Blind Guardian

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Blind Guardian
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Blind Guardian; Paris im September 2006
Blind Guardian; Paris im September 2006
Allgemeine Informationen
Genre(s) Speed Metal, Power Metal
Gründung 1984 (als Lucifer's Heritage)
1987 (Umbenennung in Blind Guardian)
Website http://www.blind-guardian.com/
Gründungsmitglieder
Hansi Kürsch
André Olbrich
E-Gitarre
Marcus Dork (bis 1985)[1]
Thomas „The Omen“ Stauch (bis 2005)
Aktuelle Besetzung
Gesang
Hansi Kürsch
Gitarre
Marcus Siepen
Gitarre
André Olbrich
Schlagzeug
Frederik Ehmke (seit 2005)
Ehemalige Mitglieder
Gitarre
Christoff Theissen
Schlagzeug
Hanspeter Frey
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Blind Guardian ist eine 1984 gegründete deutsche Metal-Band aus Krefeld und Meerbusch. Bis 2013 verkaufte die Band 2,5 Millionen Tonträger.[2]

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Blind Guardian ging aus der 1984 gegründeten Band Lucifer's Heritage (‚Luzifers Erbe‘) hervor. Nach einem Besetzungswechsel wurde 1987 die Band Blind Guardian (‚Blinder Wächter‘, ‚blinder Beschützer‘) gegründet.

Mit dem neuen Bandnamen kam 1988 das erste Album, Battalions of Fear, das die Band für die Plattenfirma No Remorse Records aufnahm. Die Zusammenarbeit sollte noch bis zu Tales from the Twilight World bestehen. Für die Tournee zum 1989er Album Follow the Blind wurde die amerikanische Metal-Band Iced Earth als Vorgruppe engagiert. Beide Bands verstanden sich so gut, dass noch weitere gemeinsame Tourneen folgten. Die beiden Köpfe der Bands, Hansi Kürsch und Jon Schaffer (Gitarrist), gründeten sogar ein gemeinsames Nebenprojekt, Demons & Wizards, das bis jetzt zwei Alben herausbrachte. Mit ihrem dritten Album, Tales from the Twilight World, setzten Blind Guardian die Zusammenarbeit mit Kai Hansen von Gamma Ray fort, der schon auf dem Vorgänger als Studiogast Gesangs- und Gitarrenparts einbrachte.

Das vierte Album der Band brachte nicht nur den Wechsel zu einer neuen Plattenfirma (Virgin Records), sondern auch erste Änderungen im Stil der Band. Wurde bisher eher reiner Speed Metal gespielt, so wurde auf Somewhere Far Beyond mit Chören und flächendeckenden Keyboards gearbeitet, insgesamt wurde die Musik bombastischer. Diese Entwicklung sollte sich durch alle späteren Alben hindurchziehen. Somewhere Far Beyond war das letzte Album, an dem Kai Hansen mitwirkte, aber auch das erste, mit dem die Band internationale Aufmerksamkeit gewann. Eine Art Dokumentation dieses internationalen Erfolges ist das Live-Album Tokyo Tales von 1993.

Den internationalen Erfolg weiterführend folgte 1995 Imaginations From The Other Side als nächstes, die Artussage thematisierendes Album, wobei A Past And Future Secret als Single ausgekoppelt wurde. Auf der zugehörigen Tour fanden nicht nur Auftritte in ganz Europa statt, sondern auch in Japan und Thailand.

Blind Guardian live in Schweden im September 2006

Mit der Kompilation The Forgotten Tales veröffentlichten Blind Guardian 1996 ein Album ruhigerer Art. Hier wurde auch das Versäumnis, The Bard’s Song – In The Forest als Live-Version auf Tokyo Tales zu veröffentlichen, wieder gut gemacht. Des Weiteren wurden bekannte Lieder wie Mr. Sandman (Original von The Chordettes) oder Surfin’ USA (Original von den Beach Boys) gecovert. Mit Mr. Sandman gab es auch eine Singleauskopplung, wobei diese für den japanischen Markt in Bright Eyes umbenannt wurde. Im Gegensatz zur europäischen Version beginnt die japanische Single mit dem Song Bright eyes (eine Eigenkomposition) und enthält die in Europa unveröffentlichte Demoversion des Songs A Past and Future Secret.

