Amphoe Fang

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fang
ฝาง
Provinz: Chiang Mai
Fläche: 888,1 km²
Einwohner: 112.035 (2012)
Bev.dichte: 136,3 E./km²
PLZ: 50110, 50320
Geocode: 5009
Karte
Karte von Chiang Mai, Thailand mit Fang
„Fang“ in Lan-Na-Schrift

Amphoe Fang (in Thai: อำเภอ ฝาง) ist ein Landkreis (Amphoe – Verwaltungs-Distrikt) im nördlichen Teil der Provinz Chiang Mai. Die Provinz Chiang Mai liegt in der Nordregion von Thailand.

Geographie[Bearbeiten]

Amphoe Fang liegt unweit der Grenze zu Myanmar in etwa 655 Metern Höhe im sogenannten Goldenen Dreieck. Fang befindet sich etwa 125 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Chiang Mai und nur 24 Kilometer südöstlich der Grenze zu Myanmar.

Benachbarte Distrikte (von Nordosten im Uhrzeigersinn): die Amphoe Mae Ai der Provinz Chiang Mai, Mae Suai der Provinz Chiang Rai und Chai Prakan wiederum aus der Provinz Chiang Mai, sowie der Shan-Staat von Myanmar.

Der Nationalpark Doi Phahom Pok liegt im Distrikt Fang.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach der „Yonok-Chronik“ wurde Mueang Fang im Jahr 641 von König Lawa Changkarat gegründet. Später regierte König Mangrai über Fang, bevor er ab 1294 Wiang Kum Kam und Chiang Mai gründete.[1] Die Stadt bildete dann die Ausgangsbasis für die Eroberung des „Hariphunchai“-Reiches der Mon durch die Thai[2] und entwickelte sich im 14. und 15. Jahrhundert zu einem bedeutenden Handelszentrum. Lange Zeit war Fang ein wichtiger Außenposten des Widerstandes gegen die birmanischen Expansionsbestrebungen in Nord-Thailand, wurde aber schließlich 1732 erobert. Ende des 18. Jahrhunderts gelang den Thai unter König Taksin die Rückeroberung. 1910 wurde Fang schließlich Teil der Provinz Chiang Rai und erhielt den Namen „Amphoe Mueang Fang“.[3] 1925 wurde Fang Chiang Mai unterstellt,[4] und 1938 wurde das „Mueang“ aus dem Namen entfernt, da es für Haupt-Distrikte der Provinzen reserviert war.[5]

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts galt der Ort als Knotenpunkt des Opiumhandels und Waffenschmuggels im Goldenen Dreieck. Heute ist Fang eine allmählich touristische Strukturen entwickelnde, aufstrebende Provinzstadt. Der Opiumanbau in der Umgebung wird mit Hilfe massiver finanzieller Zuwendungen der Regierung in Bangkok verstärkt auf alternative landwirtschaftliche Produkte umgestellt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Blick in das Fang-Tal

Gemessen an ihrer Vergangenheit besitzt die Stadt relativ wenig besichtigenswertes Kulturgut. Reste der Befestigungsanlage aus der Gründungszeit und ein Brunnen, in den sich König Udom Sin und seine Frau gestürzt haben sollen, um der Gefangennahme durch die Birmanen zu entgehen, werden gerne gezeigt.

Besuchenswert sind die etwa zehn Kilometer außerhalb des Stadtzentrums gelegenen heißen Schwefelquellen, etwa 50 an der Zahl. Sie liegen im Nationalpark Doi Phahom Pok, auch Mae Fang genannt.

Ebenfalls einen Abstecher lohnt die landwirtschaftliche Versuchs- und Lehrfarm des Tribal Welfare Committee, auf der den Opiumbauern der Region der Anbau alternativer Produkte vermittelt wird.

Verwaltung[Bearbeiten]

Provinzverwaltung[Bearbeiten]

Der Kreis ist in acht Kommunen (Tambon) eingeteilt, die sich weiter in 128 Dörfer (Muban) unterteilen.

No. Name Thai Dörfer Einw.[6]
01. Wiang เวียง 19 24.970
03. Mon Pin ม่อนปิ่น 22 17.243
04. Mae Ngon แม่งอน 18 16.018
05. Mae Sun แม่สูน 17 14.364
06. San Sai สันทราย 17 11.074
10. Mae Kha แม่คะ 15 13.355
11. Mae Kha แม่ข่า 13 09.424
12. Pong Nam Ron โป่งน้ำร้อน 07 05.587

Hinweis: Die fehlenden Nummern (Geocodes) gehören zu den Tambon aus denen heute Chai Prakan besteht.

Lokalverwaltung[Bearbeiten]

Es gibt vier Kommunen mit „Kleinstadt“-Status (Thesaban Tambon) im Bezirk:

  • Wiang Fang (เทศบาลตำบลเวียงฝาง) besteht aus Teilen des Tambon Wiang.
  • Ban Mae Kha (เทศบาลตำบลบ้านแม่ข่า) besteht aus Teilen des Tambon Mae Kha.
  • Mae Kha (เทศบาลตำบลแม่ข่า) besteht aus weiteren Teilen des Tambon Mae Kha.
  • San Sai (เทศบาลตำบลสันทราย) besteht aus dem ganzen Tambon San Sai.

Außerdem gibt es sechs „Tambon-Verwaltungsorganisationen“ (องค์การบริหารส่วนตำบล – Tambon Administrative Organizations, TAO) für die Tambon oder die Teile von Tambon im Landkreis, die zu keiner Stadt gehören.

Literatur[Bearbeiten]

  • Baedeker Thailand. 5. Auflage. Ostfildern: Baedeker 2001. S. 202 ff. ISBN 3-87504-541-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Chiang Mai Chronicle 2nd Edition, Übers. David K. Wyatt und Aroonrut Wichienkeeo, Chiang Mai: Silkworm Books, 1998, S.18 ISBN 978-974-7100-62-4
  2. Sarassawadee Ongsakul, History of Lan Na, Übers. Chitraporn Tanratanakul, Silkworm Books, Chiang Mai, Thai text 2001, English text 2005, S.55 ISBN 974-9575-84-9
  3. ประกาศกระทรวงมหาดไทย. In: Royal Gazette. 27, Nr. 0 ง, 12. Juni 1910, S. 426–427.
  4. ประกาศกระทรวงมหาดไทย เรื่อง โอนอำเภอเมืองฝาง จังหวัดเชียงรายไปขึ้นจังหวัดเชียงใหม่. In: Royal Gazette. 42, Nr. 0 ง, 26. April 1925, S. 203.
  5. พระราชกฤษฎีกาเปลี่ยนนามจังหวัด และอำเภอบางแห่ง พุทธศักราช ๒๔๘๑. In: Royal Gazette. 55, Nr. 0 ก, 14. November 1938, S. 658–666.
  6. Einwohner-Statistik 2012. Department of Provincial Administration. Abgerufen am 16. Juli 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

19.91851015222299.213752746667Koordinaten: 19° 55′ N, 99° 13′ O