1. Nassauisches Infanterie-Regiment Nr. 87

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
1. Nassauisches Infanterie-Regiment Nr. 87
Aktiv 14. März 1809
Land Preußen
Truppengattung Infanterie
Unterstellung XVIII. Armee-Korps
Historische Stationierungsorte Mainz
Nassau. Herzoglich Nassau'sche Truppen. Artillerie. Infanterie. 1862-1866

Das 1. Nassauische Infanterie-Regiment Nr. 87 war ein Infanterie-Regiment der Preußischen Armee.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Bis 1866

Vorläufer war das 1. Nassauische Infanterie-Regiment. Der Wunsch Napoleons nach mehr Soldaten führte am 14. März 1809 zur Bildung des Regiments aus dem 1. Nassauischen Bataillon (Leibbataillon) und dem 4. Nassauischen Bataillon (Musketierbataillon). Jedes Bataillon bestand danach aus je einer Grenadierkompanie, vier Füsilierkompanien und eine Voltigeurkompanie. Grundlage der Dienstgradabzeichen und Ausbildung war das österreichische Reglement. Ab 1809 führte man französische Vorschriften und Dienstgradabzeichen ein. Kommandeur war Oberst von Pöllnitz.

[Bearbeiten] Ab 1866

Nach der Annexion Nassaus durch Preußen wurde die nassauische Armee aufgelöst und das verbliebene Personal am 30. Oktober 1866 als Infanterie-Regiment 87 in die Preußische Armee übernommen.

[Bearbeiten] Verbandszugehörigkeit 1914

XVIII. Armeekorps Frankfurt am Main
21. Division Frankfurt am Main
41. Infanterie-Brigade (Mainz) - bestehend aus den Einheiten:
1. Nassauisches Infanterie-Regiment Nr. 87
2. Nassauisches Infanterie Regiment Nr. 88 (Hanau / Hutier-Kaserne)

[Bearbeiten] Gefechtskalender

Koalitionskriege

  • 1809: Bei der Besetzung von Wien war das Regiment nicht in Kampfhandlungen verwickelt und stellte lediglich einen Teil der Besatzungstruppen.
  • 1810–1813: Kämpfe auf französischer Seite in Spanien. Das Einsatzgebiet des Regiments lag abseits der großen Schlachten in Katalonien. Hohe Verluste gab es bei der Besetzung von Manresa vom 19. März bis 6. April 1810. Nach dem Austritt Nassaus aus dem Rheinbund Ende 1813 waren die Nassauischen Truppen plötzlich Gegner der Franzosen. Diese nahmen das Regiment noch in Spanien gefangen.
  • 1815: Teilnahme an der Schlacht bei Waterloo. Obwohl das Regiment in zweiter Linie in der Mitte der Schlachtordnung stand, erlitt es durch feindliches Artilleriefeuer und später durch Kavallerieattacken hohe Verluste. Zwei seiner Kompanien verstärkten die Verteidigung des Gutshofs La Haye Sainte.

Deutscher Krieg

  • 1866 kämpfte das Regiment im Mainfeldzug auf Seiten der süddeutschen Armeen und Österreichs gegen Preußen.

Deutsch-Französischer Krieg

Erster Weltkrieg

Im Ersten Weltkrieg war das Regiment wie folgt eingesetzt: (bisher vorliegende Erkenntnisse)

  • 1914 Kämpfe bei Longlier und Teilnahme an der Schlacht bei Neufchateau am 22. August
  • Während der Schlacht um Verdun 1916 konnten laut Reichsarchiv folgende Standorte des Regiments oder seiner Teileinheiten nachgewiesen werden:
25. Februar das II. Bataillon an der Mormont Ferme
27. Februar im Fosses Wald
28. Februar das II. Bataillon am Dorf Douaumont
4. März das I.und III. Bataillon und die 8. Kompanie in der Minzenschlucht unterhalb Dorf Douaumont
6. April im Kugel Graben
15. April die 11. Kompanie am Kussel Eck, die 7. Kompanie im Mittel Graben
16. Dezember 1916 Zweiter Einsatz an der Front vor Verdun nordwestlich Bezonvaux
  • 1917 Kämpfe an der Ostfront (Sommer 1917)
  • 1917 Abwehrkämpfe bei Amiens/Frankreich (Herbst)
  • 1918 Abwehrkämpfe an der Schelde


