • die Ludwigskapelle beim Schloss Wyher, 1593 geweiht.

Museum Chlösterli[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Schloss Wyher existiert seit 1996 das Museum Chlösterli. Darin untergebracht ist die Sammlung Josef Zihlmann, welche vor allem aus religiöser Volkskunst aus dem Kanton Luzern besteht.

Naturlehrgebiet Buchwald[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ettiswiler Prof. Josef Steiner initiierte das Naturlehrgebiet Buchwald, welches 1971 eröffnet wurde. In einer ehemaligen Kiesgrube wurde eine Weiherlandschaft mit vielen amphibischen Bewohnern geschaffen.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kunst und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stimmen Festival Ettiswil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1974 ist Ettiswil Heimat der Musikwochen Ettiswil, welche 2004 in Stimmen Festival Ettiswil umbenannt wurden, weil an der Veranstaltung sehr viel (Chor-)Gesang präsent ist. Der Anlass findet meist im Juni statt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Kanton Luzern. Band V, S. 64–98. Basel, 1959.
  • E. Meyer/F. Strinimann/J. Brun-Hodel. Naturlehrgebiet Ettiswil. Ettiswil, 1979.
  • B. Bieri/A. Häfliger. Schloss Wyher. 2001

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017, abgerufen am 20. September 2017.
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  4. LUSTAT: Gemeindeprofil Ettiswil
  5. LUSTAT: Gemeindeprofil Ettiswil
  6. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 3. Juni 2016.