xHamster

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xHamster
Website-Logo
Seite mit pornografischem Inhalt
Sprachen deutsch, englisch, niederländisch, polnisch, französisch, italienisch, russisch, portugiesisch, japanisch, spanisch
Betreiber Hammy Media Ltd[1]
Registrierung optional
Online 2007 (aktuell Online)
https://www.xhamster.com/

xHamster ist eine Pornowebsite des zyprischen Unternehmens Hammy Media Ltd mit Hauptsitz in Limassol. Die 2007 gegründete Website zeigt kostenfrei pornografische Amateurvideos, Webcam-Models, pornografische Fotografie und Literatur. Nutzer können Profile anlegen und Inhalte hochladen. Im Rahmen von Kampagnen gegen Pornografie wurde sie mehrmals von Regierungen verschiedener Länder gesperrt. Im Jahr 2017 verzeichnete die Website mehr als 10 Millionen registrierte Benutzer.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Website wurde Anfang 2007 von einer Freundesgruppe ins Leben gerufen und dem Vorbild damals aktueller Social-Media-Plattformen nachempfunden. Laut eines Unternehmenssprechers ging es dem anonym gebliebenen Gründerkreis zunächst darum, eigene Vorlieben für erotische Chats, Bilder und Amateurvideos auszuleben und eine Möglichkeit zu schaffen, freundschaftliche und intime Kontakte herzustellen.[1] Mit bis zu 25 Millionen Nutzern pro Tag zählt xHamster nach XVideos und Pornhub zu den beliebtesten Pornowebsites weltweit.[1] 2016 lief die Castingshow The Sex Factor auf xHamster an. In diesem Reality-Format kämpfen die Wettbewerber darum, Pornostar zu werden.[2][3]

Im August 2018 hat xHamster einen „Porn for Women“-Wettbewerb eingerichtet, wobei 25.000 Dollar Preisgeld von Amateurfilmmachern sowie etabilierten Regisseuren zu gewinnen waren.[4] Laut der Website ist das Ziel der Kampagne, mehr Pornos verfügbar zu machen, die von Frauen gedreht wurden und von Frauen angesehen werden.[5][6] xHamster hat berichtet, dass etwa 30 Prozent ihrer Zuschauer (Tendenz steigend) Frauen seien, wogegen 90 Prozent der Inhalte der Website von und für Männer gemacht sind.[7] Seit dem 1. September 2018 können Amateurfilmer sowie professionelle Produzenten sich um Stipendien im Bereich von 500 bis 10.000 US-Dollar bewerben.[8] Die besten Clips werden von einer Jury aus Fans, Pornostars, Journalist/innen und xHamster-Mitarbeiter/innen ausgewählt. Die Filme werden kostenlos und ohne Zinsansprüche von xHamster zur Verfügung gestellt.[9]

Im August 2018 wurde Sex-Youtuberin Katja Krasavice von xHamster kontaktiert, nachdem sie zweimal auf Video beim Masturbieren während ihrer Teilnahme an Promi Big Brother zu sehen war. xHamster berichtete über einen steilen Anstieg der Suchanfragen nach Krasavice auf ihrer Website und lud sie letztlich erfolglos ein, einige Rollen in erotischen Filmen für die Website zu übernehmen.[10]

Als die US-Regierung von Dezember 2018 bis Januar 2019 aufgrund einer Haushaltskrise schloss, wurden fast 800.000 Bundesangestellte in Zwangsurlaub geschickt oder gezwungen, ohne Lohn zu arbeiten. Als Reaktion darauf bot xHamster allen betroffenen Regierungsangestellten freien Zugang zu den pornografischen Premium-Inhalten der Website an.[11]

Die Sexkolumnistin Mimi Erhardt schreibt, dass das Etikett „Romantikporno“, eine von Hunderten von Kategorien bei xHamster und anderen großen Pornoseiten, ungerechtfertigt ist und nennt das Etikett „eine Lüge“ und „eine Finte, um Filme aufzuwerten, die sonst niemand sehen will“. Laut Erhardt unterscheidet sich der Inhalt nicht wesentlich von Standard-Pornos, sondern setzt einige oberflächliche Berührungen oder andere Worte im Titel ein, um sich selbst als romantisch zu vermarkten.[12]

Auf der Grundlage einer Umfrage von xHamster unter 50.000 Befragten aus über 150 Ländern berichtete das Cosmopolitan Magazine im Mai 2019, dass "die ideale Traumfrau eine 25-jährige, 5'5", eurasische, bisexuelle Frau namens 'Shy Yume' ist." Die Website erstellte einen Instagram-Account mit dem Namen Shy Yume einschließlich Fotos eines Models, auf das die Beschreibung passt.[13]

Eine Untersuchung der amerikanisch-kanadischen Mediengruppe Vice zu den Pornospielen, die auf Pornowebsites beworben werden, ergab, dass die Mehrzahl der Spiele einfach und billig mit vorgefertigten Vorlagen zusammengesetzt waren und daher wahrscheinlich nicht für ernsthafte Spieler gedacht waren. In einem Gespräch mit Vice spekulierte Alex Hawkins, dass die meisten Spieler solcher Spiele männlich und jünger als 35 Jahre alt seien und wahrscheinlich mit anderen Arten von Pornos und Videospielen ab 18 (Ab-18) aufgewachsen seien.[14] Er bemerkte auch, dass beide Arten von Spielen den Spielern die Möglichkeit bieten, "sich vorzustellen, jemand anders zu sein." Obwohl sie billig hergestellt wurden, scheinen die Spieleseiten immer noch relativ beliebt zu sein, wobei der Entwickler Hooligapps berichtete, dass sie täglich 250.000 Besucher und 50 Millionen Nutzer aus mehr als 60 Ländern hatten, obwohl Vice diese Behauptung nicht überprüfen konnte, da die Seite weder ein Impressum noch Kontaktinformationen hatte. Vice fand heraus, dass viele Pornospiele durch eine Kombination aus Werbung, Abonnements und Käufen im Spiel finanziert werden.[14]

Im Anschluss an das Playboy-Fotoshooting des deutschen „It-GirlsLaura Müller bot xHamster Müller eine Million Dollar für die Teilnahme an einer „High-End“-Pornoproduktion.[15][16]

Inhalte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Website sind verschiedene pornografische Videos, Fotos und Texte verfügbar. Die Inhalte sind in Kategorien eingeteilt, die verschiedene sexuelle Präferenzen widerspiegeln.[17] Benutzer, die Dateien hochladen, können selbst aus den Kategorien wählen. „Amateur“ ist die beliebteste Kategorie und enthält 30 Prozent aller Videos.[18] Ein kostenpflichtiges Zusatzangebot stellen Livestreams mit Models dar. Die Models können über einen Chat mit den Zuschauern kommunizieren und von diesen Trinkgelder erhalten.[19] xHamster akzeptiert Bitcoins als Zahlungsmittel.[20] Besucher können einen Nachtmodus wählen, der die Website in gedimmter Beleuchtung erscheinen lässt.[21]

Benutzer haben ein Profil, das unter anderem ein Profilbild, das Geschlecht und die von Benutzer hochgeladenen Dateien enthält. Die Benutzer können andere Benutzer als Freunde annehmen sowie Bewertungen und Kommentare abgeben. Der Grad an Privatsphäre des eigenen Accounts kann individuell eingestellt werden. Es besteht die Möglichkeit, unerwünschte Anfragen zu blockieren und einen Identitätsnachweis zu erbringen, damit der Account vertrauenswürdiger erscheint.[22]

Seit zehn Jahren veröffentlicht die Website erotische Kurzgeschichten. In der Rubrik "Story" der deutschen Website findet man Tausende von Kurzgeschichten, die von Benutzern in deutscher Sprache geschrieben wurden. Einige Benutzer haben Hunderte von Geschichten veröffentlicht, wobei die beliebtesten Geschichten bis zu 300.000 Aufrufe haben. Die Themen reichen von Inzest- und Weltraumpornos bis hin zu Fantasien über den Ex-Tennisstar Steffi Graf.

Reichweite[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im August 2019 belegte xHamxster Platz 61 im Alexa-Ranking der meistbesuchten Internetseiten weltweit und Platz 13 im Deutschland-Ranking.[23]

Im Mai 2020 landete xHamster im Ranking des IT-Unternehmens SimilarWeb auf Platz 12 der meistbesuchten Websites in Deutschland und rangierte damit als beliebteste Porno-Website zwei Plätze vor dem Mitbewerber Pornhub.[24]

Planned Parenthood in den USA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2017 scheiterte ein Gesetzesvorhaben im US-Bundesstaat Utah, das eine Liberalisierung des Aufklärungsunterrichts zum Gegenstand hatte. Sexualunterricht besteht in Utah im Wesentlichen aus dem Verfechten von Abstinenz und sexueller Enthaltsamkeit. Als Reaktion hierauf erschien Besuchern aus Utah auf der Website automatisch ein Pop-up mit dem Angebot, die Aufklärungsserie The Box anzusehen.[25][26] Ein Verfechter des abgelehnten Gesetzes kritisierte, dass sexuelle Aufklärung immer mehr Pornowebseiten wie xHamster oder Pornhub überlassen werde.[27]

Nachdem Donald Trump im Februar 2017 die Finanzierung für Planned-Parenthood-Kliniken per Beschluss erschwerte, entschied sich der Anbieter, auf seiner Website über Planned Parenthood zu informieren und zu Spenden für die Organisation aufzurufen. Das Unternehmen unterstrich, welche Bedeutung reproduktive Rechte, Zugang zu Verhütungsmitteln, günstige Vorsorgeuntersuchungen sowie vorurteilsfreie Aufklärungsarbeit aus seiner Sicht für die kommerziellen und privaten Sexdarsteller hätten.

Zensur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Website wird auf technischem Weg immer wieder von Regierungen einiger Länder blockiert. Im August 2015 ordnete die indische Regierung das Blockieren einiger Websites, darunter xHamster, an.[28][29] Ebenso ordnete ein regionales Gericht der russischen autonomen Republik Tatarstan die Sperrung der Website an.[30] 2017 veröffentlichte xHamster eine Statistik, die die Effektivität von Website-Blockaden in Frage stellt. So verzeichnete xHamster 125 Millionen Klicks aus Thailand und 95 Millionen Klicks aus der Türkei. In beiden Ländern ist xHamster gesperrt.[31]

Im Jahr 2017 kam es in einigen US-Bundesstaaten zu Bemühungen, bestimmte Netzinhalte, darunter pornografische Internetseiten, zu beschränken. Begründet wurde dies unter anderem mit dem Kampf gegen Menschenhandel. Die neuen Regelungen enthielten etwa die Verpflichtung von Herstellern, elektronische Geräte mit einem Inhaltsfilter auszustatten. Einige Menschenrechtsaktivisten bezeichneten die Einbeziehung von Pornowebsites in die Regelungen als Beschränkung der Meinungsfreiheit und Eingriff in die Privatsphäre.[31]

Eine weiterer, indirekter Aspekt der Internet-Zensur für pornografische Websites stellen Beschränkungen der Netzneutralität dar. Betreiber entsprechender Seiten äußerten die Befürchtung, dass Pornowebsites benachteiligt würden, wenn Netzneutralität nicht mehr gewährleistet sei. Auch wenn das Internet bewusst gedrosselt würde, hätte dies gerade für Internetportale gravierende Folgen, die hauptsächlich vom Hochladen des Materials eigener Nutzer lebten.[32]

Im Rahmen eines Aprilscherzes kündigte xHamster 2019 die Eröffnung einer Coffeeshop-Kette namens xHamster with Cream an, mit Getränken für Erwachsene und ungefiltertem Gratis-WLAN. Der Streich wurde durch den in Starbucks-Lokalen eingesetzten WLAN-Filter für nicht jugendfreie Inhalte angespornt.[33]

Urheberrechtsverletzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2011 wurde der xHamster-Anbieter von der Fraserside Holdings, einem Produzenten pornografischer Videos und Tochtergesellschaft der Private Media Group, verklagt. Streitgegenstand war eine Urheberrechtsverletzung. xHamster wurde beschuldigt, pornografisches Material der Fraserside Holdings zum Streaming angeboten zu haben. Anhängig wurde der Fall vor einem Gericht in Iowa.[34] Der erkennende Richter wies die Klage wegen Unzuständigkeit zurück.[35] Das Gericht verwies auf die Tatsachen, dass xHamster eine Firma mit Sitz in Zypern sei und dass keinerlei Firmentätigkeit in Iowa stattfinde. Alle Server der Firma befänden sich im Übrigen außerhalb der Vereinigten Staaten.[36]

Ein Artikel, der die Legalität des Streamens pornographischer Inhalte auf xHamster diskutiert, konzentriert sich hauptsächlich auf die Frage des Urheberrechts. In Fällen, in denen der Inhalt von einem privaten Benutzer hochgeladen wird, kann der Betrachter nicht wissen, ob der Inhalt wirklich der Person gehört, die ihn hochgeladen hat, und befindet sich somit in einer "rechtlichen Grauzone." Der Artikel stellt zwar fest, dass das Streaming von Amateur-Inhalten grundsätzlich risikofrei ist, empfiehlt jedoch, nichts herunterzuladen, da es nicht möglich ist, festzustellen, ob der Inhalt urheberrechtlich geschützt ist oder nicht. Darüber hinaus wird in dem Artikel behauptet, dass es unwahrscheinlich ist, dass Sie eine Abmahnung für das Streaming auf xHamster erhalten.[37]

Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verschlüsselte Übertragung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 2017 führte der Anbieter als einer der ersten Pornowebsiteanbieter eine HTTPS-Verschlüsselung ein. Die Verschlüsselung soll ein höheres Maß an Privatsphäre, Schutz vor Malware-Programmen und Informationssicherheit gewährleisten.[38] Als einer der Gründe für die Verschlüsselung wurde angegeben, dass viele Besucher von xHamster aus Ländern stammten, in denen Pornografie illegal sei.[39]

Manipulierende Werbeeinblendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wissenschaftler Conrad Longmore fand im April 2013 heraus, dass die Werbung auf der Seite dazu diente, Malware auf den Rechnern der Nutzer ohne deren Erlaubnis zu installieren. Longmore schilderte der BBC, dass die zwei beliebtesten Seiten – Pornhub und xHamster – die größten Gefahren in diesem Bereich darstellen.[40][41] Tatsächlich kam es 2013 zu einem Angriff mit Schadprogrammen auf die Website. Im September 2015 war xHamster zusammen mit YouPorn und Pornhub erneut betroffen.[42][43] Benutzernamen, E-Mail-Adressen und Passwörter von 380.000 Accounts wurden gestohlen.[44] Die Betreiber von xHamster räumten ein, dass es aufgrund des Fehlverhaltens einer kooperierenden Werbeagentur in der Vergangenheit solche Probleme gegeben habe, woraufhin entsprechende Schutzmaßnahmen implementiert worden seien.[45]

Benutzer-Trends[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 2019 berichtete xHamster, dass der Suchbegriff Nummer eins am 19. September 2019, der international als "Talk Like a Pirate Day" bezeichnet wird, "Piraten" lautete. An zweiter Stelle stand "Pirates II: Stagnettis Rache", ein Pornofilm, der von den "Pirates of the Caribbean"-Filmen aus dem Jahr 2008 inspiriert wurde.[46]

In den Wochen vor dem Kinostart des US-amerikanischen Films Joker, der am 10. Oktober 2019 in die deutschen Kinos kam, meldete xHamster einen Anstieg der Suchanfragen nach dem Begriff "Joker" um 1309 Prozent.[47]

Ein statistischer Bericht, der von der Website veröffentlicht wurde, fand einen Rückgang bei der Suche nach Analsex und anderen Begriffen im Zusammenhang mit "hartem" Sex, wie "BDSM", "Crempie" und "Gangbang." In einem Gespräch mit bild.de führte Alex Hawkins den Rückgang auf den Rückgang der negativen Stigmatisierung von Analsex zurück, dem daher die Anziehungskraft eines Tabus fehlt.[48] Darüber hinaus verknüpfte Hawkins das wachsende Desinteresse an harter Pornographie mit einem breiteren Trend bei den Pornonutzern der Generation Z (geboren zwischen 1997 und 2012). Die Zunahme von Suchbegriffen wie "Polyamorie", "natürlich", "bisexuell" und "Trans-Porno" in den letzten Jahren spiegelt ein wachsendes Interesse an natürlich anmutenden Pornos wider, die mehr verschiedene Arten von Körpern und Szenarien umfassen als Pornos in der Vergangenheit.[48][49] Nutzer der Generation Z machen auch den größten Teil der Nutzer aus, die Live-Cam-Inhalte ansehen, während die jungen Millennials (geboren 1981–1996) und die Generation Z mehr für Pornos bezahlen als die Boomer-Generation. Der Wunsch nach einem natürlichen und "authentischen" Porno entspricht nach Hawkins' Meinung dem Wunsch nach Intimität, der zum Teil aus der Einsamkeit des Lebens in einer digitalen Welt geboren ist.[50]

In einem Interview mit dem US-Portal Mashable sprach Alex Hawkins, Mitarbeiter des Portals xHamster, über das überraschende Comeback der Pornoindustrie dank der Millennials, allgemein definiert als die Gruppe von Menschen, die zwischen Mitte der 1990er und Anfang der 2000er Jahre geboren wurden.[51] Hawkins erklärte, dass viele in der Pornoindustrie zwar befürchteten, dass die Millennials "der Tod der Industrie sein würden", weil sie kostenlose Streaming-Sites dem Bezahlen von Pornos vorziehen, dass sich dies in den letzten Jahren jedoch als nicht der Fall erwiesen habe.[51] Hawkins erklärte, dass mehr als die Hälfte der xHamster-Kunden, die für Premium-Zugang zum Portal bezahlen, Millenials seien. Außerdem stellen Millennials heute die größte zahlende Pornokonsumentenbasis dar und geben weit mehr aus als ältere Generationen, was Hawkins zu der Behauptung veranlasst, dass "die Millennials die Retter der Pornoindustrie sein könnten".

Jahresberichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 2018 veröffentlichte xHamster einen Trendbericht unter den Nutzern der Seite im mitteldeutschen Bundesland Thüringen für das Jahr 2017. Die Informationen umfassen die zehn beliebtesten Suchbegriffe, die zehn beliebtesten Pornokategorien sowie die Gesamtzahl der Nutzer (7,2 Millionen) und die Gesamtzahl der gesehenen Pornostunden (über 3 Millionen). Eine der Top-Suchanfragen unter den ThüringerInnen war Sarah Young, eine seit über 20 Jahren inaktive, britische Pornodarstellerin. 24 Prozent der Zuschauer aus Thüringen sind Frauen.[52]

Im Januar 2019 veröffentlichte die Website einen Trendbericht, in dem vorausgesagt wurde, dass der Prozentsatz der weiblichen Zuschauer im Jahr 2019 auf 30 Prozent steigen werde. Im Jahr 2018 verzeichnete die Kategorie Porno für Frauen einen Anstieg der Zuschauerzahlen um 300 Prozent, und in den USA ist diese Kategorie die am zweithäufigsten besuchte auf der Website. Der Bericht gibt auch an, dass die fünf häufigsten Suchbegriffe bei Frauen Spanking, Gay, Daddy Daughter, Pregnant und Mom sind, nennt Barcelona als Hauptstadt für erotische Filme und weist auf verschiedene Anti-Porno-Maßnahmen hin.[53] Der Bericht gab auch an, dass die häufigsten Suchbegriffe der Benutzer unabhängig vom Geschlecht "Teenager", "Oma", "Mama" und "Milf" waren.[54]

In einem Artikel im deutschen Nachrichtensender Bild, Buchautorin und Frankfurter Sexcoach Christine Janson argumentiert, dass die Häufigkeit von Begriffen, die sich auf Mütter beziehen, auf die erotischen Fantasien junger Jungen und Männer von älteren Frauen im Allgemeinen zurückzuführen ist.[55] Darüber hinaus behauptet Janson, dass viele Männer das Wort „Mom“ mit einer als begehrenswert empfundenen Körperform assoziieren: „einem fülligeren Körper und schweren Brüsten“.[56]

Ein zusammenfassender Bericht von Cosmopolitan über Pornotrends 2020 fand heraus, dass immer mehr Zuschauer weiblich sind und mehr Pornos am Telefon angeschaut werden. xHamster berichtete, dass der weltweit beliebteste Suchbegriff auf seiner Website "Mama" ist, und stellte fest, dass 28 Prozent des weltweiten Publikums weiblich sind. Weitere beliebte Suchbegriffe sind "japanische Mutter" und "Stiefmütterlicher Sohn".[57]

In einem Trendbericht für das Jahr 2020 berichtete xHamster, dass sein Anteil an weiblichen Zuschauern zunimmt und etwa ein Drittel der Gesamtnutzer ausmacht.[49][58] Popularität gewann der Begriff "Hotwifing", definiert als "stolze Präsentation offener Beziehungen, bei der der Mann durch das Vergnügen seiner Frau erregt wird."[49] Auch Natürlichkeit und Vielfalt scheinen geschätzt zu werden, wobei die Suche nach Amateurpornos und Begriffen wie Polyamory und Transporn zunimmt. In einem Gespräch mit Focus.de identifizierte Walter Hasenclever, der Sprecher der Erotikmesse Venus, xHamster als eine Seite, die die sich wandelnden Richtungen des Pornos widerspiegelt, indem sie den Nutzern erlaubt, eigene Inhalte hochzuladen und so einen Platz für Amateur-Inhalte bietet, die den sich wandelnden Wünschen der Nutzer entsprechen.[59]

Ein Anfang 2020 von xHamster veröffentlichter Statistikbericht 2019 ergab, dass Badem-Würtemburg und Stuttgart mit 24 Prozent den höchsten Anteil an weiblichen Nutzern in ganz Deutschland aufweisen.[60] Der Anteil weiblicher Pornokonsumenten nimmt im Südwesten Deutschlands am stärksten zu, mit einem Anstieg von sechs Prozent von 2018 bis 2019. Bayern und Berlin weisen mit knapp über 20 Prozent die nächsthöchsten Anteile weiblicher xHamster-Nutzer auf, gefolgt von Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Porno-Nutzer im Allgemeinen, ohne Rücksicht auf das Geschlecht, nehmen in Berlin und Thüringen am schnellsten zu.

Corona-Virus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als sich die COVID-19-Pandemie ausbreitete, tauchten Anfang März 2020 auf xHamster und anderen Streaming-Sites Pornos mit dem Coronavirus auf.[61]

Der Sprecher von xHamster, Walter Hasenclever, bemerkte, dass während der Coronavirus-Krise ein Anstieg der Besucherzahlen zu erwarten sei, ein Effekt, der jedoch durch Familien, die während der Quarantäne auf engstem Raum leben, gedämpft werden könne.[62] Der Anstieg der Pornobesucherzahlen in Deutschland wurde von der Münchner Sexual- und Paartherapeutin Heike Melzer erörtert, die feststellte, dass einige ihrer Kunden ihren Pornokonsum während der Corona-Pandemie reduzieren wollten, während andere ihren Konsum erhöhen, um sich von der Angst vor Arbeitslosigkeit und der Ansteckung mit dem Virus zu betäuben oder abzulenken.[63][64][65]

Weitere Geschäftsfelder des Anbieters[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 2016 brachte das Unternehmen ein eigenes Bier auf den Markt. Das belgische Craft-Bier hat einen Alkoholgehalt von 8,5 % und war innerhalb der ersten fünf Tage ausverkauft.[66]

In Kooperation mit dem niederländischen Erfinder Moos Neimeijer stellte das Unternehmen im Mai 2017 den Minimeyes vor, einen Bewegungsmelder, der mit Hilfe von Infrarotstrahlung den Raum überwacht und automatisch die offenen Fenster auf dem Computer schließt, wenn jemand eintritt.[67]

Im Juni 2017 entwickelte der Anbieter eine Sexpuppe mit dem Namen xHamsterina. Nach der Motivation für das Produkt befragt, sagte Unternehmenssprecher Alex Hawkins: „Unsere Nutzer lieben Pornovideos, aber die meisten von ihnen schauen sie alleine. Daher haben wir zusammen mit den Experten von iDoll die perfekte Begleitung für den modernen Mann erschaffen.“ Das Aussehen der Puppe sei den Vorlieben der Nutzer angepasst.[68]

Das Unternehmen produziert darüber hinaus eine pornografische Castingshow, The Sex Factor.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Ben Woods: The (almost) invisible men and women behind the world’s largest porn sites. In: thenextweb.com. 3. März 2016, abgerufen am 1. November 2017 (englisch).
  2. Porn star Belle Knox to host racy reality show. In: foxnews.com. 30. Mai 2014, abgerufen am 5. Mai 2020 (englisch).
  3. Michelle Arrousa: Duke Porn Star Belle Knox to Host The Sex Factor Reality Show. In: time.com. 8. April 2014, abgerufen am 3. Januar 2018 (amerikanisches Englisch).
  4. Pornoseite Investiert in Frauenpower. In: bild.de. Axel-Springer, 29. August 2018, abgerufen am 19. April 2020.
  5. Erotik-Plattform startet "Porn for Women"-Wettbewerb. In: at.fem.com. fem Media GmbH, 28. August 2018, abgerufen am 19. April 2020.
  6. Martyna Rieck: xHamster startet einen „Porn for Women“-Wettbewerb & jede*r kann mitmachen. In: refinery29.com. VICE Media Group, 17. August 2019, abgerufen am 19. April 2020.
  7. Pornoseite investiert in Frauenpower. In: bild.de. Axel-Springer, 29. August 2018, abgerufen am 19. April 2020.
  8. Erotik-Plattform startet "Porn for Women"-Wettbewerb. fem Media GmbH, 28. August 2018, abgerufen am 19. April 2020.
  9. Claire Lampen: xHamster Launches 'Porn For Women' Fund To Help Woman-Identifying Filmmakers Get You Off. Bustle Digital Group, 16. August 2018, abgerufen am 19. April 2020 (englisch).
  10. Nach Solo-Sex bei „Promi Big Brother“: Jetzt hat eine große Porno-Seite Pläne mit Katja. In: focus.de. 30. August 2018, abgerufen am 12. Juni 2020: „Die User der Erotik-Plattform xHamster wünschen sich mehr von Katja Krasavice. Die Suchanfragen zeigen in den letzten Tagen steil nach oben.“
  11. Folgen des US-Haushaltsstreits: Staatsbeamte bekommen jetzt Gratis-Pornos. Pressemeldung von xHamster. In: news.de. 23. Januar 2019, abgerufen am 8. Juni 2020: „Die Regierungsangestellten müssen sich derzeit genug Sorgen um Geld für Miete und Essen machen, da sollen sie nicht auch noch für erotische Inhalte bezahlen.“
  12. Mimi Erhardt: Romantische Pornos? Das ist eine Lüge! In: gq-magazin.de. 27. März 2019, abgerufen am 10. Juli 2020.
  13. Männer haben gewählt – So sieht für 50.000 Männer die perfekte Frau aus. In: gala.de. 17. Juli 2019, abgerufen am 16. Juli 2020 (Video; 1:02 Minuten).
  14. a b Was steckt hinter den Games, die auf Pornoseiten beworben werden? In: vice.com. 26. August 2019, abgerufen am 30. Juli 2020.
  15. Porno-Angebot an Laura Müller: „Internationaler Durchbruch garantiert“. In: rtl.de. 11. Januar 2020, abgerufen am 8. Juli 2020.
  16. Laura Müller: Dreht sie als Nächstes einen Porno? In: brigitte.de. 9. Januar 2020, abgerufen am 8. Juli 2020.
  17. Lauren Rosewarne: Part-time Perverts: Sex, Pop Culture, and Kink Management. ABC-CLIO, 2011, ISBN 978-0-313-39157-6, S. 71.
  18. Antoine Mazières, Mathieu Trachman, Jean-Philippe Cointet, Baptiste Coulmont, Christophe Prieur: Deep tags: toward a quantitative analysis of online pornography. In: Porn Studies. Band 1, Nr. 1–2, 2014, S. 85, doi:10.1080/23268743.2014.888214 (englisch).
  19. Rebecca Sullivan, Alan McKee: Pornography: Structures, Agency and Performance. John Wiley & Sons, 2015, ISBN 978-0-7456-9484-9, S. 77 (englisch, Vorschau auf Google Books).
  20. Evander Smart: xHamster Porn Site Helps You and Bitcoin “Rise a Little Bit”. Cryptocoins News. Abgerufen am 1. November 2017.
  21. Cassie Murdoch: xHamster's new 'night mode' will make falling asleep to porn easier than ever. Mashable. Abgerufen am 1. November 2017.
  22. Barbara Bakonyi (Juni 2012): Gender Ideologies on Adult Video-Sharing Websites. Erasmus University Rotterdam. Abgerufen am 1. November 2017.
  23. xhamster.com Traffic Statistics. (Nicht mehr online verfügbar.) In: alexa.com. 8. August 2019, archiviert vom Original am 8. August 2019; abgerufen am 8. August 2019 (englisch, Die Original-Seite wird laufend aktualisiert. Die Angaben im Artikel beruhen auf der archivierten Version.).
  24. Top Websites Ranking – Top sites ranking for all categories in Germany. (Nicht mehr online verfügbar.) In: similarweb.com. 1. Mai 2020, archiviert vom Original am 10. Juni 2020; abgerufen am 8. Juni 2020 (englisch, Die Original-Seite wird laufend aktualisiert. Die Angaben im Artikel beruhen auf der archivierten Version.).
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  26. Mett Baume: Porn Is Teaching Us How to Do Sex. VICE. Abgerufen am 1. November 2017.
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  30. Meduza reports: Century-old law cited in request to ban 136 porn sites from Republic of Tatarstan. The Guardian. Abgerufen am 1. November 2017.
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  33. Daniela Leistikow: Aprilscherze 2019: Darüber lacht das Netz. In: computerbild.de. 14. September 2020, abgerufen am 8. Juli 2020.
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  48. a b Keiner sucht mehr nach Analsex: Werden Pornos jetzt softer? Abgerufen am 8. Juli 2020: „Eine Praktik wie Analsex war über Jahrzehnte hinweg ein großes Tabu, nicht viele haben es getan. Deshalb hatte er den Reiz des Verbotenen. Mittlerweile gehört es aber praktisch zum guten Ton für Darsteller, Analsex vor der Kamera zu praktizieren. Da Szenen mit Analsex immer und überall verfügbar sind, ist es längst nichts Besonderes mehr.“
  49. a b c FOCUS Online: Auf dem Erotikmarkt zeichnen sich gerade besonders drei Trends ab. Abgerufen am 8. Juli 2020.
  50. Keiner sucht mehr nach Analsex: Werden Pornos jetzt softer? Abgerufen am 8. Juli 2020: „„In unserer digitalisierten Welt gibt es viele einsame Menschen, die sich eine Partnerschaft wünschen. Virtuell über Pornos oder mit Apps wie Tinder ist der nächste Höhepunkt nur einen Klick entfernt. Was aber fehlt, ist eine emotionale Verbindung“, sagt Hawkins. „Gerade bei den jüngeren Usern sind Webcam-Shows beliebt, denn hier haben sie Kontakt zu echten Menschen und teilen echte erotische Erfahrungen miteinander,“sagt Hawkins.“
  51. a b Millennials richteten die Porno-Branche zugrunde. Nun könnten sie sie retten. 17. Februar 2020, abgerufen am 8. Juli 2020.
  52. Michael Frömmert: Enthüllt: Auf welche Pornos die Thüringer stehen. 31. Dezember 2018, abgerufen am 8. Juni 2020.
  53. Porno Trends 2019: Welche Pornos schauen wir in Zukunft? Abgerufen am 8. Juni 2020.
  54. Porno mit „Milf“ und „Mom“: Warum suchen Männer nach Sex mit Müttern? Abgerufen am 8. Juli 2020.
  55. Porno mit „Milf“ und „Mom“: Warum suchen Männer nach Sex mit Müttern? Abgerufen am 8. Juli 2020: „Wenn Jungs zum Teenager werden, haben sie häufig geheime erotische Fantasien, in denen die Mütter ihrer Freunde vorkommen oder auch Lehrerinnen. Meistens seien diese Frauen in einem Alter, in dem sie sexuelle Erfahrung ausstrahlen. Mit der eigenen Mutter hätte das in der Regel nichts zu tun.“
  56. Porno mit „Milf“ und „Mom“: Warum suchen Männer nach Sex mit Müttern? Abgerufen am 8. Juli 2020: „Damit verbinden Männer eine reife und sinnliche Sexualität, die oft auch mit einem fülligeren Körper und schweren Brüsten verbunden ist.“
  57. Pornotrends 2020: Was dieses Jahr auf uns zukommt. Abgerufen am 8. Juli 2020.
  58. Wie Trends in der Porno-Branche Konsumenten verändern. Abgerufen am 8. Juli 2020.
  59. FOCUS Online: Auf dem Erotikmarkt zeichnen sich gerade besonders drei Trends ab. Abgerufen am 8. Juli 2020: „"Erotikfilme für Frauen werden immer stärker, und es gibt immer mehr Anbieter auf dem Markt. Bei Portalen wie xHamster laden immer mehr User entsprechenden eigenen Content hoch, der genau diese Wünsche widerspiegelt."“
  60. Stuttgarter Zeitung, Stuttgart Germany: Xhamster-Statistik für Baden-Württemberg: Immer mehr Stuttgarterinnen entdecken Pornos für sich. Abgerufen am 8. Juli 2020.
  61. Coronavirus: Natürlich gibt es auch Pornos. Abgerufen am 8. Juli 2020.
  62. Schwieriges Geschäft mit der Liebe in Zeiten von Corona | Foto: Daniel Karmann (dpa). 18. März 2020, abgerufen am 8. Juli 2020: „«Wir erwarten definitiv auch weiterhin mehr Zugriffe, je länger diese Ausnahmesituation anhält», sagte Sprecher Walter Hasenclever. «Man muss aber auch bedenken, dass Personen, die mit ihren Familien in Quarantäne sind, nicht mehr die Möglichkeit haben, online zu gehen, wann immer sie möchten.»“
  63. Sexualtherapeutin: Corona verändert Umgang mit Sex. Abgerufen am 8. Juli 2020: „"Die Zugriffsraten bei Seiten wie Pornhub oder xHamster sind seit der Quarantäne rasant gestiegen", so Melzer.“
  64. FOCUS Online: Sexualtherapeutin erklärt: Corona verändert den Umgang mit Sex. Abgerufen am 8. Juli 2020.
  65. Expertin verrät: So verändert Corona unser Sexualverhalten. Abgerufen am 8. Juli 2020.
  66. Cat Wolinski: Craft Beer Gone Wild: Leading Porn Site Releases Its Own Fancy Beer. (Nicht mehr online verfügbar.) In: mensjournal.com. 29. November 2016, archiviert vom Original am 30. November 2016; abgerufen am 14. Januar 2019 (englisch).
  67. Cassie Murdoch: This handy device could keep you from getting busted watching porn. Mashable. Abgerufen am 1. November 2017.
  68. Cassie Murcoch: xHamster’s new sex doll is based on what its biggest users want in a woman. In: Mashable. 28. Juni 2017, abgerufen am 29. Oktober 2019 (englisch).