Infanterie-Regiment „Lübeck“ (3. Hanseatisches) Nr. 162

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Infanterie-Regiment „Lübeck“ (3. Hanseatisches) Nr. 162
Aktiv 1897 bis 1919
Land Stadtwappen Freie und Hansestadt Lübeck
Streitkräfte Deutsches Heer
Teilstreitkraft Heer
Truppengattung Infanterie
Typ Infanterie-Regiment
Grobgliederung siehe Gliederung
Unterstellung siehe Unterstellungen
Stationierungsort siehe Garnison
Marsch Preußen-Marsch (AM II,24)
Pariser Einzugsmarsch
Hohenfriedberger Marsch
Torgauer Marsch
Leitung
Kommandeure siehe Kommandeure
Übersichtskarte der Deutschen Westfront

Das Infanterie-Regiment Lübeck (3. Hanseatisches) Nr. 162 war ein junges Regiment[A 1] der preußischen Armee im Rahmen des deutschen Heeres. Während des Ersten Weltkriegs kämpfte es an der Westfront. Hier bestand seine Feuertaufe in der Schlacht von Noyon. In der Einschätzung des Gegners galt es bald als Eliteregiment.

Organisation[Bearbeiten]

Hanseatische Besonderheiten[Bearbeiten]

Zur Erinnerung an unsere Dienstzeit 1902–1904!

Da die Hansestädte Bremen, Hamburg und Lübeck Probleme mit der Stellung von genügend Wehrpflichtigen hatten, wurden keine Begrenzungen bei Einjährigen gemacht und die Reservepflicht für überseeische Wehrdienstpflichtige ausgesetzt.

Im Jahre 1867 wurde durch eine Militärkonvention die Militärhoheit der norddeutschen Stadtstaaten auf das Königreich Preußen übertragen.

Gemäß § 9 dieser Konvention wurden die Militärpflichtigen mit Lübecker Staatsangehörigkeit zu dem in Lübeck stationierten Regiment einberufen, sofern sie nicht den Wunsch äußerten, anderweitig eingesetzt zu werden. Untauglichkeit zum Infanteriedienst konnte zur Einberufung in eine andere Waffengattung wie Kavallerie, Artillerie, Train, usw. der königlich preußischen Armee führen.

Der Landwehrbezirk Lübeck bildete sich aus dem Staate Lübeck und dem Kreise Herzogtum Lauenburg.

Unterstellungen[Bearbeiten]

Vorabend des Ersten Weltkriegs[Bearbeiten]

Kriegsgliederung

Mobilmachung[Bearbeiten]

Kriegsgliederung vom 28. März 1918[Bearbeiten]

  • Armee-Korps: IX. Reserve-Korps (Altona)
    • Division: 17. Reserve-Division (Schwerin)
      • Brigade: 81. Infanterie-Brigade (Lübeck)
        • Infanterie-Regiment „Lübeck“ (3. Hanseatisches) Nr. 162
        • Schleswig-Holsteinisches Infanterie-Regiment Nr. 163 (Neumünster)
        • Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 76 (Hamburg)[1]
        • 1. Eskadron/Reserve-Husaren-Regiment Nr. 6

Während des Ersten Weltkriegs[Bearbeiten]

Das Regiment Lübeck in der 17. Reserve-Division gehörte zu Beginn des Ersten Weltkrieges zur 1. Armee. Ende September 1915 wechselte das XI. Res. Korps von der 1. Armee zur 6. Armee (Kronprinzen Rupprecht) und wurde im Juli 1916 wieder der 1. Armee unter General von Below, die zur Armeegruppe Gallwitz gehörte, unterstellt. Nach der Schlacht an der Somme trat es im Oktober 1916 zur 4. Armee unter Herzog Albrecht von Württemberg. Nach der Frühlingsschlacht von Arras kam das Regiment zur Gruppe Arras innerhalb der 6. Armee. Am 14. November wurde die 17. Reserve-Division der Gruppe Wytschaete in der 4. Armee unterstellt. Während der Ypernschlacht unterstand die Division dem XVIII. Reserve-Korps unter General Sieger. Ab Juni 1918, Matz-Offensive, kämpfte die Division im I. Reserve-Korps[A 2] der 18. Armee unter General v. Hutier. Im September 1918 kam das Regiment wieder zur 2. Armee als Heeresgruppenreseve der Gruppe Combres und dann der Gruppe Mihiel. Ende September war es zwei Wochen Heeresgruppenreserve der Gruppe Maas-West, bevor es zurück zur 2. Armee kam, aus der es am 25. Oktober 1918 entlassen wurde.

Gliederung[Bearbeiten]

Unterstellte Truppenteile[Bearbeiten]

Familienhaus
  • Die im März 1909 befohlene Aufstellung einer Maschinengewehr-Kompanie (M.G.K.) wurde am 1. Oktober durch Abkommandierungen innerhalb des Regiments vollzogen. Für die Kompanie wurde eigens ein Gebäude erstellt.
  • Ende Juni 1916 wurde innerhalb der Regiments eine neue Einheit, die Infanterie-Pionier-Kompanie, aufgestellt. Sie bestand aus dem Fernsprechpersonal, den Lichtsignallisten, Hundeführern, den Desinfektions- und Entwässerungstrupps, den Granatwerfern samt Bedienung und noch anderen besonderen Bautrupps. Diese Kompanie führte bald den Namen Baukompanie
  • Im November 1916 wurde in jedem Bataillon eine M.G.K. erstellt. Der bisher in der Division eigenständige Feldmaschinengewehrzug 317 (F.M.G.-Zug 317) wurde aufgelöst und ging in der 3. M.G.K. auf.
  • Innerhalb des Regiments wurden ab Mai 1917 alle der Nachrichtenübermittlung Dienenden zur Nachrichten-Mittel-Abteilung (N.M.A.) zusammengefasst
  • Im September 1917 wurde eine Sturmabteilung für das Stoßtrupp-Verfahren gebildet. Die Mitglieder jener Abteilung trugen am linken Unterarm ein blaues Band mit dem Lübecker weiß-roten Wappenschild. Das Verfahren wurde von General v. Hutier an der Ostfront während des Krieges entwickelt. Der Feind nannte es Hutier-Taktik. (siehe auch Sturmbataillon)
  • Ab Oktober 1917 wurden die Minenwerfer-Kräfte der Bataillone zur Minenwerfer-Kompanie (M.W.K.) (II. Bataillon) zusammengestellt
  • Im September 1918 wurde die N.M.A. des Regiments wieder aufgelöst. Jedes Bataillon erhielt seinen eigenen Nachrichtenmittelzug

Abtretungen[Bearbeiten]

  • Die im März 1915 neu errichtete 13. und 14. Kompanie wurde im Mai mit ihren Führern, den Leutnants d. Res. Buchenau und Simon, an das neugebildete Inf. Regt. Nr. 187[2] abgetreten.
  • Anfang September 1916 wurde die 4. Kompanie zur Neuaufstellung des Infanterie-Regiments 394 abgetreten.

