Ariana Afghan Airlines

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ariana Afghan Airlines
Logo der Ariana Afghan Airlines
Boeing 727-200 der Ariana Afghan Airlines
IATA-Code: FG
ICAO-Code: AFG
Rufzeichen: ARIANA
Gründung: 1955
Sitz: Kabul, AfghanistanAfghanistan Afghanistan
Heimatflughafen:

Kabul International Airport

Unternehmensform: Staatsbesitz
Leitung: Moin Khan Wardak (CEO)
Vielfliegerprogramm: Reward Club
Flottenstärke: 7
Ziele: National und international

Ariana Afghan Airlines ist die größte afghanische Fluggesellschaft mit Sitz in Kabul und Basis auf dem Kabul International Airport.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung und erste Jahre[Bearbeiten]

Eine ehemalige McDonnell Douglas DC-10 der Ariana Afghan Airlines

Ariana Afghan Airlines Co. Ltd. wurde am 28. Januar 1955 gegründet. Die Afghanische Indama Corp. stellte die ersten Flugzeuge vom Typ Douglas DC-3 und erhielt 49 Prozent der Anteile. Diese Anteile übernahm 1956 Pan American World Airways. Die internationalen Strecken waren damals Delhi, Ankara, Beirut, Prag und Frankfurt. Zum Einsatz kamen Douglas DC-4 und später Douglas DC-6. 1968 erhielt die Fluggesellschaft ihre erste Boeing 727 (abgestürzt am 5. Januar 1969, siehe unten), gefolgt von einer McDonnell Douglas DC-10 im September 1979. Nach dem Einmarsch der Sowjetischen Armee 1979 brach der Flugverkehr der Ariana zusammen; die McDonnell Douglas DC-10 wurde verkauft und die Flotte gegen Flugzeuge russischer Bauart ausgetauscht. Während der sowjetischen Besatzung wurden lediglich Moskau und Prag, zeitweise Berlin-Schönefeld angeflogen.

Nach der Machtübernahme der Taliban 1996 wurden alle übriggebliebenen internationalen Flüge gestoppt und die Flotte auf einige russische Antonow An-26, Jakowlew Jak-40 und drei Boeing 727 reduziert. Im November 2001 wurde der Flugbetrieb komplett eingestellt.

Entwicklung seit 2001[Bearbeiten]

Nach der Entmachtung der Taliban Ende 2001 nahm Ariana im Dezember 2001 den Betrieb wieder auf. Als Geste des guten Willens stellte die indische Regierung drei Airbus A300 der Air India für internationale Strecken zur Verfügung.

Im März 2006 wurde die Fluggesellschaft in die Liste der Betriebsuntersagungen für den Luftraum der Europäischen Union aufgenommen und darf seitdem nicht mehr mit eigenen Maschinen im Luftraum der Europäischen Union fliegen.[1] Von April 2005 bis März 2006 flog die Gesellschaft mit einem eigenen Airbus A300 von Frankfurt am Main nach Kabul. Von April 2008 an wurden wieder wöchentlich zwei Flüge nach Frankfurt mit einer geleasten (und daher vom Flugverbot ausgenommenen) Boeing 757-200 durchgeführt. Seit Anfang 2009 wurde diese Verbindung jedoch nicht mehr direkt angeflogen; die Flüge nach Frankfurt (nun mit Zwischenlandung in Istanbul) wurden seither mit einem ebenfalls gecharterten Airbus A310 durchgeführt. Ab Januar 2010 durfte die Airline zwischenzeitlich wieder ohne Zwischenlandung in Istanbul direkt von Kabul nach Frankfurt fliegen. Diese Erlaubnis wurde aber am 7. Juli 2010 von der EU-Kommission widerrufen, so dass derzeit kein eigener Betrieb in die EU mehr möglich ist.[2]

Am 20. September 2011 wurde bekannt gegeben, dass die Verbindung von Kabul nach Frankfurt zum 1. Oktober 2011 eingestellt wird.[3]

Flotte[Bearbeiten]

Ein Airbus A310-300 der Ariana Afghan Airlines

Mit Stand Juli 2014 besteht die Flotte der Ariana Afghan Airlines aus sieben Flugzeugen[4]

Zwischenfälle[Bearbeiten]

Ariana Afghan Airlines verzeichnet in ihrer Geschichte sieben Zwischenfälle mit Todesopfern:

  • Am 21. November 1954 kollidierte eine Douglas DC-4 kurz nach dem Start in Beirut mit einem Berghang, wobei von 27 Menschen an Bord 24 ums Leben kamen. Während des Steigflugs wurde der Ausbruch eines Feuers an einem der Antriebe gemeldet, wodurch die Steigleistung beeinträchtigt wurde, hinzu kam in der Folge ein Navigationsfehler. Die Maschine hatte bereits zuvor durch einen technischen Defekt einen längeren Aufenthalt in Beirut.[5]
  • Am 5. Januar 1969 verunglückte eine Boeing 727-100 beim nächtlichen Landeanflug auf den Gatwick Airport bei London. Die Maschine unterschritt während starkem Nebel den Gleitpfad des ILS und konnte nicht mehr abgefangen werden. Sie schlug etwa 2,5 km vor der Landebahn auf Grund auf und zerbrach, wobei 48 von 62 Menschen an Bord sowie zwei Personen am Boden ums Leben kamen.[6]
  • Am 10. Dezember 1988 wurde eine Antonov An-26 auf einem Inlandsflug von Chost nach Kabul mutmaßlich von pakistanischen Luftstreitkräften abgeschossen, was diese jedoch dementierten. An Bord befanden sich 25 Menschen, von denen höchstwahrscheinlich niemand überlebte.[7]
  • Am 18. Juni 1989 musste eine weitere Antonov An-26 auf dem Weg von Kabul nach Sarandsch in bergigem Gelände notlanden, nachdem sich die Frachtrampe im Flug aus unbekannten Gründen geöffnet hatte. 6 von 39 Menschen an Bord kamen dabei ums Leben, die Maschine wurde schwerst beschädigt.[8]
  • Am 11. September 1995 verunglückte eine Antonov An-26 beim Landeanflug auf Dschalalabad. Sie schlug aus Treibstoffmangel kurz vor der Landebahn auf Grund auf, wobei 3 von 46 Menschen an Bord ums Leben kamen.[9]
  • Am 29. Oktober 1997 verunglückte eine Jakowlew Jak-40 ebenfalls bei der Landung in Dschalalabad, wobei ein Mensch ums Leben kam.[10]
  • Am 19. März 1998 kollidierte eine Boeing 727-200 im Anflug auf Kabul mit dem Berg Sharki Baratayi, wobei alle 45 Menschen an Bord ums Leben kamen. Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschten Regen und Schneefall.[11]
  • Im Jahr 2004 ereignete sich über Kabul ein Beinahezusammenstoß zwischen einer Airbus A300 und einer deutschen Drohne Luna. Das Flugzeug mit rund 100 Passagieren konnte unbeschadet auf dem Flughafen Kabul landen, die Drohne soll hingegen abgestürzt sein.[12]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Spiegel Online – Schwarze Liste der EU. 22. März 2006
  2. Europäische Kommission – Liste der Luftfahrtunternehmen, deren gesamter Betrieb in der EU untersagt ist (PDF-Datei) Stand: 7. Juli 2010
  3. flyariana.com - News (englisch) 20. September 2011
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatAriana Afghan Airlines. flyariana.com, abgerufen am 21.Juli 2014 (englisch).
  5. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  6. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  7. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  8. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  9. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  10. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  11. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  12. - Drohne kollidiert beinahe mit Passagierjet abgerufen am 13. September 2013

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ariana Afghan Airlines – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien