Grossdietwil

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Grossdietwil
Wappen von Grossdietwil
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern LU
Wahlkreis: Willisau
BFS-Nr.: 1131i1f3f4
Postleitzahl: 6146
Koordinaten: 633841 / 224650Koordinaten: 47° 10′ 19″ N, 7° 53′ 6″ O; CH1903: 633841 / 224650
Höhe: 570 m ü. M.
Fläche: 10,23 km²
Einwohner: 831 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 81 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
7,7 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.grossdietwil.ch
Bauernhäuser im Dorfzentrum von Grossdietwil

Bauernhäuser im Dorfzentrum von Grossdietwil

Karte
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Grossdietwil ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Willisau des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grossdietwil liegt an der Strasse Zell LU - St. Urban am rechten Ufer des (Gondiswiler-)Rotbachs. Dieser bildet die Westgrenze der Gemeinde und ist gleichzeitig Grenze zwischen den Kantonen Bern und Luzern. Nebst dem Dorf und Umgebung gehören noch zwei Exklaven zur Gemeinde. In der einen liegen die Weiler Eppenwil (3,1 km nördlich des Dorfs; 668 m ü. M.) und Erpolingen (3 km nordöstlich des Dorfs; 700 m ü. M.). Die zweite Exklave heisst Kället und liegt 3,1 km östlich der Hauptsiedlung auf 631 m ü. M. Ausserdem gibt es zahlreiche Häusergruppen und Gehöfte. Die Landschaft ist sehr hügelig und teilweise bewaldet. Dies machen auch die Höhenunterschiede innerhalb der Gemeinde sichtbar. Der niedrigste Punkt der Gemeinde ist Ängelgär im Nordwesten an der Grenze zu Altbüron auf 550 m ü. M. Dagegen liegt Ruegenstall im Südwesten des Orts auf 752 m ü. M. Durch das Dorf fliesst der Fischbach, welcher vom gleichnamigen Nachbarort herkommt. Dieser Bach mündet gleich beim nordwestlichen Dorfende von rechts in den Rotbach.

Da der grösste Teil des hügeligen Geländes gerodet wurde, sind ganze 72,2% des Gemeindegebiets landwirtschaftliche Nutzfläche. 22,0% des Gemeindeareals sind von Wald bedeckt. Nur 5,8% der gesamten Gemeinde sind Siedlungsfläche.

Grossdietwil grenzt im Kanton Luzern an die Gemeinden Altbüron, Ebersecken, Fischbach, Pfaffnau, Reiden, Roggliswil und Schötz. Im Kanton Bern liegen die Nachbargemeinden Gondiswil und Melchnau.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1798 681
1837 1'324
1910 875
1920 890
1930 806
1960 891
1980 740
1990 811
2000 808
2004 822

Von 1798-1837 verdoppelte sich die Einwohnerzahl (1798-1837: +94,4%). Danach sank sie durch Abwanderung in die Industriezentren bis 1910 um rund einen Drittel (1837–1910: -33,9%). Eine weitere Abwanderungswelle setzte zwischen 1920 und 1930 ein (-9,4%). Insgesamt verringerte sich die Zahl der Bewohner so in knapp 100 Jahren (1837–1930) um fast 40 %. Es folgte ein auf und ab (1930–1960: +10,5%; 1960–1980: -16,9%; 1980–1990: +9,6%). Das Jahr 1980 war das Jahr mit dem tiefsten Einwohnerstand. Seit 1990 stagnierte die Zahl der Bewohner.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 93,44% Deutsch, 4,21% Albanisch und 0,50% Portugiesisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher war die gesamte Bevölkerung Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Durch Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland hat sich dies geändert. Heute sieht die religiöse Situation wie folgt aus: Es gibt 81,68% römisch-katholische, 9,65% evangelisch-reformierte und 0,62% orthodoxe Christen. Daneben gibt es 4,21% Muslime und 1,36% Konfessionslose. Die Muslime sind Albaner aus dem Kosovo und Mazedonien (Stand 2000).

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2014 waren von den 838 Einwohnern 780 Schweizer und 58 (= 6,9 %) Ausländer.[3] Die Einwohnerschaft bestand aus 93,1 % Schweizer Staatsbürgern. Ende 2014 stammten die ausländischen Einwohner aus Deutschland (31,0 %), Serbien inklusive Kosovo (29,3 %), Italien (5,2 %) und Portugal (3,4 %). 29,3 % stammten aus dem übrigen Europa und 1,7 % waren aussereuropäischer Herkunft.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Ausgrabungen in den 1980er-Jahren kamen Fundamente eines römischen Gutshofes zum Vorschein. In einer weiteren Schicht über diesen Überresten entdeckten die Archäologen die Krypta einer karolingischen Kirche aus dem 9. Jahrhundert. Erste namentliche Erwähnung unter der Bezeichnung Toutewilare im Güterrodel des Klosters Engelberg (1184/1190). Die Gemeinde gehörte als Teil des Äusseren Amts Wolhusen zum Besitz der Freiherren von Wolhusen. Diese verkauften aus Geldnot um 1300 das gesamte Amt an die Habsburger. Nach der Schlacht bei Sempach im Jahr 1386 übten die Habsburger die Herrschaft nur noch auf dem Papier aus. Wirkliche Herrschaft war die Stadt Luzern, die am Pfingstmontag 1405 den Habsburgern den Besitz abkaufte. Bis 1798 blieb Grossdietwil Teil der Landvogtei Willisau. Danach gehörte es bis 1803 zum Distrikt Altishofen, seither zum damals neu geschaffenen Amt Willisau. Die Gemeinde hiess bis 1810 Dietwil. Weil es noch weitere Orte gleichen Namens in der Schweiz gab, änderte man damals den Namen. Die Exklaven Erpolingen und Eppenwil gehören erst seit 1819 zur Gemeinde.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus fünf Mitgliedern und ist wie folgt aufgestellt:

  • Dietmar Frei: Gemeindepräsident
  • Josef Müller: Gemeindeammann
  • Sibylle Wyss-Häfliger: Sozialvorsteherin
  • Karin Grob: Schulverwalterin
  • Kathrin Ledermann-Schafroth: Bauverwalterin

Kantonsratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen 2015 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Grossdietwil: CVP 47,4 %, SVP 28,5 %, FDP 17,7 %, SP 3,4 %, GPS 2,0 %, glp 1,0 %.[5]

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Grossdietwil: CVP 41,3 %, SVP 30,7 %, FDP 16,1 %, SP 4,3 %, Grüne 3,3 %, glp 3,2 %, BDP 0,7 %.[6]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist durch die Postautolinie Zell-Altbüron-St. Urban ins Netz des Öffentlichen Verkehrs eingebunden. In Zell besteht eine Bahnstation der Bahnlinie Luzern-Langenthal.

Grossdietwil liegt an der Strasse von Zell LU nach Altbüron Richtung St. Urban/Langenthal. Der nächstgelegene Autobahnanschluss ist Reiden an der A2 in 13 km Entfernung.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Grossdietwil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach StaatsangehGeschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  4. Gemeindeprofil Grossdietwil
  5. LUSTAT: Gemeindeprofil Grossdietwil
  6. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 3. Juni 2016.