Becken (Geologie)

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Ein Becken im Sinne der Geologie bezeichnet einen größeren Sedimentationsraum, in dem die Gesteinsschichten als Sedimente zumeist schüsselförmig abgelagert wurden oder werden.

Solche Becken sind meist Senkungsgebiete, die durch regionale oder großräumige Tektonik entstehen, deren Zugkräfte die Erdkruste schwächt oder verdünnt. Die Senkung nimmt im Regelfall vom Rand – wo meist geologische Störungen verlaufen – zur Mitte zu und kann einige mm/Jahr ausmachen. Bei gleichzeitiger Auffüllung mit Sedimenten bleibt die Höhenlage weitgehend konstant.

Wiener Becken, digitales Tiefenmodell des Basement. Das Becken begann während der alpiden Gebirgsbildung in einer Bruchzone zwischen Alpen und Karpaten einzusinken. Beckenteile unter −4500 m sind blau dargestellt

Verschiedene Ursachen der Beckenbildung[Bearbeiten]

Auch eine abgesenkte geologische Scholle wird als Becken oder Einbruchsbecken bezeichnet. Eine andere Ursache der Beckenbildung kann eine verfüllte Senke sein, die während einer Gebirgsfaltung entstanden ist. Ein Absinken kann auch durch Kompaktion des Untergrundes (Verdichtung von abgelagerten Gesteinsschichten) ausgelöst werden.

Im Vorland von Gebirgen entstehen viele Becken durch die Erosion von Gletschern, die eine Senke ausräumen. Die großen Gletscher der Eiszeit haben auf diese Weise im Alpenvorland zahllose Zungenbecken hinterlassen, die oft von Seen ausgefüllt wurden. Solche nacheiszeitlichen Seenbecken oder andere mit Wasser gefüllte Senken werden im Laufe der Zeit mit Sedimenten verfüllt. Zuletzt bleibt oft nur mehr ein Moor oder Sumpfgebiet übrig, das an der Oberfläche für den Laien nicht mehr als Gletschertal oder Senkungsgebiet erkennbar ist.

Auch der Impakt-Krater eines großen Meteoriten kann zu den Beckenformen gezählt werden – in Deutschland insbesondere das Nördlinger Ries und das Steinheimer Becken.

Beispiele großer geologischer Becken in Europa[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]