Auflösung

Da Mainz in der entmilitarisierten Zone lag stand dieser Standort nach Kriegsende nicht mehr zur Verfügung und man musste auf die andere Rheinseite ausweichen. 1. Mai 1919 wurde das Regiment in Bad Orb aufgelöst. Traditionsträger wurde die 14. Kompanie des am 1. Januar 1921 in Kassel aufgestellten 15. Infanterie-Regiments der Reichswehr.

[Bearbeiten] Standorte

Eisgrub-Kaserne in Mainz
  • 1866: Festung Mainz
  • 1893–97: Hanau
  • 1914: Mainz - Defensionskaserne an der Eisgrube (bzw. Eisgrub-Kaserne)

[Bearbeiten] Kommandeure

1866: von Grolmann
1871: Berger
1872: von Westernhagen
1874: Gr. von Herzberg
1880: von Sothen
1885: Frhr. von Boenigk

1886: von Weltzien
1889: von Lessing
1891: von Klingspor
1895: Becker
1898: Voelcker
1901: Strauß

[Bearbeiten] Abtretungen

Durch das Gesetz zur Heeresvermehrung vom 28. Januar 1896 wurden 33 neue Infanterie-Regimenter aufgestellt. Diese sollten aus den IV. Bataillonen der alten Regimenter gebildet werden. Die neuen Regimenter wurden zunächst zu zwei Bataillonen aufgestellt. Ein Bataillon des Infanterie-Regiment Nr. 166 wurde u. a. aus dem IV. Bataillon des 1. Nassauisches Infanterie-Regiment Nr. 87 zusammengestellt.

Zur Aufstellung anderer Einheiten mussten abgegeben werden[1]:

  • am 1. April 1881 - die 10. Komp. an das Infanterie Regiment Nr. 97
  • am 1. Oktober 1887 - die 4. Komp. an das Infanterie Regiment Nr. 143
  • am 1. April 1890 - die 5. Komp. an das Infanterie Regiment Nr. 145
  • am 1. Oktober 1912 - die 4. Komp. an das Infanterie Regiment Nr. 166

[Bearbeiten] Denkmal

Der Mainzer Architekt Rudolf Schreiner errichtete 1930 gemeinsam mit dem Bildhauer Peter Dienstdorf ein 7,20 m hohes Denkmal an der Spitzkehre zwischen Windmühlenstraße und Eisgrubweg in Mainz. Die Inschriften verweisen auf die Einsätze[2]:

[Bearbeiten] Literatur

  • Otto von Pivka: Armeen und Waffen – Band 2, Napoleons Verbündete in Deutschland, Bonn 1979, ISBN 3-8033-0285-4
  • Guntram Müller-Schellenberg: Das nassauische Militär in napoleonischer Zeit, Schellenberg’sche Verlagsbuchhandlung, ISBN 978-3-922027-79-9
  • Peter Wacker: Das herzoglich-nassauische Militär 1813–1866, Schellenberg’sche Verlagsbuchhandlung, ISBN 3-922027-85-7
  • Walter Rosenwald: Die Herzoglich-Nassauische Brigade im Feldzug 1866, Schellenberg’sche Verlagsbuchhandlung, ISBN 3-922027-98-9
  • G. Voigt: Deutschlands Heere bis 1918 Band 3, Biblio Verlag, Osnabrück 1982, ISBN 3-7648-1199-4
  • Regimentsgeschichte – Offizierbund (Hrsg.): Das Königlich Preußische Infanterie-Regiment (1. Nassauisches) Nr. 87 im Weltkriege 1914–1918., Graph. Kunstanstalt Gebr. Breuer, Koblenz 1931

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. G. Voigt: Deutschlands Heere bis 1918 Band 3, Biblio Verlag, Osnabrück 1982, (S. 333)
  2. Stefan Dumont: Windmühlenberg - 87er Denkmal auf: festung-mainz.de
Meine Werkzeuge
Namensräume

Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge