Infanterie-Regiment „Hamburg“ (2. Hanseatisches) Nr. 76

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Infanterie-Regiment „Hamburg“ (2. Hanseatisches) Nr. 76
Aktiv 1866 bis 1919
Land Stadtwappen Freie und Hansestadt Hamburg
Streitkräfte Preußische Armee
Truppengattung Infanterie
Typ Regiment
Grobgliederung siehe Gliederung
Unterstellung siehe Unterstellung
Stationierungsort siehe Garnisonen
Kommandeure
Liste der Kommandeure
Denkmal für die während des Krieges 1870/71 gefallenen Mitglieder des IR 76 von Johannes Schilling

Das Infanterie-Regiment „Hamburg“ (2. Hanseatisches) Nr. 76 war ein Infanterie-Regiment der Preußischen Armee und von 1867 bis 1919 in Hamburg (und Lübeck bis 1897) stationiert.

Organisation[Bearbeiten]

Hanseatische Besonderheit[Bearbeiten]

Da die Hansestädte Bremen, Hamburg und Lübeck Probleme mit der Stellung von genügend Wehrpflichtigen hatten, wurden keine Begrenzungen bei Einjährigen gemacht und die Reservepflicht für überseeische Wehrdienstpflichtige ausgesetzt.

Im Jahre 1867 wurde entsprechend dem Reichs-Militärgesetz die Militärhoheit der norddeutschen Stadtstaaten auf das Königreich Preußen übertragen.

Gemäß § 9 dieser Konvention wurden die Militärpflichtigen mit Lübecker Staatsangehörigkeit zu dem in Hamburg stationierten Regiment einberufen, sofern sie nicht den Wunsch äußerten, anderweitig eingesetzt zu werden. Untauglichkeit zum Infanteriedienst konnte zur Einberufung in eine andere Waffengattung wie Kavallerie, Artillerie, Train, usw. der Preußischen Armee führen. Später war auch die Einstellung in die Kontingente der anderen Armeen des deutschen Heeres möglich.

Die zur seemännischen Bevölkerung zählenden Militärpflichtigen dienten erst in der Preußischen, später in der Kaiserlichen Marine.

Unterstellung[Bearbeiten]

Zur Gründung des Regimentes 1866[Bearbeiten]

seit 7. November 1867[Bearbeiten]

Vorabend des Ersten Weltkriegs[Bearbeiten]

25. März 1915[Bearbeiten]

Gliederung[Bearbeiten]

Gliederung der 76er[Bearbeiten]

Abtretungen der 76er[Bearbeiten]

Gliederung der R76er[Bearbeiten]

  • I., II. und III. Bataillon die auf dem Felde rotierend eingeteilt werden in
    • Ruhe-Bataillon (R-Bataillon)
    • Bereitschafts-Bataillon (B-Bataillon)
    • Kampf-Bataillon (K-Bataillon)
  • temporär existiert ein IV. (Halb)Bataillon
  • temporär wird ein Taktisches Bataillon (T-Bataillon) aus je einer Kompanie jedes Bataillons gebildet
Des R76 unterstellte Truppenteile[Bearbeiten]
  • 26. Okt. 1914 - die F. M. G. A. 8b Köln (Festungs. - Masch. - Gew. - Abtlg.) wird dem Regiment zugeteilt
  • 29. Jul. 1915 - die 4./Pi.18 (4. Kompanie des "Samländischen (Festungs-) Pionier-Bataillons Nr.18") wird dem Regiment zugeteilt
  • 8. Mai 1915 - wird ein zusätzliches Taktisches Bataillon (T-Bataillon) gebildet
    • 4. Kompanie (I. Bataillon)
    • 9. Kompanie (II. Bataillon)
    • 11. Kompanie (III. Bataillon)
  • 14. Aug. 1915
    • Feld-Maschinen-Gewehr Zug 217 (FMG Zug 217) wird dem Regiment zugeteilt und der M.G.K. unterstellt
    • aus dem zugewiesenen Ersatz wird eine Minier-Kompanie gebildet
      • 1 Offizier
      • 143 Unteroffiziere und Mannschaften
  • 26. Aug. 1915 - die Minenwerfer-Abteilung 26 wird dem Regiment unterstellt
  • 29. Sept. 1915 - die 1. Kav.-M.-G.-Abtlg. wird dem Regiment zugeteilt und der M.G.K. unterstellt
  • 12. Dez. 1915 - die 2./Pi.19 (2. Kompanie des "2. Elsässischen (Festungs-) Pionier-Bataillons Nr.19") wird dem Regiment zugeteilt
  • 27. Jan. 1916 - 6 Lichtsignaltrupps werden gebildet
  • 18. März 1916 - das T-Bataillon wird wieder aufgelöst
  • 20. April 1916 - eine Bau-Kompanie wird gebildet
  • 1. November 1916 - Jedes Bataillon erhält eine eigene M.-G.-K.
  • 13. Oktober 1917 - Die drei Minenwerfer-Züge der Bataillone werden zu einer M.-W.-Kompanie vereinigt
  • Januar 1918 - es wird eine Sturmabteilung gegründet
  • 8. März 1918 - Regiment wird durch das I. Bataillon des 8. Rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 70 temporär verstärkt
  • 19. August 1918 - das II. Bataillon des Infanterie-Regiments Nr. 444 wird unterstellt und scheidet bereits am Tag darauf wieder aus dem Verband
  • 5. September 1918 - aus dem aufgelösten Infanterie-Regiment Nr. 265 erhält das Regiment das I. Batl. als Ersatz
  • gleichentags wird eine etatmäßige Minen-Werfer-Kompanie (M.-W.-K) gebildet aus
    • den drei Minen-Werfer-Zügen des Regiments
    • der M.-W.-Abteilung des zugeteilten 265er-Bataillons
    • der dem Regiment zugeteilten M.-W.-K. 217
Abtretungen der R76er[Bearbeiten]
  • 14. Mai 1915 - 2. und 6. Kompanie sowie ein Major scheiden aus dem Regiment zur Bildung neuer Truppenteile als Heeresreserve aus. Die 13. und 14. Kompanie treten als 2. bzw. 6. an deren Stelle.
  • 5. September 1916 - 8. Kompanie scheidet zur Gründung eines neuen Regimentes aus
  • 5. Oktober 1916 - zusammen mit dem I. Bataillon wird das Regiment Ritter - benannt nach dessen Kommandeur, dem Major Holger Ritter, vom Schleswig-Holsteinischen 163er-Regiment - gebildet
  • 6. Oktober 1916 - 5. Kompanie tritt temporär unter den Befehl des Lübecker Regiments
  • 7. April 1918 - die ersten 6. Kompanien treten unter den Befehl Regiments Lüttich[1] (7. I.-D.) und wird am 13. als Brigade-Reserve aus der Division herausgezogen
  • 10. April 1918 - das III. Bataillon tritt unter den Befehl des Lübecker Regiments (17. R.-D.) und nach der Eroberung Wytschaetes am 12. wieder zurück

Bewaffnung und Ausrüstung[Bearbeiten]

Hauptbewaffnung[Bearbeiten]

Gewehr 88

Uniform[Bearbeiten]

Das Regiment trug die preußische Uniform mit den der Hansestadt Hamburg zugestandenen Änderungen. So wurde am Helm und an der Mütze neben der schwarz-weiß-roten Reichskokarde die hanseatische Kokarde (rotes Hanseatenkreuz auf weißem Grund) getragen. Die Achselklappen waren weiß mit roter Nummer (76), die Ärmelpatten weiß mit gelber Paspelierung.

Bereits im August 1914 wurde auf der Fahrt nach Westen feldgraues Tuch zum Verhüllen von unzweckmäßig leuchtenden Uniformteilen ausgegeben.

Im Sommer 1915 verschwanden an der Front die langen Degen der Offiziere und Feldwebel, wodurch die Kleidung und Ausrüstung denen der Mannschaften angepasst wurden, um weiteren hohen Verlusten an Führern vorzubeugen.

Orden[Bearbeiten]

Hauptartikel: Hanseatenkreuz

Kurz nach der Schaffung des Ordens ging vom Senat zu Lübeck die Initiative aus, ein viertes Hanseatenkreuz zu erschaffen. Zu jener Zeit wurden die Kreuze lediglich an Vor dem Feind bewährte Frontkämpfer verliehen und Lübeck beabsichtigte ein Lübeckisches Kreuz an einen in der Etappe tätigen Konsul zu verleihen. Nach Konsultation zwischen dem Hamburger und Bremer Senat wurde das Ansinnen der Erschaffung eines vierten Hanseatenkreuzes abgelehnt.

Zu den Trägern des Hamburgischen Hanseatenkreuzes gehörten u. a.:

Wappen[Bearbeiten]

Das Regiment schmückte sich mit dem Wappen der Freien und Hansestadt Hamburg. Die einzige Ausnahme bildete die Fahne, da auf ihr nicht das Hamburger Wappen, sondern der preußische Adler war.

Fahnen[Bearbeiten]

Waterloosäule auf dem gleichnamigen Platz in Hannover

Durch die A. K. O. vom 24. Juni 1867 wurden dem Regiment in der Fahnenspitze den Namenszug F. W. R. tragende Fahnen verliehen. Sie wurden am 2. Juli im Potsdamer Stadtschloss genagelt. Der König schlug den ersten, der Fahnenträger den letzten Nagel ein. Tags darauf wurden die Fahnen im Lustgarten geweiht und am 7. dem Regiment auf dem Waterloo-Platz in Hannover durch den kommandierenden Generalleutnant des Korps, von Voigts-Rhetz, übergeben.

Die Fahnen erhielten am 27. Juli 1868 Fahnenspitzen mit W. R. und Krone.

Nach dem Deutsch-Französischen Krieg erhielten die Fahnen durch die A. K. O. vom 16. Juni 1871 das Eiserne Kreuz für deren Fahnenspitzen sowie schwarz-weiße Fahnenbänder verliehen. Die alten Spitzen verblieben beim jeweiligen Truppenteil. Überzugskappen mit Kreuz und Namenszug erhielten die Fahnen am 13. April 1872.Die Weihe der Musketierbataillonsfahnen fand am 20. Mai 1872 in der reformierten Kirche zu Hamburg statt. Die Fahne des Füsilierbataillons, welche in den Gefechten am 2. und 4. Dezember 1870 beschädigt wurde, wurde am 23. Mai nach Berlin gebracht und dort seiner Majestät dem Kaiser vorgestellt. Allerhöchstselbst verfügte dieser, dass die Fahne eine neue Spitze mit dem eisernen Kreuze und unter der Spitze einen silbernen Ring mit der Gravierung

„Loigny (Orleans) 2. Dezember 1870”

erhalten solle. Die Weihe dieser Fahne fand am 30. Juni 1872 in der Lübecker Garnisonskirche statt.

Das zum 2. Oktober 1893 aus Abgaben der drei Bataillone mit dem Kompanien 13 und 14 neu formierte IV. (Halb)-Bataillon erhielt am 18. Oktober 1894 eine Fahne.

Die Fahnen der Bataillone I, II und III erhielten am 18. August 1895 schwarz-weiß-rote Fahnenbänder mit Schlachtenspangen. Die der Bataillone I und II trugen die 14 Namen: Paris, Toul, Metz, St. Corneille, Le Chêne-Les Cohernières, Le Chêne, Le Mans, Conneré-Thorigué, Frétéval und Morée, Beaugency-Cravant, Meung, Orléans, Loigny-Poupry, Dreux. Die des III. Batallons die 11 Namen: Paris, Toul, Metz, Le Mans, Conneré-Thorigué, Frétéval und Morée, Beaugency-Cravant, Meung, Orléans, Loigny-Poupry, Dreux.

Am 17. Oktober 1897 erhielt das neue III. Bataillon eine Fahne. Die bisherige Fahne des IV. Bataillons wurde fortan bei feierlichen Gelegenheiten vom I. Bataillon mitgeführt.

Die Fahnen des Regiments erhielten am 14. Dezember 1899 je zwei Spangen. Die ersten trugen auf ihrer Vorderseite dir Kaiserkrone mit dem allerhöchsten Namenszug W. II. und auf der Rückseite das Doppeldatum 1. Januar 1900 und 27. September 1866. Die zweiten Spangen trugen auf der Vorderseite die Kaiserkrone ohne Namenszug und auf der Rückseite das Datum 1. Januar 1900. Die Spangen wurden an den schwarz-weißen Bändern befestigt.

Für die große Menge an Linien-Infanterie-Regimentern wurde von Kaiser Wilhelm II. per Ordre vom 18. Dezember 1890 bestimmt, dass die Farbe der Fahnentücher sich nach der der Achselklappen zu richten habe. Hierdurch wurde innerhalb des Korps eine Gleichförmigkeit erzielt. Das IX. Korps trug weiße Achselklappen. Die neuen Fahnen sollten den Truppenteilen vor der dem Kaisermanövern vorausgehenden Kaiserparade übergeben werden. Ab 1900 fand die feierliche vorherige Weihe der neuen Feldzeichen in der Ruhmeshalle des Berliner Zeughauses statt. Somit wurden die Fahnen der Bataillone am 28. August 1904 genagelt und den Bataillonen anlässlich der in Altona am 4. September 1904 übergeben.

Die Fahnen wurden um 1915 aus dem Felde nach Hamburg zurückgeführt, weil ihre Verwendung im Kampfe nicht mehr der Kampfführung entsprach und unnötige Opfer forderte.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten]

Durch A. K. O. vom 27. September 1866, welches deren Stiftungstag werden sollte, wurde nach dem Deutschen Krieg am 30. Oktober 1866 das Infanterie-Regiment Nr. 76 gegründet. Es trat am 4. November 1866 erstmals in Bromberg zusammen und wurde aus je 3 Kompanien der Pommerschen Regimenter Nr. 2, Nr. 4, Nr. 6 und Nr. 8 gebildet. Die 76er gehörten dem Verband des X. Armee-Korps an und trafen am 9. in Hannover bzw. am 11. in Hameln ein.

Mit ihrem Beitritt zum Norddeutschen Bundes wurden die Bundeskontingente der Freien Hansestädte aufgelöst. Hamburg verlor mit dem 15. Mai 1867 seine eigene Wehrhoheit und musste als Friedensgarnison zwei Bataillone aufnehmen. Am 1. Oktober 1867 wurden gemäß einer Konvention vom 27. Juni 1867 Mannschaften und Unteroffiziere der aufgelösten Regimenter Hamburgs (des Stadtmilitärs in Garnison) und Lübecks in das neue Regiment übernommen. Der Stab sowie das I. und II. Bataillon kamen nach Hamburg und wurden zunächst in Alsterdorf, Groß Borstel und Niendorf untergebracht. Die Füsiliere aus Hameln wurden nach Lübeck verlegt, das durch eine Militärkonvention ebenso seine Wehrhoheit aufgab. Das Lübecker Militär wurde aufgelöst. Den Soldaten dieses stehenden Heeres war es freigestellt, den Dienst bei der preußischen Armee fortzusetzen.

Das Regiment trat am 8. September 1867 in den Verband des IX. Armee-Korps, erhielt neue Garnisonen und am 7. November 1867 die neue Benennung 2. Hanseatisches Regiment Nr. 76.

Diese neuen Bedingungen bedeuteten auch das Ende der bürgerlichen Wehrformationen (Miliz) der beiden Hansestädte. Die Lübecker Bürgergarde wurde am 1. November 1867 und das Hamburger Bürgermilitär am 30. Juli 1868 aufgelöst.

Das Füsilier-Bataillon aus Lübeck erhielt per A. K. O. vom 4. Januar 1889 die neue Bezeichnung III. Bataillon

Das III. Bataillon trat am 1. April 1897 als II. Bataillon des Infanterie-Regiments Nr. 162 mit seiner Fahne über und das bisherige IV. Bataillon bildete zusammen mit dem des 1. Hanseatischen Infanterie-Regiments Nr. 75 das neue III. Bataillon der 76er.

Garnisonen[Bearbeiten]

Die Alte Kaserne des einstigen III. Bataillons zu Lübeck
  • 1867
    • Musketiere (später I. und II. Bataillon) - Hamburg
    • Füsiliere (später III. Bataillon) - Lübeck
  • 1897
    • drei Bataillone - Hamburg

Mitglieder des Regiments[Bearbeiten]

Aktives Regiment[Bearbeiten]

Chefs[Bearbeiten]
Kommandeure[Bearbeiten]
Füsilierbataillon 1871, nach Ende des Krieges wird der Bataillons- zum Regimentskommandeur ernannt
Sonstige Offiziere[Bearbeiten]

Reserve-Regiment[Bearbeiten]

Kommandeure des R76[Bearbeiten]
Dienstgrad Name Beginn der Berufung
Oberstleutnant Ernst von Heynitz 4. August 1914
Oberstleutnant Krieger (in Vertretung) 17. September 1914
Major Riechelot (in Vertretung) 5. Oktober 1914[3]
Oberstleutnant Ernst von Heynitz 20. Dezember 1914
Major Grützmacher 24. November 1916[4]
Major Holger Ritter (in Vertretung) 16. März 1917[5]
Major Otto Dziobek (in Vertretung) 14. April 1917[6]
Major von Grawert 18. April 1917
Major Ritter (in Vertretung) 27. September 1917[7]
Major Lawrenz (in Vertretung) 1. August 1918[8]
Major Otto Dziobek (Führung) 18. Oktober 1918[9]
Sonstige Offiziere des R76[Bearbeiten]

Infanterie-Regiment Nr. 76 im Frieden[Bearbeiten]

Kaisermanöver[Bearbeiten]

Kaiserparade zu Altona
  • 1890 nahm das Regiment erstmals am ‚Kaisermanöver‘ teil. Nach Detachementsübungen in Salzgitter, Divisionsübungen und Exerzieren gegen einen markierten Feind, fand das 12. Korpsmanöver mit anschließender Parade vor dem Kaiser in Flensburg statt.
  • 1904 Teilnahme am Kaisermanöver wieder am Kaisermanöver, diesmal in Altona, teil.
  • 1912 wurde erwogen das Manöver in Lübeck stattfinden zu lassen. Letztendlich erhielt jedoch der Sitz des IX. Armee-Korps, Altona, wieder den Zuschlag.

Preisschießen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Kaiserabzeichen

Um die Qualität des Schießens zu steigern wurde ein jährliches Preisschießen für Offiziere und Unteroffiziere des Korps festgelegt.

Am 4. August 1888 wurde erstmals um

  • einen mit dem Namenszug Se. Majestät versehenen Säbel (Offizier)
  • eine goldene Uhr (Unteroffizier)

geschossen.

Dennoch ließ die Begeisterung nach und so fiel das „Einzelprüfungsschießen“ 1898 aus. Per AKO wurde es, als nicht mehr zeitgemäß, ganz abgeschafft und durch das „Vergleichsschießen“ ersetzt. Zudem wurde das „Gefechtsschießen“ des Regiments erstmals in der Gruppe abgehalten.

Boxeraufstand[Bearbeiten]

Hauptartikel: Boxeraufstand

Freiwillige des Regiments kämpften im Expeditionskorps nach China 1900. Dabei kam 1 Mann ums Leben.

Auf der Kaiserparade am 5. September 1904 in Altona wurden den drei hanseatischen Infanterie-Regimentern Nr. 75, 76 und 162 vom Kaiser die Namen Bremen, Hamburg und Lübeck verliehen.

Aufstand in Deutsch-Süd-West-Afrika[Bearbeiten]

Freiwillige des Regiments waren 1904 bis 1906 im Expeditionskorps. Dabei wurden 5 Soldaten verwundet und 1 getötet.

Feldzüge[Bearbeiten]

Deutsch-Französischer Krieg[Bearbeiten]

Füsilierbataillon in der Schlacht von Loigny
Einzug des Füsilierbataillons am 18. Juni 1871 in Lübeck

Ende August 1870 zog das 2. Hanseatische Infanterie-Regiment Nr. 76 in den Krieg gegen Frankreich.

Mit der Mobilmachung des Regiments verwandte man es als Küstenschutz der Nord- und Ostsee, da im Raum der Ostfriesischen Inseln ein massiver Schlag der französischen Marine samt Invasion befürchtet wurde. Als diese ausblieb wurde das Regiment nach Westen verlegt.

Es kämpfte unter anderem bei der Belagerung von Metz, Schlacht von Loigny - bei der die Fahne des III. Bataillons durch einen Treffer beschädigt wurde -, Schlacht von Orléans, Schlacht bei Le Mans sowie der Belagerung von Paris. Hermann de Boor[10] hielt das Regiment in der Schlacht von Loigny auf einem Gemälde fest. Diese Schlacht sollte in dem später für das aus dem III. Bataillon entstehende Lübecker 3. Hanseatische Regiment Identitätsstiftend werden.

Nach Ende des Krieges wurden die Hamburger Bataillone am 17. Juni 1871 mit einem Festakt auf dem Rathausmarkt empfangen. Die beiden Bataillone konnten am 15. Juli 1871 die neue Kaserne an der Bundesstraße (Rotherbaum zwischen Louisenstraße und Papendamm) beziehen. Der 1869 begonnene Kasernenbau hatte zwischenzeitlich als Kriegsgefangenenlager gedient.[11]

1897 wurde das III. Bataillon in Lübeck zum II. Bataillon des neu aufgestellten 3. Hanseatischen Infanterie-Regiments.

Die Kriegstätigkeit des Regiments schilderte Wilfried Niemann in seinem 1876 erschienenen Buche.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

Hauptartikel: Erster Weltkrieg
Unterstellungen[Bearbeiten]

aktives 76er-Regiment

- 25. März 1915

Das Regiment gehörte zu Beginn des Ersten Weltkrieges zur 1. Armee. Im Oktober 1915 Armee-Reserve der 6. Armee (Kronprinzen Rupprecht) bevor es zur Sommeschlacht wieder in die 1. Armee zurückkehrte.

76er.Regiment der Reserve

Kriegsgliederung

Aufstellung

seit 5. September 1916

Infanterie-Regiment „Hamburg“ (2. Hanseatisches) Nr. 76[Bearbeiten]

Die aktiven 76er machten bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs am 2. August 1914 mobil und kamen an die Westfront. Zunächst war es in Belgien an der Eroberung der Festung Lüttich beteiligt und kämpfte im September in der Schlacht an der Marne bei Esternay.[13] Nach schweren Verlusten wurden die Reste des Regiments am 21. September 1914 zu drei Kompanien zusammengefasst. Sieben Tage später füllte man das Regiment wieder auf und formierte es zu sechs Kompanien sowie einer MG-Kompanie. Daraus wurden Ende des Monat zwei Bataillons mit je drei Kompanien gebildet. Mitte Oktober 1914 bestand das Regiment wieder aus drei Bataillonen. Bis kurz vor heilig Abend lag das Regiment vor Thiescourt

  • Ab 25. März 1915 unterstand das Regiment der 221. Infanterie-Brigade (111. Division)

1914/18

  • Nach dem Vormarsch durch Belgien und Frankreich kämpfte das Regiment den ganzen Krieg über nur im Westen.
  • 1914: Mons, St. Quentin, Marneschlacht,
  • 1915: Les Eparges, Artoin, Arras,

In den Grabenkämpfen um Les Eparges wurden beim Einnehmen der französischen Gräben durch das II/76 13 Offiziere und 423 Mannschaften getötet, das war das erste Gefecht des Regiments mit enormen Verlusten. Des Weiteren wurden ca. 700-800 Gefangene durch das II/76 gemacht.

  • 1916: an der Somme in Guillemont ist das II. Batt. bis auf weniger dutzend Männer aufgerieben worden. Mano-Höhen,
  • 1917: an der Somme, Siegfriedstellung, Arras, Flandern (hier wurde fast das ganze Regiment vernichtet so daß das Regiment nach der Schlacht nur noch eine Kopfstärke von 138 Mann hatte) an der Maas und Mosel, Cambrai,
  • 1918: Kaiserschlacht, Bapaume, Arras, Albert, Monchy, Lens, Hermannstellung, Antwerpen-Maas Stellung.

Insgesamt dienten 19.899 Mann im Laufe des Krieges im Regiment. Von den über 3.000 Mann des Infanterieregimentes 76 die im August 1914 in den Krieg zogen, überlebten nur 647 den Krieg.

Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 76[Bearbeiten]
Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 76
Aktiv 1914 bis 1919
Land Stadtwappen Freie und Hansestadt Hamburg
Streitkräfte Deutsches Heer
Teilstreitkraft Heer
Truppengattung Infanterie
Typ Infanterie-Regiment
Grobgliederung siehe Gliederung
Stärke 3.118 (Verpflegungsstärke)

3.000 (Gefechtsstärke)

Unterstellung siehe Unterstellungen
Schlachten Westfront
Schlacht an der Somme
Frühjahrsschlacht bei Arras
Siegfriedstellung
Große Schlacht in Frankreich
Vierte Ypernschlacht
Hermannstellung
Leitung
Kommandeure Siehe Kommandeure

1914

Nach der Mobilmachung wurde das Regiment zuerst beim Grenzschutz in Nord-Schleswig eingesetzt bevor es nach Belgien versetzt wurde. Auf dem Weg in das Feld geriet es in die "Verwicklungen" in und um Löwen.

In der Schlacht von Noyon erhielt das Regiment seine Feuertaufe. Oberstleutnant von Heynitz wurde hierbei am 17. September schwer verwundet. Mit hohen Verlusten gelingt es aber dem Reserve-Korps sich gegenüber einer 2½-fachen Übermacht siegreich zu behaupten. Es folgten die ersten Stellungskämpfe vor Orval.

Nach Kämpfen in Saint Aurin und zwischen Beuvraigne und Laucourt endete das Jahr für die Reserve der 76er bei Thiescourt.

1915

Im Februar kehrte das Regiment zurück nach Beuvraigne. Aus dem 400 Mann starken im März eintreffenden Ersatz wird Kompanie 13. und 14., das IV. (Halb-)Bataillon des Regiments, gebildet.

Im August wird mit dem Bau einer Feldbahn zwischen Amy und Margny begonnen.

Ende Oktober wird das Regiment Armee-Reserve in Douai, bevor es im Dezember wird es zum Souchezbach an die Gießlerhöhe versetzt. Es ist ein Ausläufer der Vimyhöhen, der, wie die Lorettohöhe, dem Feind einen strategischen Vorteil bot.

1916

Übersicht von Loos bis Thelus
Sommeschlacht

Bei der Erstürmung der Höhe, 21. Februar - zeitgleich mit dem Beginn der Schlacht von Verdun -, war das Regiment nur passive Reserve.

Am 21. März besucht Bürgermeister Carl August Schröder das Regiment.

Nach der Erstürmung der Vimy-Höhe, Operation Schleswig-Holstein (21. Mai 1916), wurde das Schleswig-Holsteinische Infanterie-Regiment Nr. 163 aus dem Verband der 17. Reserve-Division gezogen. Das R.-I.-R. 76 löste es auf den Höhen von Givenchy ab. Die Vimy-Höhen wurden erst 1917 in der Frühjahrsschlacht von Arras wieder verloren. Am 18. Juni wurde das Regiment hier Augenzeuge als Max Immelmann, der Adler von Lille bei Sallaumines abstürzte.

Im Juli wird das Regiment nach Loos versetzt bevor es zu seinem ersten Einsatz in der Schlacht an der Somme, 24. Juli - 10. August, zum Foureaux-Wald beim Windmühlenhügel nahe Pozières versetzt wird.

Von der Somme-Schlacht kommend Hohenzollernwerk Auchy-chez-La-Bassee am Hohenzollernwerk. Hier übernimmt Oberst v. Heynitz die Führung der neuaufgestellten seinen Namen tragende Brigade aus der R76 und des I.-R. 162.

Mit dem 4. Oktober trifft das Regiment zu seinem zweiten Einsatz an der Somme bei Sailly ein. Vier Tage später ist der Verlust der 5. und 6. Kompanie zu verzeichnen. Am 12. Oktober verlässt das Regiment das Schlachtfeld, erhält am 14. in Bertry den Dank vom Kommandierenden General, Max von Boehn, und wird dort am 15. vom bayerischen Kronprinzen, sein Regiment löste zuvor das Regiment ab, besichtigt.

Nach dem zweiten Einsatz nimmt es am 19. Oktober an der Parade in Honnecourt vor Kaiser Wilhelm II. teil. Dieser besichtigt das Regiment am darauffolgenden Tag in Meulebeeke.

Wenige Tage später wurde das Regiment nach Flandern in den Ort Poelcapelle verlegt, hier sollte später die Frontlinie der Dritten Ypernschlacht verlaufen.

1917

Siegfriedstellung

Hier bleibt das Regiment, mit einer Ruhepause vom 22. Januar bis 22. Februar, bis Ende März. Zurück an der Front wird es vor Tilloy eingesetzt. Am Ostermontag, Beginn der Frühjahrsschlacht bei Arras, verliert es hier sein II. Bataillon sowie die 2. und 4. Kompanie und wird nach Monchy zurückgedrängt. Obwohl sie bereits an der Somme eingesetzt wurden, stieß das Regiment hier erstmals auf Tanks. Am zweiten Tage der Schlacht mussten die Reste des Regiments abgelöst werden.

Nach einer verkürzten Ruhe-Pause kommt das Regiment in die Siegfriedstellung vor Havrincourt. Bis Mitte Mai verbleibt hier, wo im Jahr darauf, bei der Schlacht von Havrincourt, die Stellung durchbrochen werden sollte, das Regiment bevor es an eine andere Stelle im Artois verlegt wird. Hamburgs Bürgermeister, Werner von Melle, besucht hier am 13. September das Regiment. Mitte November werden die R76er durch die aktiven 76er abgelöst.

Es geht zurück nach Flandern. Becelaere[14] ist der neue Einsatzort. Das Regiment wird mit der Handhabung des 08/15 vertraut gemacht. Das Regiment schickt eine Deputation an den ehemaligen kommandierenden General des Korps, Max von Boehn, anlässlich dessen 50jähringen Dienstjubiläums am 1. Dezember 1917.

Am 28. Dezember wird es zur Ruhe und Ausbildung nach Kortryk versetzt.

1918

Eroberung Wytschaetes

Ende Januar war es zurück an die Front auf den Anhöhen Hollebekes. Am 14. Februar wird allgemeine Urlaubssperre verhängt, wobei die Urlauber bis 27. d. M.s zurückgekehrt sein müssen.

Am 10. April griff die 4. Armee südlich Yperns an. Im Rahmen der seit März andauernden Deutschen Frühjahrsoffensive sollte die 17. R.-D. zusammen mit der 7. I.-D. als Vorbereitung der Erstürmung des Kemmelberges als Teil der Vierten Flandernschlacht Meesen und Wytschaete erobern. Der Major von Grawert wird am 18. April zum Oberstleutnant befördert. Bei Naedelstede wird das Regiment am 23. Aprilabgelöst.

718 Gefangenen, 1 38 cm-Geschütz, 2 Langrohr-Geschütze, 2 7,5 cm-Geschütze, 21 Maschinen-Gewehre, 1 Minenwerfer und zahlreiches Gerät sowie Munition standen ein Verlust von 45 Offizieren sowie 643 Unteroffizieren und Mannschaften gegenüber.

Nach einem Monat der Ruhe als Grenzschutz bei Maldeghem an der holländischen Grenze, geht es nach Saint-Maur-des-Fossés vor dem König-David-Wald.

Rückzugskämpfe

Ab August bricht die Front zusammen und das Regiment wird wiederholt zurückverlegt: am 10. nach Canny-sur-Matz, am 19. nach Fresnières, am 28. nach Cugny und am 30. nach Fresnoy. Zwei Tage später wird es von Max von Boehn inspiziert.

Am 18. September wird die Division Heeresgruppenreserve der Armeeabteilung Combres, am 30. September der Gruppe Maas-Nord und am 4. Oktober der 4. Armee. Am 9. Oktober wird es, zur HGr v. Boehn zurückkehrend, nach Landrecies östlich von Le Cateau-Cambrésis verladen.

Nach dem zwischenzeitlichen Zurückweichen auf die Hermannstellung enden die Gefechtshandlungen des Regiments am 25. Oktober 1918. Das Regiment beklagt einen Verlust von 2.353 Toten.

Das Regiment zieht in den folgenden Tagen nach Hautmont, Givet und macht dann bis zum 4. November Rast in La Louvière. Dann soll es in Manage verladen werden, was sich aufgrund bahntechnischer Probleme aber um 24. Stunden verschiebt. Das Regiment wird geteilt: Der Regiments-Stab mit den drei Maschinengewehrkompanien fährt nach Rämingen und marschiert bis zum 11. November nach Diedendorf. Die drei Transportzüge der Bataillone werden hingegen auf offener Strecke vor Löwen angehalten und fahren kurz darauf zurück nach Manage. In Godarville werden sie dem 21. Reserve-Division unterstellt.

Ende des R76

Gemäß dem Waffenstillstand von Compiègne war Elsaß-Lothringen binnen 15 Tagen nach Abschluss des Abkommens zu räumen und die linksrheinischen Gebiete binnen weiterer 15 Tage zu entmilitarisieren.

Rückzug des Stabes samt Maschinengewehrkompanien
Hannoverscher Bahnhof

Das Regiment sicherte am 12. November Wintersberg, am 13. Littenheim am 14. Lampertheim bevor es am 16. in Schiltigheim das Landsturmbataillon Wasserburg ablöste. Vom 19. bis 20. wurde das Regiment in die Kaiser Wilhelm-Kaserne nach Mutzig bei Straßburg verlegt. Am Morgen des 21. verließ das Regiment dem Brigadekommandeur Oberst Hans von Werder Straßburg und somit Frankreich über eine den Rhein überspannende Pontonbrücke in Richtung Kehl. Am 22. beginnt die Heimfahrt und kurz nach Mitternacht des 25. Novembers 1918 trifft das Regiment auf den Hannoverschen Bahnhof ein, wo es von Senat und Mitgliedern des Arbeiter- und Soldatenrats begrüßt wird.

Rückmarsch der Bataillone

Gegen Mittag des 11. Novembers wurde der Waffenstillstand verkündet und danach Richtung Obaix abgerückt. Am 13. wurde es der 18. Reserve-Division unterstellt und ein Soldatenrat gebildet. Die Division marschierte als letzte in der Rückmarschkolonne. Die Maas wird am 20. überschritten. Am 24. erreichen sie bei Michelshütte im Hohen Venn die deutsche Grenze und biwakierten am Abend des 30. in Rodenkirchen. Am Folgetag überquerte es am späten Vormittag die Rheinbrücke nach Köln-Deutz womit um 12 Uhr das linksrheinische Gebiet von deutschen Truppen geräumt war. Die Bataillone werden am 13. Dezember, bis auf Gefechts- und große Bagage, in Wennemen verladen und erreichen am 14. Dezember ebenfalls den Hannoverschen Bahnhof. Von hier ziehen sie zum Rathausmarkt wo sie vom Vorsitzenden des Arbeiter- und Soldatenrates in der Stadt begrüßt werden.

Demobilisierung[Bearbeiten]

IR 76[Bearbeiten]

Nach Kriegsende kehrte das Regiment nach Hamburg zurück, wo es ab 16. Dezember 1918 demobilisiert und anschließend aufgelöst wurde. Viele der Regimentsangehörigen formierten sich nach den Krieg in der Wachabteilung Bahrenfeld (Stadtteil von Hamburg).

RIR 76[Bearbeiten]

Hachmannplatz

Vom 15. bis 17. Dezember 1918 erfolgte die Demobilisierung.

Am 18. Dezember war offizieller Dankes- und Ehrentag. Am Vormittag trat das Regiment in der Öffentlichkeit auf dem Hachmannsplatz an. Der Senat gab dem Regiment in den Räumen des Neuen Schlachthofs ein Essen wofür die Hapag die Bedienung stellte. Am Abend traf es letztmals in den Räumen des Conventgartens zusammen. Nach dessen Beendigung hörte das 76er Reserve-Regiment auf zu existieren.

Die Bagage erreichte Hamburg am 22. Dezember. Diese wurde am 24. im Artillerie-Depot Bahrenfeld abgegeben. Vom Regiment war ein Demobilmachungskommando für die verbleibenden Auflösungsarbeiten gegründet worden.

Sonstiges[Bearbeiten]

Denkmäler[Bearbeiten]

1936 errichtetes Kriegerdenkmal der Hamburger Regimenter
Mit seiner Aufschrift
„Dem Infanterie Regiment Hamburg 2. Hanseat. No 76
und seinem Reserve-Infanterie-Regiment No 76“
gedenken die Hamburger den Gefallenen ihrer beiden Regimenter des Ersten Weltkrieges.
Es ist mit der viel kritisierten Inschrift „Deutschland muss leben und wenn wir sterben müssen“ des Gedichts „Soldatenabschied“ aus dem Jahre 1914 von Heinrich Lersch versehen. Dieses Zitat und der Umgang damit ist in Hamburg viele Jahre Thema hitziger und kontrovers geführter Auseinandersetzungen gewesen. Der Hamburger Senat beschloss Anfang der 1980er Jahre, neben das denkmalgeschützte Ehrenmal einen als „Mahnmal gegen den Krieg“ konzipierten Gegenentwurf von Alfred Hrdlicka zu stellen. Dies wurde ab 1983 in Teilen realisiert. Entstanden sind der "Hamburger Feuersturm" (1985) und die "Fluchtgruppe Cap Arcona" (1986).

Traditionspflege[Bearbeiten]

Nach der Auflösung wurde die Tradition in der Reichswehr zunächst von der 9. Kompanie des 6. Infanterie-Regiments übernommen. Sie ging dann im Jahre 1937 auf das in Hamburg neuaufgestellte „Infanterie-Regiment Nr. 76“ der Wehrmacht über.

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

HL Damals – Livonius.jpg
  • O. Ahrends: Mit dem Regiment "Hamburg" in Frankreich (I.R. Nr. 76) 1929 München, Verlag Reinhardt, 226 Seiten.
  • Hans von Albert : Infanterie- Regiment Hamburg ( 2. Hanseatisches ) Nr. 76; 1903 Hamburg Wauke, 31 Seiten.
  • Ad. Birkholz: Das 2te Hanseatische Infanterie-Regiment Nr. 76 im Kriege gegen Frankreich 1870 u. 71.; 1871 Hamburg: Hoffmann & Campe, 60 Seiten.
  • Otto Dziobek: Geschichte des Infanterie-Regiments „Lübeck“ (3. hanseatisches) Nr. 162. erste Auflage. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. D. 1922. (Offizier-Verein ehem. 162er)
  • Hugo Gropp: Hanseaten im Kampf. Das Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 76. Erlebnisse bei dem Res.-Inf.-Rgt. 76 im Weltkriege 1914/18. zusammengestellt im Auftrage des "Vereins ehemal. Angehöriger Reserve 76 e.V." Druck Klindworth & Neuenhaus, Hamburg 1932.
  • W. Livonius: Chronik des Füsilier-Bataillons, 2. Hanseatischen Inf.-Reg. No. 76 von der Errichtung bis zur Rückkehr aus dem Feldzuge 1870/71; 1891, Lübeck., Bernhard Nörhring, 76 Seiten.
  • Wilfried Niemann: Geschichte des 2. Hanseatischen Infanterie - Regiments Nr. 76; Hamburg, W. Mauke Söhne, 1876, 235 Seiten.
  • Harry von Rège: Offizier-Stammliste des Infanterie-Regiments Nr. 76; Mauke, Hamburg 1902, OCLC 252978009
  • Holger Ritter: Geschichte des Schleswig-Holsteinischen Infanterie-Regiments Nr. 163. Leuchtfeuer Verlag, Hamburg 1926. (Band 184 des preuß. Anteils der Erinnerungsblätter)
  • Herbert von Sydow: Das Infanterie-Regiment Hamburg <2. Hanseatisches> Nr. 76 im Weltkriege 1914/18 (Erinnerungsblätter deutscher Regimenter. Ehem. preuß. Truppenteile; Heft 52), 1922, Oldenburg-Berlin, G. Stalling, 218 Seiten.
  • Oberstleutnant a.D. W.Nau: Beiträge zur Geschichte des Regiments Hamburg; Alster-Verlag Hamburg 1925, 5 Bände
  • Hauptmann Wilfried Niemann: Geschichte des 2. Hanseatischen Infanterie-Regiments Nr. 76; Verlag W. Mauke Söhne 1876

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Infanterie-Regiment „Hamburg“ (2. Hanseatisches) Nr. 76 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Bezeichnung Lüttich ist wahrscheinlich der Name des Regimentsführers. In der damaligen Literatur wurden die Regimenter oft mit dem Namen ihres Führers bezeichnet, so z. B. das Regiment Rettberg (Nr. 162), das Regiment Sick (Nr. 163) oder auch das Regiment Grawert (R. 76). Welche Nummer das Regiment Lüttich trug, konnte noch nicht ausfindig gemacht werden.
  2. Otto Wilh. Ph.. v. Ramdohr (1854-1924) sodann Kmdr.36.Inf-Brig., vgl. G.Wegner(1996) Stellenbesetzung der Deutschen Heere 1815-1939, Band 2, S.201
  3. wird im Januar 1915 Kommandeur des Infanterie-Regiments „Herzog von Holstein“ (Holsteinisches) Nr. 85
  4. Oberst v. Heynitz wurde am Tag zuvor zum Kommandeur der 85. Reserve-Infanterie-Brigade ernannt
  5. Der Kommandierende Grützmacher ist zu einem Lehrgang in die Gas-Schule abkommandiert
  6. übernimmt die Führung für den in der Nacht verschiedenen Regimentskommandeur
  7. für den auf vier Wochen beurlaubten Regimentskommandeur
  8. für den auf vier Wochen beurlaubten Regimentskommandeur
  9. Oberstleutnant von Grawert wurde am Vortag schwer verwundet und starb auf dem Rücktransport
  10. Herrmann de Boor
  11. Schütt: Die Chronik Hamburgs, Chronik Verlag, 1991
  12. Hugo Gropp: Hanseaten im Kampf. Das Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 76. Erlebnisse bei dem Res.-Inf.-Rgt. 76 im Weltkrieges 1914/18, zusammengestellt im Auftrage des "Vereins ehemal. Angehöriger Reserve 76 e.V." Druck Klindworth & Neuenhaus; Hamburg 1932, 377 Seiten
  13. Hugo Gropp: Hanseaten im Kampf. Das Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 76.; Erlebnisse bei dem Res.-Inf.-Rgt. 76 im Weltkrieg 1914/18, zusammengestellt im Auftrage des "Vereins ehemal. Angehöriger Reserve 76 e.V." Druck Klindworth & Neuenhaus; Hamburg 1932, 377 Seiten
  14. spätere Bezeichnung: Beselare
  15. von ihm stammten auch die Denkmäler des Schleswiger Regiments Nr. 84 sowie dem des Rendsburger Nr. 85