1998 erschien Nightfall In Middle-Earth. Die bekanntesten und beliebtesten Lieder dieses Albums sind Nightfall und Mirror Mirror. Letztgenannter Song erschien ebenfalls als Single. Das Album stellt eine musikalische Zusammenfassung des Fantasy-Buches Das Silmarillion von J. R. R. Tolkien dar. Es folgte eine weitere Tour durch Europa, Süd- und Mittelamerika.

Das nächste Werk, A Night at the Opera mit der vorausgegangenen Single And Then There Was Silence, erschien erst 2002. Die Reaktionen der Fans auf das Album waren geteilt. Viele empfanden die bombastische Weiterentwicklung des Musikstils als überaus gelungen, andere störten sich daran und fanden, dass die Lieder überladen wirkten.

Am 13. und 14. Juni 2003 veranstalteten Blind Guardian ein eigenes Open-Air-Festival in Coburg (Blind Guardian Open Air), bei dem sie an beiden Abenden als Headliner auftraten. Die DVD Imaginations Through the Looking Glass stellt einen Zusammenschnitt aus beiden Tagen dar.

2004 wechselten Blind Guardian zu einer neuen Plattenfirma (Nuclear Blast), um sich auf die Arbeiten für das nächste Album konzentrieren zu können.

Sänger Hansi Kürsch bei einem Konzert im September 2006

Nach fast 20 Jahren trennte sich 2005 Drummer Thomen Stauch von der Band. Als Grund wurden musikalische Differenzen genannt. Thomen war mit der musikalischen Entwicklung der Band nicht mehr zufrieden. Während die Stücke immer orchestraler wurden und weniger mit dem Typus Metal zu tun hatten, den Blind Guardian früher einmal machten, entschloss sich Thomen, die Band zu verlassen, um seinem Nebenprojekt Savage Circus fortan volle Aufmerksamkeit zu schenken. Mit Frederik Ehmke wurde 2005 ein Ersatz gefunden. Erstmals zu hören ist er auf A Twist in the Myth.

Im September 2005 gaben Blind Guardian auf der offiziellen Bandhomepage bekannt, dass sie unter der neuen Besetzung im April/Mai 2006 ein neues Album veröffentlichen wollen. Im Anschluss daran sollte eine Welttournee mit Astral Doors im Vorprogramm über Südamerika, Japan, Europa, Australien, USA, Mexiko und Kanada folgen. Diese wurde jedoch verschoben, da sich die Studioarbeiten am neuen Album A Twist in the Myth durch eine Akute Mittelohrentzündung Hansi Kürschs verzögerten. Nach vier Auftritten im Mai fand der Hauptteil der Tour im September/Oktober 2006 statt. Die erste Single-Auskopplung Fly ist im Februar 2006 erschienen; A Twist in the Myth wurde am 1. September 2006 veröffentlicht. Das Album erreichte in der Septemberausgabe des Metal-Magazins Metal Hammer den ersten Platz des Soundchecks.

2007 beteiligten sich Blind Guardian am Soundtrack zum Uwe-Boll-Film Schwerter des Königs – Dungeon Siege und steuerten das Titellied bei. 2008 komponierten sie den Titelsong für das Computerspiel Sacred 2: Fallen Angel. Das bislang letzte Studioalbum At the Edge of Time erschien am 30. Juli 2010.

Die Band war 2010 beim Wacken Open Air anwesend, wo sie den Metal-Hammer-Preis für die beste deutsche Band entgegennahm, ein Meet and Greet gab und Hansi Kürsch beim Jubiläumsauftritt von Grave Digger mitsang. Bei der 2011er Auflage des Festivals war die Gruppe einer der Headliner. Im Januar 2012 erschien eine Best-of-Kompilation mit dem Titel Memories of a Time to Come, die in den deutschen Albumcharts Platz 6 erreichte. Nach Ende der Memories of a Tour to Come-Tournee zog sich die Gruppe ab Mitte 2012 aus der Öffentlichkeit zurück. In der zweiten Jahreshälfte 2012 arbeiteten die Musiker an dem für Februar 2013 angekündigten Boxset A Traveler's Guide to Space and Time. Außerdem begann die Gruppe mit den Arbeiten sowohl zum nächsten Studioalbum als auch an den Arrangements für das bereits seit 1997 angekündigte Album mit Orchester-Versionen bekannter Lieder der Band, eine Veröffentlichung beider Alben sowie Live-Auftritte vor 2014 schloss die Band dabei aus.[3]

Stil[Bearbeiten]

Die früheren Alben sind dem Speed Metal zuzuordnen; Michael Rensen vom Rock Hard beschrieb Battalions of Fear als „[s]tarkes, punkig-rohes Speed-Metal-Debüt mit größtenteils guten Songs, von denen einige auch schon mit einem Anflug von Komplexität daherkommen“.[4] Dem Nachfolger Follow the Blind attestierte er einen Thrash-Einschlag, mit dem die Band von Helloween etc. abrücke, und Tales from the Twilight World sei „[d]as beste deutsche Melodic-Speed/Thrash-Metal-Album aller Zeiten“.[4] Mit Somewhere Far Beyond sei es der Band gelungen, „das ‚Tales‘-Level zu halten und gleichzeitig durch Bombast- und Folk-Elemente stilistisches Neuland zu erschließen“.[4] Charakteristisch für Blind Guardian sind heute komplexe polyphone Gitarren-Arrangements, sowie ausgefallene Effekte und Spieltechnik. Der Aufbau ihrer Stücke ist nahezu frei von Wiederholungen. Die neueren Alben (insbesondere seit A Night at the Opera) können daher auch dem Progressive Metal zugerechnet werden, wobei allerdings die Ursprünge der Band im (orchestralen) Speed Metal immer noch erkennbar sind. Besonders gut erkennbar ist diese Entwicklung an dem Song And Then There Was Silence, der den Höhepunkt von A Night at the Opera darstellt. Inzwischen spielt die Band laut Rensen „in ihrer völlig eigenen Speed/Thrash/Bombast-Metal-Liga“.[5]

Die Texte beschäftigen sich häufig mit Themen aus der Fantasy-Literatur, vor allem Der Herr der Ringe von J. R. R. Tolkien. Weiter greift die Band textlich unter anderem Werke von Stephen King, Frank Herbert, Walter Moers und Michael Moorcock auf. Ebenso werden geschichtliche, gesellschaftliche und religiöse Themen angesprochen. Vor allem auf ihrem Album A Twist in the Myth finden sich zudem abstraktere Themen wie die Wichtigkeit von Veränderungen und Träumen.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Auffallend und eine recht seltene Erscheinung ist die heutige Bandbesetzung, die ohne einen festen Bassisten auskommt. Bis einschließlich Imaginations from the Other Side war Hansi Kürsch Sänger und Bassist zugleich. Anschließend konzentrierte er sich nur noch auf den Gesang. Zu Aufnahmen und Live-Auftritten wird Oliver Holzwarth (Sieges Even) als Bassist herangezogen. Ebenso haben Blind Guardian keinen festen Keyboarder im Bandgefüge, obwohl orchestrale Keyboardklänge zum Markenzeichen der Band avanciert sind. Den inoffiziellen Posten des Keyboarders hat inzwischen – ähnlich wie Oliver Holzwarth am Bass – Michael „Mi“ Schüren eingenommen.

Von Harvest of Sorrow existieren sechs verschiedene Versionen (Als Bonustitel auf A Night at the Opera): Je zwei auf Englisch und Spanisch (eine „normale“ und eine rein akustische), je eine auf Italienisch und Französisch.

Bei beiden Live-Alben handelt es sich um Zusammenschnitte. Tokyo Tales ist ein Zusammenschnitt zweier Konzerte in Tokio (vom 4. Dezember 1992 in der Koseinenkin-Halle und vom 6. Dezember 1992 in der NHK-Hall). Auf diesem Album sind viele Studio-Overdubs zu hören. Das Live-Album von 2003 umfasst die A Night at the Opera World Tour 2002. Hier sind nur Live-Aufnahmen enthalten, auch wenn die Instrumente, das Publikum oder der Gesang eines Liedes teilweise von verschiedenen Konzerten stammen.

The Bard’s Song (In the Forest) existiert in drei Versionen: als Originalversion auf Somewhere Far Beyond, als neuaufgenommene Single von 2003 und als orchestrale Version auf dem Best-of-Album Memories of a Time to Come. Das Lied gilt seit seiner Veröffentlichung als eine Art Band-Hymne, welche bei Konzerten fast vollständig von den Fans gesungen wird. Eben wegen dieser Beliebtheit nahm die Band neuere Versionen auf.

Blind Guardian sind virtuell in dem Action-Rollenspiel Sacred 2 - Fallen Angel vertreten. Nachdem eine spezielle Quest abgeschlossen wurde, spielen sie dort den extra für das Spiel geschriebenen Song Sacred Worlds. Das Lied Battlefield vom Album A Night at the Opera ist in der Heavy-Metal-Version des Spiels Robot Unicorn Attack zu hören.

Die The-Remasters-Serie[Bearbeiten]

Die ersten sechs Studioalben (von Battalions of Fear bis einschließlich Nightfall in Middle-Earth), das Live-Album Tokyo Tales und die Kompilation The Forgotten Tales wurden im Jahr 2007 anlässlich des 20-jährigen Bandbestehens von Charlie Bauerfeind digital remastert, mit Bonus Songs versehen (Demos und/oder B-Seiten von Singles), sowie das Beiheft mit Liner Notes und neuen Bildern ergänzt. Auch das Cover-Artwork wurde überarbeitet. Die ersten beiden Alben (Battalions of Fear und Follow the Blind) wurden neu abgemischt. Diese neu gemasterten Versionen wurden von ihrem damaligen Label Virgin/EMI im Juni 2007 europaweit (weltweit etwas später) veröffentlicht. Die CD-Rücken der 8 CDs ergeben chronologisch aneinandergereiht das Motiv der „Drachen-Gitarre“ der A Past and Future Secret-Single in einer modernisierten Variante.[6]

Diskografie[Bearbeiten]

Diese Aufzählung enthält nur die Studioalben. Für eine ausführliche Diskografie siehe: Blind Guardian/Diskografie

Literatur[Bearbeiten]

  •  Michael Rensen: Blind Guardian. 25 Jahre Fantasy Metal. In: Rock Hard. Nr. Nr. 307, Dezember 2012, S. 20-27.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Blind Guardian – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Band, abgerufen am 17. September 2013.
  2. Interview auf YouTube
  3. Michael Rensen: Blind Guardian. 25 Jahre Fantasy Metal. In: Rock Hard, Nr. 307, Dezember 2012, S. 27.
  4. a b c Michael Rensen: Blind Guardian. 25 Jahre Fantasy Metal. In: Rock Hard, Nr. 307, Dezember 2012, S. 23.
  5. Michael Rensen: Blind Guardian. 25 Jahre Fantasy Metal. In: Rock Hard, Nr. 307, Dezember 2012, S. 20.
  6. Chickenfires: Blind Guardian "Die Blind Guardian Remasters Serie Ist Da", 13. Juni 2007, abgerufen am 25. Januar 2013.