Bewaffnung und Ausrüstung[Bearbeiten]

Hauptbewaffnung[Bearbeiten]

Gewehr 88
Wappentier

Uniform[Bearbeiten]

Ehrenkompanie der 162er in Paradeuniform

Das Regiment trug die preußische Uniform mit den der Hansestadt Lübeck zugestandenen Änderungen. So wurde am Helm und an der Mütze neben der schwarz-weiß-roten Reichskokarde die hanseatische Kokarde (rotes Hanseatenkreuz auf weißem Grund) getragen.[3] Die Achselklappen waren weiß mit roter Nummer (162), die Ärmelpatten weiß mit gelber Paspelierung.

Bereits im August 1914 wurde auf der Fahrt nach Frankreich bei Aachen feldgraues Tuch zum Verhüllen von unzweckmäßig leuchtenden Uniformteilen ausgegeben.

Im Sommer 1915 verschwanden an der Front die langen Degen der Offiziere und Feldwebel, wodurch die Kleidung und Ausrüstung denen der Mannschaften angepasst wurden, um weiteren hohen Verlusten an Führern vorzubeugen.

Orden[Bearbeiten]

Hauptartikel: Hanseatenkreuz

Kurz nach der Schaffung des Ordens ging vom Senat zu Lübeck die Initiative aus, ein viertes Hanseatenkreuz zu erschaffen. Zu jener Zeit wurden die Kreuze lediglich an Vor dem Feind bewährte Frontkämpfer verliehen und Lübeck beabsichtigte ein Lübecker Kreuz an einen in der Etappe tätigen Konsul zu verleihen. Nach Konsultation zwischen dem Hamburger und Bremer Senat wurde das Ansinnen der Erschaffung eines vierten Hanseatenkreuzes abgelehnt.

Die ehemaligen Fahnen

Zu den 429 Trägern des Lübecker Hanseatenkreuzes gehörten u. a.:[4]

Wappen[Bearbeiten]

Das Regiment schmückte sich mit dem Wappentier der Freien und Hansestadt Lübeck. Die einzige Ausnahme bildete die Fahne, da auf ihr nicht der Lübecker, sondern der preußische Adler war.

Fahne[Bearbeiten]

Am 16. Oktober 1897 verlieh der Kaiser dem I. Bataillon seine Fahne, die er dem Regimentskommandeur übergab. Das II. Bataillon hatte seine alte Fahne behalten, erhielt aber zur zum Kaisermanöver 1904 wenige Tage vorher, damit sie zur Parade übergeben werden konnten, ein neues Fahnentuch. Zum Gottesdienst standen die Fahnen am Altar ihrer Garnisonskirche, dem Lübecker Dom.

Im Jahre 1912 verlieh die Hansestadt Lübeck den I. und II. Bataillon ihres Regiments Fahnenbänder.[5]

Die Fahnen wurden 1915 aus dem Felde nach Lübeck zurückgeführt, weil ihre Verwendung im Kampfe nicht mehr der Kampfführung entsprach und unnötige Opfer forderte. In einem Gottesdienst im Jahre 1920 wurden sie der Ratskirche St. Marien übergeben. Hier verbrannten sie 1942.[6]

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten]

Durch das Gesetz vom 28. Juni 1896 wurde die Infanterie um 33 Regimenter vermehrt. Diese sollten aus den IV. Bataillonen der alten Regimenter gebildet werden. Jedes dieser neuen Regimenter hatte zunächst aus zwei Bataillone zu bestehen.

Aus den Halbbataillonen der Großherzog Mecklenburgischen Brigade, Großherzoglich Mecklenburgisches Grenadier-Regiment Nr. 89 und Großherzoglich Mecklenburgisches Füsilier-Regiment „Kaiser Wilhelm“ Nr. 90, und dem schon in Lübeck garsonierenden Füsilierbataillon des 2. Hanseatischen Infanterie-Regiments Nr. 76 wurde als 3. Hanseatisches Infanterie-Regiment Nr. 162 am 1. April 1897 das Regiment errichtet. Die A. K. O. vom 29. August 1899 legte den 31. März 1897 als Stiftungstag fest.

Regimenter die nach dem Deutsch-Französischen Krieg gebildet wurden, wurde als junge Regimenter[A 1] bezeichnet.

Ihr III. Bataillon erhielt das Regiment 1913 aus den Kompanien 9./75, 6./84, 4./163 und 12./31 gebildet. Als Garnisonort wurde diesem Eutin im oldenburgischen Fürstentum Lübeck zugewiesen.

Zusammen mit den ebenfalls neuen Schleswig-Holsteinischen Infanterie-Regiment Nr. 163 bildete das Regiment die 81. Brigade der 17. Division (IX. Armee-Korps).

Garnison[Bearbeiten]

1899 bezogene ehemalige Kaserne des I. Bataillons
Kaserne des II. Bataillons
Kaserne des III. Bataillons

Das III. Bataillon des Regiments 76 wurde 1867 nach Lübeck als Garnison verlegt. Nachdem es 162er wurde, blieb das nun II. Bataillon in der Alten Kaserne vor dem Holstentor. Das I. Bataillon wurde zunächst auf dem „Grünen Platz“ in Wellblechbaracken untergebracht. Es erhielt seine Kaserne 1899.

