5. Garde-Regiment zu Fuß

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5. Garde-Regiment zu Fuß
Aktiv 22. März 1897 bis Januar 1919
Land Königreich Preußen
Streitkräfte Preußische Armee
Truppengattung Infanterie
Unterstellung Gardekorps
Historische Stationierungsorte zuletzt Spandau
Spitzname Weiße Teufel
Jahrestage 31. März 1897
Motiv-Postkarte 5. Garde-Regiment zu Fuß (1904)
(Teilerhaltenes) Denkmal in Berlin-Spandau

Das 5. Garde-Regiment zu Fuß war ein Infanterieverband der Preußischen Armee.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Verband wurde durch A.O.K. vom 22. März 1897 aus dem jeweiligen IV. Bataillon des 3. Garde-Regiments zu Fuß, des Garde-Füsilier-Regiments, des Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiments Nr. 3 und des Königin Augusta Garde-Grenadier-Regiments Nr. 4 errichtet. Den Stiftungstag legte man am 29. August 1899 nachträglich auf den 31. März 1897 fest.

Das Regiment bildete mit dem Garde-Grenadier-Regiment Nr. 5 die 5. Garde-Infanterie-Brigade, die der 2. Garde-Division unterstand. Friedensstandort war Spandau; zunächst wurde eine Kaserne an der Ringchaussee bezogen, später erfolgte ein Umzug in die Moritzstraße.

Am 1. Oktober 1911 wurde das Regiment um eine MG-Kompanie erweitert.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

Zu Beginn des Ersten Weltkrieg machte das Regiment am 2. August 1914 mobil und rückte im Verbund mit der 3. Garde-Division in das neutrale Belgien ein. Hier nahm es am Gefecht bei Hingeon sowie der Eroberung von Namur teil. Ende August verlegte es an die Ostfront und kämpfte u.a. in den Schlachten an den Masurischen Seen und bei Łódź. Im Februar 1915 nahm es an der Winterschlacht in Masuren, dem anschließenden Feldzug durch Nordpolen sowie ab 12. Juli 1915 an der Sommeroffensive in Russland teil. Ende September/Anfang Oktober 1915 verlegte das Regiment wieder an die Westfront und trat nach Ruhe- und Ausbildungszeit im November in die Stellungskämpfe im Artois ein. Darauf folgten Kämpfe bei Messines, vor Ypern, bei Lille sowie um die Vimy-Höhen. Ab 25. Juli 1916 nahm der Verband an der Schlacht an der Somme teil, die durch einen Einsatz vom 14. September bis 24. Oktober 1916 in den Stellungskämpfen in Flandern unterbrochen wurde. In der Zwischenzeit hatte das Regiment am 1. Oktober 1916 eine 2. und 3. MG-Kompanie erhalten. Nach Beendigung der Schlacht lag der Verband im Stellungskampf nördlich der Somme bei Le Barque-Ligny-Thilloy, kam dann vor der Siegfriedstellung zum Einsatz und kämpfte im Frühjahr 1917 bei Arras. Ab 25. Februar 1918 bereitete sich das Regiment auf die am 21. März 1918 beginnende Deutsche Frühjahresoffensive vor. Der Verband machte den Durchbruch zwischen Gouzeaucourt und Vermand sowie die Verfolgungskämpfe im Somme-Gebiet mit. Nach der Einstellung der Offensive folgten Kämpfe bei Noyon und die Teilnahme an verschiedenen Abwehrschlachten. Während den Stellungskämpfen an der Vesle mussten aufgrund der Verluste und der nicht mehr gegebenen Ersatzlage die 1., 7. und 9. Kompanie aufgelöst werden. Das Regiment erhielt am 14. September 1918 eine MW-Kompanie. Zuletzt stand der Verband vom 5. bis 11. November 1918 in Rückzugskämpfen vor der Antwerpen-Maas-Stellung.

Verbleib[Bearbeiten]

Nach Kriegsende kehrten die Reste des Regiments in die Garnison zurück, wo der Verband ab 12. Dezember 1918 demobilisiert und anschließend aufgelöst wurde. Aus Teilen bildete sich im Januar 1919 das Freiwilligen-Detachement „Maltzan“ (auch Freiwilligen-Bataillon „Maltzahn“ genannt), dass sich in zwei Kompanien, einer MG-Kompanie sowie einer leichten MW-Abteilung gliederte. Es kam am 27. Februar 1919 zur 1. Garde-Reserve-Division und war als Freikorps im Baltikum im Einsatz. Mit der Bildung der Vorläufigen Reichswehr ging das Detachement als II. Bataillon im Reichswehr-Infanterie-Regiment 115 auf.

Die Tradition übernahm in der Reichswehr durch Erlass des Chefs der Heeresleitung General der Infanterie Hans von Seeckt vom 24. August 1921 die 6. Kompanie des 5. (Preußisches) Infanterie-Regiments in Angermünde.

Regimentschef[Bearbeiten]

Dienstgrad Name Datum
General der Infanterie/
Generaloberst/
Generalfeldmarschall[1]
Franz Conrad von Hötzendorf 2. Dezember 1914 bis Auflösung

Kommandeure[Bearbeiten]

Dienstgrad Name Datum[2]
Oberst Wilhelm von Uslar 01. April 1897 bis 19. November 1900
Oberst Max von Eckartsberg 20. November 1900 bis 17. August 1901
Oberst Oskar von Maltzan zu Wartenberg und Penzlin 18. August 1901 bis 13. Juni 1905
Oberst Adolf von Waldow 14. Juni 1905 bis 6. Juli 1909
Oberst Viktor Albrecht 07. Juli 1909 bis 17. Dezember 1911
Oberst Werner Eugen von Voigts-Rhetz 18. Dezember 1911 bis 30. September 1912
Oberstleutnant/Oberst Heinrich Schëuch 01. Oktober 1912 bis 6. Juli 1913
Oberst Bernhard von Hülsen 07. Juli 1913 bis 29. August 1914
Oberstleutnant/Oberst Ernst von Radowitz 30. August 1914 bis Dezember 1917
Major Walter von Schleinitz Dezember 1917 bis 12. Februar 1918 (mit der Führung beauftragt)
Major Friedrich von Kriegsheim 12. Februar bis 11. Dezember 1918
Oberst Ernst von Radowitz 12. Dezember 1918 bis Januar 1919

Denkmal[Bearbeiten]

Am 6. Mai 1923 wurde zur Erinnerung an die 4085 gefallenen Angehörigen des Regiments auf dem Askanierring in Berlin-Spandau ein Denkmal eingeweiht, das sich heute am Hohenzollernring befindet (siehe Denkmäler in Spandau).

Literatur[Bearbeiten]

  • Jürgen Kraus: Handbuch der Verbände und Truppen des deutschen Heeres 1914-1918. Teil VI: Infanterie. Band 1: Infanterie-Regimenter. Verlag Militaria. Wien 2007. ISBN 978-3-902526-14-4. S. 22.
  • Albrecht von Stosch: Das Königl. Preuß. 5. Garde-Regiment zu Fuß 1897–1918. Verlag Klasing & Co. GmbH. Berlin 1930
  •  Günther Voigt.: Die Garde- und die Grenadier-Regimenter 1 - 12 der preussischen Armee. In: Dermot Bradley, Hans Bleckwenn (Hrsg.): Deutschlands Heere bis 1918. Ursprung und Entwicklung der einzelnen Formationen. 1, Biblio-Verlag, Osnabrück 1980, ISBN 3-7648-1199-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Conrad war am 26. November 1916 durch Wilhelm II. zum preußischen Generalfeldmarschall ernannt worden. Karl-Friedrich Hildebrand, Christian Zweng: Die Ritter des Ordens Pour le Mérite des I. Weltkriegs. Band 1: A–G. Biblion Verlag. Osnabrück 1999. ISBN 3-7648-2505-7. S. 273.
  2. Günter Wegmann (Hrsg.), Günter Wegner: Formationsgeschichte und Stellenbesetzung der deutschen Streitkräfte 1815–1990. Teil 1: Stellenbesetzung der deutschen Heere 1815–1939. Band 2: Die Stellenbesetzung der aktiven Infanterie-Regimenter sowie Jäger- und MG-Bataillone, Wehrbezirkskommandos und Ausbildungsleiter von der Stiftung bzw. Aufstellung bis 1939. Biblio Verlag. Osnabrück 1992. ISBN 3-7648-1782-8. S. 14.