xHamster

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xHamster
Logo2.svg
www.xhamster.com
Motto just porn, no bullshit
Beschreibung Seite mit pornografischem Inhalt
Registrierung optional
Sprachen deutsch, englisch, niederländisch, polnisch, französisch, italienisch, russisch, portugiesisch, japanisch, spanisch
Eigentümer Hammy Media Ltd[1]
Erschienen 2007
Status Online

xHamster ist eine Pornowebsite des zyprischen Unternehmens Hammy Media Ltd mit Hauptsitz in Limassol. Der Anbieter zeigt auf der Website kostenfrei pornografische Amateurvideos, Webcam-Models, pornografische Fotografie und Literatur, die von Nutzern eigens hochgeladen werden können. Nutzer können Profile anlegen, die an soziale Netzwerke erinnern. Die Website wurde 2007 gegründet. Im Rahmen von Kampagnen gegen Pornografie wurde sie regelmäßig von verschiedenen Regierungen im jeweiligen Land gesperrt.

Im Jahr 2017 verzeichnete die Website mehr als 10 Millionen Mitglieder. Im August 2018 belegte sie Platz 60 im Alexa-Ranking der meistbesuchten Internetseiten weltweit.[2] Im Ranking der von Deutschland aus meistbesuchten Websites belegte sie Platz 11.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Website wurde Anfang 2007 von einer Freundesgruppe ins Leben gerufen. Das Portal sollte dabei nach dem Vorbild von damals aktuellen Social-Media-Plattformen gestaltet werden. Laut eines Unternehmenssprechers ging es dem anonym gebliebenen Gründerkreis zunächst darum, eigene Vorlieben für erotische Chats, Bilder und Amateurvideos auszuleben und eine Möglichkeit zu schaffen, freundschaftliche und intime Kontakte herzustellen.[1][3] Mit bis zu 25 Millionen Nutzern pro Tag zählt xHamster nach XVideos und Pornhub zu den beliebtesten Pornowebsites weltweit.[1] 2016 lief die Castingshow The Sex Factor auf xHamster an. Im Reality-TV Format kämpfen die Wettbewerber darum, Pornostar zu werden.[4][5][6]

Inhalte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Website sind verschiedene pornografische Videos, Fotos und Texte verfügbar. Die Inhalte sind in Kategorien eingeteilt, die verschiedene sexuelle Präferenzen widerspiegeln.[7] Benutzer, die Dateien hochladen, können selbst aus den Kategorien wählen. „Amateur“ ist die beliebteste Kategorie und enthält 30 % aller Videos.[8] Beliebte homosexuelle Suchwörter sind „big cock“ und „bare back“.[9] Ein kostenpflichtiges Zusatzangebot stellen Livestreams mit engagierten Models dar. Die Models können über einen Chat mit den Zuschauern kommunizieren und von diesen Trinkgelder erhalten.[10] Aus Gründen der Anonymität akzeptiert xHamster Bitcoins als Zahlungsmittel.[11] Besucher können einen Nachtmodus wählen, der die Website in gedämmter Beleuchtung erscheinen lässt.[12]

Die Website weist Ähnlichkeiten zu Social-Networking-Plattformen auf. Benutzer haben ein Profil, das unter anderem ein Profilbild, das Geschlecht und die von Benutzer hochgeladenen Dateien enthält. Die Benutzer können andere Benutzer als Freunde annehmen sowie Bewertungen und Kommentare abgeben. Der Grad an Privatsphäre des eigenen Accounts kann individuell eingestellt werden. Es besteht die Möglichkeit, unerwünschte Anfragen zu blockieren und einen Identitätsnachweis zu erbringen, damit der Account vertrauenswürdiger erscheint.[13]

Planned Parenthood in den USA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2017 scheiterte ein Gesetzesvorhaben im US-Bundesstaat Utah, das eine Liberalisierung des Aufklärungsunterrichts zum Gegenstand hatte. Sexualunterricht besteht in Utah im Wesentlichen aus dem Verfechten von Abstinenz und sexueller Enthaltsamkeit. Als Reaktion hierauf erschien Besuchern aus Utah auf der Website automatisch ein Pop-up mit dem Angebot, die Aufklärungsserie The Box anzusehen.[14][15] Ein Verfechter des abgelehnten Gesetzes kritisierte, dass sexuelle Aufklärung immer mehr Pornowebseiten wie xHamster oder Pornhub überlassen werde.[16]

Nachdem Donald Trump im Februar 2017 die Finanzierung für Planned-Parenthood-Kliniken per Beschluss erschwerte, entschied sich der Anbieter, auf seiner Website über Planned Parenthood zu informieren und zu Spenden für die Organisation aufzurufen. Das Unternehmen unterstrich, welche Bedeutung reproduktive Rechte, Zugang zu Verhütungsmitteln, günstige Vorsorgeuntersuchungen sowie vorurteilsfreie Aufklärungsarbeit aus seiner Sicht für die kommerziellen und privaten Sexdarsteller hätten.[17]

Zensur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Website wird auf technischem Weg immer wieder von Regierungen einiger Länder blockiert. Im August 2015 ordnete die indische Regierung das Blockieren einiger Websites, darunter xHamster, an.[18][19] Ebenso ordnete ein regionales Gericht der russischen autonomen Republik Tatarstan die Sperrung der Website an.[20] 2017 veröffentlichte xHamster eine Statistik, die die Effektivität von Website-Blockaden in Frage stellt. So verzeichnete xHamster 125 Millionen Klicks aus Thailand und 95 Millionen Klicks aus der Türkei. In beiden Ländern ist xHamster gesperrt.[21]

Im Jahr 2017 kam es in einigen US-Bundesstaaten zu Bemühungen, bestimmte Netzinhalte, darunter pornografische Internetseiten, zu beschränken. Begründet wurde dies unter anderem mit dem Kampf gegen Menschenhandel. Die neuen Regelungen enthielten etwa die Verpflichtung von Herstellern, elektronische Geräte mit einem Inhaltsfilter auszustatten. Einige Menschenrechtsaktivisten bezeichneten die Einbeziehung von Pornowebsites in die Regelungen als Beschränkung der Meinungsfreiheit und Eingriff in die Privatsphäre.[21]

Eine weiterer, indirekter Aspekt der Internet-Zensur für pornografische Websites stellen Beschränkungen der Netzneutralität dar. Betreiber entsprechender Seiten äußerten die Befürchtung, dass Pornowebsites benachteiligt würden, wenn Netzneutralität nicht mehr gewährleistet sei. Auch wenn das Internet bewusst gedrosselt würde, hätte dies gerade für Internetportale gravierende Folgen, die hauptsächlich vom Hochladen des Materials eigener Nutzer lebten.[22]

Urheberrechtsverletzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2011 wurde der xHamster-Anbieter von der Fraserside Holdings, einem Produzenten pornografischer Videos und Tochtergesellschaft der Private Media Group, verklagt. Streitgegenstand war eine Urheberrechtsverletzung. xHamster wurde beschuldigt, pornografisches Material der Fraserside Holdings zum Streaming angeboten zu haben. Anhängig wurde der Fall vor einem Gericht in Iowa.[23] Der erkennende Richter wies die Klage allerdings wegen Unzuständigkeit zurück.[24] Das Gericht verwies auf die Tatsachen, dass xHamster eine Firma mit Sitz in Zypern sei und dass keinerlei Firmentätigkeit in Iowa stattfinde. Alle Server der Firma befänden sich im Übrigen außerhalb der Vereinigten Staaten.[25]

Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verschlüsselte Übertragung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 2017 führte der Anbieter als einer der ersten Pornowebsiteanbieter eine HTTPS-Verschlüsselung ein. Die Verschlüsselung soll ein höheres Maß an Privatsphäre, Schutz vor Malware-Programmen und Informationssicherheit gewährleisten.[26] Als einer der Gründe für die Verschlüsselung wurde angegeben, dass viele Besucher von xHamster aus Ländern stammten, in denen Pornografie illegal sei.[27]

Manipulierende Werbeeinblendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wissenschaftler Conrad Longmore fand im April 2013 heraus, dass die Werbung auf der Seite dazu diente, Malware auf den Rechnern der Nutzer ohne deren Erlaubnis zu installieren. Longmore erzählte der BBC, dass die zwei größten beliebten Seiten – Pornhub und xHamster – die größten Gefahren in diesem Bereich darstellen.[28][29] Tatsächlich kam es 2013 zu einem Angriff mit Schadprogrammen auf die Website. Im September 2015 war xHamster zusammen mit YouPorn und Pornhub erneut betroffen.[30][31] Benutzernamen, Mailadressen und Passwörter von 380000 Benutzern wurden gestohlen.[32] Die Betreiber von xHamster räumten ein, dass es aufgrund des Fehlverhaltens einer kooperierenden Werbeagentur in der Vergangenheit solche Probleme gegeben habe, mittlerweile aber entsprechende Schutzmaßnahmen implementiert worden seien.[33]

Weitere Geschäftsfelder des Anbieters[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 2016 brachte das Unternehmen ein eigenes Bier auf den Markt. Das belgische Craft-Bier hat einen Alkoholgehalt von 8,5 % und war innerhalb der ersten fünf Tage ausverkauft.[34]

In Kooperation mit dem niederländischen Erfinder Moos Neimeijer stellte das Unternehmen im Mai 2017 den Minimeyes vor, einen Bewegungsmelder, der mit Hilfe von Infrarotstrahlung den Raum überwacht und automatisch die offenen Fenster auf dem Computer schließt, wenn jemand eintritt.[35]

Im Juni 2017 entwickelte der Anbieter eine Sexpuppe mit dem Namen xHamsterina. Nach der Motivation für das Produkt befragt, sagte Unternehmenssprecher Alex Hawkins: „Unsere Nutzer lieben Pornovideos, aber die meisten von ihnen schauen sie alleine. Daher haben wir zusammen mit den Experten von iDoll die perfekte Begleitung für den modernen Mann erschaffen.“ Das Aussehen der Puppe sei den Vorlieben der Nutzer angepasst. [36]

Das Unternehmen produziert darüber hinaus auch eine pornografische Castingshow, The Sex Factor.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Ben Woods: The (almost) invisible men and women behind the world’s largest porn sites. In: thenextweb.com. 3. März 2016, abgerufen am 1. November 2017 (englisch).
  2. a b xhamster.com Traffic Statistics. In: alexa.com. 5. August 2018, archiviert vom Original am 7. August 2018; abgerufen am 7. August 2018 (englisch, Die Original-Seite wird laufend aktualisiert. Die Angaben im Artikel beruhen auf der archivierten Version.).
  3. About Us. In: www.xhamster.com. Abgerufen am 1. November 2017.
  4. Nina Golgowski: Duke porn star Belle Knox to host new X-rated reality show, ‘The Sex Factor’. In: nydailynews.com. 28. Mai 2014, abgerufen am 2. November 2017 (amerikanisches Englisch).
  5. Porn star Belle Knox to host racy reality show. In: foxnews.com. 30. Mai 2014, abgerufen am 9. November 2017 (amerikanisches Englisch).
  6. Michelle Arrousa: Duke Porn Star Belle Knox to Host The Sex Factor Reality Show. In: time.com. 8. April 2014, abgerufen am 3. Januar 2018 (amerikanisches Englisch).
  7. Lauren Rosewarne: Part-time Perverts: Sex, Pop Culture, and Kink Management. ABC-CLIO, 2011, ISBN 978-0-313-39157-6, S. 71.
  8. Antoine Mazières, Mathieu Trachman, Jean-Philippe Cointet, Baptiste Coulmont, Christophe Prieur: Deep tags: toward a quantitative analysis of online pornography. In: Porn Studies. 1, Nr. 1–2, S. 85. doi:10.1080/23268743.2014.888214.
  9. Ben Henry: Here's Everything You Need To Know About People's Gay Male Porn Preferences. Buzz Feed. Abgerufen am 1. November 2017.
  10. Rebecca Sullivan, Alan McKee: Pornography: Structures, Agency and Performance. John Wiley & Sons, 2015, ISBN 978-0-7456-9484-9, S. 77 (englisch, Vorschau auf Google Books).
  11. Evander Smart: xHamster Porn Site Helps You and Bitcoin “Rise a Little Bit”. Cryptocoins News. Abgerufen am 1. November 2017.
  12. Cassie Murdoch: xHamster's new 'night mode' will make falling asleep to porn easier than ever. Mashable. Abgerufen am 1. November 2017.
  13. Barbara Bakonyi (Juni 2012): Gender Ideologies on Adult Video-Sharing Websites. Erasmus University Rotterdam. Abgerufen am 1. November 2017.
  14. Olivia Solon: Utah rejects sex education bill, so porn site redirects to instructional videos. The Guardian. Abgerufen am 1. November 2017.
  15. Mett Baume: Porn Is Teaching Us How to Do Sex. VICE. Abgerufen am 1. November 2017.
  16. Glen Beeby: Comprehensive Sex Ed Bill Fails in Legislature. Good 4 Utah. Abgerufen am 1. November 2017.
  17. Kenneth Lovett: Porn site xHamster urges people to support Planned Parenthood after Trump signs bill targeting funding. New York Daily News. Abgerufen am 1. November 2017.
  18. Andrew Griffin: Porn block in India: hundreds of sexual websites banned, internet outraged. The Independent. Abgerufen am 1. November 2017.
  19. How blocked websites are trolling India’s porn ban. Live Mint. Abgerufen am 1. November 2017.
  20. Meduza reports: Century-old law cited in request to ban 136 porn sites from Republic of Tatarstan. The Guardian. Abgerufen am 1. November 2017.
  21. a b Aj Dellinger: Porn Ban: Free Speech Groups, Porn Sites Oppose Legislation To Block 'Obscene' Content. International Business Times. Abgerufen am 1. November 2017.
  22. Samantha Cole: Porn Companies Tell Us Why the End of Net Neutrality Will Make Porn Boring. Motherboard. Abgerufen am 2. November 2017.
  23. Tom Hymes: Private Media Group’s U.S. Subsidiary Sues xHamster. In: avn.com. 25. Mai 2011, abgerufen am 13. Oktober 2018 (englisch).
  24. Judgment CASE NO. C11-3025 MWB. Docketalarm. Abgerufen am 2. November 2017.
  25. MEMORANDUM OPINION AND ORDER REGARDING DEFENDANT HAMMY MEDIA, LTD.’S MOTION TO DISMISS. Docketalarm. Abgerufen am 2. November 2017.
  26. Yael Grauer: Porn Sites Should Be Using This Basic Security Feature. Motherboard. Abgerufen am 1. November 2017.
  27. Alex Hawkins: Who’s Watching You When You’re Watching Porn?. Huffington Post. Abgerufen am 1. November 2017.
  28. Steve Anderson (12. September 2014): Popular porn websites ‘host adverts with malware’. The Independent. Abgerufen am 1. November 2017.
  29. Dave Lee: Top porn sites 'pose growing malware risk' to users. In: bbc.com. 12. April 2013, abgerufen am 19. Juli 2017.
  30. Andrew Griffin (1.Oktober 2015): Pornhub and YouPorn sites hit by malware attacks, as porn sites look to become more secure. The Independent. Abgerufen am 1. November 2017.
  31. Robert Abel (28. September 2015): PornHub, YouPorn hit in malvertising campaign. SC Magazine. Abgerufen am 1. November 2017.
  32. Joseph Cox: Hackers Are Trading Hundreds of Thousands of xHamster Porn Account Details. Motherboard. Abgerufen am 1. November 2017.
  33. Pornhub und xHamster: „Wir sind sauber“. In: futurezone.at. 15. April 2013, abgerufen am 28. Juni 2017.
  34. Cat Wolinski: Craft Beer Gone Wild: Leading Porn Site Releases Its Own Fancy Beer. Men's Journal. Abgerufen am 1. November 2017.
  35. Cassie Murdoch: This handy device could keep you from getting busted watching porn. Mashable. Abgerufen am 1. November 2017.
  36. Cassie Murdoch: xHamster's new sex doll is based on what its biggest users want in a woman. Mashable. Abgerufen am 1. November 2017.