Das seit 1913 bestehende in Eutin beheimatete III. Bataillon erhielt seine Kaserne während des Ersten Weltkriegs. Zu dessen 25. Jahrestag erhielt die Kaserne von Udo de Rainville den Namen Rettberg-Kaserne. Sie dient noch heute als Kaserne.[7]

Kommandeure[Bearbeiten]

Kommandeure waren:

Dienstgrad Name Beginn der Berufung
Oberst Hermann Carl Wilhelm von Kettler 1897
Oberst Ernst Wilhelm Gäde 1900
Oberstleutnant v. d. Ende 1902
Oberst Henry Neßler 1902
Oberst Ernst von Oidtman[8] 1906
Oberst Thaddäus von Jarotzky 1910
Oberst Otto von Koppelow 22. April 1913[9]
Major Karl von Rettberg 1914
Major Ludwig Hauß 1917

Sonstige Offiziere[Bearbeiten]

Major Dziobek
  • Otto-Heinrich Drechsler wurde im August 1916, während des ersten Regimentseinsatzes an der Somme, als Leutnant zum Chef einer aus den Resten der III. Bataillons erstellten Kompanie ernannt. Am 16. Juni 1917 übernahm er, als beide Führer des Sturmbataillons (7. und 8. Komp.) während des Angriffs ausfielen, die Führung einer der Kompanien. Nachdem er sich bereits mehrfach als temporärer Kompaniechef ausgezeichnet hatte, wurde er im September 1918 in Flandern zum Nachfolger des zu den Fliegern versetzten Vorgängers der 3. Kompanie ernannt. Bei der Abwehrschlacht von Le Câteau wurde am 16. Oktober 1918 er so schwer am Bein verwundet, dass es amputiert werden musste.
  • Otto Dziobek war bei der Mobilmachung als Hauptmann Chef der 8. Kompanie. Nach der Schlacht von Noyon wurde er Bataillonsführer des Reserve Infanterie-Regiment Nr. 90. Anfang Dezember übernahm er, zum Regiment zurückgetreten, die Führung des I. Bataillons. Diese behielt er während des ganzen Krieges bis zur Demobilisierung. Am 21. Dezember 1914 erhielt er für seine Leistung bei der Schlacht von Noyon, man eroberte am 20. September Pimprez und die dortigen Brücken über den Oisekanal, das Eiserne Kreuz I. Klasse. Im September 1916 wurde ihm zusammen mit dem Regimentskommandeur von Rettberg vor dem zweiten Einsatz in der Sommeschlacht von General von Below das Ritterkreuz des Königlichen Hausorden von Hohenzollern mit Schwertern verliehen. Als am 17. Oktober 1918 bei der Abwehrschlacht von Le Câteau der Regimentskommandeur des Reserve-Infanterie-Regiments 76 fiel, übernahm er am 18. dessen Regiment. Er war einer der Wenigen, die während des Krieges fast ununterbrochen dem Regiment angehörten. Auf Anregung des Oberst v. Rettberg verfasste er 1921, in dem Stile der Autoren anderer Regimenter zu jener Zeit, eine apologetische Geschichte des Regiments. Zur 25. Wiederkehr des Stiftungstages wurde sie veröffentlicht.[6]
ehemaliges Offizier-Kasino
  • Hans am Ende meldete sich mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs freiwillig als Oberleutnant zum Militär. Warum es ihn ausgerechnet zu den Lübeckern verschlug, ist nicht bekannt. Der Schilderung von Rainer Maria Rilke zufolge war ihm das Militär seit seiner Kindheit nicht unbekannt. So geht aus der Schilderung beispielsweise auch hervor, dass seine Freundschaft zu Fritz Mackensen sich auf einer Übung in Ingolstadt entwickelte.[11] Mit dem ersten Lübecker Ersatz kam er im Oktober 1914 zum Regiment. Im November erhielt er bereits das Eiserne Kreuz und wurde zum Hauptmann befördert. Diesen Dienstgrad behielt er bis zu seinem Tode. Im Dezember 1914 wurde er zum Nachfolger Otto Dziobeks als Chef der Chef der 8. Kompanie ernannt. 1916 wurde Die Gießeler Höhe erobert. Hans am Ende hielt dies auf Gemälden für die Regimenter Nr. 162 und Nr. 163 sowie für den damaligen kommandierenden General des Korps, Max von Boehn, zu dessen 50-jährigem Militärdienstjubiläum Ende 1917 fest. Die lübsche Version hing bis zur Auflösung des Regiments in dessen Kasino.[6] Heute ist es im Bestand der Museen für Kunst und Kulturgeschichte der Hansestadt Lübeck. Im Dezember 1916 übernahm am Ende für den beurlaubten Führer des I. Bataillons der R76er die Führung dessen und bewährte sich, denn bereits im Januar 1917 vertrat er in der gleichen Funktion den des II./R76. Anfang Mai 1917 wurde er zum Kommandeur des nach der Schlacht von Arras neu aufgestelltem II. Bataillons der 162er ernannt. Sein Verhalten in der Schlacht bewirkte ebenfalls, dass er zu der Abordnung gehörte, die am 22. Mai 1917 nach Denain entsandt wurde, um von Kaiser Wilhelm II. persönlich bei dessen Frontbesuch das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen zu bekommen. Beim Angriff auf Messines am 10. April 1918, für den er mit dem Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern ausgezeichnet wurde, wurde er schwer verwundet. Auf dem Krankenbett, im Lazarett von Stettin, erhielt er seine Auszeichnung und erlag am 9. Juli 1918 seinen Verletzungen.
  • Jürgen Fehling war Rittmeister der Reserve und Sohn eines Lübecker Bürgermeisters. Nach der Schlacht von Noyon wurde er Chef der 2. Kompanie.
  • Oskar Haevernick – Als Kommandeur des II. Bataillons nahm er regen Anteil an den die Stadt bewegenden Fragen. Diese widmeten sich der Förderung des Kunsthistorischen Besitzes und der Umgestaltung des Museums. Im Frühjahr 1907 wurde er für den ausscheidenden Johannes Nöhring zum Vorstand des Gewerbemuseums erwählt.[12] Währende des Ersten Weltkriegs wurde ihm u. a. der Lübecker Orden, das Lübeckische Hanseatenkreuz, verliehen.
  • Wilhelm Hagedorn – Kompaniechef und späterer Ritter des Pour le Mérites
  • Ernst von Heynitz galt selbst nach Beendigung der Existenz des Regiments als einer der bekanntesten als auch beliebtesten Mitglieder des Lübecker Offizierkorps
  • Bernhard von Hindenburg lernte in Lübeck seine Frau kennen und alsbald nach dem Tod seines Schwiegervaters Senator Fehling den Abschied als Oberleutnant
  • von Livonius – Sohn des Wilhelm von Livonius der die Chronik des Füsilier-Bataillons 2. Hanseatisches Infanterie-Regiment No. 76, Von der Errichtung bis zur Rückkehr aus dem Feldzug 1870–71, das jetzige II. Bataillon der 162er, verfasste – wurde ein Jahr nach dem Tode seines Vaters als Oberleutnant zu den Lübeckern versetzt. Als solcher hielt er kurz darauf in der Kolonialgesellschaft zu Lübeck einen Vortrag über den Krieg in Deutsch-Südwestafrika.[13] Am 22. Mai 1907 wurde der zum überzähligen Hauptmann beförderte Hauptmann zum Kompaniechef des Regiments ernannt.[14] Am 18. August 1907 wurde er seinem Abschiedsgesuch entsprechend zur Disposition gestellt und zum Bezirksoffizier des Landwehrbezirks Minden ernannt.[15]
  • Friedrich Ofterdinger kam von der Schulbank, brachte es zum Leutnant und bestand nach dem Krieg sein Abitur.
  • Max Oßwald stammte aus Grafing bei München und wurde zum Lübecker Regiment eingezogen. Nach einem Jahr wurde er zum Gefreiten befördert. Der 22-Jährige wurde nach Verleihung des EK IIs zum Unteroffizier befördert. Auf einer Patrouille wurde das Mitglied der 8. Komp. am Oberarm verletzt. Im Lübecker Lazarett weilend erhielt er als Anerkennung für jene Patrouille als erster im Regiment – nach dem Regimentskommandeur von Koppelow – das Eiserne Kreuz I. Klasse (EK I).[16]
  • Franz de Rainville war Chef der 9. (Eutiner) Kompanie und wurde im November 1914 zum Major befördert und zum Kommandeur des III. (Eutiner) Bataillons ernannt.
  • Adolf Strauß[17]
  • Max Stavenhagen war bei Kriegsausbruch Hauptmann der Reserve und Chef der 6. Kompanie des Regiments. Nach der Schlacht von Noyon wurde er Bataillonskommandeur im Reserve-Infanterie-Regiment 90.
  • Heinrich von Vietinghoff war Major und Bataillonschef im Regiment und wurde 1904, kurz vor dem Kaisermanöver, zum Oberstleutnant befördert und im November in den Stab des 4. Magdeburgischen Infanterie-Regiments Nr. 67 versetzt.

Die Friedenszeit des Regiments[Bearbeiten]

Obere Breite Straße um 1910
9. August 1913, letzter Besuch des Kaisers in Lübeck
Die zur Ausbildung genutzte Palinger Heide

An den Tagen, an denen der hohe Senat Sitzung hatte, stand vor dem Rathaus ein Doppelposten. Bei Leichenbegängnissen eines Senators stellte das Regiment das militärische Trauergeleit in Paradeuniform mit Fahne und Musik.

Im Kaisermanöver verlieh der Kaiser während der Kaisertafel des 5. September 1904 dem Regiment den Namen „Lübeck“.[18]

Der Senat machte am selben Tag dem Regiment einen Schellenbaum mit Rossschweifen in den Lübecker Farben zum Geschenk. Dessen Glocke trug die Inschrift: 5. September 1904, der Senat von Lübeck

Nach der Kaiserparade der Kaisertage kehrte die v. Trautmann-Kompanie (6./162)[19] nach Lübeck zurück, da es ihr oblag die Ehrenposten in der Stadt zu stellen. Die während des anstehenden Kaisermanövers in dem Hotel Stadt Hamburg in Lübeck Wohnung nehmenden Fürstlichkeiten – Prinz Heinrich, Prinz Albrecht, Prinz Friedrich Leopold, Prinz Heinrich XVIII.[20] oder der Generaloberst Hahnke – erhielten für die Dauer ihres Aufenthalt je zwei.

Die Genehmigung, den Schellenbaum führen zu dürfen, wurde am 10. November 1904 erteilt. Der Baum wurde dem Regiment durch den Vorsitzenden der Militärkommission des Lübecker Senates, Herrn Senator Dr. Neumann, am 14. Januar 1905 in der Kriegsstube des Rathauses überreicht.

Bei jenem Manöver war beim Regiment durch Einziehen von Reserven erstmals ein III. Bataillon aufgestellt worden. Die Offizierstellen wurden durch Abordnungen von anderen Regimentern des Armee-Korps besetzt, was bis zum Manöver 1913 beibehalten wurde.

Ab November 1911 war die M.G.K. etatmäßiger Truppenteil des I. Bataillons.

Als der Kaiser, wie zu dessen 25-jährigem Thronjubiläum am 16. Juni 1913 angekündigt, im August (zum letzten Male) in Lübecks Mauern willkommen geheißen wurde, erwies das Regiment ihm, wie bereits am 16. Juni 1900 zur Eröffnung des Elbe-Trave-Kanals, die militärischen Ehren.

Das Regiment erhielt am 1. Oktober 1913 sein III. Bataillon.

Da anfangs auch noch keine Schießstände in Eutin waren, musste zu jedem Scharfschießen nach Lübeck gefahren werden. Die Palinger Heide bei Lübeck diente dem III. Bataillon, wie den Lübeckern, zur Gefechtsausbildung der Kompanien und des Bataillons. Vor der Vollendung der Eutiner Kaserne begann der Krieg.[6]

Herero-Aufstand[Bearbeiten]

Mitte Januar 1904 drangen die ersten Nachrichten vom Aufstand der Herero und Nama nach Deutschland. Bereits am 17. Januar erging der Befehl zur Mobilmachung eines Marine-Expeditionskorps, das am 21. seine Fahrt nach Swakopmund antrat.

Die Lage verlangte eine deutliche Verstärkung der Schutztruppen aus den Reihen der Armee. Wie einst beim Boxeraufstand, gab es auch diesmal eine Vielzahl von Freiwilligen, zu denen auch die des Regiments zählten.

Zum zehnjährigen Bestehen der 162er wurde ihnen ein Gedenkstein, auf dem die in Deutsch-Südwestafrika gefallenen Freiwilligen des 162ten mit Namen sowie Sterbedatum und -ort verzeichnet sind, auf dem Hof der Marli-Kaserne vom Kameradschaftsbund der 76er und 162er zu Lübeck gestiftet. Dessen Tafel findet man heute auf dem Lübecker Ehrenfriedhof.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

Der Lübecker General-Anzeiger publizierte während des Ersten Weltkriegs täglich in seinen Ausgaben eine Ehrentafel über jüngst Gefallene, Verwundete und Verschollene. Im Laufe des Krieges wurde das Publizieren der Tafel jedoch eingestellt.

1914–1916[Bearbeiten]

Abmarsch des II. Bataillons des Regiments Lübeck (am Bahnhof)
Ausfahrt des ersten Lübecker Ersatzes
Aus dem Lübecker Schützengraben
Die Gießler Höhe von Hans am Ende
Anmarsch des Regiments zum 1. und 2. Einsatz an der Somme

Das Regiment wurde zunächst auf Sylt zum Inselschutz und anschließend in Nordschleswig zur Sicherung der Grenze zum neutralen Dänemark eingesetzt. Auf dem Wege an die Front geriet es in die „Verwicklungen“ in Löwen[21] und sah über seinem Biwakplatz bei Termonde erstmals einen feindlicher Flieger. Erste Feindberührung hatte das Regiment nahe Quatrecht.[A 3]

In der Schlacht von Noyon überschritt es am 16. September die französische Grenze und stieß bis zum 19. bis Le Hamel – wo der Bewegungskrieg in den Grabenkrieg (Stellungskrieg) überging – vor. Die alliierte Aufklärung stufte die Division als Division ersten Ranges ein[22] und begründete somit mit den Ruf des Regiments als Eliteregiment.[A 4]

Bis Oktober 1915 verharrte die 17. Reserve-Division im Stellungskrieg zwischen Roye und Noyon. Das III. Bataillon (die Eutiner) kämpfte von September bis Dezember 1915 als Teil des Regiments Sick[A 5] in Thélus, bevor es wieder zu den 162ern zurücktrat.

Im Winter 1915/16 auf den Höhen von Givenchy errichteten 1915 die Lübecker zwischen Angres und dem Fabarius-Berg eine zweite, die Lübecker, Stellung. Am 21. Februar 1916, an diesem Tage begann die Schlacht um Verdun, erstürmte die Division bei Angres die sogenannte Gießler-Höhe.

Im Frühling wurde das Regiment auf der Vimy-Höhe, Lens St. Pierre und bei Loos eingesetzt. Am 18. Juni wurde ein Großteil des Regiments zwischen Sallaumines und Avion Zeuge vom Absturz des damaligen Fliegerhelden Immelmann.

Vom Juli bis November 1916 war das Regiment, unterbrochen von einem einmonatigen Einsatz am La Bassée-Kanal und bei Liévin, in der Abnutzungsschlacht (Sommeschlacht) eingesetzt

1917–1918[Bearbeiten]

Mark-II-Tank April 1917 in Nähe von Arras erbeutet
1917

Der Winter 1916/17 verbrachte das Regiment vor Ypern in St. Julien,[23][24] hier sollte später die Frontlinie der Dritten Ypernschlacht verlaufen.[A 6] Vom 16. Januar bis 20. Februar wurde das Regiment zur Erholung nach Brügge, dem über einen Kanal nach Oostende und Zeebrügge mit der Nordsee in Verbindung stehenden Heimathafen der flandrischen U-Boot-Flottille, verlegt.[A 7]

Das Regiment kämpfte in der Frühlingsschlacht von Arras[25] und bis November in der Siegfriedstellung.[26]

Im Dezember 1917 wurde die Division zurück nach Flandern verlegt. Kurz bevor die Schlacht von Cambrai ausbrach, wurde die Division zurück in die Siegfriedstellung verlegt. Das Regiment blieb bei der Gruppe Wytschaete und wurde nach Gheluvelt verlegt.

1918

Den Januar verbrachte das Regiment zur Erholung in Kortrijk bevor es nach Houthem, einem Brennpunkt der Schlacht von Messines (Wytschaeteschlacht), auf die rechte Seite des Kemmels verlegt wurde.

Befehl für den Angriff auf Meesen
ehem. Cambrai-Kaserne, benannt nach dem Arrondissement von Le Câteau

Während des dortigen Aufenthalts weilte der damals hoch angesehene Kriegsmaler Professor Ungewitter zu Studienzwecken als Gast des Regiments im Abschnitt von Houthem.

Am 6. April wurde das Regiment in die Schlacht um den Kemmel (Teil der vierten Ypernschlacht) geschickt.[A 8] Hier eroberten es Meesen,[A 9][A 10] kurz darauf Wijtschaete (auch seiner Zeit Wytschaete genannt, ist heute ein Stadtteil Heuvellands), woraufhin das Regiment zur Regeneration herausgezogen wurde.

Diese fand das Regiment in Knocke[A 11] und erreichte durch Ersatz von der ehemaligen Ostfront wieder Gefechtsstärke. Hier traf es durch Zufall den aus der heimischen Aegidienkirche, derzeit als Marinepfarrer tätigen, Wilhelm Jannasch. Es war die Zeit, in der die Engländer die in der Nähe gelegenen beiden deutschen U-Boot-Häfen vernichteten.[A 12][27]

Im Rahmen der Kaiserschlacht nahm es an der Matz-Offensive teil und hielt während der Hunderttageoffensive die Stellungen bei Lataule, Ressons und bei Canny-sur-Matz.

Als Korps-Reserve wurde das Regiment im September in kurzen Abständen nach Ligny en Cambresis östlich Cambrai, nach Briey unweit Metz in der Nähe des Ortes, wo Tage vorher die Schlacht von St. Mihiel stattgefunden hatte, und schließlich nach Thielt in Flandern verlegt. Von hier wurde es in die Hermannstellung, auf sie hatte sich das deutsche Heer nach Aufgabe der Siegfriedstellung zurückgezogen, bei Le Câteau zur Abwehrschlacht verlegt. Es war der letzte Kampfeinsatz des Regiments.

Über Löwen ging es den gleichen Weg, den das Regiment 1914 gekommen war, nach Deutschland zurück und über Trier nach Berthelming in Lothringen.

Ende des Regiments

Die 17. Reserve-Division erhielt den Auftrag den Sicherheitsdienst, gemäß dem Waffenstillstand von Compiègne war Elsaß-Lothringen binnen 15 Tagen nach Abschluss des Abkommens zu räumen, um Straßburg herum zu gewährleisten.

Das Regiment sicherte am 12. November Lixheim am 13. Zabern am 14. Handschuheim bevor es am 15. in Straßburg eintraf. Am 17. wurde das Regiment in die Kaiser Wilhelm-Kaserne nach Mutzig bei Straßburg verlegt.

In der Nacht zum 20. November wurden die Posten von denen der Straßburger Bürgerwehr abgelöst und am Morgen des 21. verließ es Straßburg und somit Frankreich über eine den Rhein überspannende Pontonbrücke in Richtung Kehl.

Der Brigadekommandeur Oberst von Werder, Enkel des Generals von Werder der einst Straßburg eroberte, musste die Festung an der Spitze des Lübecker Infanterie-Regiments an Frankreich übergeben.

Als das Regiment am 26. November mit dreistündiger Verspätung im Lübecker Hauptbahnhof eintraf, begrüßten es neben dem bereits vorher eingetroffenen Brigadekommandeur die Senatoren Neumann und Possehl der Militärkommission des hohen Senates. Deren Ansprache wurde vom Brigadekommandeur beantwortet ehe das Regiment begleitet von der Musik der Polizeikapelle, die Kapelle des Ersatzbataillons war zwei Tage vorher aufgelöst worden, zur offiziellen Begrüßung zum Markt zog. Auf dem Weg dorthin unterschritt es am Eingang der Holstenstraße eine diese überspannende Girlande mit dem Schriftzug: Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand.

Am 30. November wurde das Regiment nochmals feierlich auf dem Lübecker Marktplatz begrüßt. Die einstigen Regimentsoffiziere weilten zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr beim Regiment. Die Veranstaltung beendete das Geläute der Glocken von der Marienkirche.

Im Ersten Weltkrieg fielen vom Infanterie-Regiment „Lübeck“ (3. Hanseatisches) Nr. 162 85 Offiziere sowie 1.755 Unteroffiziere und Mannschaften.

Von drei Bataillonen à 4 Kompanien zu Zeiten des Friedens gingen in zwei Gefechten je ein Bataillon und in zwei weiteren Schlachten je eine Kompanie verloren – das allein sind schon über 83 % des Regiments.

Lübeck und sein Regiment[Bearbeiten]

zu Besuch beim Regiment im November 1916

Fast zu Beginn des Krieges beschloss der Lübecker Senat, seinem Regiment ein Automobil zu stiften. Da ein solcher Besitz ab 1915 untersagt war, schickte es das Regiment, Kommandeur von Rettberg, nach Lübeck zurück. Der Senat übergab es der Lübecker Feuerwehr.

Ab November 1914 setzten regelmäßige Besuche von Delegationen aus der Heimat ein. Personen wie der Herr Senator Possehl, gefolgt von Herr Senator Neumann und dem Deputierten des Roten Kreuzes Herrn Radbruch (Vater des Gustav Radbruchs (seit 1915 Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 111)), Seine Magnifizenzen und hohen Chefs des Regiments Herrn Senatoren J. G. Eschenburg und Dr. Fehling. Von einem Besuch des Regiment bei Knocke wurde vom Regiment aus gebeten, Abstand zu nehmen.

Psychologische Kriegführung[Bearbeiten]

Wie einst das 3. Dorset-Regiment (1916) griff das Regiment zur Psychologischen Kriegführung (Tribal Warfare). Man ließ sie 1917 wissen, dass am Tagliamento in Italien 250.000 Gefangene gemacht und 2300 Geschütze erbeutet seien. Die Reaktion der Briten entsprach der damaligen deutschen.

Die Engländer hatten ihre diesbezügliche Taktik geändert. Sie warfen Hunderte von hektographierten Briefen ab, in denen angebliche deutsche Gefangene durch eine Schilderung des schönen Lebens in englischer Gefangenschaft deutsche Soldaten zum Überlaufen veranlassen wollten.

Im Februar 1918 teilten die von den englischen Fliegern abgeworfenen Flugblätter mit, dass Kanada 750.000 Mann schicken werde, und legte das Desertieren nahe. Außerdem wurde durch unablässiges Hinweisen auf die ständigen Streiks im Reich der Dissens zwischen der Heimat und der Front genährt.

Ersatz-Bataillon[Bearbeiten]

Als in Kiel gemeutert wurde, siehe Kieler Matrosenaufstand, wurden die vier Ersatz- Kompanien des Ersatz-Bataillons Infanterie-Regiment Nr. 162 nach Kiel zur Wiederherstellung der Ordnung entsandt. Dort liefen jedoch drei der vier über und die vierte kehrte entwaffnet zurück.

Das Lauenburger Ersatz-Bataillon, Lauenburgisches Jäger-Bataillon Nr. 9, sollte nun in einer Stärke von 100 Mann mit Waffen und Munition zur vierten Kompanie in die Marli-Kaserne zu deren Wiederbewaffnung geschickt werden, damit diese danach den um sich greifenden Aufruhr unterbinden. Da der Bahn- als auch der Weg über die Straßen von den Demonstranten versperrt war, war beabsichtigt, in den frühen Morgenstunden des nächsten Tages über die Wakenitz nach Lübeck zu gelangen. Das Vorhaben gelangte aber nicht mehr zur Ausführung, da der Aufruhr in der Nacht Ratzeburg erfasste.[28] Zudem war er in Lübeck innerhalb eines Tages nicht mehr vorhanden. Somit war Lübeck der Ort Deutschlands, an dem der Aufruhr am kürzesten gedauert hat.

Auflösung 1919[Bearbeiten]

Mit dem Vertrag von Versailles und der damit verbundenen Beschränkung auf ein erst 200.000- dann 100.000-Mann-Heer wurde das Regiment 1919 mit dem formalen Ende des Ersten Weltkriegs aufgelöst. Deren Tradition führte in der Reichswehr die 8. Kompanie (Maschinen-Gewehr-Kompanie) des 6. Infanterie-Regiments fort.[6]

Sonstiges[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1905 Kaiserpreis als beste Schießkompanie des Armee-Korps
  • 1906 Kaiserpreis als beste Schießkompanie des Armee-Korps
  • 1913 Kaiserpreis als beste Schießkompanie des Armee-Korps
  • 1920 auf ein Begrüßungstelegramm, welches der hohe Senat Max von Boehn, ehem. Kommandierender General des IX. Reserve-Korps, zu dessen 70. Geburtstage sandte, antwortete dieser:
    Einen Gruß aus Lübeck erhalten zu haben, war mir eine besondere Freude; denke ich doch dankbar meiner braven Lübecker, deren Heldenmut im Weltkriege mit goldenen Buchstaben in der Geschichte verzeichnet steht![6]

Vereine[Bearbeiten]

  • Traditionelle Ehrenwache des Infanterie-Regiments „Lübeck“ (3. Hanseatisches) Nr. 162 e. V. (seit 1980)
  • Kameradschaftsbund der 76er und 162er zu Lübeck (seit 1895)
  • Kameradschaftsbund der 162er zu Hamburg
  • Offiziersverein 162 (seit Regimentsauflösung)

Denkmale[Bearbeiten]

Gedenkstein für die in Deutsch-Südwest-Afrika gefallenen ehemaligen Angehörigen des Regiments Lübeck
Statue Helm ab zum Gebet auf dem Ehrenfriedhof in Lübeck
Sockel: Tafel eingerahmt im Anfangssatz aus Ludwig Uhlands Der gute Kamerad

Zum zehnjährigen Bestehen stiftete der Kameradschaftsbund der 76er und 162er zu Lübeck einen Gedenkstein für die in Deutsch-Südwest-Afrika gefallenen ehemaligen Angehörigen des Regiments.

Dieser stand auf dem Hofe der Marli-Kaserne (I. Batl.) und wurde am 23. Juni 1907 dem Kommandeur übergeben.

Dass der Termin nicht mit dem Stiftungstag des Regiments zusammengefallen sei, hätte, so berichteten die Lübecker Zeitungen, an der zu jener Zeit ungünstigen Witterung sowie des Aufenthalts des Regiments im Lockstedter Lager gelegen.

Ob und wo dieser Gedenkstein heute noch existiert, ist unbekannt.

Das Denkmal Helm ab zum Gebet für die gefallenen Angehörigen des Regiments wurde 1924 von dem Bildhauer Richard Kuöhl erschaffen. Es wurde am 10. Mai 1925 auf dem Lübecker Ehrenfriedhof eingeweiht.

Hinter dem Mahnmal sind in einer halbrunden Mauer fünf Steinplatten mit den Einsatzorten des Regiments im Ersten Weltkrieg eingelassen. Die Inschriften lauten:

  • 1914: Löwen/Termonde/Melle-Quatrecht/Noyon/Roye
  • 1915: Roye/Noyon/La Bassée/Arras/Lens
  • 1916: Gießler-Höhe/Givenchy en Gohencle/Somme/Franz. Flandern/Somme
  • 1917: Yser/Arras/Monchy/Flandern
  • 1918: Kemmel/Soissons/Reims/Noyon/Somme/Oise

Einige der Inschriften haben Rechtschreibfehler und sind oben korrekt genannt.

Verweise[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. a b Die per Gesetz vom 28. Januar 1896 neuen 33 Regimenter wurden, da sie sich im Kriege noch keine Meriten verdient hatten, als junge Regimenter bezeichnet.
  2. Kommandierender Generalwar von Morgen, der letzte Brigade-Kommandeur des Regiments in Friedenszeiten
  3. Hier wurde das einzige Mal in althergebrachter Form – mit fliegender Fahne, schlagenden Tambours und schmetternden Hornisten – angegriffen.
  4. Entsprechend begeistert meldete der Brigadekommandeur, General v. Lewinski, dem Lübecker Senat, dass das einst junge Regiment hier seine Feuertaufe erhalten hätte.
  5. Das nur in dieser Zeit bestehende Regiment hatte die offizielle Bezeichnung zusammengesetztes Infanterie-Regiment 3 (lt. Bayrischen Hauptstaatsarchiv - Kriegsarchiv -)
  6. Am 12. Dezember 1916 unterbreitete der Kaiser ein Friedensangebot (siehe hier), was im Regiment auf Unverständnis stieß.
  7. Am 1. Februar trat der ungehemmte U-Boot-Krieg ein, mit der Folge des Abbruchs der diplomatischen Beziehungen mit den USA. Rückblickend betrachtet war dies ein fataler Fehler, da Russland zusammenbrach, Frankreich intern rebellierte und England dem finanziellen Kollaps so nah war, dass es spätestens im Sommer Friedensverhandlungen angeboten hätte. Christopher Clark: Wilhelm II. 2008, Deutsche Verlags-Anstalt, München, ISBN 978-3-421-04358-0.
  8. Otto Dziobek reflektiert in der Regimentsgeschichte die Zustände in Houthem mir denen in Lübeck:
    :„Nie genug kann es die Heimat dem deutschen Heere danken, dass es sie vor dem gleichen Schicksal behütet hat. Und diese Städte, die England vernichtete, waren die seiner treuen Verbündeten! Wie wäre es deutschen Städten ergangen!“
    Das sollte Lübeck 1942 erfahren. In der Nacht zum Palmsonntag vom 28. März auf den 29. März 1942 erfolgte der Luftangriff auf Lübeck.
  9. Stabsgebäude mit Wache
    In Höhe des Nesselhofs wurde der Bataillonskommandeur Hans am Ende verwundet.
  10. Zum Andenken an diesen Tag wurde im Dritten Reich die ehem. Kaserne des I. Bataillons in Meesen-Kaserne umbenannt. Heute hat sie eine andere Funktion, aber die Straße, die über den einstigen Innenhof führt, erinnert immer noch mit ihrem Namen Meesenring daran.
  11. Obwohl es ein hanseatisches Regiment war, war zu dieser Zeit nur noch ein geringer Anteil von Hanseaten in ihm. Ihr Anteil sank ab der Sommeschlacht (1916), wo der Ersatz aus 40-jährigen Familienvätern des Rheinlands und Westfalens bestand – der Lübecker Ersatz des Novembers wurde nach Verdun umgeleitet; oder enthielt, wie nach der Frühlingsschlacht von Arras im April 1917, keine Lübecker mehr.
  12. siehe hierzu: Kampf gegen Zeebrügge und Oostende

Literatur[Bearbeiten]

IR Lübeck 014 - Geschichte.jpg
  • Otto Dziobek: Geschichte des Infanterie-Regiments Lübeck (3. Hanseatisches) Nr. 162. erste Auflage 1922
    aus dem Vorwort:
    … Besonders dankbar sei des Herrn Oberleutnant Sander gedacht, der mit regstem Interesse die Arbeit gefördert hat. Mit […] hat er nicht nur […], sondern durch das mühsame Anfertigen der Karten und Skizzen sowie das Umzeichnen vieler Bilder sich hohe Verdienste um die Regimentsgeschichte erworben hat …
  • Antjekathrin Graßmann: Lübeckische Geschichte. 3. verbesserte und ergänzte Auflage. Verlag Schmidt-Römhild, 1997, ISBN 3-7950-3215-6.
  • Harboe Kardel: Das Reserve-Feldartillerie Regiment Nr. 17. (Erinnerungsblätter deutscher Regimenter, Band 30). 1. Auflage. Verlag Gerhard Stalling, 1922 Oldenburg i. D., DNB 580336700.
  • Kriegsbilder des Infanterie-Regiments Lübeck. 3. Hanseatisches Nr. 162. Offizier-Verein, Lübeck 1925.
  • Hugo Gropp: Hanseaten im Kampf. Klindworth & Neuenhaus, Hamburg 1932, DNB 573649499.
  • Lübeckisches Adressbuch. Verlag Max Schmidt, div.
  • Lübeckische Blätter. 1937, Nr. 18: Ansprache des Oberstleutnants a. D. Dziobek bei der Erinnerungsfeier zur Errichtung des Infanterie-Regiments „Lübeck“ (3. Hanseatisches) Nr. 162 vor 40 Jahren. Gehalten im Hause der Gemeinnützigen Gesellschaft zu Lübeck am 17. April 1937.
  • Lyder Ramstad: Unter dem Banner der „Barbaren“. aus dem Norwegischen von Cecile Wedel. Verlag Ferdinand Hirt, Breslau 1934, DNB 575715499.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hugo Gropp: Hanseaten im Kampf. Das Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 76. Erlebnisse bei dem Res.-Inf.-Rgt. 76 im Weltkrieg 1914/18, zusammengestellt im Auftrage des „Vereins ehemal. Angehöriger Reserve 76 e.V.“ Druck Klindworth & Neuenhaus, Hamburg 1932.
  2. Wolf Jan Dose (Hrsg.): Die 187er im Felde. Eigenverlag, Hamburg 1922.
  3. A. K. O.:

    „Am Helm wird die deutsche Kokarde rechts, die Landeskokarde links getragen. Am Tschako, Tschapka und an der Pelzmütze der Husaren wird die deutsche Kokarde rechts angebracht,, das Feldzeichen führt die Farbe der Landeskokarde, an Feld-, Schirm- und Dienstmütze sitzt die Landeskokarde auf dem Besatzstreifen und die deutsche Kokarde darüber auf der Mitte des Grundtuchs, soweit nicht besondere, an der Mütze zu tragende Auszeichnungen einen weiteren Abstand der beiden Kokarden bedingen.“

    aus dem allerhöchsten Erlaß zur Einführung der Reichskokarde anlässlich der 100. Wiederkehr des Geburtstages Wilhelms I. (1897)
  4. Lübecker Stadtarchiv
  5. Martin Lezius: Fahnen und Standarten der alten preußischen Armee; Frankh'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1935
  6. a b c d e f Otto Dziobek: Geschichte des Infanterie-Regiments Lübeck (3. Hanseatisches) Nr. 162; Verlag Gerhard Stalling, 1922 Oldenburg i. D., Offizier-Verein ehem. 162er
  7. Standort Eutin
  8. Kleines ABC zum deutschen Adel
  9. übernimmt im Krieg zuerst die 34., dann die 50 Reserve-Infanterie-Brigade und wird im Charakter eines Generalleutnants nach dem Krieg zur Disposition gestellt.
  10. Literatur, Lübecker General-Anzeiger, Nachkommen
  11. Rainer Maria Rilke: Sämtliche Werke. Band 1–6, Band 5, Wiesbaden/ Frankfurt a.M. 1955–1966.
  12. General Haevernick in der Schlacht von Longwy In: Vaterstädtische Blätter. Jg. 1915/16, Nr. 10, Ausgabe vom 5. Dezember 1915.
  13. Vaterstädtische Blätter; Jg. 1906, Nr. 12, Ausgabe vom 18. März 1906, Artikel: Wochenchronik aus Lübeck und Umgegend
  14. Vaterstädtische Blätter; Jg. 1907, Nr. 22, Ausgabe vom 26. Mai 1907, Artikel: Wochenchronik aus Lübeck und Umgegend
  15. Vaterstädtische Blätter; Jg. 1907, Nr. 35, Ausgabe vom 25. August 1907, Artikel: Wochenchronik aus Lübeck und Umgegend
  16. Von Lübecks Türmen; 8. Oktober 1914.
  17. Rangliste des aktiven Dienststandes der Königlich Preußischen Armee ... Stand vom 6. Oktober 1912. Mittler, Berlin 1912, S. 309.
  18. A.K.O. jenes Tages und Lit 1
  19. Hauptmann v. Trautmann wurde im Monat darauf zum Major befördert und nach Düsseldorf versetzt
  20. A12 B5 C3 D1
  21. Peter Schöller: Der Fall Löwen und das Weissbuch. Eine kritische Untersuchung der deutschen Dokumentation über die Vorgänge in Löwen vom 25. bis zum 28. August 1914. Böhlau, Köln/ Graz 1958.
  22. Histories of Two Hundred and Fifty-One Divisions of the German Army which Participated in the War (1914–1918), compiled from Records of Intelligence Section of the General Staff; American Ecpeditionary Forces, at General Headquarters, Chaumont, France 1919 (1920), S. 279–282.
  23. en: Schlachtfelder des ersten Weltkriegs
  24. dt.Schreibweise während des Ersten Weltkriegs. (Siehe Sint-Juliaan auf der verlinkten Seite)
  25. Schlacht bei Arras
  26. Heeresbericht vom 26. Juli 1917
  27. Stephen Mcgreal: Zeebrugge And Ostend Raids 1918. Pen and Sword Military, 2008, ISBN 978-1-84415-608-5.
  28. Curt Badinski: Aus großer Zeit. Erinnerungsblätter des Jäger-Feld-Bataillons Nr.9. Weltkrieg 1914–1918. Bd. 2, Lauenburgischer Heimatverlag, Ratzeburg 1933.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Infanterie-Regiment „Lübeck“ (3. Hanseatisches) Nr. 162 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien